Sonntag, 8. Juli 2018

Max Rhode - Die Blutschule

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Max Rhode

Titel: Die Blutschule

OT: Die Blutschule

Verlag: Lübbe

ISBN: 9783404172672

Deutsche Erstausgabe 2015

Seiten: 252

Einband: Klappenbroschur

Genre: "Thriller"

Dazu passt: jede Menge Kaffee



#NoShopping

Ich habe ja mein Verzichtsjahr, in dem ich der Tätigkeit des Nicht-einkaufens fröhne. Es geht sehr gut! Da ich mir auch keine Bücher kaufe (mit Ausnahme von Fachbüchern, Ogawa und King), kommen alte Leseexemplare zum Zug. Bücher, die ich während meiner Zeit als Buchhändlerin gehortet habe, und die den grossen Umzug 2016 überdauert haben. Die Blutschule gehört dazu. Am 26.12.2015 bin ich bis zum zweiten Kapitel gekommen. Das wars dann. 


"Anstelle einer Danksagung schreibt Rhode eine Beschwerde. Ich beschwere ich auch!"
– Navi M. Gray


In einem Satz

Seltsamer Vater zieht mit Frau und zwei Söhnen aufs Land, wo sie Nachbarn eines Pädophilen sind, der Vater durchdreht und die Kinder zu Mördern ausbilden will...

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

NEIN.
Ihr, die meine Blogs schon länger lest, wisst ja, um meine Abneigung was deutsche Autoren angeht - Klassiker ausgenommen. Deutsche können keine Thriller schreiben. Max Rhode liefert hier einen 252-seitigen Beweis, der diese These untermauert.
Es war Frank Festa, der auf seiner Verlagswebseite schrieb, er verlege nur amerikanische Autoren, denn nur die könnten gute Thriller schreiben. Ich stimme ihm teilweise zu. Denn die Franzosen sind auch super.
Wieso habe ich mich dennoch dazu hinreissen lassen? Der Klappentext klang ansprechend und die ersten Seiten auch. Also bestellte ich mir ein Leseexemplar. Und ich bin dankbar, dass ich kein Geld für diese Farb- und Papierverschwendung ausgegeben habe!
Der Anfang liest sich wunderbar. Die klassische Idylle vor dem Gähn. Eine Familie zieht aus Berlin weg aufs Land. Die Söhne sind nicht so begeistert. Schliesslich erfahren sie, dass ihr Nachbar ein Sexualstraftäter ist und ganz klischeehaft wird dieser verdächtigt, als den beiden Söhnen etwas zustösst. Natürlich wird Selbstjustiz ausgeübt - was auch sonst.
Irgendwann dreht der Vater durch, würgt die Mutter und macht mit seinen Söhnen einen Ausflug auf eine abgelegene Insel. Dort betreten sie eine Hütte, die wie ein Klassenzimmer eingerichtet ist. Der Vater zeigt sein klischeetriefendes Gesicht und predigt von der Dezimierung der Menschheit und dass man in der Schule das Morden lehren sollte.
Ich meine, ich habe bis zum Kapitel 26 durchgehalten, als ich mir dann doch eingestehen musste, dass unsere Lebzeit auf Erden begrenzt ist. Man sollte sie nicht mit solchem Ramsch verschwenden.

Dann setzt Rhode noch einen Schämer obendrauf, in dem er an der Stelle, wo jeder andere eine Danksagung schreibt, ganz innovativ natürlich, eine Beschwerde schreibt und sich über Danksagungen auslässt. Deplatziert ist hier wirklich nur seine Beschwerde. Er nennt Menschen mit vollem Namen, gegen die er noch immer einen Groll hegt (eine Lehrerin z.B.). Wie erbärmlich ist das bitte?
Folglich hatte ich mir überlegt, ob ich erstmals einen Titel für eine Rezension vergeben sollte, die dann "Beschwerde" gewesen wäre. Ich beschwere mich bei Max Rhode (sicherlich ein Pseudonym, dies schliesse ich aus dem "Autorenportrait" mit der wohl als ganz mysteriöser Mensch an Bekanntheit gewinnen wollte, aber auch das ist so seicht, wie sein Buch und lachhaft. Ich beschwere mich bei Max Rhode, weil Bäume für seinen Schmarrn gestorben sind. Ich beschwere mich bei Max Rhode, weil er so einen Dreck hingeschmiert hat. Ich beschwere mich bei ihm, für die Zeit, die er mir mit seinem Abfall gestohlen hat. Und ich lache ihm ins Gesicht, weil ich kein Geld für dieses, bald im Altpapier landende, Buch bezahlt habe. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

-

Danksagung

Normalerweise bedanke ich mich ja hier beim Verlag und der Vertretung für das Leseexemplar. Hier tue ich es dem "Autoren" gleich und beschwere mich darüber, dass so etwas überhaupt verlegt wird. 
Trotzdem danke für das Lex. -_^