Samstag, 9. Juni 2018

Gillian Flynn - Dark Places

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Gillian Flynn

Titel: Dark Places

OT: Dark Places

Verlag: Scherz

ISBN: 978-3-651-01189-2

Deutsche Erstausgabe 2014

Seiten: 464

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller

Dazu passt:



"Kann GONE GIRL nicht
das Wasser reichen."
– Navi M. Gray

Ups... Eine Rezension, die bisher nie veröffentlicht wurde... Ich habe sie schlichtweg vergessen...


In einem Satz

Libby Day, an einem Kindheitstrauma leidend, ist pleite, muss irgendwie an Geld rankommen, meldet sich auf eine Einladung und sieht sich mit der Vergangenheit konfrontiert: War ihr Bruder unschuldig?

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Das Buch ist spannender als Cry Baby, dennoch kommt auch Dark Places nicht an GONE GIRL ran.
Hätte ich Dark Places vor GONE GIRL gelesen, sähe meine Wertung möglicherweise anders aus. Nach einem derart gewaltigen Pageturner hat man einfach Ansprüche an die Autorin. Denen sie mit diesem Thriller nicht genügen konnte.
Das Buch ist anfangs spannend, verliert sich dann aber in selbstmitleidigem Blabla und hat Schwierigkeiten, die anfängliche Spannung wieder aufzubauen. Auch der Schluss war irgendwie absehbar und nicht wirklich überraschend.
Die Verfilmung mit Charlize Theron in der Hauptrolle, fand ich besser, als das Buch...


Spoiler - Gedankenstütze für mich


Sonntag, 3. Juni 2018

Stephen King - Nachts

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Nachts

OT: aus Four Past Midnight

Verlag: Bechtermünz

ISBN: 078382896755X

Deutsche Erstausgabe 1991

Seiten: 443

Einband: Gebunden

Genre: Horror

Dazu passt:



Literarische Erwähnungen:
Robert McCammon - Nach dem Ende der Welt
V.C. Andrews - Blumen der Nacht (OT Flowers in the Attic)
Grace Metalious - Peyton Place

Damals im Jahr 200X...

...Tja, da ich hier ausnahmsweise mal keine Jahreszahl ins Buch geschrieben hatte, kann nicht mehr eruiert werden, wann ich es erstmals gelesen habe. Da im Buch gedruckt steht, die aktuelle Lizenzausgabe sei 2004, gehe ich davon aus, dass ich es 2004 gelesen habe. Jedoch meinte ich, es sei noch in den 90ern gewesen. Dies wäre allerdings nur möglich... in... in der TWILIGHT ZONE.


"In der Wüste
Sah ich ein Geschöpf, nackt, bestialisch,
Welches, am Boden kauernd,
Sein Herz in Händen hielt
Und davon as.

Ich sagte: Ist es gut, Freund?
Es ist bitter-bitter, antwortete er;
Aber ich mag es,
Weil es bitter ist, 
Und weil es mein Herz ist."
– Stephen Crane


In einem Satz: Der Bibliothekspolizist

Ein Mann wird durch die TWILIGHT ZONE mit der Manifestation einer Kindheitserinnerung konfrontiert.

In einem Satz: Zeitraffer

Junge erhält eine Polariodkamera, die Bilder aus einem Paralleluniverum ausspuckt, welche den Tod herbeiführen können.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Zwei wunderbare Kurzgeschichten in einem Band! 
Ich erinnere mich, dass ich Der Bibliothekspolizist damals nicht so toll fand. Heute jedoch schon! 
Beide Geschichten sind klassisch King der 90er. Ein normaler Tag oder Gegenstand wird in einen grusligen Kontext gesetzt und et voilà man hat Horror. 
Zu beiden Kurzgeschichten gibt es ein Vorwort von Stephen King, die beide so sympathisch sind, dass man diesen Mann einfach ehren muss. ^^

Der Bibliothekspolizist
Sam Peebles betritt eine wunderbar beschriebene Bibliothek und trifft auf die Bibliothekarin Ardelia Lortz. Ich finde schon, allein ihr Name klingt verheissungsvoll. Die Bibliothek erscheint ihm sonderbar, aufgrund morbider Poster, die in der Kinderbibliothek hängen. Kurz beschleicht ihn der Gedanke an die TWILIGHT ZONE, die so fern gar nicht ist. 
Sam vergisst, die Bücher zurück zu bringen und macht Bekanntschaft mit dem Bibliothekspolizisten, der bei ihm zuhause auftaucht. Ein Wettlauf gegen die Zeit und ein Kampf gegen die Vergangenheit beginnen.
Der Spannungsaufbau ist wunderbar. Typisch King der 90er! 


Zeitraffer
Kevin Delevan bekommt eine Polaroid Sun 660 zum Geburtstag, die aber nur Bilder aus einem Paralleluniversum ausspuckt. Sein Vater geht mit ihm ins Emporium Galorium (welches aus Needful Things bekannt sein dürfte) zu Pop Merrill, der sich dem Fall um die mysteriöse Kamera annimmt. Die Bilder sind jedes Mal ein bisschen anders, bis schliesslich ein Hund zu sehen ist, der immer näher kommt... die Bilder wirken bedrohlich. Furchteinflössend. Kevin fürchtet um sein Leben... 
Auch hier haben wir eine wunderbare Erzählung, die in den 90ern spielt. Fernab von Mobiltelefonen und dem Internet. Kevin's Schwester erinnert mich an die kleine Navi M. Gray, die auch stets vor dem Fernseher sass, wenn im Nachtprogramm ein Horrorfilm ausgestrahlt wurde. Im Buch werden Klassiker von damals erwähnt, wie bspw. Chucky - Die Mörderpuppe. Hach, was habe ich diese Filme geliebt. Nostalgische Gefühle kamen hoch... 
Der Spannungsaufbau könnte wunderbarer nicht sein. Die nette Familienidylle wird von der mysteriösen Kamera getrübt, bis sie schliesslich völlig überschattet wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit (den bestialischen Hund) und um Leben und Tod beginnt. 
Die letzte Seite hat es in sich. Ich erinnere mich, wie ich damals in meinem Teeniezimmer mit den lila Wänden auf dem Bett lag, die letzte gelesen hatte und derart von Grauen erfüllt war, dass ich mich erst nicht umdrehen wollte, weil ich glaubte, der Hund könnte in meinem Zimmer sein. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Bucherwähnungen vom Bibliothekspolizisten lesen ^^
Robert McCammon - Nach dem Ende der Welt habe ich sogar zuhause. Neuauflage erschienen im FESTA-Verlag unter dem Titel "Swans Song".




Dienstag, 1. Mai 2018

Stephen King - DUDDITS -Dreamcatcher-

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Duddits

OT: Dreamcatcher

Verlag: Ullstein

ISBN: 078555008329X

Deutsche Erstausgabe 2001

Seiten: 825

Einband: Gebunden

Genre: sci-fi

Dazu passt:



Damals im Jahr 2001...

...machte ich eine Schnupperlehre in einer Buchhandlung im Nachbardorf, welche einem exzentrischen alten Kautz gehörte. Dort, in seinen Regalen umgeben von zahlreichen anderen Büchern, stand Stephen King's "Duddits". Als "Lohn" für eine Woche lang arbeiten, was hauptsächlich putzen war, durfte sich mein damaliges Ich ein Buch aussuchen. DUDDITS. Doch lesen sollte ich es erst im Jahr 2018.
Eventuell hatte ich mal angefangen, aber das Datum nicht eingetragen.
Kürzlich dann, wollte mir DUDDITS nicht mehr aus dem Kopf gehen und so kam es, dass diese winterliche Lektüre zum Mai-King geworden ist.

"Mr. Gray ist ein Alien."
– Navi M. Gray


In einem Satz

Aliens kommen auf den Planeten Erde und werden von vier Freunden und ihrem Sandkastenfreund Duddits bekämpft.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja.
Wer Sci-Fi und oder Enzeitstimmung gepaart mit Aliens mag, dem empfehle ich dieses Buch. Wer sich ausserdem für eine Egotruppe an militärischen Alienjägern erwärmen kann, wird hier auf seine Kosten kommen.
Den Einstieg machen Headlines von Zeitungsberichten. Hier hat Sarah Lotz also für ihren Ramsch "Die Drei" abgekupfert... Soso.
Wie üblich bei den älteren Kingbüchern, beginnt auch "Duddits" malerisch in einer kleinen Stadt, wo die FreundePete, Henry, Jonesy und Biber auf den kleinen Duddits treffen, ihn retten und seine Freunde werden. Quasi als Dank werden sie alle mit einer Gabe der Hellsichtigkeit gesegnet, welche sich Jahre später auszahlen wird.
Die vier Freunde sind in den Wäldern auf einem Jagdausflug, als McCarthy auftaucht und mit ihm das erste Elend. McCarthy leidet an übler Flatulenz, was die Freunde anfangs noch witzig finden. Irgendwann dann jedoch segnet McCarthy das Zeitliche und zurück bleibt ein Alien, welches in ihm genistet hatte. Das ganze Blut ist mit einem roten Flaum überzogen, ähnlich wie dem grünen Flaum in Nachtschicht Creepshow, als Jordy Verrill den Untergang der Menschheit mit seiner Tolpatschigkeit herbei rief.
Mr. Gray nimmt irgendwann Besitz von Jonesy und was da zwischen den beiden Gestalten vorgeht ist einfach nur saukomisch! Besonders die Szene, in der Mr. Gray erstmals mit menschlichen Exkrementen in Berührung kommt XD

In Duddits haben wir alles, was man braucht. Humor, Spannung, realistisch gezeichnete Figuren, mit denen man sich identifizieren kann, Aliens, Action und Grössenwahn.
Die Kapitel wechseln ab zwischen heute und damals. Wir erfahren immer ein Stückchen mehr aus der Kindheit der vier Freunde und Duddits. Ausserdem wird Bezug zu ES genommen. Kinder, die in Derry plötzlich verschwanden...

"PENNYWISE LEBT."
– Der Club der Versager

Sogar der Film richtet sich grösstenteils nach dem Buch. Und hat man diesen gesehen, hat man ständig Tom Sizemore <3 und Morgan Freeman vor Augen. ^^

Ausserdem möchte ich auf die wunderbare Umschlagsgestaltung hinweisen, wie sie nur Ullstein zuwege brachte. <3



Spoiler - Gedankenstütze für mich

Wart nöm 17 Johr, besd es Buech lesisch... Mängisch sends gar ned so schlächt, we si töne...

Freitag, 6. April 2018

Stephen King - Der Buick

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Der Buick

OT: From a Buick 8

Verlag: Ullstein

ISBN: 078555008353X

Deutsche Erstausgabe 2002

Seiten: 495

Einband: Gebunden

Genre: hmmm

Dazu passt: Mile 81



Damals im Jahr 2002 in einer kleinen Stadt in der Schweiz... 

...kaufte ich dieses Buch. Das war gelogen. Ich kaufte es im Jahr 2003. Auch das war gelogen. Ich wollte es kaufen, las ein paar Seiten, merkte, dass es mich nicht interessiert und legte es zurück ins Regal in der Buchhandlung, in der ich meine Ausbildung gemacht hatte.
Exakt fünf Jahre später dann bestellte ich mir bei einem Händler auf Amazon diese Ausgabe und erhielt eine zerfledderte und ekelhafte Taschenbuchausgabe, welche ich dem Cheminée meiner Eltern widmete, dessen Flammen dieses fleckige und aufgequellte Parodie eines Buches herzlich umschlossen. Das Geld erhielt ich, amazonseidank, zurück. Also bestellte ich bei einem anderen Händler und erhielt eine Ausgabe, die den Beschrieb neuwertig zu Recht trug. Der Deckenband samt Schutzumschlag sahen aus, als kämen sie frisch ab Press.
Zwei Kapitel schaffte ich und legte das Buch dann ins Regal, wo es in den kommenden 10 Jahren nur aus Gründen des Umräumens oder Wohnungswechsels herausgenommen wurde. Bis es dann im März 2018 endlich ganz gelesen wurde - für mein Stephen-King-Projekt.

"Die Lightshow des Buicks könnte
gar jene, von Gardens by the Bay
in den Schatten stellen."
– Navi M. Gray

Wer sich für diese Lichtshow im Supertree Grove von Gardens by the Bay interessiert, darf gerne dem Link folgen und den Eintrag aus meinem Reiseblog lesen. 😉

In einem Satz

Polizei beschlagnahmt einen mysteriösen Buick, sperrt ihn in einen Schuppen, wo er hin und wieder mit einer Lichtshow auffährt und Monster gebärt.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Hmm... eher nicht...
Mir will partout kein Grund einfallen, wieso man so einen Quatsch verfasst. Ohne das Nachwort hätte ich dem Buch 1/5 gegeben. Mir gefällt, wie es zur Entstehung gekommen ist. King's Erlebnis, welches er im Buch verarbeitet.
Gefallen hat mir auch die Geschichte um Ned der Waschlappen Wilcox's Vater und wie die Troopers dem Jungen abwechselnd Geschichten aus früheren Tagen erzählen.
Wäre dieser Buick nicht Vorreiter der Supertree-Grove-Lightshow und würde er keine Monster ausspucken, hätte mir das Buch wesentlich besser gefallen. Ja dann hätte es gar das Zeug für eine 5/5-Wertung gehabt. Leider nein.
Ähnlich wie bei Das Mädchen hatte King eine wunderbare Idee erstmal wunderbar umgesetzt und dann mit ein paar Details verkackt. Manche mögen auf blob- und fischartige Monster, welche dem Kofferraum eines Buick 8 entschlüpfen stehen. Ich für meinen Teil kann damit nichts anfangen.
Wenn ich schon ein Buch lesen muss, dessen Hauptrolle einem Auto innewohnt, dann bitte so etwas wie Christine. Das ist gruselig.
Dieses Buch hat den Einbruch des Grauens ins Alltägliche in meiner Welt nicht geschafft.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Kaum Randnotizen gemacht und gegen Schluss war es ein Kampf. Wenn überhaupt sehen wir uns in 10 Jahren wieder...


Samstag, 24. März 2018

Kouji Suzuki - The Ring

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Kouji Suzuki 鈴木 光司

Titel: The Ring

OT: リング, JP 1991
 Ringu

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453866799

Deutsche Erstausgabe: 2003

Seiten: 300

Einband: Taschenbuch

Dazu passt: Ring II / Ring III




Ein weiteres Buch, das ich mal zu lesen angefangen, dann ins Regal gestellt und vergessen hatte.

"Eine tödliche VHS... damals etwas Neues -
aber wer hatte 2003 noch einen
VHS-Recorder zu hause?"
– Navi M. Gray


In einem Satz

Journalist Asakawa geht zusammen mit seinem Kumpel Ryuji einer Serie rätselhafter Todesfälle auf die Spur, deren Ursache eine verfluchte VHS-Kassette ist... 

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Das Buch ist bei Weitem spannender, als die ermüdende japanische Verfilmung. Interessant ist auch, dass der Journalist hier männlich ist und sich mit einem alten Kumpel auf Spurensuche begibt.
Die Videosequenzen und die Spuren und Hinweise, denen die beiden folgen sind mit dem Film identisch. Auch dass sich der Brunnen unter einer Ferienanlage befindet.
Obschon man weiss, was passiert und der Horror ausbleibt, ist das Buch äusserst spannend. Anfangs hat man ein paar Tote (die Kids, welche das Video schauen), dann aber geht es nur noch um Asakawa und Ryuji. Wir erfahren von Ryujis Vergangenheit als Vergewaltiger, bekommen einen Einblick ins Japan der 60er Jahre und in Sadakos Vergangenheit und gelangen schliesslich zur Erkenntnis, wie und wieso sie diesen Fluch, gebannt auf VHS, auf die Welt losgelassen hat.
Ich stelle mir die Frage, müsste man heute eine DVD brennen?

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Wie man im Film darauf kam, dass Sadakos Geist aus dem Fernseher steigt, ist mir schleierhaft, geschieht dies im Buch jedenfalls nicht.

Überhaupt wurde die Filmversion deutlich verändert. So hat nicht etwa Sadakos Mutter sie umgebracht, sonder ein Arzt, der sie erst vergewaltigt, dann erwürgt und schliesslich in einen Brunnen geworfen hat.
Auch ist der Journalist im Buch männlich, hat eine Frau und eine Tochter, deren Leben auf dem Spiel steht. Ob die beiden überleben bleibt offen. 



Stephen King - Needful Things: In einer kleinen Stadt


Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Needful Things

OT: Needful Things

Verlag: Hoffmann & Campe

ISBN: 978345503739X

Deutsche Erstausgabe 1991

Seiten: 695

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

Dazu passt: Misery



199X in einer kleinen Stadt - in der Schweiz...

Irgendwann zwischen 1998 und 2000 kaufte ich eine Taschenbuchausgabe von In einer kleinen Stadt und las es in einem Zug durch.
Später dann verfiel ich dem Wahn, ich müsse alle Bücher Stephen Kings als Deckenband in meiner Sammlung stehen haben, so hatte ich bald einige Bücher in doppelter Ausführung.
Als ich dann umziehen musste (das war die Flucht aus der Bruchbude), wollte ich es Mari Kondo gleichtung und ein bisschen magisch cleanen. So verschenkte ich rund 3/4 all meiner Bücher - auch alle doppelten King. Dieserhalb lässt sich nicht mehr eruieren, in welchem Jahr genau, ich In einer kleinen Stadt gelesen hatte.
Für mein King-Projekt las ich dann die gebundene Ausgabe:

"#NoShopping hätte hier Abhilfe schaffen können."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Ein Fremder kommt in eine kleine Stadt, in der er mittels hinterhältiger Machenschaften ein Inferno anrichtet, welches den letzten Tagen des Caligula gleicht.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Eigentlich ist es nicht notwendig, hierzu etwas auszuführen. Es handelt sich um Needful Things!
Mir persönlich gefallen sämtliche Figuren, die hier in Castle Rock leben. Auch wird Bezug auf die 4 Jungs aus The Body aka Stand by me - Geheimnis eines Sommers genommen. Und auch Cujo wird erwähnt, was mich natürlich besonders freut.
Auch hier weicht die Verfilmung wieder ein bisschen vom Buch ab, aber im Grossen und Ganzen hält sich die Verfilmung an die Vorlage hier.
Der Charakter Leland Gaunt ist einfach wunderbar diabolisch gezeichnet. Mit Güte und Charme hetzt er die Bewohner Castle Rocks gegeneinander auf und verwandelt die Stadt in ein blutiges Inferno, an dem gar Caligula seine Freude gehabt hätte.
Obschon das Buch in einer Kleinstadt spielt, kommt Needful Things ohne Personenregister aus. Mit den handelnden Figuren ist man schnell vertraut und entwickelt sowohl Sympathien als auch Abneigungen. Mein Favorit war ist und bleibt Leland Gaunt - Neben Wilma.
Das Buch schildert den Verlauf von Gaunts diabolischem Plan, Tod und Verderben nach Castle Rock zu bringen. Er hat für jeden Bürger der Stadt einen Gegenstand in seinem Laden, den diese Person unbedingt haben will. Kaufen kann man ihn mit Geld und einem Gefallen. Den Anfang macht ein fast harmloser Streich, der den Stein ins Rollen bringt...

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Der Duelltod von Wilma und Nettie stimmt einen traurig...

Sonntag, 25. Februar 2018

Kirino Natsuo - Teufelskind

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Kirino Natsuo 桐野 夏生
Übersetzer: Frank Rövekamp

Titel: Teufelskind

OT: アイムソーリー、ママ

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-47391-5

Deutsche Erstausgabe 2008

Seiten: 221

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt:



"Provokant, diabolisch, abgründig:
das faszinierende Psychogramm
einer Frau, die ihre Seele verlor."
– Goldmann

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll...
Auf die japanische Schriftstellerin Natsuo Kirino bin ich nur zufällig gestossen. Amazon hatte sie mir vorgeschlagen. Ich klickte auf das Buch, las den Klappentext und dachte, das könnte etwas für mich sein. Kirino hatte mehrere Bücher geschrieben, welche sich nun in meinem Besitz befinden. Auf ZVAB habe ich ihre wunderbaren Werke gefunden. Zustand: Wie neu. Ich habe sowohl Taschenbücher aus auch Deckenbände erhalten, die wahrlich wie neue aussehen. Der Zustand ist jener gebrauchten Bücher ist besser, als jener der Neuware in den Filialen Orell Füsslis. Dort in den Regalen findet man oft Taschenbücher mit geknickten Rücken. Der Rücken von Teufelskind ist heil.

Ohne je ein Buch von Kirino gelesen zu haben, bestellte ich gleich alle. Dieser Entscheid war gut, denn sie werden gegenwärtig nicht mehr angeboten.

Hier kommen wir nun zum ersten Roman, jener fabelhaften Autoren, welches ich gelesen habe:


"Ich werde zu einem wahren Menschen!"
– Aiko Matsushima


In einem Satz

Aiko Matsushima ist eine wahre Lebenskünstlerin, die auf der Suche nach ihrem Ursprung und ihrer Mutter mordend und eiskalt durch Tokyo zieht und jeden aus dem Weg räumt, der ihr gefährlich werden könnte.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

はい!勿論ですよ!
Ja! Selbstverständlich!
Den Einstieg macht das Ehepaar Kadota. Misae, ehemalige Erzieherin im Kinderheim, in dem auch Aiko war, hat ihren damaligen Zögling Minoru geheiratet, der 25 Jahre jünger ist. Wir lernen die beiden kennen und fragen uns, wieso Misae mit so einem Typen zusammen ist. Minoru ist faul, ein schlampiger Zimmermann, der aktuell ohne Arbeit ist und von der Rente seiner Frau lebt, für die er sich zuweilen schämt. Allerdings nur in der Öffentlichkeit. Im Schutz des Hauses lässt er sich von ihr bedienen und verwöhnen. Kirino versteht es, unsyamptische Figuren zu gestalten, ist Minoru doch nicht der Einzige, den man prügeln möchte. Jedenfalls gehen sie in ein koreanisches Restaurant, wo ihnen die Kellnerin bekannt vorkommt. Aiko Matsushima. Ein kurzer Dialog findet statt und Misae lädt Aiko ein, ihnen Gesellschaft zu leisten. Sie gibt Aiko ausserdem ihre Adresse.
Misae und Minoru sind gerade zu hause angekommen und freuen sich auf eine, für mich sehr verstörende, Sexpraktik in dem Windeln eine grosse spielen, als es an der Tür klopft. Aiko. Sie übergiesst Misae mit Benzin und lässt es entflammen. Misae und Minoru verlassen Kapitel 1 als verkohlte Leichen.
In Kapitel 2 tauchen zwei Polizisten auf und befragen die Angestellten im Restaurant nach dem Ehepaar Kadota. Aiko spielt wunderbar und gibt Auskunft. Gleich darauf packt sie ihre Sachen und flieht ein weiteres Mal. Sie möchte Emi besuchen, eine Freundin von damals, die ein Geheimnis umgibt, welches Aiko gen Ende des Buches erfahren wird.
Aiko ist viele. Sie nimmt verschiedene Identitäten an. So wird sie Zimmermädchen bei einer Hotelinhaberin und muss auf deren verzogenen Jungen Yasushi aufpassen, den sie dann kurzerhand entführt. Dieses Gör ist derart verzogen und selbstgefällig, dass man es prügeln möchte. Aiko spielt mit dem Gedanken, ihn in den Sumida (Fluss in Tokyo) zu werfen, entscheidet sich dann aber für eine andere Option...
Aiko trifft auf Personen aus ihrer Vergangenheit. Die Einen tötet sie kaltblütig und gleichgültig. Andere lässt sie am Leben. Sie will ihre Mutter finden. Ihre leibliche Mutter. Denn Aiko ist in einem Bordell aufgewachsen. Von ihrer Mutter hat sie nur ein paar abgetragene weisse Schuhe.
Von Emi erfährt sie schliesslich, die Identität ihrer leiblichen Mutter...

Aiko ist so wunderbar abgrundtief böse, gleichgültig und kaltblütig. Sie ist eine wahre Lebenskünstlerin, für die nur zwei Digne von Bedeutung sind: Die Identität ihrer Mutter und Geld. Da ich ihre Abneigung gegen Kinder teile, war sie mir gleich noch sympathischer als ohnehin schon. ^_^

Markant ist, dass eigentlich jeder Mann in diesem Buch ein Arschloch ist. Kirino beschreibt sämtliche Männer als Paschas, die sich von ihren Frauen bedienen lassen, als wären sie Könige.
Masayo Sasaki zum Beispiel. Die Frau des Reinigungsbesitzers. Masayo hatte Nobuo geheiratet. Nicht aus Liebe, viel mehr weil dieser behauptete Geld und Landbesitz zu haben. Nobuo führte die Reinigung zusammen mit seinem Zwillingsbruder Yorio, die früher gute Kunden im Bordell waren. Masayo muss beide Männer bedienen, bekochen, hinter ihnen herräumen und auch noch in der Reinigung arbeiten. Sie wird von den beiden wie eine Sklavin behandelt. 

Die Autorin

Natsuo Kirino gilt als Kämpferin. Man sagt ihr nach, sie sei kühl. Sie bricht Tabus. Ihre Romane haben eine Kontroverse ausgelöst.
Es war untypisch, gerade für Frauen, solche Romane zu verfassen. Kirino sagte einst in einem Interview, sie sei es leid, dass Frauen in Japan zwar studieren und arbeiten können, aber sobald sie heiraten und schwanger werden, wäre es das gewesen. Sie kümmern sich fortan um den Haushalt und die Familie.
In Kirino's Romanen geht es um meist um Aussenseiterinnen, die es im modernen Japan nicht geschafft haben. Wenige können sich aufrappeln und kämpfen. Sich selbst aus diesem Strudel aus Hoffnungslosigkeit befreien und den Sprung in ein halbwegs normales Leben schaffen.
Kirino identifiziert sich mit ihren Figuren.
Beispielsweise wurde sie zu einem Radiointerview eingeladen, jedoch weigerte sich der Moderator sie zu interviewen, da ihre Bücher "widerlich" wären. Kirino musste viel Kritik ertragen. Hat sie ertragen und vermochte, darüber zu stehen.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Dieser kleine verzogene Yasushi ist sowas von ätzend beschrieben, dass man ihm Anstand einprügeln möchte. "Was für ein Mann wird wohl aus dir werden?" fragt Aiko völlig angewidert. Ein so verzogener Bengel, wird mal ein genauso verzogener Mann werden, der sich von vorne bis hinten bedienen lässt.

In Emi's Haus trifft Aiko auf Adam. Auf den ungepflegten Adam. Sie bringt ihn um und lässt die Leiche liegen. Als sie ein paar Tage später zurückkehrt ist die Leiche verschwunden und das Haus aufgeräumt. Emi war zurückgekehrt. Emi hatte Adam im Garten vergraben. Aiko schlägt Emi mit einer Schaufel nieder und vergräbt sie lebendig. Doch zuvor hört sie sich deren Geschichte an. Emi wurde vor Jahren von einer Bande Yakuza vergewaltigt. Aiko war das Ergebnis. Emi war Aikos leibliche Mutter.


Gillian Flynn - BROKEN HOUSE

Meine Wertung: ☆☆☆☆☆ 0/5

Autor: Gillian Flynn

Titel: BROKEN HOUSE
 - Düstere Ahnung -

OT: The Grownup

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3-596-03683-7

Deutsche Erstausgabe 2015

Seiten: 61

Einband: Gebunden

Genre: Schlafmittel / Stumpf

Dazu passt: eine Schlafstörung



BROKEN HOUSE - Düstere Ahnung

Hier haben wir mal wieder ein Beispiel für Sinn und Unsinn von Buchtiteln. Das amerikanische Original heisst The Grownup. Bei Fischer denkt man sich, wieso nicht einen anderen Titel geben? Wieso denn nicht einen Englischen? Und so heisst das Buch in Deutsch Broken House. Wieso halten es deutschsprachige Menschen für notwendig, einen ursprünglich englischen Titel abzuändern? Erklärt mir das mal jemand?

"Dieses Buch in Flaschen abgefüllt,
ergiebt ein prima Schlafmittel!"
– Navi M. Gray

In einem Satz

Nerdy bestreitet ihren Lebensunterhalt mit Handjobs und Wahrsagerei, trifft eines Tages auf Susan Burke, die davon überzeugt ist, dass ein böser Geist von ihrem Haus und ihrem Stiefsohn Besitz ergriffen hat und möchte, dass Nerdy mit ins Haus geht, quasi als Exorzist...

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

NEIN.
Ein ganz klares NEIN. In fetten Lettern geschrieben, doppelt unterstrichen und mit Scheinwerfern ausgeleuchtet. NEIN.
Der Einstieg ist schon unsagbar schlecht: "Mit den handjobs hörte ich nicht deshalb auf, weil ich dafür kein Talent hatte, sondern weil ich die Beste war."
Dann geht es in den kommenden Seiten darum, wie gut sie das gemacht hat und warum sie damit aufgehört hat. Schliesslich erzählt uns Nerdy, dass sie dann zur Wahrsagerei gekommen ist und den Leuten nur erzählt hat, was sie hören wollten. Wie immer.
Irgendwann trifft sie auf die völlig verängstigte Susan Burke, die davon überzeugt ist, dass in ihrem (Klischeealarm!) alten viktorianischen Haus ein böser Geist sein Unwesen treibt und von ihrem Stiefsohn Besitz ergriffen hat. (Haben wir das nicht schon in x Filmen gesehen und in x Büchern gelesen?) Sie bittet Nerdy darum, sie zu begleiten. Nerdy glaubt nicht an paranormale Präsenzen. Da sie aber die Chance auf viel Geld hat, geht sie mit.
Dann verspricht der Klappentext folgendes: "Hier spukt kein Geist, hier lauert etwas Anderes. Etwas absolut Böses. Etwas, das töten will."
Weiter heisst es, Flynn habe für diesen Schund den Edgar Award für die beste Kurzgeschichte erhalten. Ähm? Ausserdem verkündet Fischer auf dem Buchrücken, dies sei eine Hommage an den klassischen Schauerroman. Wo? Wann?
Entweder fehlen diese Seiten in meiner Ausgabe oder ich bin dergestalt abgestumpft, dass ich das nicht einmal mehr wahrnehme. Oder aber diese Kurzgeschichte ist einfach schlecht geschrieben. Völlig langweilig. Ohne Sinn. Einzig mit dem Zweck Geld zu verdienen.
Es ist selten, dass ich ein Buch mit 0/5 bewerte, aber dieses seichte und vor Klischees nur so triefende Gewäsch verdient nicht einmal einen Stern.

Verwunderlich ist es jedoch nicht. Gillian Flynn's grosser Erfolg war GONE GIRL. Ein genialer Psychothriller! CRY BABY war auch flach und DARK PLACES absolut langweilig. Bei DARK PLACES bin ich nicht sicher, ob das Buch oder der Film langweiliger ist.
Gillian Flynn ist in meinen Augen eine Eintagsfliege, die einen Bestseller geschrieben hat und sich darauf ausruhen kann. Aufgrund des Erfolgs von GONE GIRL, hat man dieses seichte Bändchen verlegt, um nochmals abkassieren zu können.
Ich denke, Flynn's Zeit ist vorbei. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Das Buch ist scheisse.

Könnte ich Flynn in den USA verklagen? Sie hat meine kostbare Zeit auf Erden mit diesem Geschmiere verschwendet. Käme ich damit durch? In den Staaten wäre es vielleicht möglich...?




Montag, 12. Februar 2018

Kouji Suzuki - Dark Water

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Kouji Suzuki 鈴木 光司

Titel: Dark Water

OT: 仄暗い水の底から, JP 2002
 Honoguraiimizunosokokara

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453565005

Deutsche Erstausgabe: 2004

Seiten: 302

Einband: Taschenbuch

Dazu passt:




Wieso habe ich dieses Buch, damals vor 11 Jahren, eigentlich nie zu ende gelesen?
Damals hatte ich mir alle Bücher, die es damals von Kouji Suzuki gab, gekauft. Es war auch das Jahr, in dem ich mit Japanischlernen beginnen sollte...
Selbst als ich im vergangenen Jahr einer Tätigkeit nachgegangen bin, die ich heute als Das grosse Bücherausmisten bezeichne, behielt ich die Bücher in meinem Besitz. Irgendeine Macht veranlasste mich dazu, sie zu behalten.
So nahm ich Anfangs Februar Dark Water aus dem Regal und war bass erstaunt (höhö), als ich Notizen bemerkte. Mir war gar nicht mehr bewusst, dass ich mal mit dem Lesen dieses Buches begonnen hatte. Damals schaffte ich nicht einmal die erste der sieben Erzählungen fertig. Offenbar hatte ich damals keine Ahnung von guter Literatur -_^

"Beklemmend, wie ein in einer
finsteren Höhle liegender See,
aus dem es keinen Ausgang mehr gibt."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Ein Prolog, sieben Kurzgeschichten, ein Epilog, welche alle beklemmend vom Tod durch Wasser erzählen...


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Lediglich eine der Erzählungen habe ich mit 2/5 bewertet, alle anderen höher! Eine wunderbare Übersetzung, sowie eine wunderbare farbenprächtige Sprache, düstere Begebenheiten und manchmal Übernatürliches machen dieses Buch zu einem wahren Schatz! Ich gebe es nicht mehr her!



Prolog & Epilog   3/5

Kayo geht mit ihrer Enkelin am Strand spazieren und erzählt ihr, von Treibgut. Gegenständen, die das Wasser in die Bucht von Tokyo spült. Sie bilden den Rahmen für die weiteren Erzählungen und schliessen nach der letzten Geschichte damit ab.


Dunkles Wasser 浮遊する水   4/5

Wer hat nicht den Film gesehen? Entweder das japanische Original aus 2002 von Hideo Nakata oder das Ami Remake mit Jennifer Connelly aus 2005? 
Yoshimi, frisch von ihrem Mann getrennt, zieht mit ihrer Tochter Ikuko in ein schäbiges Apartment in einem noch schäbigeren Apartmentblock auf der künstlichen Insel Daiba (ich persönlich kenne nur das atemberaubende und luxuriöse Daiba). Merkwürdige Dinge ereignen sich, angefangen mit einem roten Rucksack, den Yoshimi's Tochter findet, der früher mal einem Mädchen gehört hat, welches dann verschwunden ist... 
▶︎ spätestens als der Wassertank auf dem Dach des Apartmentkomplexes zur Sprache kommt, und Yoshimi's Gedanken zu einem verwesenden Leichnam in jenem Tank liest, kommt man nicht umhin, an Elisa Lam zu denken, die möglicherweise dem Elevator Game zum Opfer gefallen ist... R.I.P.
Selbst wenn man die Verfilmung(en) bereits gesehen hat, liest sich die Kurzgeschichte wunderbar spannend.


Die einsame Insel 孤島   4/5

Kensuke Suehiro trifft sich mit seinem langjährigen Freund Sasaki und muss mitansehen, wie dieser seine neue Freundin, Yukari, die ihm offenbar peinlich ist, wie Dreck behandelt. Ein paar Wochen später berichtet Sasaki, er habe Yukari auf der verwunschenen Insel Daiba VI ausgesetzt. Yukari gehörte einer Sekte an und der zynische Sasaki schenkte er genau das, wonach Yukaris Sekte strebte. Kensuke kann die Geschichte erst nicht glauben. Als Sasaki dann im Krankenhaus liegt, offenbart er Kensuke, er habe die Wahrheit erzählt. Kensuke nimmt ein paar Jahre später an einer Expedition zur Insel Daiba VI teil und wird Zeuge des Wahrheitsgehalts von Sasakis Erzählung. 
▶︎ Der Schluss ist recht plump. Ansonsten eine super Geschichte!
Daiba VI sehe ich jedes Mal auf meinem Spaziergang über die Rainbow Bridge. Jedoch wusste ich nicht, dass das Betreten verboten ist. 
Möglicherweise mache ich ja mal einen Ausflug dahin, zusammen mit dem Dude. Einfach um vermeintlichen Geister zu sehen, die Suzuki hier beschreibt -_^


Strafe 穴ぐら  5/5

Hiroyuki Inagaki macht mit seinem Sohn Katsumi einen Spaziergang und verprügelt diesen aufgrund einer Kleinigkeit. Katsumi ist sich die Wutausbrüche seines Vaters gewohnt...
Hiroyuki ergibt sich nach Prügelattacken dem Suff hin und als er eines Morgens aufwacht, ist seine Frau verschwunden. Erst denkt er, sie sei einkaufen gegangen. Als sie jedoch auch am Abend nicht zurück ist, denkt er, dass sie ihre Drohung endlich wahr gemacht und ihn verlassen hat.
Also begibt er sich zum Hafen und geht auf sein Schiff, in dessen Laderaum er etwas Gruseliges entdeckt und noch gar nicht ahnt, mit welchem Grauen er sich auseinandersetzen muss, als er in den Laderaum steigt...
▶︎ eine wunderbare Erzählung über Tod, Liebe und Rache



Traumschiff 夢の島クルーズ   3/5

Masayuki Enoyoshi befindet sich an Bord der vornehmen Yacht Minako, welche nach der nervenden Frau des Besitzers benannt wurde. Enoyoshi möchte wieder nach hause, da er das Geschwätz der Beiden nicht mehr erträgt. Plötzlich liegt die Minako still im Wasser. Der Motor ist aufgefallen. Der Kiel muss sich irgendwo verfangen haben.
Die Sonne ist bereits unter gegangen und einer der Männer wird in die dunklen Wasser in der Bucht vor Tokyo tauchen müssen. Enoyoshi findet, dass er damit nichts zu tun hat und rührt keinen Finger. Schliesslich muss der Yachtbesitzer selbst in die dunklen Wasser tauchen. Was er da am Kiel sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren...



Die Flaschenpost 漂流船   5/5

Takagi befindet sich auf dem wohl letzten Seegang. Danach möchte er seine Freundin heiraten und je nach dem, wird er seinen Job auf See aufgeben müssen. Kurz bevor sie Tokyo erreichen, stosst die Crew auf eine herrenlose Yacht. Dem Kapitän widerstrebt es eigentlich, sich damit aufhalten zu müssen, da er auf See jedoch zwei Mann verloren hat, wofür er sich vor Gericht würde behaupten müssen, kann er dieser Yacht nicht einfach den Rücken kehren und so erkunden die Männer das luxuriöse Treibgut. Von der Besatzung fehlt jede Spur. Der Kapitän beschliesst, die Yacht nach Tokyo zu schleppen. Takagi bietet an, an Bord der Yacht zu gehen, sollte es zu Problemen kommen, wäre diese dann nicht unbemannt. Der Kapitän willigt ein und Takagi wird so sein Kindheitstraum erfüllt. 
Irgendwann dämmert ihm, wieso keiner sonst an Bord gehen wollte. Die Männer halten die Yacht für ein Geisterschiff. Enoyshi findet das Logbuch und liest die seltsamen Eintragungen. Offenbar wurde ein Gegenstand, eine Flaschenpost, aus dem Wasser gefischt, wonach sich seltsame Dinge ereigneten. Enoyshi beginnt gegen die Angst und mögliche Geister zu kämpfen...



Wassertheater ウォーター・カラー   2/5

Ein ehemaliger Schauspieler eines Theaters, der nun hinter den Kulissen tätig ist, da er sich gegen den Regisseur aufgelehnt hat, findet sich mit einem Problem konfrontiert. Wasser. 
▶︎ irgendwie langweilig und nicht ganz klar... 



Der unterirdische See 海に沈む森   5/5

An einem Wochenende im Frühwinter 1975 brechen Fumihiko Sugiyama und dessen Kumpel Sakakibara auf ins Kalksteingebirge. Sie möchten eine Höhle finden, die noch kein Mensch zuvor betreten hat. Das Glück ist ihnen hold und sie stossen tatsächlich auf eine Höhle, die nirgends verzeichnet ist. Sugiyama, der anfangs besonnen reagiert, möchte nicht zu tief in die Höhle rein, da sie nicht genügend Ausrüstung dabei haben. Sakakibara ist jedoch Feuer und Flamme und stürmt ganz aufgeregt drauflos. Als sie dann zu einem Schacht kommen, legt Sugiyama seine Besonnenheit ab und gibt sich der Abenteuerlust hin. Natürlich ist ihnen Fortuna nicht die ganze Zeit über hold und so folgt ein bedauerliches Ereignis auf ein anderes...
Zwanzig Jahre später macht sich Sugiyama's Sohn auf, die Höhle zu erforschen...
▶︎ Einzigartig auch hier, wie Suzuki die Atmosphäre in einer Höhle zu beschreiben im Stande ist! Gänsehaut pur! 
Wer Filme wie Sanctum mag, wird diese Kurzgeschichte lieben! Mein absoluter Favorit!


Dieses Bild entstand für meinen Blogeintrag Geschenkt ist noch zu teuer VI - Dark Water


Sonntag, 11. Februar 2018

Stephen King - Wahn

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Wahn

OT: Duma Key

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453265851

Deutsche Erstausgabe 2008

Seiten: 891

Einband: Gebunden

Genre: Drama, Grusel

Dazu passt: ein CHOPFAB-Bier



Wahn... 

Über Sinn und Unsinn deutscher Titel liesse sich ein ganzes Buch schreiben. Schon gut, schon gut. Ein ganzes Buch ist nicht wahr. Viel mehr wäre es ein Fortsetzungswerk...
Am besten gefällt es mir ja, wenn ein Werk mit ursprünglich englischem Titel dann einen neuen englischen Titel für die deutsche Ausgabe bekommt. Meist bei den Filmen so.
Der englische Titel gefällt mir bei Wahn besser: Duma Key. Auch die Umschlagsgestaltung gefällt mir bei HEYNE nicht so gut.
Wie dem auch sei, weshalb hier zum seichten Titel Wahn gegriffen worden ist, kann ich mir denken. Hat man die ersten 300 Seiten hinter sich, macht einem das Buch wahnsinnig, weil es einfach nicht voran kommen will...

"Was gut beginnt, mag schlecht enden."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Erfolgreicher Unternehmer hat einen folgenschweren Unfall, nachdem ihn seine Frau verlässt, er auf eine Insel zieht, Künstler wird und sich bald in einer faden Gruselgeschichte wiederfindet.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Jein. 
Ich empfehle die ersten ca. 200-300 Seiten. Der idyllische Anfang ist ganz nach King. Ein wunderbares und sorgenfreies Leben wird beschrieben, welches dann durch einen Unfall völlig aus den Fugen gerät: er verliert seinen Arm, seine Frau lässt sich von ihm scheiden und er verfällt erst in Selbstmitleid. Schliesslich mietet Edgar The Big Pink, ein Haus auf Duma Key, einem abgelegenen Inselstück. Während seiner Strandspaziergänge lernt er seinen Nachbarn, Jerome Wireman, kennen und irgendwann beginnt er zu malen. Der Zufall oder das Schicksal will es so, dass er seine Bilder in einer Galerie ausstellen kann. Seine Nachbarin, die alte Elizabeth Eastlake hinterlässt ihm seltsame Botschaften auf dem AB. Die Bilder müssen Duma Key verlassen. Die Bilder sind mächtig. Man könnte von einem Fluch sprechen. Schliesslich werden brave Bürger zu Mördern und liebe Menschen sterben. Edgar, Wireman und Edgar's Gehilfe Jack Cantori machen sich schliesslich auf, um Ghostbusters zu spielen. Ja, sie gehen in der Tat auf Geisterjagd. Allerdings findet diese ziemlich gen Ende des Buches statt und die Luft dieser aufblasbaren Matratze ist längst draussen. Derart draussen, dass sie untergeht. 
Nicht einmal der Showdown, wenn man dieses seichte Geschmiere überhaupt den Ausdruck Showdown verdient, vermag es auch nur einen Hauch von Spannung aufkommen zu lassen. Ja, es ist recht enttäuschend... 
Ein Manuskript, das in King's bekannter Schublade hätte liegen bleiben können... 

Was ausserdem auch ätzend ist, sind diese elenden Kapiteleinleitungen Wie man ein Bild zeichnet...

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Ich hatte mich auf Wahn gefreut. Edgar war mir von Anfang an sympathisch, selbst dann noch, als er seine Frau erwürgen wollte. Ganz ehrlich? Die F*** hätte das verdient.
Irgendwann ging es einem dann gehörig auf die Nerven, immer die gleichen Wiederholungen lesen zu müssen, bezugnehmend zu Edgars Schmerzen und Phantomschmerzen.
Nach der ersten Geistererscheinung folgten unzählige Seiten unnötigen Blablas. Immerhin wurde Edgars Tochter, mit dem ungewöhnlichen Namen Ilse ermordet. Immerhin da kam ein bisschen Freude auf. Jedoch fehlt jede Spannung. Der Schluss ist seicht.


Und hier ganz unterschwellig, meine Meinung zum Buch als Name eines guten Schweizer Bierchens:


Montag, 15. Januar 2018

Stephen King / Owen King - Sleeping Beauties (der Tragödie 2. Teil)

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Sleeping Beauties

OT: Sleeping Beauties, 2017

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453271449

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 958

Einband: Gebunden

Genre: Fantasy

Dazu passt: ein bequemes Bett



Der Tragödie 2. Teil

Bereits bei Gwendys Wunschkasten kam ich nicht umhin, mich zur mangelhaften Übersetzung zu äussern.
Als ich dann bei Sleeping Beauties "bass erstaunt" erneut lesen musste, wurde mir klar, noch ehe ich den Namen des Übersetzers gelesen hatte, es musste sich um den selben antiquierten Menschen handeln, wie schon bei Gwendys Wunschkasten. Doch ich sollte mich irren.
Für die Misshandlung von Gwendys Wunschkasten hat sich Ulrich Blumenbach zu verantworten. Für das orthographische Desaster in Sleeping Beauties jedoch Bernhard Kleinschmidt.
Dies brachte mich dann zu der Frage, ob eventuell gar nicht die Übersetzer ihren Kopf auf den Richtblock legen und um einen sauberen Hieb bitten müssen, sondern eventuell doch eher das Lektorat? Sitzen beim Heyne plötzlich nur (noch?) nahezu fossile Lektoren? Wer trägt die Schuld?
Da die Suche nach dem Schuldigen ins Leere laufen würde, befassen wir uns doch mit dem wahren Horror in diesem Buch. Mit der grausamen und sadistischen Verstümmelung der Orthographie.

Liegt es daran, das ich Deutsch unterrichte und mir Fehler daher eher noch auffallen, als manch anderem Menschen?
Die Diskussionen auf Facebook haben mich dann doch beruhigt. Unter Anderem in der Stephen King Gruppe diskutierten wir über Fehler in diesem Buch.

Natürlich habe ich sie nicht Alle fotografiert, denn das hätte den Rahmen dieses Eintrages gesprengt. Hier eine Auswahl.

 Die Wände waren aus glattem, hellbeige Zement. Seit wann wird in einer Folge aus Adjektiven nur noch das erste dekliniert? Machen wir uns doch den Spass:
Sie hatte grüne, wunderschön Augen. 
Der blaue, weit Himmel.
Die Boeing 747 ist ein grosses, wunderschön Flugzeug.
Klingt seltsam? Mhm... wieso fällt das dem Lektorat nicht auf?
Die Wände waren aus glattem, hellbeigem Zement.

Hier ansonsten noch ein Ausschnitt zur Adjektivdeklination von beige aus Duden:


Machen wir jedoch weiter mit der Syntax. 
Bereits in der Primarschule lernen wir hierzulande, dass der doppelte Gebrauch eines Wortes zu vermeiden ist - auch (oder besonders?) bei reflexiven Verben.
Schliesslich räusperte er sich und entschied sich.
Wie wäre es alternativ mit: Schliesslich räusperte und entschied er sich.?


Wie ich umgangssprachliche Ausdrücke in solchen Büchern doch verabscheue!
Genau deswegen ist Risa Wattayas eigentlich wunderbarer Roman Hinter deiner Tür aus Papier bei uns gefloppt. Die Übersetzerin hat ihr Bestes gegeben und so hatte man nicht den Eindruck eine Geschichte, welche in Japan spielt zu lesen, sondern man fühlte sich in Deutschland. Und DAS ist es ja, was wir wollen, wenn wir einen Japanroman lesen, nicht wahr? Sarkasmus aus.

dröge
Wortart: Adjektiv
Verwendung: Norddeutsch (gottseidank leben wir alle im Norden Deutschlands)
Bedeutung: trocken, langweilig, reizlos


 ...eine ältere Kalkfaktorin, die lebenslänglich hatte. 
Wäre "lebenslänglich" hier nicht als Substantiv zu behandeln? Eine lebenslängliche Haftstrafe. Sie hatte Lebenslänglich.


Und hier... mein absoluter Favorit! Wie oft im Lektorat auf Akkusativ und Dativ geschissen worden ist (bitte entschuldigt diese vulgäre Ausdrucksweise, aber es macht mich rasend), habe ich irgendwann zu zählen aufgegeben.
Mir ist bewusst, dass es laut Duden (seit wann eigentlich???) in Ordnung ist, dass man, egal um welchen Fall es sich handelt, einfach jemand schreibt. Es mag in Ordnung sein, weil die Rechtschreibereformen, die Faulheit belohnen. Wie kann man, als Verlag so etwas gutheissen? Meiner Meinung nach, hat ein Verlagshaus auch eine gewisse Verantwortung dem Erhalt der deutschen Sprache gegenüber und sollte es besser wissen.
Wenn so etwas hier zur Normalität verkommt, wieso sagen wir dann den Kasus nicht gleich Lebewohl? Wieso nutzen wir dann nicht fortan nur noch den Nominativ? Verben konjugieren? Wozu? Belassen wir sie doch einfach in der Grundform. Wieso versuchen wir das nicht einfach mal? Verabschieden wir uns von die Fälle, von die ganz Orthographie. Am besten auch gleich von die Artikel. Machen wir doch George Orwell's 1984 alle Ehre und beginnen noch heute damit Neusprech sprechen. Fehler in vergangen Sätze sein Absicht. Ich wollen Sprache einfach machen.

Wenn ein Satz den Akkusativ verlangt, dann schreibt (herrschaftnocheinmal) jemanden. Wird der Dativ verlangt, dann schreibt jemandem. So schwierig ist das nicht!
Ich (und zahlreiche meiner entsetzten Lehrerkollegen) weigern uns jedenfalls, so etwas zu lehren! Eher noch würde ich Neusprech unterrichten...


Liebe Leute, noch immer weiss ich nicht, was ein Dienstkoppel sein soll. Duden konnte mir da auch nicht weiterhelfen.
Duden hat mir aber gesagt, dass Koppel (nicht das eingezäunte Weideland), ein zu einer Uniform gehörender breiter Ledergürtel ist.
Ist es nicht herrlich erfrischend, wenn man beim Lesen noch Detektivarbeit leisten und Bedeutungen der Worte suchen muss?



Da ist mir der Gedanke gecho, dass ich auch ein Buch lektorieren oder übersetzen sette und dann einfach Schweizerdeutsch einbauen. Wieso?
Einfach darum, zum dem Leser das Leben echli schwerer zu machen. Um das ganze aber richtig zu würzen, würde ich mir Hilfe im "Wallish" und dem "Bärner Oberlang" reiche. Einfach weil es das ganze noch ein chli oder auch es Müh schwieriger machen würde. Was meint ihr, oh meine Leser hiezue?
Moment, ich muss hurtigschwind die Stegen aben und weidli im Keller ein Möuchmäuchterli go reichen.

Fisimatenten
Wortart: Pluralwort, die Fisimatenten
Verwendung: umgangssprachlich
Bedeutung: Ausflüchte, Umstände













Das kann passieren. Ich habe auch schon zahlreiche Blogeinträge und Kurzgeschichten verfasst und mich dabei vertippt.
Ich spreche vom Gesicht...

...musste er aufstehen und seinen Hinterkopf wiederfinden.
Steht das im englischen Original wahrhaftig so da?


Selten habe ich mich beim Lesen dergestalt aufgeregt, wie hier. Den kommenden King werde ich wohl in Englisch lesen - sollte dieses Chaos beim Heyne-Verlag so weitergehen.

Ich habe von zahlreichen Kinglesern erfahren, dass sie dieses Buch für überteuert halten. Angesichts der Tatsache, dass ich in der Buchbranche tätig war und um deren täglich Überlebenskampf weiss, kann ich ein bisschen Verständnis aufbringen.
In der Schweiz bezahlt man:
Meine treuen Leser wissen, dass ich meine Kingbücher stets kostenlos in Gestalt eines Leseexemplares von der netten Verlagsvertretung bekommen habe. Da ich der Buchbranche nun endgültig den Rücken gekehrt habe, werde ich die künftigen Bücher wieder berappen müssen. 
Dies ist nicht weiter schlimm. Jedoch komme ich nicht umhin anzumerken, dass ich auch bereits für Sleeping Beauties Geld bezahlen musste. Und mit dem Personalrabatt, den ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber noch hatte, durfte ich dennoch! stolze CHF 25.95 anstelle von fast CHF 40.00 bezahlen. Nun schauen wir doch mal dodax.ch an. 
Ist es nicht traurig, dass ich da nur 40 Rappen mehr hätte bezahlen müssen? 😂