Mittwoch, 10. April 2019

Stephen King - Christine

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Stephen King

Titel: Christine

OT: Christine

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453163133

Deutsche Erstausgabe 1986

Seiten: 651

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Dazu passt: Der Buick
Raststätte Mile 81



Christine

Als Kind hatte ich mal den Film gesehen. Das war irgendwann zwischen meinem 6. und 10. Lebensjahr, als ich alles schaute, was in der Programmzeitschrift TELE mit Horror beschrieben war. Ich fand die Idee, dass ein Auto ein Eigenleben hat und Jagd auf Menschen macht, damals schon bescheuert und hätte den Film eher als Horrorkomödie eingestuft. Jedenfalls kaufte ich mir dann irgendwann im Jahr 2000 das Taschenbuch, das über neunzehn Jahre lang ungelesen im Regal gestanden und diverse Umzüge mitgemacht hat, bis ich dann endlich in seinen Bann gezogen wurde. Ähnlich wie Arnie in der Geschichte besessen von seinem Auto Christine war, wurde ich besessen vom Buch und so kam es, dass ich es innert kurzer Zeit ausgelesen hatte.


"Du veränderst dein Auto - 
und dein Auto verändert dich."
– Stephen King


In einem Satz

Aussenseiter kauft sich ein Auto, von dem er geradezu besessen ist und ignoriert die Tatsache, dass sein Wagen ein Eigenleben hat und Jagd auf Menschen macht.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

JA! Eindeutig JA!
Mir persönlich gefallen King's frühere Werke besser, als die neuen. Christine ist eines davon.
Auch wenn die Geschichte erstmal bescheuert klingt, lohnt sich das Lesen. Wer fürchtet sich 2019 noch vor einem Auto mit Eigenleben? Wohl niemand. Dennoch, steckt mehr dahinter. Es ist viel mehr, als nur eine seichte Horrorgeschichte, vielmehr ist es eine Charakterisierung des Hauptakteurs Arnie. Die Geschichte wird sehr einfühlsam und glaubhaft von seinem besten Kumpel Dennis erzählt. Immer wieder erfährt der Leser Fragmente aus der beiden Kindheit. Dennis, einer der beliebtesten Schüler und bester Kumpel vom Klischee-Aussenseiter Arnie, der immer wieder Opfer von Buddy und dessen Clique wird. Eines Tages fahren sie an einem verrosteten Plymouth Fury vorbei, den Arnie sofort kaufen will. Dennis beschreibt, wie Arnie's Liebe zu diesem Wagen immer intensiver wird, bis diese schliesslich in Besessenheit umschlägt, Arnie sich arg verändert und plötzlich zum Draufgänger mutiert.
Irgendwann häufen sich dann Todesfälle, in welche Christine verwickelt zu sein scheint, bzw. Arnie, der aber für jede Tatnacht ein Alibi vorweisen kann. Irgendwann ist auch Arnie's nervige Freundin und dessen Familie in Gefahr. Dennis und Arnie's Ex setzen schliesslich alles daran, den Wagen aufzuhalten.
Das Buch ist rasant geschrieben und genau das, was man einen "echten Pageturner" nennt. Selbst wenn man den Film gesehen hat und die Geschichte kennt, wird man von der Erzählweise mitgerissen und kann das Buch nicht mehr (oder nur schwer) aus der Hand legen. Man kann bei sich selbst beobachten, wie sehr man der Geschichte um Arnie und Christine immer mehr verfällt und zwar dergestalt, dass man sich überlegt, am Arbeitsplatz anzurufen und sich "krank" zu melden mit der Begründung "Ich bin von einem Buch besessen."


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Film und Buch weichen voneinander ab.
Im Film gehört Christine LeBay's Bruder (oder hatte gehört), im Buch gehört sie LeBay selbst.
Im Buch muss Arnie Christine auf dem Flughafenparking abstellen. Dieser existiert im Film nicht. Auf genau diesem Parkplatz wird Christine von Buddy und seiner Horde zerstört. Im Film passiert dies in Darnell's Werkstatt.
Im Buch wird Christine von Mercer verschrottet, im Film von Dennis. Mercer ist Junkins Kollege, der im Film nicht existiert. Im Buch stirbt Junkins durch Christine.


🎵 Matches - The Ride (The Karate Kid OST) 🎵