Samstag, 25. Mai 2019

Ruth Ware - Woman in Cabin 10

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Ruth Ware

Titel: Woman in Cabin 10

OT: Woman in Cabin 10

Verlag: dtv

ISBN: 9783423217774

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 382

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt: Deine letzte Spur,   Tu es, tu es nicht,   Deadline



Die Langeweile in Cabin 10...

Nennt mich glücklos, was meine Buchauswahl in diesem Monat angeht.
Eine meiner Deutschschülerinnen hatte mir dieses Buch 2017 empfohlen. Sie schwärmte geradezu davon. Wenn ich Thriller möge, müsse ich dieses Buch unbedingt lesen! Sie habe es nicht mehr aus der Hand legen können! Sie habe noch nie ein Buch gelesen, das so spannend war, wie Woman in Cabin 10.
Da es diesen Titel erstmal nur als Klappenbroschur gab, setzte ich ihn auf meine Wunschliste bei Exlibris und wartete ab. Dann endlich sollte er im Taschenbuch erscheinen und ich konnte ihn endlich bestellen und lesen...


"Ein packender Thriller,
der die Leser völlig in seinen Bann
schlagen wird. 
Vorsicht, die letzten Kapitel könnten Herzrasen verursachen."
– Library Journal


In einem Satz

Eine nicht allzu kluge Journalist wird zuhause überfallen, geht kurz darauf auf eine Kreuzfahrt für die Oberen Zehntausend, auf der sie glaubt, Hörzeugin eines Mordes zu sein und befindet sich aufgrund ihrer Naivität kurzerhand selbst in Lebensgefahr.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein.
Der Journalist des Library Journal hat wohl noch nie einen wirklich mitreissenden Thriller gelesen, wieso sonst würde man schreiben, es handle sich bei Woman in Cabin 10 um einen packenden Thriller, der den Leser völlig in seinen Bann zieht und dass die letzten Kapitel Herzrasen verursachen könnten?
Die Autorin hatte merklich Mühe, das Buch zu füllen, denn sie verschleuderte ihre Metaphern, wie Kinder Konfetti an der Fasnacht, die teilweise recht fragwürdig sind, en masse auf jeder Seite. Was sonst eigentlich eher witzig ist, nervt hier nur noch. Im dritten Teil lesen wir beispielsweise vom "protestierenden oder erleichterten Quietschen einer Sofafederung", sowie einem "Mascara, der neben dem Waschbecken Wache hält". Wie kommt man nur auf so einen Blech?
Die Spannung kommt nicht auf. Die letzten Kapitel verursachen kein Herzrasen, werfen aber die berechtigte Frage auf, wann denn nun endlich die Spannung einsetzt.
Die Hauptfigur nervt durch ihr naives und unvernünftiges Wesen extrem. Von Sympathie ist hier keine Spur. Der Plot ist sowas von schlecht durchdacht und dilettantisch zusammengeschustert, dass man ziemlich bald ahnt, wer wen wieso umgebracht hat. Der Versuch der Autorin, falsche Fährten zu legen, war ein Rohrkrepierer schlechthin. Anstelle von Brotkrumen, denen man gerne gefolgt wäre, hat sie die Wege mit Neonreklamen versehen, die geradezu schreien "Das ist der falsche Weg!".
Das Geschichte wird im Präteritum aus der Sicht von Lo erzählt. Die Autorin versucht allerdings den Leser dazu zu bringen, zu glauben, Lo sei tot. Wie hätte sie dann darüber berichten können? Hm?
Die einzige Freude, die der Leser hat, sind die Chat- und Forumsnachrichten, sowie E-Mails, die jeweils am Ende eines jeden Teils zu lesen stehen.
Plump, schlecht durchdacht und einfach nur langweilig.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Das Buch ist in 8 Teile unterteilt. Teil 1, die ersten 55 Seiten, hätte man auch in einem Kapitel, bzw. in einem Prolog zusammenfassen können. Liest man die nicht, entgeht einem nichts, was irgendwie relevant wäre. Teil 2 erstreckt sich dann bis Seite 101 und ist auch nicht wirklich von Belang. Lo kommt auf dem Schiff an, wo sie am Empfang teilnimmt und auf einige Menschen, inkl. ihren Exfreund trifft. Es folgt viel Blabla.
In Teil 3 trifft Lo auf die Frau in Kabine 10, die Lo ihren Masacara leiht. In der gleichen Nacht verschwindet sie spurlos und Lo hört, wie etwas/jemand über Bord geworfen wird und glaubt gesehen zu haben, wie das Gesicht einer Frau im Meer unterging. Zudem glaubt sie Blut gesehen zu haben und alarmiert den Sicherheitsdienst, von dem sie erfährt, dass Kabine 10 leer steht. Da Lo offenbar ein Alkoholproblem hat und dazu noch auf Antidepressiva ist, wird ihr kein Glauben geschenkt. Als sie dann später die Kabine verlässt, um die Frau aus Kabine 10 unter den Mitarbeiterin zu suchen, und zurück in die Kabine kommt, ist der Mascara, der einzige Beweis, dass die Frau in Kabine 10 wirklich existiert hat, verschwunden. Auf die Spannung wartet man jedoch noch immer vergeblich.
In Teil 4 werden wir an I know what you did last summer erinnert, als Lo im Spa des Schiffes ist und auf dem angelaufenen Spiegel eine Nachricht für sich entdeckt, die ihr befiehlt, sie solle sich raushalten.
Nach 249 haben wir Teil 5 hinter uns gelassen und warten noch immer auf die versprochenen packenden Inhalt. Vergebens.
Lo erblickt die Frau aus Kabine 10 auf einem Foto. Irgendwann beginnt sie, ihren Exfreund, Ben, zu verdächtigen, da sie herausfindet, dass er sie über seinen Aufenthaltsort in der Tatnacht belogen hat. Schliesslich erzählt sie Bullmer, dem Besitzer des Schiffs, alles. Dass sämtliche anwesenden Gäste zuhören ist ihr egal.
Lo kommt auf die Idee, mal zu schauen, ob sich die Tür ihrer Veranda von aussen öffnen lässt. Ja. Natürlich lässt sie sich von aussen öffnen. Denn Lo erblickt einen nassen Fussabdruck auf dem Teppich ihrer Kabine und bemerkt, dass ihr Handy weg ist. Nur einen Fussabdruck? Oke.
In Teil 6 wird es kontrovers. Auf Seite 272 steht zu lesen, dass Kabine 10 die letzte sei und dass dahinter keine andere mehr wäre. Auf den Seiten 157 und 279 lesen wir aber, dass Ben in der Kabine neben Kabine 10 haust. Hat sich die TWILIGHT ZONE hier einen Scherz erlaubt? Handelt es sich bei Ben's Kabine um eine Kabine, die sich in einer anderen Dimension befindet? Oder wie erklären wir, dass die Kabine mal da ist und mal nicht?
Die Frau aus Kabine 10 steht plötzlich vor Lo's Tür und die ist dumm genug, der davonrennenden Frau zu folgen, wird niedergeschlagen und findet sich eingesperrt in einer Kabine unter Deck wieder. Dann folgt eine Abhandlung über Lo's Panikattacken.
Die Frau aus Kabine 10 entpuppt sich als Anne Bullmer. Richard Bullmer's krebskranke Frau. Doch sie ist gar nicht Anne Bullmer, sondern Carrie, die Anne Bullmer spielt. Anne Bullmer ist tot. Sie war die Frau, die über Bord geworfen wurde. Richard war nur hinter Anne's Erbe her und hatte Carrie das Blaue vom Himmel versprochen.
Teil 7: Lo und Carrie unterhalten sich schliesslich und Carrie erzählt Lo, was passiert war und wie Richard's Plan ausgesehen hat. Richard habe ihr dann erzählt, er und Anne hätten sich gestritten, da sie von seiner Affäre mit Carrie erfahren habe. Als er sie von sich gestossen habe, sei sie mit dem Kopf gegen den Couchtisch gestossen und tot gewesen. Er habe sie in einen Koffer gestopft, den Carrie über Bord werfen sollte. Da der Koffer aufgeplatzt war, konnte Carrie Anne blinzeln sehen und war sich nicht sicher, ob sie tot war oder nicht. Über Bord geworfen hat sie sie aber dennoch.
In Teil 8 hilft Carrie Lo zu fliehen. Lo entkommt, obschon ihr ein Malheur am anderen passiert. Eine Polizeimeldung verkündet, dass man die Leiche von Richard Bullmer aus dem Meer gefischt habe. Es habe sich um Suizid gehandelt. Anne und Richard sind tot. Bei Richard heisst es später, sei es kein Selbstmord gewesen. Lo denkt an Carrie und weiss, dass diese entkommen konnte. Schliesslich findet Lo auf ihrem Konto eine Überweisung von 40'000,- vor und hat somit Gewissheit, dass Carrie überlebt hat und entkommen konnte.


🎵 Larry Juris - Bedtime Tales 🎵




Nick Cutter - Das Camp

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Nick Cutter

Titel: Das Camp

OT: The Troop

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453437791

Deutsche Erstausgabe 2014

Seiten: 464

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror / Thriller

Dazu passt:




Damals in einer Buchhandlung in Zürich...

Wir schreiben das Jahr 2014.
Ich stehe in der Buchhandlung, in der ich nicht mehr lange arbeiten werde, und packe die Novitäten aus. Darunter befinden sich 5 Stück von Nick Cutter's Das Camp. Da ich die Krimi/Thriller/Horror-Titel betreue, platziere ich meine Ware auf meiner Taschenbuchpyramide. Ich bin unschlüssig, ob ich mir ein Leseexemplar von diesem Titel bestellen soll und lasse es dann bleiben. Nie war ein Buch, das von Stephen King gelobt wurde, wirklich lesenswert.
Eine Woche später betritt eine meiner Stammkundinnen den Laden. Wir unterhalten uns über jüngst gelesene Titel. Sie kommt auf Das Camp zu sprechen und redet sich echauffierend beinahe in Rage. Sichtlich angewidert vom Inhalt des Buches schildert sie, welch Widerwärtigkeiten sie gelesen habe. Scheusslich! Ekelhaft! Richtig ekelhaft! So etwas sollte gar nicht verlegt werden! Das ist nur noch ekelhaft.
Ihre Ausführungen veranlassen mich dazu, mir ein Leseexemplar zu bestellen, das ich kurz darauf vom Vertreter zugeschickt bekomme.
Das Buch hat 3 Umzüge überdauert, jedoch ungelesen. Bei meiner grossen Bücherausmistung 2015 hat es überlebt. Es lag auf dem eventuell-behalten-Stapel. Nur knapp 5 Jahre nach Erhalt habe ich es nun endlich gelesen und ich muss meiner damaligen Stammkundin zustimmen. Es ist wirklich widerlich!

Ein paar Stellen des Buches habe Bilder aus dem Parasitenmuseum in Meguro, Tokyo ins Gedächtnis gerufen. Unhübsche Bilder. Richtiggehend ekelhafte Bilder...


"Das Camp ist so nervenzerfetzend, 
dass ich es kaum aushalten konnte
- faszinierender Horror der Extraklasse!"
– Stephen King

"Stellen Sie sich eine Mischung aus
Crichton und King vor
– absolut atemberaubend!"
– Scott Smith


In einem Satz

Klischee: Patient X kontaminiert den hiesigen Arzt und dessen Pfadfinderkids mit einem scheusslichen Virus, von welchem die Wirte innerlich von Würmern zerfressen werden.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ich glaube nicht.
Ich schwanke zwischen 2 und 3 Sternen und hätte am liebsten 2,5 gegeben. Mit Crichton hat dieses Buch etwa so viel gemein, wie eine Boeing 747 mit einem Fahrrad.
Sprachlich ist es seichtes Mittelmass. Der Autor ist sichtlich bemüht, so viele Metaphern wie möglich zu verwenden, was teils fraglich ist.
Die Zeichnung der Charaktere, sei es nun Patient X, der Arzt, oder die Jungs, gelingt nicht wirklich. Wenn der Autor auch versucht, einen Soziopathen zu kreieren, wirkt das platt und unglaubwürdig. Überhaupt sind die Charaktere nicht überzeugend und man identifiziert sich als Leser nicht mit ihnen. Sie wirken stumpf und zu gewollt. Ein bisschen Mitgefühl x Verzweiflung macht eben noch keine gelungene Geschichte aus.
Der Autor bedient sich wahrlich jedem Klischee, das ihm zur Verfügung steht: Patient X kommt per Boot auf die Insel, auf der die Jungs mit dem Arzt ihren Pfadfinderfreuden nachgehen. Der Arzt kommt mit Patient X in Berührung und wird natürlich kontaminiert, dann noch einer der Jungs, dann ein zweiter, etc. Wie das bei Seuchen-Filmen immer so ist.
Natürlich handelt es sich bei dem Virus um ein Experiment der Regierung, was schief gelaufen ist - was auch sonst? Und natürlich will die Regierung das ganze Gebiet abriegeln und keinen, kontaminiert oder nicht, von der Insel entkommen lassen. Das ganze Gebiet steht unter Quarantäne, was die Jungs auf der Insel jedoch nicht wissen. Sie überlegen, wie sie am schnellsten von der Insel fliehen und Hilfe herbeiholen können.

Teil 1
Anfangs noch spannend, wenn auch klischeetriefend. Ab Kapitel 8 wird es nur noch langweilig und schleppend. Ab Kapitel 13 kommt dann ein dezenter Hauch von Spannung auf, der sich dann aber gleich wieder verliert. Ab Kapitel 15 lohnt sich das Querlesen, ansonsten hält man dieses zähe Blabla nicht aus.

Teil 2
Irgendwie grotesk: sadistischer Junge, Shelley, treibt ein Psychospiel mit einem der anderen und veranlasst diesen dazu, sich selbst zu verletzen, um die vermeintlichen Würmer aus seinen Innereien zu entfernen. WTF...
Zu Shelleys Gedanken: Menschen waren dazu da, benutzt, gehäutet, geöffnet, flüchtig seziert und dann abgelegt zu werden. Alle Lebewesen auf der Erde wurden dieser kalten Untersuchung unterzogen.
Der Autor schien sich zu denken, je sadistischer ich schreibe, desto geschockter sind meine Leser. In meinem Fall, desto gelangweilter.

Teil 3
ist am spannendsten. Dennoch unnötig mit zu vielen Traumsequenzen gefüllt, die ermüdend wirken. Wir erfahren, was genau beim Experiment schief gelaufen ist und dann kommt noch ein verpackter Schluss. 


Spoiler - Gedankenstütze für mich

160 Seiten Blabla. Tim wurde kontaminiert und von den Jungs in einen Schrank gesperrt.
Der hungrige Siech aka Patient X krepierte auf der Couch, als Tim und einer der Jungs ihn aufgeschlitzt hatten. Zahlreiche Würmer ergossen sich aus Patient X Bauch.
Shelley killt Kent und infiziert sich selbst aufgrund seines Sadismus und der Faszination für diese Würmer.


🎵 Airbourne - Born to kill (No Guts. No Gory) 🎵




Mittwoch, 10. April 2019

Stephen King - Christine

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Stephen King

Titel: Christine

OT: Christine

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453163133

Deutsche Erstausgabe 1986

Seiten: 651

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Dazu passt: Der Buick
Raststätte Mile 81



Christine

Als Kind hatte ich mal den Film gesehen. Das war irgendwann zwischen meinem 6. und 10. Lebensjahr, als ich alles schaute, was in der Programmzeitschrift TELE mit Horror beschrieben war. Ich fand die Idee, dass ein Auto ein Eigenleben hat und Jagd auf Menschen macht, damals schon bescheuert und hätte den Film eher als Horrorkomödie eingestuft. Jedenfalls kaufte ich mir dann irgendwann im Jahr 2000 das Taschenbuch, das über neunzehn Jahre lang ungelesen im Regal gestanden und diverse Umzüge mitgemacht hat, bis ich dann endlich in seinen Bann gezogen wurde. Ähnlich wie Arnie in der Geschichte besessen von seinem Auto Christine war, wurde ich besessen vom Buch und so kam es, dass ich es innert kurzer Zeit ausgelesen hatte.


"Du veränderst dein Auto - 
und dein Auto verändert dich."
– Stephen King


In einem Satz

Aussenseiter kauft sich ein Auto, von dem er geradezu besessen ist und ignoriert die Tatsache, dass sein Wagen ein Eigenleben hat und Jagd auf Menschen macht.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

JA! Eindeutig JA!
Mir persönlich gefallen King's frühere Werke besser, als die neuen. Christine ist eines davon.
Auch wenn die Geschichte erstmal bescheuert klingt, lohnt sich das Lesen. Wer fürchtet sich 2019 noch vor einem Auto mit Eigenleben? Wohl niemand. Dennoch, steckt mehr dahinter. Es ist viel mehr, als nur eine seichte Horrorgeschichte, vielmehr ist es eine Charakterisierung des Hauptakteurs Arnie. Die Geschichte wird sehr einfühlsam und glaubhaft von seinem besten Kumpel Dennis erzählt. Immer wieder erfährt der Leser Fragmente aus der beiden Kindheit. Dennis, einer der beliebtesten Schüler und bester Kumpel vom Klischee-Aussenseiter Arnie, der immer wieder Opfer von Buddy und dessen Clique wird. Eines Tages fahren sie an einem verrosteten Plymouth Fury vorbei, den Arnie sofort kaufen will. Dennis beschreibt, wie Arnie's Liebe zu diesem Wagen immer intensiver wird, bis diese schliesslich in Besessenheit umschlägt, Arnie sich arg verändert und plötzlich zum Draufgänger mutiert.
Irgendwann häufen sich dann Todesfälle, in welche Christine verwickelt zu sein scheint, bzw. Arnie, der aber für jede Tatnacht ein Alibi vorweisen kann. Irgendwann ist auch Arnie's nervige Freundin und dessen Familie in Gefahr. Dennis und Arnie's Ex setzen schliesslich alles daran, den Wagen aufzuhalten.
Das Buch ist rasant geschrieben und genau das, was man einen "echten Pageturner" nennt. Selbst wenn man den Film gesehen hat und die Geschichte kennt, wird man von der Erzählweise mitgerissen und kann das Buch nicht mehr (oder nur schwer) aus der Hand legen. Man kann bei sich selbst beobachten, wie sehr man der Geschichte um Arnie und Christine immer mehr verfällt und zwar dergestalt, dass man sich überlegt, am Arbeitsplatz anzurufen und sich "krank" zu melden mit der Begründung "Ich bin von einem Buch besessen."


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Film und Buch weichen voneinander ab.
Im Film gehört Christine LeBay's Bruder (oder hatte gehört), im Buch gehört sie LeBay selbst.
Im Buch muss Arnie Christine auf dem Flughafenparking abstellen. Dieser existiert im Film nicht. Auf genau diesem Parkplatz wird Christine von Buddy und seiner Horde zerstört. Im Film passiert dies in Darnell's Werkstatt.
Im Buch wird Christine von Mercer verschrottet, im Film von Dennis. Mercer ist Junkins Kollege, der im Film nicht existiert. Im Buch stirbt Junkins durch Christine.


🎵 Matches - The Ride (The Karate Kid OST) 🎵





Samstag, 16. März 2019

Patrick Peters - Cheap Chops of Horror

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Patrick Peters

Titel: Cheap Chops of Horror

OT: "

Verlag: kdp Amazon

ISBN: 9781791989217

Deutsche Erstausgabe 2018

Seiten: 237

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror-Anthologien

Dazu passt:



Dieses Buch...

Erst wurde ich nicht benachrichtigt, dass eine Buchsendung für mich eingetroffen ist. Dann war es in Umzugskisten verschollen und nun bin ich endlich durch. 
Manchmal hat man einfach zu viel zu tun und kommt nicht wirklich zum Lesen (oder der Netflix-Marathon ist grad wichtiger... in meinem Fall waren es Breaking Bad und OITNB 😅). Wie dem auch sei, kommen wir zu meiner Meinung.

Mir will sich nicht erschliessen, wieso man als deutschsprachiger Autor zu englischen Titeln für deutsche Geschichten greift. Ich kam nicht umhin an die lieben deutschen TV-Sender zu denken, die geradezu fanatisch Ami-Filme deren Originaltiteln berauben, nur um einen selbstgewählten nicht etwa deutschen, sondern englischen Titel zu verleihen. So viel dazu. 


kdp - Amazon: "Heb de Latz!"🇨🇭 (Halt die Schnauze!)

Die Fäuste der elitären Buchhändler und Leser halten bereits den ersten Stein umschlossen. Bereit, den nach mir zu werfen - oder nach dem Autor (oder nach uns beiden 🤷🏻‍♀️). Wie kann man sich erdreisten, ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen und wie kann man sich als ehemalige Buchhändlerin erdreisten, ein solches Buch, entstanden in jenem fauligen Höllenpfuhl, zu lesen. 
Die Qualität des Buches hat mich beeindruckt! Der Druck ist klar und deutlicher als bei manch namhaften Verlag. Nein, ich weiss nicht, ob das Papier chlorfrei ist. 
Der flexible Gummieinband hat es mir besonders angetan. Spricht man von Gummieinband, wenn nur die Aussenseite daraus besteht? 🤔 Ich denke schon, bei einem "Leineneinband" wird das Material ja auch auf Karton gespannt. Genug der Pseudobibliophilie. 
Der Autor hat mir das Rezi-Ex via Amazon zukommen lassen. Das Buch hatte keinen Kratzer, keine Delle, nichts. Es kam in einwandfreiem Zustand an, wie wir es von Amazon, oder bspw. auch Exlibris und Dodax gewohnt sind. Bücher, die man hierzulande beim Riesen Thalia aka Orell Füssli einkauft, sehen meist aus, als (hätts e Chueh ide Schnorre gha 🇨🇭) seien sie Secondhand: eingedellt, zerkratzt und teils auch vergilbt und schmutzig. Das passiert schon mal, wenn ein Buch in einer konischgeformten schwarzen Styroporbox vom Arsch von Deutschland in die Schweiz gekarrt wird. Per Camion. Die Boxen sind nicht farbecht und hinterlassen schwarze Spuren auf den Büchern. Und dann soll man für so etwas auch noch 20-50% mehr bezahlen... Ich schweife ab. 
Die Qualität von kdp ist einwandfrei! Diese Form des Digitaldrucks ist nicht mit der traurigen Qualität von Books on Demand zu vergleichen. Ich bin begeistert!


"Ich bin wohl einfach zu zynisch für Fantastereien."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Auf 237 Seiten erhält man 11 Kurzgeschichten, die sich inhaltlich stark unterscheiden, weshalb für jeden zumindest etwas dabei ist.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Normalerweise steht hier ein "Ja!" oder ein "Nein!" geschrieben. In diesem Fall muss ich sagen, es hängt vom Leser ab. 
Ich kenne ein paar Leser, denen dieses Buch gefallen würde. Denen würde ich es empfehlen. 
Kommen wir doch gleich zu den einzelnen Kurzgeschichten, die sprachlich übrigens alle überzeugen und sich recht flüssig lesen lassen. Die meisten Geschichten sind mir eine Spur zu fantastisch.

Front a la carte    3/5
Ich-Erzähler befindet sich im Krieg, erzählt was ihm Merkwürdiges widerfahren ist und lebt weiter in den Tag hinein. 
Geschrieben ist die Geschichte einfach genial in einer lebendigen Sprache. Die Dosis an Ekel, Gewalt und Humor hätte besser nicht abgemischt sein können. Der Anfang ist im Präteritum geschrieben, der Schluss im Präsens, was einem gleich mitreisst. 
Mich stört das Surreale, wofür ich nicht mal eine Erklärung bekomme. Zitat meines damaligen Oberstufenlehrers: "Es ist jetzt halt einfach so."

Mean milking Machine   2/5
Klischee-Perverser stalked seine Internet-Liebe, verliert die Kontrolle und wird heimgesucht.
Der Anfang ist so na ja, Klischee halt. Der Mittelteil ist dann super spannend und mitreisssend. Beim Schlussteil musste ich mich fragen, wie  man auf so einen Stumpf kommt...

Third Roommate   4/5
Fickfreunde treffen sich in einem Hotelzimmer, in dem bereits eine andere Präsenz wohnhaft ist und sieht sich einem scheusslichen Schicksal gegenüber.
Eine nette Geistergeschichte, die durch einen genialen Spannungsaufbau besticht. Der Schluss war für mich (zu) absehbar.

No Life no Choice   2/5
Kommissar mit depressiven Zügen findet sich an einem Tatort ein, wo er mit einer schrecklichen Wahrheit konfrontiert wird.
Die Schilderung, wie er mit seinem Auto zusammen "würdevoll" abtreten könnte, veranlasste mich, die Stelle zu markieren und mit einem "Jööö 🖤" versehen. Die Charakterzeichnung des Kommissars ist echt gelungen. So auch der Einstieg. Mit dem Schlussteil kann ich leider gar nichts anfangen. Ohne die Sci-Fi-Einflüsse wäre die Geschichte, meiner Meinung nach, stärker gewesen.

Man VS Dog   3/5
Hund wird totgeglaubt und entsorgt, was er jedoch nicht ist und auf Rache an seinem Herrchen aus ist.
Ich liebe ja Tiergeschichten, besonders immer dann, wenn sie sich an Menschen rächen. Diese ist aus der Sicht des Hundes geschildert und einfühlsam, sowie spannend. 
Der Schluss jedoch warf mehr Fragen auf, als beantwortet werden konnten, oder aber ich habe die Pointe nicht verstanden. Jedenfalls sass ich nach dem letzten Wort da mit dem Gedanken: "Eifach öpis 🇨🇭" Einfach irgendwas...

Charlie can you hear us?   5/5
Kinder wollen den Geist des verstorbenen Hausmeisters Charlie heraufbeschwören, was funktioniert und eigentlich absehbare Folgen hat.
Super Story, trotz des zahlreichen Abklatsches. Aber was will man heute noch wirklich Neues erschaffen, wo es doch alles schon gibt? Elemente aus Freddy, Carrie und ich meine gar aus Hey! Arnold (ja, es ist tragisch, dass ich das weiss, aber auch ich war mal ein Kind 😉) sind hier vertreten. Die Geschichte fesselt den Leser vom ersten bis zum letzten Buchstaben und der Schluss ist einfach genial gelungen!

Terror Slate   3/5
Talentloser Regiesseur verfällt am Set dem Wahnsinn und dreht einen als Splatter getarnten Snuff, der allerdings nicht wie geplant endet...
Ganz nett und schon x Mal da gewesen. Diese promiskuitiven Schlampen, die nur auf ihren Erfolg aus sind, nerven langsam... 
Der Schluss ist gelungen und erinnert ein wenig an Während du stirbst, was positiv gemeint ist. 

Vicious Versa    1/5
Spionin wird vom Liebhaber gefoltert... 
Wieder haben wir eine Schlampe... 
"Eifach öpis 🇨🇭" Einfach irgendwas...

Kill the bloody Ghosts    4/5
Killer James findet sich als Geist in dem Haus wieder, das er sich eben unter den Nagel gerissen hat und meint, er müsse sich gegen die anderen Geister behaupten.
Wieder eine nette Geistergeschichte, die auch eine Hand voll Humor mitbringt. Liest sich in einem Zug durch und lässt die Frage offen, warum bei diesem Autor eigentlich alle Frauen, ob lebendig oder in Geistergestalt promiskuitive Bitches sind... 🤷🏻‍♀️

WhatsDeath   5/5
Damals gemobbter Schüler richtet am Klassentreffen blutiges Inferno an.
Der Leser kann WhatsApp-Nachrichten lesen. Juhu -_^
Obschon auch das schon x Mal da gewesen ist, haben wir eine super spannende Story mit einem einerseits absehbaren und doch überraschenden Ende. 

Der neue Apostel    1/5
Angeschwulter Apostel wird zu He-Man (Ich habe die Macht) und rettet die Welt - zunächst. 
Mein Untertitel hierfür: Die göttliche Komödie
Die Geschichte nimmt ihren Anfang 1346 in China. Offenbar wurde eine Zeitreise gemacht, die zu erwähnen vergessen gegangen ist, denn 1346 hat man sich sicherlich eines anderen Vokabulars bemächtigt. Gab es nicht vor ein paar Jahren eine Kontroverse mit einem historischen Roman, der einen neuzeitlichen Ausdruck beinhaltet hat und deswegen vom Literaturclub zerfetzt wurde? Wenn ich mich nur an den Namen erinnern könnte... 
Wenn diese Geschichte als Komödie gedacht war, dann erhält sie 5/5 Punkten, denn ich kam teilweise aus dem Lachen nicht mehr heraus und nie zuvor habe ich so oft "Dä Scheiss" in ein Buch geschrieben, wie hier. 
Vielleicht bin ich auch einfach zu zynisch, weil ich mit Fantasy nichts anfangen kann (es sei denn in Gestalt eines Filmes) und hier zu viele solche Elemente vorhanden sind. 
Und auch hier haben wir wieder eine notgeile Frau, in Gestalt einer Dämonin... 


Spoiler - Gedankestötzi för mis GeHirn 🇨🇭

Front a la Carte
Wer oder was esch dä Siech? Wiso esch er plötzli unsterblich?

Mean milking Machine
Dezue passt CAM ond dese Film met dem Internet-Perverse wo imne Web-Huerehüüsli goht go schlachte

Third Roommate
X-Factor: Das Unfassbare S3E9 Motel 66 => no herzigi Gschecht, aso im Buech

No Life no Choice
Denn magsch de latent depressiv Kommissar ond nocher esch er e verdammte Android... 

Man VS Dog
Erinnert mi a mini Churzgschicht usm 2004 "Wolf". ^_^
Wasch metm Frauchen passiert? Warom het si sech so komisch verhalte? Ond wasch metm Siech? Wiso fresst er plöztli sini Alt? Kannibal worde so vo höt of morn?

Vicious Versa
Erinnert iwi a Guinea Pig Devil's Experiment. 

WhatsDeath
Schrei, wenn Du kannst

Der neue Apostel
Zersch meinsch es goht um Fornits ond nocher hesch Mademensche... ha brüelet XD
Gfählt het nor no: Das Schiff steuerte geradewegs in die... die TWILIGHT ZONE.
dHut werd, wie i Dagon, vom Gsicht gresse und denn dä Bläch met Mademenschen wo sech zunere quecksilberartige Masse verschmelze... nei be am Brüele gsi
Und weder eifach öpis, Haupsach me het e Ständer chöne erwähne S212
S214 de sarkastisch Spruch... Wiso ned grad "Na klar, Brudi. Was geht, was geht?"


Ganz lieben Dank an Patrick Peters für die Zusendung des Rezi-Ex. 🙏🏻🖤




Samstag, 23. Februar 2019

Stephen King - Erhebung

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Stephen King

Titel: Erhebung

OT: Elevation

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453272026

Deutsche Erstausgabe 2018

Seiten: 143

Einband: Gebunden

Genre: Übernatürliches

Dazu passt: Wahn



Wieso "Erhebung" keine Novelle ist

Diverse Leser schrieben in ihren Rezis das Wort "Novelle". Wer sich nie mit Textgattungen auseinandergesetzt hat, kann ja nicht um die Merkmale einer Novelle wissen. Eine Novelle spielt in der Realität und ist stets nachvollziehbar. Das kann man von "Erhebung" nun wirklich nicht behaupten. Ansonsten erfüllt das kleine Buch die meisten Merkmale einer Novelle. Eine Handvoll Charaktere, ohne grosses Hintergrundwissen. Wir haben einen Wendepunkt, der alles ändert. Gefehlt hat mir das für Novellen typische Ding-Symbol. Es sei denn Scott stünde stellvertretend dafür.
Haben wir dramatische Elemente? Na ja... darüber lässt sich streiten...
Meist enden Novellen mit einem Ergebnis und einer Moral. Meist...


"Autor, der früher mal top war, 
mittlerweile aber eher unerträglich..."
– Navi M. Gray


In einem Satz

Scott verliert stetig an Gewicht und will den verhassten lesbischen Restaurantbesitzerinnen helfen, gemocht zu werden und somit ihr Restaurant behalten zu können.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein. (Wann werde ich bei einem neuen Kingbuch mal wieder mit "ja" antworten können?)
Wie üblich bei King, wurde auch dieses Buch angepriesen, als sei es DASJENIGEWELCHE! Dann noch das Zitat von USA Today auf der Rückseite, von wegen wie King es schaffe, Verstand, Gefühl und Seele der Leser zu packen. Da könnte man meinen, man sei abgestumpft... Aber keineswegs.
King hat beispielsweise mit Joyland oder der Novelle 1922 bewiesen, dass er fernab jeglichen Horrors ein wunderbares Drama schreiben kann.
Erhebung ist weder wunderbar noch Horror, noch Drama... Es ist einfach.
Eine oberflächliche Kritik an Homogegnern. Hätte er sich nicht auf diesen lächerlichen Gewichtsverlust von Scott fixiert, wäre eventuell mehr aus diesem Buch entstanden. Die für King typische Gesellschaftskritik steht in diesem Buch hinten an. Ist eine Nebenhandlung und somit kaum von Bedeutung, obschon es gegenwärtig eine zentrale Thematik ist, welche die notwendige Aufmerksamkeit verdient hätte. Hier scheint es jedoch so, als habe er das einfach deswegen erwähnt, weil das Thema in aller Munde ist, und man so ev das eine oder andere Buch mehr verkaufen könnte. In der Mitte des Geschehens steht Scott, der täglich leichter wird. Man sieht ihm das aber nicht an. Sein Aussehen bleibt unverändert. Auch wenn er sich die Taschen mit Steinen füllt und so auf die Waage steigt, zeigt diese nur Scotts Gewicht an. Selbst Scott's Katze wird quasi schwerelos, als er sie auf dem Arm hat. Scott weiss, dass es irgendwann enden wird.
Nachdem er den verhassten lesbischen Restaurantbesitzerinnen zu neuen  Gästen verholfen hat, in dem er Dee-Dee bei einem Marathon nach ihrem Sturz auf die Beine geholfen hat, weiss er, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, ehe die Waage 0 anzeigen wird... Er bereitet sich auf sein Verschwinden vor...

Jemand hat mal über "Lebendig" von Ketchum gesagt, dieser habe an einem Sonntagnachmittag Langeweile gehabt und dieses Buch lieblos hingeschmiert. Dieses Zitat fällt mir bei den neuen Werken von King immer mal wieder ein... Vielleicht sollte der gute Mann, den Ruhestand antreten. Ich habe selten solchen Mist gelesen.

Abgesehen von der Geschichte, nervt mich der Übersetzer mit seiner verstaubten Sprache, an der 50jährige Spinnennetze hängen. Ich habe mich bei meiner Rezi über Sleeping Beauties schon genug über die Arbeit Bernhard Kleinschmidts ausgelassen, dass ich dies hier nicht noch einmal machen werde. Er ist jedenfalls ein Grund, weshalb ich King's "Flight or Fright" zu Deutsch "Flug und Angst" in Englisch bestellt habe. Ja ich werde endlich damit anfangen, King im Original zu lesen. Einerseits, weil ich mein Englisch aufpolieren muss und andererseits damit ich mich nicht über das willkürliche Geschmier dieses sogenannten Übersetzers aufregen muss.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Die Gravitation hat bei Scott keine Bedeutung mehr und er muss sich in einen Rollstuhl ketten, damit er nicht umher schwebt (King, ernsthaft?). Schliesslich bittet er Dee-Dee um Hilfe. Er hält sich an einer Feuerwerksrakete fest und schwebt mit dieser gen Himmel, wo er sie schliesslich anzündet. Die Rakete explodiert. Scott's Freunde, die draussen stehen und gen Himmel schauen, werden Zeugen eines Feuerwerks.
Ohni Scheiss jetz, was förne Idiotie!


Stephen King - Das Monstrum »Tommyknockers«

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Das Monstrum

OT: The Tommyknockers

Verlag: Heyne

ISBN: 978345303670

Deutsche Erstausgabe 1988

Seiten: 877

Einband: Taschenbuch

Genre: Sci-Fi "Horror"

Dazu passt: literweise Espresso



"Letzte Nacht und die Nacht davor,
Tommyknockers, Tommyknockers
klopfen an mein Tor.
Ich möchte hinaus, weiss nicht, ob ich's kann,
ich hab' solche Angst
Vor dem Tommyknocker-Mann."
– Volksmund


Das Monstrum - The Tommyknockers

Was ist ein Tommyknocker?
Webster's Unabridged sagt:
a) tunnelbauende Trolle
b) Geister, die in verlassenen Bergwerken oder Höhlen spuken
»tommy« ist ein britischer Slangausdruck für Armeerationen. Dies führte dazu, dass man britische Rekruten als »tommies« bezeichnete.
Der Oxfrod Unbridged Dictionary identifiziert den Ausdruck "Tommyknocker" selbst zwar nicht, deutet aber an, dass Tommyknockers die Geister von Bergarbeitern sind, die an Hunger gestorben sind, aber noch immer wegen Essen anklopfen.

Für Jim Gardner sind es Strassenräuber, die im Schutz der Nacht stehlen, morden und ihre Opfer begraben. Er traut ihnen auch Kannibalismus zu.

In der Geschichte sind es Aliens, die vor x Jahren mit ihrem Raumschiff abgestürzt sind und sich den Menschen als Wirt nehmen, wie in "The Body Snatchers". Wer Lovecraft's "Die Farbe aus dem All" kennt, wird ebenfalls Parallelen finden.


"Das einzig Erschreckende an
Tommyknockers ist die Länge."
– Navi M. Gray


In einem Satz

Schriftstellerin findet ein Raumschiff im Wald, beginnt damit es freizulegen und gräbt somit etwas aus, was besser im Verborgenen geblieben wäre.


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein. Tommyknockers ist ein seichtes Sci-Fi-Gewäsch, einfach damit man mal Aliens erwähnt hat... Hier ist es schwierig zu sagen, ob der dreistündige Film oder das Buch langweiliger ist...

Das Buch ist in drei Teile unterteilt. 
Buch 1 ist ok. Man lernt die Charaktere kennen und merkt schnell, was es mit der Graberei auf sich hat. Bereits nach kurzer Zeit werden Veränderungen deutlich. Jedoch verliert sich die Geschichte bereits im ersten Teil in King's Detailverliebtheit und wird anstrengend. 
Schön ist, dass das Hotel Alhambra Inn, welches wir aus Talisman kennen, kurz erwähnt wird. 

Buch 2 hat mir persönlich am besten gefallen. Man erfährt etwas über die Chronik der Stadt und wie Haven entstanden ist. In 10 Kapiteln wird über die Stadt, bzw. einige Bewohner erzählt. Es ist spannend und man hat Abwechslung. Darüber hinaus vergisst man die besessene Bobbie fast.

Buch 3 ist derart langweilig, dass es ein regelrechter Kampf bis zum Schluss war. Bobbie und Gart sind noch immer mit der Ausgrabung beschäftigt. Merkwürdige Dinge passieren. Menschen verändern sich. Die Tommyknockers nehmen Einzug in die Stadt...
Man hat das Gefühl, King sei es leid gewesen und wollte einfach noch irgendeinen Schluss schreiben. Und der hat es in sich. Als Leser bleibt man mit der Frage zurück "Genosse King, Dein Ernst?".
Empfehlen tue ich das zweite Buch und das Kapitel, in dem Anne, Bobbies Schwester vorkommt. Herrlich, wie er diese Frau beschreibt. Hin und wieder muss man lachen und denkt zurück an die Zeiten, in denen man im Dienstleistungssektor gearbeitet hat und auf solche Menschen gestossen ist. Nie wieder...


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Die Mutantenbobbie erinnert an die Schnecke im Parasitenmuseum in Meguro, Tokyo. Durchsichtig und irgendwas (ein Parasit) pulsiert in ihr...


Freitag, 30. November 2018

Stephen King - The Stand: Das letzte Gefecht

 Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Stephen King

Titel: The Stand - Das letzte Gefecht

OT: The Stand

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9783404134113

Deutsche Erstausgabe 1984

Seiten: 1196

Einband: Taschenbuch

Genre: Endzeit-Thriller-Drama

Dazu passt:



Verschiedene Ausgaben


Es nervt mich, dass ich damals nicht die TB-Ausgaben im Schuber gekauft hatte. Aber was solls. Später dann kaufte ich die Ausgabe mit dem pinken Cover und begann mit Lesen. Dann erfuhr ich aber, dass die Ausgabe, die eigentlich wollte und nach der ich Jahre suchen sollte, die vollständige und ungekürzte Fassung enthält. Also wanderte die Gekürzte wieder ins Regal und ich verbrachte fortan viel Zeit auf ZVAB. Als schliesslich die Ungekürzte Ausgabe verfügbar war, fragte ich beim Anbieter nach und versicherte mich, die richtige zu bekommen. Und so geschah es.
Die oben angegebene ISBN bezieht sich auf die vollständige Ausgabe, welche am Ende dieses Beitrags abgebildet ist.

The Stand ist in drei Bücher unterteilt:
Buch 1: Captain Trips
Buch 2: An der Grenze
Buch 3: Das letzte Gefecht



"Mutter Abegail tut, was ihr Gott ihr befiehlt."
"Der Gott, der seinen eigenen Jungen ermordet hat, wie ich gehört habe."
– SK - The Stand

In einem Satz

Ein paar immune Menschen machen sich in einem Endzeitszenario auf den Weg nach Hemmingford Home zu Mutter Abegail und hoffen, das personifizierte Böse in Gestalt von Capt. Trips ausschalten zu können.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Trotz der vielen Seiten ist The Stand ein durchdachter Endzeitthriller. Natürlich kommt auch hier oft Langeweile wegen zu viel unnötigen Blablas auf, aber hier kann man teils ganze Teile überspringen oder querlesen. 
Die vielen Figuren stören hier nicht. Es sind nicht zu viele, sodass man die Übersicht verlieren würde.  Ausserdem trifft man immer wieder auf sie, sodass man nicht vergessen kann, um wen es denn nun geht. 
Für Buch 1 gebe ich eine Wertung von 5/5. Der Spannungsaufbau ist genial! Man legt das Buch einfach nicht mehr aus der Hand.
Der Ausbruch des Virus und dessen Verbreitung wird wahrlich wunderbar geschildert. Durch die Dummheit eines Menschen, geht schliesslich der Grossteil der Menschheit zugrunde. Ganz im Stil seiner frühen Werke beschreibt King, teils sehr zynisch, wie sich einzelne Personen infiziert haben, wie sie es hätten verhindern können und wie sie schliesslich sterben. 
Buch 2 bekommt dann eine 2.5/5. Die einzelnen Kapitel und Abschnitte sind zu lang. Der Charakter Nadine nervt völlig und das Gewese um dieses verdammte Komitee ist anfangs zwar noch spannend, wird dann aber auch nur noch lästig. Erst ist es interessant zu lesen, wie sich die Menschen neu organisieren und wie sie dann gleich wieder eine Politik herbeisehnen und ein Komitee auf die Beine stellen. Vertreter der Stadt werden beschlossen und erstaunlicherweise besteht das Komitee aus Stew und dessen Freunden. 
Irgendwo in der Mitte von Buch 2 endet übrigens die Verfilmung. 
Buch 3 ist absolut unnötig und den Schluss hat King so richtig versaut! 

Die Figuren sind authentisch, auch wenn manche nerven (wie im richtigen Leben). Die Geschichte von Stew Redman ist in meinen Augen die spannendste - zumindest bis er sich mit diesem Weibsbild zusammentut. 

The Stand ist wieder ein Beispiel dafür, dass King's umfangreiche Bücher meist mit unnötigem Blabla vollgestopft sind. Nachdem das erste Buch derart spannend war, war es natürlich schwer, da anzuknüpfen, dennoch hätte ich ein bisschen mehr erwartet. Dass es so steil bergab gehen würde, hatte ich nicht erwartet. 


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Leo hat das Shining.
Der Schluss ist ein Witz! Erstens ist es absolut billig, wie Captain Trips bezwungen wird und zweitens begrüsse ich es ja, wenn das Böse dann doch noch gewinnt, aber doch noch nicht so. 

Dienstag, 30. Oktober 2018

Stephen King - Sara (Bag of Bones)

 Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Stephen King

Titel: Sara

OT: Bag of Bones

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453160811

Deutsche Erstausgabe 2000

Seiten: 637

Einband: Taschenbuch

Genre: Drama, Grusel

Dazu passt: Wahn



Sara

Hier haben wir wieder ein Beispiel für die sehr eigenwillige Titelvergabe im Deutschen.
Bag of Bones wurde zu Sara. Nun gut. Was solls...

Seit nunmehr gut 18 Jahren befindet sich dieses Buch in meinem Besitz. Eine ganz schön lange Zeit. Es wurde damals von einer Freundin empfohlen, die mit Schwärmen gar nicht mehr aufhören konnte. Also kaufte ich mir das Buch und kämpfte mich durch das erste Drittel. Dann fragte ich sie, ob das Buch auch noch spannend werden würde. Sie meinte, ja nach der Hälfte werde es heftig. Wurde es nicht und ich stellte das Buch ins Regal. Anlässlich meines King-Projekts nahm ich es wieder hervor und hoffte, dass es mir eventuell jetzt gefallen könnte, wie das zB. bei Das Mädchen der Fall war. Nein. Das Spannendste sind die Magnetbuchstaben am Kühlschrank, die sich von Geisterhand bewegen. Das war damals schon so und heute noch immer. Sara in Flaschen abgefüllt ist ein prima Schlafmittel.
Die Mini-Serie Bag of Bones ist spannender als das Buch. DAS muss man erst mal schaffen, zeigt uns aber, dass es möglich ist.

"Ein Beispiel dafür,
dass die Verfilmung manchmal besser ist,
als das Buch..."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Schriftsteller mit Schreibblockade zieht in sein Landhaus um den Tod seiner Frau und die Schreibblockade zu überwinden und sieht sich mit paranormalen Phänomenen konfrontiert.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein.
Hier haben wir eines dieser Kingbücher, die des Lesens nicht wert sind. Über 600 Seiten Zeitverschwendung. Der Inhalt ist weder gänzlich Drama, noch Horror, noch Grusel. Es scheint, als hätte sich King nicht entscheiden können und daher zu einem Genremix gegriffen. Dies kann ja teilweise wunderbare Geschichten erbringen, hier aber leider nein. Wie oft bei King's Bücher mit (zu) hoher Seitenanzahl ist auch Sara mit zu viel Füllblabla gefüllt.
Der Anfang verspricht (wie so oft) ein wunderbares Buch, dass sich dann aber in nichtssagenden und endlos scheinenden Texten verliert.
Immerhin kommt im letzten Viertel ein Hauch Spannung auf. Aber eben nur ein Hauch.
Die Geschichte hätte Potenzial gehabt, wurde aber durch Detailverliebtheit und gähnende Langeweile vernichtet.

Spoiler - Gedankenstütze für mich

heute mal nichts...


Mittwoch, 26. September 2018

Stephen King - Der Outsider

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Stephen King

Titel: Der Outsider

OT: The Outsider

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453271845

Deutsche Erstausgabe 2018

Seiten: 747

Einband: Gebunden

Genre: Krimi, Fantasy

Dazu passt: ein 24er Pack RedBull
oder literweise Kaffee... irgendwas, das wach hält

Zur Korrektheit

Anders als bei Sleeping Beauties wurde der Korrektheit hier mehr Beachtung geschenkt. Die sture Missachtung von Dativ und Akkusativ bei "jemand/em/en" stört mich zwar noch immer, aber damit lässt sich irgendwie leben. Auch wurde hier auf Dialektausdrücke verzichtet.
Nun kann man sich fragen, ob das Zufall ist, oder ob die Beschwerden der Kingleser via Social Media doch etwas gebracht haben.


"Ein schlechtes Produkt, dass sich hinter einem guten Namen versteckt."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Kinderleiche wird gefunden, Täter steht fest, Polizei ermittelt, doch nicht jener Täter, die Suche geht weiter und endet beim "Outsider".


Empfehle ich dieses Buch? 

NEIN!
So langsam aber sicher werde ich richtig sauer auf den "Meister des Horror" der 90er. Wann hat er zuletzt ein wirklich packendes Buch geschrieben? Basar der bösen Träume ausgenommen, da es sich bei diesem Buch um eine Anthologiensammlung handelt. Dazu weiter unten mehr. Kommen wir erst zum Inhalt dieses Krimis mit Fantasyzügen. 

Wie bei King so üblich, ist der Anfang des Buches so mitreissend geschrieben, dass man denkt, man legt eine schlaflose Nacht ein und liest das Buch in einem Zug durch. Doch nach den ersten 100 Seiten (wenn nicht schon früher) merkt man, dass es abwärts geht. Abwärts mit der Handlung, mit der Spannung und mit dem Lesefluss. Eine Steigung ist dann lange nicht mehr in Sicht - wenn dann überhaupt je wieder eine kommt. So auch hier. Das Buch beginnt mit einem wasserdichten Fall. Der Sportlehrer hat einen Jungen missbraucht und getötet. Er wurde von etlichen Zeugen gesehen, wie er den Jungen in einem Lieferwagen mitgenommen hatte und in jenem Lieferwagen werden dann auch die Fingerabdrücke des Sportlehrers Terry Maitland gefunden. Der Fall ist klar. Er wars. 
Dann taucht jedoch ein Video auf, welches beweist, dass Terry zum Tatzeitpunkt gar nicht im Ort war... 
Detective Ralph Anderson beginnt sich zu hinterfragen, ob er nicht voreilig gehandelt hat. Dessen Frau Jeannie bringt dann Übernatürliches ins Spiel. Spätestens da ahnt man, dass in diesem Buch keine Steigung mehr kommen wird. 
Als dann auch noch ein Abstecher zu Holly Gibbney aus Mr. Mercedes gemacht wird, die Ralph dann mitteilen muss, dass Bill Hodges das Zeitliche gesegnet hat, überlegt man sich, ob man nun ein paar Seiten überspringen soll. Man sollte es tun, denn es folgt in nicht endenwollendes Blabla an Ermittlungen, an früheren ähnlichen Ereignissen und weiteres Blabla. 
So viel sei zum Schluss verraten: Wer sich auf ein gigantisches Finale freut, wird enttäuscht. Denn in Der Outsider gibt es keine Steigung mehr. King schafft es nicht, die anfängliche Spannung wieder aufzubauen und so quält man sich (einmal mehr) durch ein Buch und erwischt sich beim Querlesen. Denn man hat noch ein Leben. (Was mich auf die Frage bringt, ob diesem Mann bewusst ist, dass unsere Zeit auf Erden begrenzt ist?)
Was mich auch immer mehr nervt, ist diese Detailverliebtheit. 
(Er trug eine cremefarbene Unterhose, die damals in den 90er, als er sie bei Masons gekauft hatte, noch weiss war. Es war jene mit dem alten und im Bund eingestickten grauen Logo von Calvin Klein. Die hatte ihn damals 59.- gekostet, was da noch viel Geld für ihn war. Heute kann er sich das leisten. Wieso er diese alte Unterhose noch immer besitzt, hat einen nostalgischen Wert für ihn. - geschrieben von Eurer guten Navi M. Gray, die auch detailverliebte Sätze hinschmieren kann.)
King soll in einem Interview gesagt haben, dass dieses Buch sogar ihm Angst einjage. Ähm? Wieso? Weil er gemerkt hat, dass er nicht mehr schreiben kann wie früher? Dass er den Leser nicht mehr in Angst und Schrecken versetzen kann? Hat er gemerkt, dass er einmal mehr ein Schlafmittel mit 747 Seiten abgeliefert hat? Dann versteh ich seine Angst. Ansonsten, nein. Dieses Buch hat nicht das Geringste an sich, was auch nur entfernt furchteinflössend wäre. Abgesehen von den 747 Seiten voller Blabla. Ich behaupte, hätte King damals nicht internationale Berühmtheit erlangt, und würde er heute dieses Buch auf den Markt schmeissen, als Noname wohlgemerkt, die Verkaufszahlen wären sehr gering. 
Als King's Bücher noch nicht 700 Seiten hatten, waren sie besser. Seine Kurzgeschichten sind meist brilliant!
Jemand hat mal über Jack Ketchum's Lebendig gesagt, Ketchum wäre es wohl an einem Sonntagnachmittag langweilig gewesen und da habe er diesen Mist hingeschmiert. Dieses Zitat fällt mir immer wieder ein, wenn ich ein lieblos hingeschmiertes Buch lese. King war mal mein Lieblingsautor. Ich reihte King wahrlich neben Oscar Wilde in meiner Favoritenliste ein. Das war mal. Zu oft hat er mich enttäuscht. Ich bin sauer. Sauer, weil ich nicht mehr im Buchhandel arbeite und das Buch nicht kostenlos bekommen habe, sondern auch noch Geld dafür bezahlen musste. Na ja, mein künftiges Zuhause hat einen Kamin. Eventuell kann ich es ja zum Anfeuern verwenden?


Wann hat King zuletzt ein wirklich spannendes Buch geschrieben?

Chronologie eines Abstiegs:
Dass Sleeping Beauties ätzend war, habe ich in meiner Rezi schon erwähnt. Davor kamen dann die Mercedes-Bücher, von denen ich Mr. Mercedes, also den ersten Band, wirklich grossartig fand! Bei REVIVAL hat er den Schluss verkackt. Doctor Sleep war auch ein Schlafmittel in Buchform. Davor kam Joyland, was mir wieder gefallen hat und davor Der Anschlag, was grossartig war! Der Anschlag ist 2011 erschienen. Davor wieder Schlaffmittel, wie Die Arena oder Wahn. Anthologiensammlungen zählen wir hier nicht, also lassen wir Sunset aus. PULS hatte mir wieder gefallen. LOVE ist das schlechteste Buch, was King je geschrieben hat. QUAL war wieder super, das hatte er ja auch schon vor Urzeiten geschrieben gehabt... 

▶︎ Mir ist aufgefallen, dass ich PULS und QUAL noch rezensieren muss... Kommt noch.


SPOILER - Gedankenstütze für mich 

Was für ein Schrott echt! Ein Typ mit "verbranntem" Gesicht, der auf dem Video nicht zu sehen ist. Dann hat er Strohhalme anstelle von Augen, als er bei dem Gof im Zimmer sitzt. Der Mann mit dem Sack wird lebendig... Was für ein Schrott! 
Dann dieses unnötige Blabla um diese Holly. Das waren wieder locker 400 Seiten (wenn nicht mehr), die er sich und mir hätte ersparen können. 

Ich beim Rezischreiben auf dem Balkon, einen wunderbaren Herbsttag geniessend ^_^


Mittwoch, 15. August 2018

Thomas Harris - Hannibal Rising

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Thomas Harris

Titel: Hannibal Rising

OT: Hannibal Rising, 2006

Verlag: Hoffmann und Campe

ISBN: 9783455400502

Deutsche Erstausgabe: 2006

Seiten: 344

Einband: Gebunden

Dazu passt: Hannibal






Weil mir "Hannibal" so gut gefallen hatte, hatte ich mir damals alle Bücher gekauft. Das Schweigen der Lämmer hatte ich als Kind bereits zu lesen versucht. Hannibal Rising jedoch blieb im Regal stehen. Ungelesen. Vergessen.
Eines Morgens, als ich nicht schlafen konnte, schaltete ich den Fernseher ein und was lief? Hannibal Rising. Mir fiel auf, dass ich diesen Film noch nie gesehen hatte und auch dass ich das Buch noch nie gelesen hatte. Also nahm ich es am Tag darauf aus dem Regal.

-> Eben musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich nie Das Schweigen der Lämmer und Roter Drache rezensiert habe... >_<

"Ein Männlein steht im Walde
ganz still und stumm..."

Musashi Miyamoto

In einem Satz

Hannibal Lecter erlebt als Kind den Zweiten Weltkrieg mit, sieht zu wie seine ganze Sippe ermordet wird, kommt in ein Waisenhaus und dann zu einem Onkel nach Paris, wo er letztendlich einen Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Sippe beginnt.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Obschon ich sagen muss, dass die Luft irgendwie raus ist.
Das Schweigen der Lämmer, Roter Drache und auch Hannibal waren erstklassig! Wunderbare Bücher, bei denen man sich gewünscht hat, man möge die letzte Seite nie erreichen. Hannibal Rising hingegen wirkte irgendwie gezwungen. Unbedingt noch eine Vorgeschichte zu Hannibal publizieren. Na ja... Der Bezug zum Zweiten Weltkrieg war einerseits ok und andererseits recht oberflächlich. Überhaupt war hier einiges recht oberflächlich. Wie passt beispielsweise die Japaner Madama Murasaki nach Paris? Sie wirkt auch fehl am Platz. Hauptsache, man hat eine möglichst exotische Figur. Was einfach nicht passen will, dass in allen anderen Büchern nie ein Hinweis auf diese Madame Murasaki gegeben wird. Dabei hat Hannibal sie ja wirklich geliebt. Hm... Bemüht wird versucht, Hannibal als möglichst kultiviert darzustellen. Das gelingt teilweise, aber auch hier klingt es teilweise sehr gezwungen. Der junge Hannibal Lecter will irgendwie nicht zum erwachsenen passen, den wir kennen und den wir uns (trotz der Serie Hannibal) immer als Anthony Hopkins vorstellen.
Hannibal hat hier oft sehr viel Glück. Fortuna ist ihm hold. In den anderen Büchern ist das alles realistischer.
Die Stimmung im Buch schwankt auch von melancholisch bis zu gezwungen dramatisch.
Trotzdem handelt es sich um ein gutes Buch, das schön geschrieben ist. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

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