Sonntag, 25. Februar 2018

Kirino Natsuo - Teufelskind

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Kirino Natsuo 桐野 夏生
Übersetzer: Frank Rövekamp

Titel: Teufelskind

OT: アイムソーリー、ママ

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-47391-5

Deutsche Erstausgabe 2008

Seiten: 221

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt:



"Provokant, diabolisch, abgründig:
das faszinierende Psychogramm
einer Frau, die ihre Seele verlor."
– Goldmann

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll...
Auf die japanische Schriftstellerin Natsuo Kirino bin ich nur zufällig gestossen. Amazon hatte sie mir vorgeschlagen. Ich klickte auf das Buch, las den Klappentext und dachte, das könnte etwas für mich sein. Kirino hatte mehrere Bücher geschrieben, welche sich nun in meinem Besitz befinden. Auf ZVAB habe ich ihre wunderbaren Werke gefunden. Zustand: Wie neu. Ich habe sowohl Taschenbücher aus auch Deckenbände erhalten, die wahrlich wie neue aussehen. Der Zustand ist jener gebrauchten Bücher ist besser, als jener der Neuware in den Filialen Orell Füsslis. Dort in den Regalen findet man oft Taschenbücher mit geknickten Rücken. Der Rücken von Teufelskind ist heil.

Ohne je ein Buch von Kirino gelesen zu haben, bestellte ich gleich alle. Dieser Entscheid war gut, denn sie werden gegenwärtig nicht mehr angeboten.

Hier kommen wir nun zum ersten Roman, jener fabelhaften Autoren, welches ich gelesen habe:


"Ich werde zu einem wahren Menschen!"
– Aiko Matsushima


In einem Satz

Aiko Matsushima ist eine wahre Lebenskünstlerin, die auf der Suche nach ihrem Ursprung und ihrer Mutter mordend und eiskalt durch Tokyo zieht und jeden aus dem Weg räumt, der ihr gefährlich werden könnte.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

はい!勿論ですよ!
Ja! Selbstverständlich!
Den Einstieg macht das Ehepaar Kadota. Misae, ehemalige Erzieherin im Kinderheim, in dem auch Aiko war, hat ihren damaligen Zögling Minoru geheiratet, der 25 Jahre jünger ist. Wir lernen die beiden kennen und fragen uns, wieso Misae mit so einem Typen zusammen ist. Minoru ist faul, ein schlampiger Zimmermann, der aktuell ohne Arbeit ist und von der Rente seiner Frau lebt, für die er sich zuweilen schämt. Allerdings nur in der Öffentlichkeit. Im Schutz des Hauses lässt er sich von ihr bedienen und verwöhnen. Kirino versteht es, unsyamptische Figuren zu gestalten, ist Minoru doch nicht der Einzige, den man prügeln möchte. Jedenfalls gehen sie in ein koreanisches Restaurant, wo ihnen die Kellnerin bekannt vorkommt. Aiko Matsushima. Ein kurzer Dialog findet statt und Misae lädt Aiko ein, ihnen Gesellschaft zu leisten. Sie gibt Aiko ausserdem ihre Adresse.
Misae und Minoru sind gerade zu hause angekommen und freuen sich auf eine, für mich sehr verstörende, Sexpraktik in dem Windeln eine grosse spielen, als es an der Tür klopft. Aiko. Sie übergiesst Misae mit Benzin und lässt es entflammen. Misae und Minoru verlassen Kapitel 1 als verkohlte Leichen.
In Kapitel 2 tauchen zwei Polizisten auf und befragen die Angestellten im Restaurant nach dem Ehepaar Kadota. Aiko spielt wunderbar und gibt Auskunft. Gleich darauf packt sie ihre Sachen und flieht ein weiteres Mal. Sie möchte Emi besuchen, eine Freundin von damals, die ein Geheimnis umgibt, welches Aiko gen Ende des Buches erfahren wird.
Aiko ist viele. Sie nimmt verschiedene Identitäten an. So wird sie Zimmermädchen bei einer Hotelinhaberin und muss auf deren verzogenen Jungen Yasushi aufpassen, den sie dann kurzerhand entführt. Dieses Gör ist derart verzogen und selbstgefällig, dass man es prügeln möchte. Aiko spielt mit dem Gedanken, ihn in den Sumida (Fluss in Tokyo) zu werfen, entscheidet sich dann aber für eine andere Option...
Aiko trifft auf Personen aus ihrer Vergangenheit. Die Einen tötet sie kaltblütig und gleichgültig. Andere lässt sie am Leben. Sie will ihre Mutter finden. Ihre leibliche Mutter. Denn Aiko ist in einem Bordell aufgewachsen. Von ihrer Mutter hat sie nur ein paar abgetragene weisse Schuhe.
Von Emi erfährt sie schliesslich, die Identität ihrer leiblichen Mutter...

Aiko ist so wunderbar abgrundtief böse, gleichgültig und kaltblütig. Sie ist eine wahre Lebenskünstlerin, für die nur zwei Digne von Bedeutung sind: Die Identität ihrer Mutter und Geld. Da ich ihre Abneigung gegen Kinder teile, war sie mir gleich noch sympathischer als ohnehin schon. ^_^

Markant ist, dass eigentlich jeder Mann in diesem Buch ein Arschloch ist. Kirino beschreibt sämtliche Männer als Paschas, die sich von ihren Frauen bedienen lassen, als wären sie Könige.
Masayo Sasaki zum Beispiel. Die Frau des Reinigungsbesitzers. Masayo hatte Nobuo geheiratet. Nicht aus Liebe, viel mehr weil dieser behauptete Geld und Landbesitz zu haben. Nobuo führte die Reinigung zusammen mit seinem Zwillingsbruder Yorio, die früher gute Kunden im Bordell waren. Masayo muss beide Männer bedienen, bekochen, hinter ihnen herräumen und auch noch in der Reinigung arbeiten. Sie wird von den beiden wie eine Sklavin behandelt. 

Die Autorin

Natsuo Kirino gilt als Kämpferin. Man sagt ihr nach, sie sei kühl. Sie bricht Tabus. Ihre Romane haben eine Kontroverse ausgelöst.
Es war untypisch, gerade für Frauen, solche Romane zu verfassen. Kirino sagte einst in einem Interview, sie sei es leid, dass Frauen in Japan zwar studieren und arbeiten können, aber sobald sie heiraten und schwanger werden, wäre es das gewesen. Sie kümmern sich fortan um den Haushalt und die Familie.
In Kirino's Romanen geht es um meist um Aussenseiterinnen, die es im modernen Japan nicht geschafft haben. Wenige können sich aufrappeln und kämpfen. Sich selbst aus diesem Strudel aus Hoffnungslosigkeit befreien und den Sprung in ein halbwegs normales Leben schaffen.
Kirino identifiziert sich mit ihren Figuren.
Beispielsweise wurde sie zu einem Radiointerview eingeladen, jedoch weigerte sich der Moderator sie zu interviewen, da ihre Bücher "widerlich" wären. Kirino musste viel Kritik ertragen. Hat sie ertragen und vermochte, darüber zu stehen.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Dieser kleine verzogene Yasushi ist sowas von ätzend beschrieben, dass man ihm Anstand einprügeln möchte. "Was für ein Mann wird wohl aus dir werden?" fragt Aiko völlig angewidert. Ein so verzogener Bengel, wird mal ein genauso verzogener Mann werden, der sich von vorne bis hinten bedienen lässt.

In Emi's Haus trifft Aiko auf Adam. Auf den ungepflegten Adam. Sie bringt ihn um und lässt die Leiche liegen. Als sie ein paar Tage später zurückkehrt ist die Leiche verschwunden und das Haus aufgeräumt. Emi war zurückgekehrt. Emi hatte Adam im Garten vergraben. Aiko schlägt Emi mit einer Schaufel nieder und vergräbt sie lebendig. Doch zuvor hört sie sich deren Geschichte an. Emi wurde vor Jahren von einer Bande Yakuza vergewaltigt. Aiko war das Ergebnis. Emi war Aikos leibliche Mutter.


Gillian Flynn - BROKEN HOUSE

Meine Wertung: ☆☆☆☆☆ 0/5

Autor: Gillian Flynn

Titel: BROKEN HOUSE
 - Düstere Ahnung -

OT: The Grownup

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3-596-03683-7

Deutsche Erstausgabe 2015

Seiten: 61

Einband: Gebunden

Genre: Schlafmittel / Stumpf

Dazu passt: eine Schlafstörung



BROKEN HOUSE - Düstere Ahnung

Hier haben wir mal wieder ein Beispiel für Sinn und Unsinn von Buchtiteln. Das amerikanische Original heisst The Grownup. Bei Fischer denkt man sich, wieso nicht einen anderen Titel geben? Wieso denn nicht einen Englischen? Und so heisst das Buch in Deutsch Broken House. Wieso halten es deutschsprachige Menschen für notwendig, einen ursprünglich englischen Titel abzuändern? Erklärt mir das mal jemand?

"Dieses Buch in Flaschen abgefüllt,
ergiebt ein prima Schlafmittel!"
– Navi M. Gray

In einem Satz

Nerdy bestreitet ihren Lebensunterhalt mit Handjobs und Wahrsagerei, trifft eines Tages auf Susan Burke, die davon überzeugt ist, dass ein böser Geist von ihrem Haus und ihrem Stiefsohn Besitz ergriffen hat und möchte, dass Nerdy mit ins Haus geht, quasi als Exorzist...

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

NEIN.
Ein ganz klares NEIN. In fetten Lettern geschrieben, doppelt unterstrichen und mit Scheinwerfern ausgeleuchtet. NEIN.
Der Einstieg ist schon unsagbar schlecht: "Mit den handjobs hörte ich nicht deshalb auf, weil ich dafür kein Talent hatte, sondern weil ich die Beste war."
Dann geht es in den kommenden Seiten darum, wie gut sie das gemacht hat und warum sie damit aufgehört hat. Schliesslich erzählt uns Nerdy, dass sie dann zur Wahrsagerei gekommen ist und den Leuten nur erzählt hat, was sie hören wollten. Wie immer.
Irgendwann trifft sie auf die völlig verängstigte Susan Burke, die davon überzeugt ist, dass in ihrem (Klischeealarm!) alten viktorianischen Haus ein böser Geist sein Unwesen treibt und von ihrem Stiefsohn Besitz ergriffen hat. (Haben wir das nicht schon in x Filmen gesehen und in x Büchern gelesen?) Sie bittet Nerdy darum, sie zu begleiten. Nerdy glaubt nicht an paranormale Präsenzen. Da sie aber die Chance auf viel Geld hat, geht sie mit.
Dann verspricht der Klappentext folgendes: "Hier spukt kein Geist, hier lauert etwas Anderes. Etwas absolut Böses. Etwas, das töten will."
Weiter heisst es, Flynn habe für diesen Schund den Edgar Award für die beste Kurzgeschichte erhalten. Ähm? Ausserdem verkündet Fischer auf dem Buchrücken, dies sei eine Hommage an den klassischen Schauerroman. Wo? Wann?
Entweder fehlen diese Seiten in meiner Ausgabe oder ich bin dergestalt abgestumpft, dass ich das nicht einmal mehr wahrnehme. Oder aber diese Kurzgeschichte ist einfach schlecht geschrieben. Völlig langweilig. Ohne Sinn. Einzig mit dem Zweck Geld zu verdienen.
Es ist selten, dass ich ein Buch mit 0/5 bewerte, aber dieses seichte und vor Klischees nur so triefende Gewäsch verdient nicht einmal einen Stern.

Verwunderlich ist es jedoch nicht. Gillian Flynn's grosser Erfolg war GONE GIRL. Ein genialer Psychothriller! CRY BABY war auch flach und DARK PLACES absolut langweilig. Bei DARK PLACES bin ich nicht sicher, ob das Buch oder der Film langweiliger ist.
Gillian Flynn ist in meinen Augen eine Eintagsfliege, die einen Bestseller geschrieben hat und sich darauf ausruhen kann. Aufgrund des Erfolgs von GONE GIRL, hat man dieses seichte Bändchen verlegt, um nochmals abkassieren zu können.
Ich denke, Flynn's Zeit ist vorbei. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Das Buch ist scheisse.

Könnte ich Flynn in den USA verklagen? Sie hat meine kostbare Zeit auf Erden mit diesem Geschmiere verschwendet. Käme ich damit durch? In den Staaten wäre es vielleicht möglich...?




Montag, 12. Februar 2018

Kouji Suzuki - Dark Water

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Kouji Suzuki 鈴木 光司

Titel: Dark Water

OT: 仄暗い水の底から, JP 2002
 Honoguraiimizunosokokara

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453565005

Deutsche Erstausgabe: 2004

Seiten: 302

Einband: Taschenbuch

Dazu passt:




Wieso habe ich dieses Buch, damals vor 11 Jahren, eigentlich nie zu ende gelesen?
Damals hatte ich mir alle Bücher, die es damals von Kouji Suzuki gab, gekauft. Es war auch das Jahr, in dem ich mit Japanischlernen beginnen sollte...
Selbst als ich im vergangenen Jahr einer Tätigkeit nachgegangen bin, die ich heute als Das grosse Bücherausmisten bezeichne, behielt ich die Bücher in meinem Besitz. Irgendeine Macht veranlasste mich dazu, sie zu behalten.
So nahm ich Anfangs Februar Dark Water aus dem Regal und war bass erstaunt (höhö), als ich Notizen bemerkte. Mir war gar nicht mehr bewusst, dass ich mal mit dem Lesen dieses Buches begonnen hatte. Damals schaffte ich nicht einmal die erste der sieben Erzählungen fertig. Offenbar hatte ich damals keine Ahnung von guter Literatur -_^

"Beklemmend, wie ein in einer
finsteren Höhle liegender See,
aus dem es keinen Ausgang mehr gibt."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Ein Prolog, sieben Kurzgeschichten, ein Epilog, welche alle beklemmend vom Tod durch Wasser erzählen...


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Lediglich eine der Erzählungen habe ich mit 2/5 bewertet, alle anderen höher! Eine wunderbare Übersetzung, sowie eine wunderbare farbenprächtige Sprache, düstere Begebenheiten und manchmal Übernatürliches machen dieses Buch zu einem wahren Schatz! Ich gebe es nicht mehr her!



Prolog & Epilog   3/5

Kayo geht mit ihrer Enkelin am Strand spazieren und erzählt ihr, von Treibgut. Gegenständen, die das Wasser in die Bucht von Tokyo spült. Sie bilden den Rahmen für die weiteren Erzählungen und schliessen nach der letzten Geschichte damit ab.


Dunkles Wasser 浮遊する水   4/5

Wer hat nicht den Film gesehen? Entweder das japanische Original aus 2002 von Hideo Nakata oder das Ami Remake mit Jennifer Connelly aus 2005? 
Yoshimi, frisch von ihrem Mann getrennt, zieht mit ihrer Tochter Ikuko in ein schäbiges Apartment in einem noch schäbigeren Apartmentblock auf der künstlichen Insel Daiba (ich persönlich kenne nur das atemberaubende und luxuriöse Daiba). Merkwürdige Dinge ereignen sich, angefangen mit einem roten Rucksack, den Yoshimi's Tochter findet, der früher mal einem Mädchen gehört hat, welches dann verschwunden ist... 
▶︎ spätestens als der Wassertank auf dem Dach des Apartmentkomplexes zur Sprache kommt, und Yoshimi's Gedanken zu einem verwesenden Leichnam in jenem Tank liest, kommt man nicht umhin, an Elisa Lam zu denken, die möglicherweise dem Elevator Game zum Opfer gefallen ist... R.I.P.
Selbst wenn man die Verfilmung(en) bereits gesehen hat, liest sich die Kurzgeschichte wunderbar spannend.


Die einsame Insel 孤島   4/5

Kensuke Suehiro trifft sich mit seinem langjährigen Freund Sasaki und muss mitansehen, wie dieser seine neue Freundin, Yukari, die ihm offenbar peinlich ist, wie Dreck behandelt. Ein paar Wochen später berichtet Sasaki, er habe Yukari auf der verwunschenen Insel Daiba VI ausgesetzt. Yukari gehörte einer Sekte an und der zynische Sasaki schenkte er genau das, wonach Yukaris Sekte strebte. Kensuke kann die Geschichte erst nicht glauben. Als Sasaki dann im Krankenhaus liegt, offenbart er Kensuke, er habe die Wahrheit erzählt. Kensuke nimmt ein paar Jahre später an einer Expedition zur Insel Daiba VI teil und wird Zeuge des Wahrheitsgehalts von Sasakis Erzählung. 
▶︎ Der Schluss ist recht plump. Ansonsten eine super Geschichte!
Daiba VI sehe ich jedes Mal auf meinem Spaziergang über die Rainbow Bridge. Jedoch wusste ich nicht, dass das Betreten verboten ist. 
Möglicherweise mache ich ja mal einen Ausflug dahin, zusammen mit dem Dude. Einfach um vermeintlichen Geister zu sehen, die Suzuki hier beschreibt -_^


Strafe 穴ぐら  5/5

Hiroyuki Inagaki macht mit seinem Sohn Katsumi einen Spaziergang und verprügelt diesen aufgrund einer Kleinigkeit. Katsumi ist sich die Wutausbrüche seines Vaters gewohnt...
Hiroyuki ergibt sich nach Prügelattacken dem Suff hin und als er eines Morgens aufwacht, ist seine Frau verschwunden. Erst denkt er, sie sei einkaufen gegangen. Als sie jedoch auch am Abend nicht zurück ist, denkt er, dass sie ihre Drohung endlich wahr gemacht und ihn verlassen hat.
Also begibt er sich zum Hafen und geht auf sein Schiff, in dessen Laderaum er etwas Gruseliges entdeckt und noch gar nicht ahnt, mit welchem Grauen er sich auseinandersetzen muss, als er in den Laderaum steigt...
▶︎ eine wunderbare Erzählung über Tod, Liebe und Rache



Traumschiff 夢の島クルーズ   3/5

Masayuki Enoyoshi befindet sich an Bord der vornehmen Yacht Minako, welche nach der nervenden Frau des Besitzers benannt wurde. Enoyoshi möchte wieder nach hause, da er das Geschwätz der Beiden nicht mehr erträgt. Plötzlich liegt die Minako still im Wasser. Der Motor ist aufgefallen. Der Kiel muss sich irgendwo verfangen haben.
Die Sonne ist bereits unter gegangen und einer der Männer wird in die dunklen Wasser in der Bucht vor Tokyo tauchen müssen. Enoyoshi findet, dass er damit nichts zu tun hat und rührt keinen Finger. Schliesslich muss der Yachtbesitzer selbst in die dunklen Wasser tauchen. Was er da am Kiel sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren...



Die Flaschenpost 漂流船   5/5

Takagi befindet sich auf dem wohl letzten Seegang. Danach möchte er seine Freundin heiraten und je nach dem, wird er seinen Job auf See aufgeben müssen. Kurz bevor sie Tokyo erreichen, stosst die Crew auf eine herrenlose Yacht. Dem Kapitän widerstrebt es eigentlich, sich damit aufhalten zu müssen, da er auf See jedoch zwei Mann verloren hat, wofür er sich vor Gericht würde behaupten müssen, kann er dieser Yacht nicht einfach den Rücken kehren und so erkunden die Männer das luxuriöse Treibgut. Von der Besatzung fehlt jede Spur. Der Kapitän beschliesst, die Yacht nach Tokyo zu schleppen. Takagi bietet an, an Bord der Yacht zu gehen, sollte es zu Problemen kommen, wäre diese dann nicht unbemannt. Der Kapitän willigt ein und Takagi wird so sein Kindheitstraum erfüllt. 
Irgendwann dämmert ihm, wieso keiner sonst an Bord gehen wollte. Die Männer halten die Yacht für ein Geisterschiff. Enoyshi findet das Logbuch und liest die seltsamen Eintragungen. Offenbar wurde ein Gegenstand, eine Flaschenpost, aus dem Wasser gefischt, wonach sich seltsame Dinge ereigneten. Enoyshi beginnt gegen die Angst und mögliche Geister zu kämpfen...



Wassertheater ウォーター・カラー   2/5

Ein ehemaliger Schauspieler eines Theaters, der nun hinter den Kulissen tätig ist, da er sich gegen den Regisseur aufgelehnt hat, findet sich mit einem Problem konfrontiert. Wasser. 
▶︎ irgendwie langweilig und nicht ganz klar... 



Der unterirdische See 海に沈む森   5/5

An einem Wochenende im Frühwinter 1975 brechen Fumihiko Sugiyama und dessen Kumpel Sakakibara auf ins Kalksteingebirge. Sie möchten eine Höhle finden, die noch kein Mensch zuvor betreten hat. Das Glück ist ihnen hold und sie stossen tatsächlich auf eine Höhle, die nirgends verzeichnet ist. Sugiyama, der anfangs besonnen reagiert, möchte nicht zu tief in die Höhle rein, da sie nicht genügend Ausrüstung dabei haben. Sakakibara ist jedoch Feuer und Flamme und stürmt ganz aufgeregt drauflos. Als sie dann zu einem Schacht kommen, legt Sugiyama seine Besonnenheit ab und gibt sich der Abenteuerlust hin. Natürlich ist ihnen Fortuna nicht die ganze Zeit über hold und so folgt ein bedauerliches Ereignis auf ein anderes...
Zwanzig Jahre später macht sich Sugiyama's Sohn auf, die Höhle zu erforschen...
▶︎ Einzigartig auch hier, wie Suzuki die Atmosphäre in einer Höhle zu beschreiben im Stande ist! Gänsehaut pur! 
Wer Filme wie Sanctum mag, wird diese Kurzgeschichte lieben! Mein absoluter Favorit!


Dieses Bild entstand für meinen Blogeintrag Geschenkt ist noch zu teuer VI - Dark Water


Sonntag, 11. Februar 2018

Stephen King - Wahn

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Wahn

OT: Duma Key

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453265851

Deutsche Erstausgabe 2008

Seiten: 891

Einband: Gebunden

Genre: Drama, Grusel

Dazu passt: ein CHOPFAB-Bier



Wahn... 

Über Sinn und Unsinn deutscher Titel liesse sich ein ganzes Buch schreiben. Schon gut, schon gut. Ein ganzes Buch ist nicht wahr. Viel mehr wäre es ein Fortsetzungswerk...
Am besten gefällt es mir ja, wenn ein Werk mit ursprünglich englischem Titel dann einen neuen englischen Titel für die deutsche Ausgabe bekommt. Meist bei den Filmen so.
Der englische Titel gefällt mir bei Wahn besser: Duma Key. Auch die Umschlagsgestaltung gefällt mir bei HEYNE nicht so gut.
Wie dem auch sei, weshalb hier zum seichten Titel Wahn gegriffen worden ist, kann ich mir denken. Hat man die ersten 300 Seiten hinter sich, macht einem das Buch wahnsinnig, weil es einfach nicht voran kommen will...

"Was gut beginnt, mag schlecht enden."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Erfolgreicher Unternehmer hat einen folgenschweren Unfall, nachdem ihn seine Frau verlässt, er auf eine Insel zieht, Künstler wird und sich bald in einer faden Gruselgeschichte wiederfindet.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Jein. 
Ich empfehle die ersten ca. 200-300 Seiten. Der idyllische Anfang ist ganz nach King. Ein wunderbares und sorgenfreies Leben wird beschrieben, welches dann durch einen Unfall völlig aus den Fugen gerät: er verliert seinen Arm, seine Frau lässt sich von ihm scheiden und er verfällt erst in Selbstmitleid. Schliesslich mietet Edgar The Big Pink, ein Haus auf Duma Key, einem abgelegenen Inselstück. Während seiner Strandspaziergänge lernt er seinen Nachbarn, Jerome Wireman, kennen und irgendwann beginnt er zu malen. Der Zufall oder das Schicksal will es so, dass er seine Bilder in einer Galerie ausstellen kann. Seine Nachbarin, die alte Elizabeth Eastlake hinterlässt ihm seltsame Botschaften auf dem AB. Die Bilder müssen Duma Key verlassen. Die Bilder sind mächtig. Man könnte von einem Fluch sprechen. Schliesslich werden brave Bürger zu Mördern und liebe Menschen sterben. Edgar, Wireman und Edgar's Gehilfe Jack Cantori machen sich schliesslich auf, um Ghostbusters zu spielen. Ja, sie gehen in der Tat auf Geisterjagd. Allerdings findet diese ziemlich gen Ende des Buches statt und die Luft dieser aufblasbaren Matratze ist längst draussen. Derart draussen, dass sie untergeht. 
Nicht einmal der Showdown, wenn man dieses seichte Geschmiere überhaupt den Ausdruck Showdown verdient, vermag es auch nur einen Hauch von Spannung aufkommen zu lassen. Ja, es ist recht enttäuschend... 
Ein Manuskript, das in King's bekannter Schublade hätte liegen bleiben können... 

Was ausserdem auch ätzend ist, sind diese elenden Kapiteleinleitungen Wie man ein Bild zeichnet...

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Ich hatte mich auf Wahn gefreut. Edgar war mir von Anfang an sympathisch, selbst dann noch, als er seine Frau erwürgen wollte. Ganz ehrlich? Die F*** hätte das verdient.
Irgendwann ging es einem dann gehörig auf die Nerven, immer die gleichen Wiederholungen lesen zu müssen, bezugnehmend zu Edgars Schmerzen und Phantomschmerzen.
Nach der ersten Geistererscheinung folgten unzählige Seiten unnötigen Blablas. Immerhin wurde Edgars Tochter, mit dem ungewöhnlichen Namen Ilse ermordet. Immerhin da kam ein bisschen Freude auf. Jedoch fehlt jede Spannung. Der Schluss ist seicht.


Und hier ganz unterschwellig, meine Meinung zum Buch als Name eines guten Schweizer Bierchens: