Sonntag, 8. Juli 2018

Amy Gentry - Good as gone

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Amy Gentry

Titel: Good as gone

OT: Good as gone

Verlag: C. Berteslmann

ISBN: 9783570103234

Deutsche Erstausgabe 2016

Seiten: 317

Einband: Klappenbroschur

Genre: "Thriller"

Dazu passt: Frag die Toten
Aus tiefster Seele, Deadline, Träum was Böses


Ja, wenn man krankgeschrieben ist und endlich wieder lesen kann, kommt man dazu, alte Leseexemplare zur Hand zu nehmen. Good as gone gehört dazu.


In einem Satz

Ein Mädchen wird im Alter von 13 entführt, kehrt 8 Jahre später zurück und die Mutter muss sich fragen, ist es wirklich ihre Tochter oder eine Fremde?

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Jein...
Der Klappentext lügt - mal wieder. "Gnadenlos spannend, genial kronstruiert" Na ja. Gnadenlos spannend bedeutet, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Dass man die Zeit vergisst. Genial konstruiert bedeutet, dass es zahlreiche Wendungen intus hat. Unvorhersehabres. Etwa wie GONE GIRL damals.
Good as gone hat von mir anfangs noch 4/6 bekommen, nach der Hälfte dann 3/6 und nach diesem saublöden Schluss 2/6.
Der Spannungsaufbau am Anfang ist wunderbar. Die Tochter Julie verschwindet und kehrt nach 8 Jahren wieder zurück. Als Leser fragt man sich, ob es wirklich die Tochter oder eine wildfremde Frau ist. Für mich war der Fall schnell klar, und ich sollte recht behalten. Gähn.
Plötzlich tragen die Kapitel noch nie gehörte Namen: Charlotte, Gretchen... Wer ist das? Man erfährt die Geschichte einer Stripperin, einer Sängerin, etc. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Na? Genau.
Dann noch dieser plötzlich aus dem Nichts auftauchende Dedektiv, bei dem man von Anfang an ahnt, dass etwas nicht stimmen kann. Irgendwas passt einfach nicht.
Und dann dieser saublöde Showdown und der Schluss, der wirklich alles versaut. Wieso?
Nervig war auch diese Klischeefamilie. Die Mutter, die ihre andere Tochter vernachlässigt, die dann rebelliert...
Unnötig war auch die Geschichte um den Julie-Fonds. Wie bemüht die Autorin versucht hat, aus Julie eine Diebin zu machen und dann die Auflösung, was mit dem Geld aus diesem Fonds passiert ist.... Himmel. Wie wäre es mit einem bisschen mehr Kreativität?
Kurz gesagt, wir haben hier einen 0815-Thriller, der Mitnichten genial konstruiert ist. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Die Autorin versucht dann alles, den Leser davon zu überzeugen, dass es sich nicht um Julie handelt. Etwas zu viel, denn so ist schnell klar, dass es sich wirklich um Julie handelt. 
Auch bei all den Frauennamen und deren Lebensgeschichte ist gleich klar, dass es sich um Julie handelt, die verschiedene Decknamen benutzt hatte. 
Dann taucht dieser Dedektiv auf, der ein Leichenbild bereithält. Es wäre zu leicht, wenn das wirklich die Tochter wäre und natürlich ist sie es nicht. Es ist ein fremdes Mädchen. 
Und dann noch dieses unnötige Gewese um den Julie-Fonds, den der Vater an eine verzweifelte Frau ausebzahlt hat, damit die die Lösegeldforderung bezahlen und ihre Tochter wieder in die Arme schliessen konnte.