Mittwoch, 15. August 2018

Thomas Harris - Hannibal Rising

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Thomas Harris

Titel: Hannibal Rising

OT: Hannibal Rising, 2006

Verlag: Hoffmann und Campe

ISBN: 9783455400502

Deutsche Erstausgabe: 2006

Seiten: 344

Einband: Gebunden

Dazu passt: Hannibal






Weil mir "Hannibal" so gut gefallen hatte, hatte ich mir damals alle Bücher gekauft. Das Schweigen der Lämmer hatte ich als Kind bereits zu lesen versucht. Hannibal Rising jedoch blieb im Regal stehen. Ungelesen. Vergessen.
Eines Morgens, als ich nicht schlafen konnte, schaltete ich den Fernseher ein und was lief? Hannibal Rising. Mir fiel auf, dass ich diesen Film noch nie gesehen hatte und auch dass ich das Buch noch nie gelesen hatte. Also nahm ich es am Tag darauf aus dem Regal.

-> Eben musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich nie Das Schweigen der Lämmer und Roter Drache rezensiert habe... >_<

"Ein Männlein steht im Walde
ganz still und stumm..."

Musashi Miyamoto

In einem Satz

Hannibal Lecter erlebt als Kind den Zweiten Weltkrieg mit, sieht zu wie seine ganze Sippe ermordet wird, kommt in ein Waisenhaus und dann zu einem Onkel nach Paris, wo er letztendlich einen Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Sippe beginnt.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Obschon ich sagen muss, dass die Luft irgendwie raus ist.
Das Schweigen der Lämmer, Roter Drache und auch Hannibal waren erstklassig! Wunderbare Bücher, bei denen man sich gewünscht hat, man möge die letzte Seite nie erreichen. Hannibal Rising hingegen wirkte irgendwie gezwungen. Unbedingt noch eine Vorgeschichte zu Hannibal publizieren. Na ja... Der Bezug zum Zweiten Weltkrieg war einerseits ok und andererseits recht oberflächlich. Überhaupt war hier einiges recht oberflächlich. Wie passt beispielsweise die Japaner Madama Murasaki nach Paris? Sie wirkt auch fehl am Platz. Hauptsache, man hat eine möglichst exotische Figur. Was einfach nicht passen will, dass in allen anderen Büchern nie ein Hinweis auf diese Madame Murasaki gegeben wird. Dabei hat Hannibal sie ja wirklich geliebt. Hm... Bemüht wird versucht, Hannibal als möglichst kultiviert darzustellen. Das gelingt teilweise, aber auch hier klingt es teilweise sehr gezwungen. Der junge Hannibal Lecter will irgendwie nicht zum erwachsenen passen, den wir kennen und den wir uns (trotz der Serie Hannibal) immer als Anthony Hopkins vorstellen.
Hannibal hat hier oft sehr viel Glück. Fortuna ist ihm hold. In den anderen Büchern ist das alles realistischer.
Die Stimmung im Buch schwankt auch von melancholisch bis zu gezwungen dramatisch.
Trotzdem handelt es sich um ein gutes Buch, das schön geschrieben ist. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

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