Mittwoch, 15. August 2018

Thomas Harris - Hannibal Rising

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Thomas Harris

Titel: Hannibal Rising

OT: Hannibal Rising, 2006

Verlag: Hoffmann und Campe

ISBN: 9783455400502

Deutsche Erstausgabe: 2006

Seiten: 344

Einband: Gebunden

Dazu passt: Hannibal





Weil mir "Hannibal" so gut gefallen hatte, hatte ich mir damals alle Bücher gekauft. Das Schweigen der Lämmer hatte ich als Kind bereits zu lesen versucht. Hannibal Rising jedoch blieb im Regal stehen. Ungelesen. Vergessen.
Eines Morgens, als ich nicht schlafen konnte, schaltete ich den Fernseher ein und was lief? Hannibal Rising. Mir fiel auf, dass ich diesen Film noch nie gesehen hatte und auch dass ich das Buch noch nie gelesen hatte. Also nahm ich es am Tag darauf aus dem Regal.

-> Eben musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich nie Das Schweigen der Lämmer und Roter Drache rezensiert habe... >_<

"Ein Männlein steht im Walde
ganz still und stumm..."

Musashi Miyamoto

In einem Satz

Hannibal Lecter erlebt als Kind den Zweiten Weltkrieg mit, sieht zu wie seine ganze Sippe ermordet wird, kommt in ein Waisenhaus und dann zu einem Onkel nach Paris, wo er letztendlich einen Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Sippe beginnt.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Obschon ich sagen muss, dass die Luft irgendwie raus ist.
Das Schweigen der Lämmer, Roter Drache und auch Hannibal waren erstklassig! Wunderbare Bücher, bei denen man sich gewünscht hat, man möge die letzte Seite nie erreichen. Hannibal Rising hingegen wirkte irgendwie gezwungen. Unbedingt noch eine Vorgeschichte zu Hannibal publizieren. Na ja... Der Bezug zum Zweiten Weltkrieg war einerseits ok und andererseits recht oberflächlich. Überhaupt war hier einiges recht oberflächlich. Wie passt beispielsweise die Japaner Madama Murasaki nach Paris? Sie wirkt auch fehl am Platz. Hauptsache, man hat eine möglichst exotische Figur. Was einfach nicht passen will, dass in allen anderen Büchern nie ein Hinweis auf diese Madame Murasaki gegeben wird. Dabei hat Hannibal sie ja wirklich geliebt. Hm... Bemüht wird versucht, Hannibal als möglichst kultiviert darzustellen. Das gelingt teilweise, aber auch hier klingt es teilweise sehr gezwungen. Der junge Hannibal Lecter will irgendwie nicht zum erwachsenen passen, den wir kennen und den wir uns (trotz der Serie Hannibal) immer als Anthony Hopkins vorstellen.
Hannibal hat hier oft sehr viel Glück. Fortuna ist ihm hold. In den anderen Büchern ist das alles realistischer.
Die Stimmung im Buch schwankt auch von melancholisch bis zu gezwungen dramatisch.
Trotzdem handelt es sich um ein gutes Buch, das schön geschrieben ist. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

-


Samstag, 11. August 2018

Stephen King - Frühling, Sommer, Herbst und Tod

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Frühling, Sommer, Herbst und Tod

OT: Different Seasons

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453056183

Deutsche Erstausgabe 1992

Seiten: 620

Einband: Taschenbuch

Genre: Drama, Grusel

Dazu passt: Das Floss



Wer kennt das nicht? Man schaut einen Film und erst später dann, liest man das Buch, das als Vorlage gedient hatte. Es macht nichts, denn  man hat die Charaktere aus dem Film vor Augen, während dem man das Buch liest. So auch bei 3 von 4 Kurzgeschichten in Different Seasons.

"I never had any friends later on
like the ones I had when I was twelve.
Jesus, does anyone?"
– Gordie


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

3 der enthaltenen 4 Kurzgeschichten empfehle ich. 


Frühling: Die Verurteilten - Pin Up

Wer hat sie nicht gesehen, die Verfilmung Die Verurteilten mit Tim Robbins und Morgan Freeman in den Hauptrollen? Fürs Fernsehen wurde die Buchvorlage ein bisschen abgeändert. So wurde der rothaarige Ire RED im Film von Morgan Freeman besetzt. Auch die Handlung um Brooks und dessen Vogel stimmt nicht mit dem Buch überein.
Bob Gunton als Gefängnisdirektor und Clancy Brown als Aufseher sind einfach genial. Seien wir ehrlich, der ganze Film ist ausgesprochen genial! Wohl einer der besten, wenn nicht die beste King-Adaption überhaupt.
Meiner Meinung nach hat der Film mehr Tiefe, als das Buch. Die Figuren sind im Buch etwas oberflächlich gezeichnet.
Wie dem auch sei, eine wunderbare Kurzgeschichte über einen Banker, der unschuldig im Gefängnis sitzt und über Jahre an einem genialen Fluchtplan feilt.
4/5


Sommergewitter: Der Musterschüler

WOW! Obschon ich den Film damals, 1999 rum, mal gesehen hatte, war ich nicht sonderlich angetan und las auch die Kurzgeschichte nicht. Gut, ich hatte mit dem Lesen begonnen, es dann aber bleiben lassen. Nun habe ich die Geschichte ganz gelesen und dazwischen den Film nochmals geschaut. Brad Renfro spielt den Psychopathen wunderbar! Und Ian McKellen überzeugt als Kurt Dussander ebenso gewaltig!
King beschreibt die Obsession des jungen Todd Bowden mit dem Taten der Nazis. Todd bemerkt eines Tages, dass in seiner Nachbarschaft ein Kriegsverbrecher haust, der kein anderer ist als Kurt Dussander. Er geht zu ihm nach hause und erpresst. Anfangs ist es recht harmlos, er möchte nur von Kurt persönlich die Geschichten über dessen Verbrechen hören - möglichst detailliert natürlich. Obschon er teilweise Albträume davonträgt und seine schulischen Leistungen steil bergab gehen, besucht er Dussander weiterhin. Irgendwann hat er dann einen Termin beim Vertrauenslehrer, zu welchem er nicht von seinen Eltern sondern von seinem vermeindlichen Grossvater Kurt Dussander begleitet wird. Somit hat Dussander Todd nun endgültig in der Hand. Unabhängig voneinander bringen Kurt und Todd Obdachlose um. Kurt hin und wieder, backt ein paar sträunende Katzen in seinem Ofen...
Es beginnt ein Machtspiel zwischen Todd und Kurt...
Eine eiskalte Geschichte um Nazi-Obsession und ein Psycho-Machtspiel sondergleichen.
5/5


Herbstsonate: Die Leiche

Vier Jungs erfahren, wo sich die Leiche Ray Browers befindet und begeben sich auf einen abenteuerlichen Tripp durch die Wälder. Ausser von ihren Ängsten und Blutegeln werden sie von nichts heimgesucht. Bis sie die Leiche Rays schliesslich finden und auf die Raudies der Stadt treffen...
King's wohl beste Kurzgeschichte um Freundschaft und Nostalgie. Er beschreibt, wie Freundschaft entsteht und irgendwann versandet, bis die einstigen Freunde nur noch weitere Gesichter auf dem Schulhof sind. Ganz wie im richtigen Leben, erfahren wir dann, was aus den einzelnen Freunden und Raudies geworden ist. Kein Kitsch. Kein Drama. Einfach das richtige Leben.
Drama und Nostalgie. Eine Geschichte mit Tiefgang, die einem wohl besonders dann sehr nahe geht, wenn man die 20iger hinter sich gelassen hat und nachfühlen kann. Nachdem man die letzte Seite gelesen hat, kann man nicht einfach mit Atemtechnik weiterfahren. Man muss Die Leiche erst verdauen, denn es handelt sich um die ehrlichste, ergreifendste, treffendste, nostalgischste, dramatischste und tragischste Geschichte, die King je zu Wege gebracht hat. Einfach verdammt gut!
Film und Buch stehen sich in nichts nach. Beides:
10/5


Ein Wintermärchen: Atemtechnik

Was diese Geschichte in diesem Buch zu suchen hat, weiss ich nicht. Worum geht es überhaupt? Entweder liegt es daran, dass sie nach der gewaltigsten Geschichte in diesem Buch kommt und somit einfach als flach angesehen wird oder sie ist es wirklich.
Ein Mann wird zu einem Abend in einem Club eingeladen, in dem Geschichten erzählt werden. Okey? Er fragt sich, wieso. Er fragt sich, wieso jetzt. Er fragt sich, ob er ohne Einladung wieder hingehen soll - wie ihm gesagt wurde. Er geht wieder hin. Es werden Geschichten erzählt.
Fertig. Entweder fehlt mir hier der Bezug dazu, oder ich weiss auch nicht.
1/5



Sonntag, 15. Juli 2018

Richard Laymon - Die Insel (unzensiert)

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Richard Laymon

Titel: Die Insel

OT: Island

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 9783453675117

Deutsche Erstausgabe 08/06

Seiten: 558 / 556 zensiert

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Dazu passt: Die Spur, Nacht



Es war im Jahr 2014, als ich als Buchhändlerin gearbeitet habe, als ich mir dieses Buch gekauft hatte. Ungelesen lag es im Regal. Wieso?
Ein Freund erzählte mir von der Existenz einer unzensierten Fassung. Wieso dann also eine misshandelte und geschudene Ausgabe lesen, wenn es eine Urfassung gibt?
ZVAB machte es dann schliesslich möglich und so kommt es, dass ich zwei Bücher vor mir liegen habe. In dieser Rezi werde ich auf beide Ausgaben eingehen und viel spoilern. Gleich vorweg muss ich aber anmerken, dass ich nicht verstehe, wieso man dieses Buch zensieren musste? Es liest sich so, wie alle Bücher Laymons und ist weniger abartig, als ich mir das ausgemalt hatte. Ja man könnte fast sagen, ich bin ein bisschen enttäuscht, denn von der Zensur hatte ich mir eine heftige Ausgabe versprochen. Na ja... legen wir los

"Letzten Satz gelesen und
in ein 5-minütiges Lachflash
ausgebrochen..."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Familie macht einen Ausflug auf eine einsame Insel, gerät in einen Hinterhalt und wird nach und nach dezimiert.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja - die unzensierte Fassung
Es ist zur Seltenheit verkommen, dass ich ein Ende so gelungen finde, dass ich in schallendes Gelächter ausbreche, dass gute 5 Minuten anhält. Zuletzt war das bei der Verfilmung von Stephen King's The Mist der Fall. Was habe ich über den Schluss gelacht. 😂
Die Insel ist in Tagebuchform geschrieben. Rupert, der Freund von Connie, die wiederum die Tochter von Billie ist, hält die Geschehnisse auf der Insel fest. Er schreibt über Connie, die keine Chance auslässt, ihn blöd anzumachen. Er schreibt, als kleiner Perversling, über seine Fantasien mit Billies Mutter oder deren Schwester Kimberley. 
Das Buch ist in einem angenehm rasanten Tempo geschrieben, wo kaum Langeweile aufkommt. Einzig bei Ruperts Träumen ist man versucht, ein paar Seiten zu überspringen. 
Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte recht absehbar ist, wenn man schon ein zwei Bücher von Laymon gelesen hat. Die erste Leiche taucht auf, der Falsche wird verdächtigt. Dann kommts zur zweiten Leiche und ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Als sich dann auch noch ein Familienmitglied auf die Seite des Feindes stellt, ist die Situation perfekt. 
Rupert selbst ist ein Teenie, den man gemeinhin als Flasche oder Handtuch oder Waschlappen bezeichnen würde. Er lässt einige Gelegenheiten aus, den Feind zu töten, dafür frönt er selbst bei gröbsten Misshandlungen an den Frauen, seiner perversen Fantasien. 
Als ich dann die letzte Seite gelesen hatte, war ich nicht erstaunt über den Ausgang der Geschichte. Es passt absolut. Und ganz ehrlich, mit sowas hatte ich gerechnet. Trotzdem ein gelungenes Buch! 
Es liest sich etwa gleich rasant und amüsant, wie Nacht von Laymon. Es hat so manche Stellen, die einfach zynisch und bitterböse sind, und so das Ganze etwas auflockern. 
Allerdings muss ich sagen, dass die Geschichte nicht immer ganz logisch ist - wie üblich bei Laymon. Beispielsweise scheinen sämtliche Familienmitglieder Olympioniken zu sein, deren Disziplin das Speerwerfen ist. Haben doch alle derart trainierte Oberarme, dass sie präzise mit einem Speer umgehen können. Ähm... ja

Hier unten kommen wir zum Vergleich. Ich habe mir die Mühe gemacht, die zensierten Stellen abzutippen. Lest Euch das durch, und sagt mir, ist das wirklich sooo schlimm, dass man das hat zensieren müssen? Nur weil irgendeine zartbesaitete Deutsche das nicht verkraftet und Druck auf den Verlag gemacht hat? Wieso hat man sich als Heyne-Verlag schliesslich gebeugt? Und was ist an den zensierten Stellen anders? Wer Laymon kennt, weiss, dass dies nicht untypisch ist. Wenn man so will, könnte ma jedes Buch von Laymon zensieren. Wo sind wir bitte angekommen, dass wir Bücher zensieren, weil irgendeine Schnulzenleserin, anstelle von Rosamunde Pilcher oder Nicholas Sparks versehentlich zu Laymon gegriffen hat? 
Soll ich mir ernsthaft ein Buch aus der FESTA-EXTREM-Reihe kaufen und mich dann über die darin vorkommende Perversion aufregen? 
Vielleicht kann mir ja jemand den Sinn dieser Zensur hier erläutern? Denn ich habe wirklich keinerlei Verständnis dafür.
Was denkt Ihr darüber?

Vergleich: Was wurde zensiert? SPOILER

Seite 397
Erin war jetzt oben herum nackt. Sie hatte schmale, zerbrechlich wirkende Schulern. Ihr Rücken war glatt und gebräunt und sah so aus, als ob er nach einer schlimmen Tracht Prügel ein paar Tage zum Heilen gehabt hätte. Neben grossen blauen Flecken sah ich die gelblichen Stellen verblassender Blutergüsse, und unter den verschorften Striemen auf ihrem Rücken sah ich andere, hellrosa Streifen, an denen der Schorf schon abgefallen war. Offenbar hatte man sie schon seit einiger Zeit misshandelt. 

Seite 398
Ich sah Erin mit den Füssen voran auf mich zufliegen. Unter ihrem Schottenrock trug sie kein Höschen. Während sie durch die Luft flog, gab sie ein ängstliches Geräusch (...) Dabei gab sie ein ängstliches Geräusch von sich (...)

Seite 399/400
(...) und wimmerte leise vor sich hin. Ihr Rock war ihr bis über die Hüften hochgerutscht, sodass ich alles von ihr sehen konnte. Irgendwie fühlte ich mich schuldig, dass ich hinsah, aber ich konnte nicht anders. Man muss einfach hinsehen, wenn ein nacktes Mädchen mit weit gespreizten Beinen keine zwei Meter vor einem auf dem Boden liegt. 
(...) Dabei sagte ich mir ständig, dass ich ja sowieso nichts tun konnte.
 Was natürlich Unsinn war. Ich hätte etwas tun können. Wenn ich nur gewollt hätte. Ich wollte es nicht, das ist die Wahrheit. 
 Das Mädchen wehrte sich zu keiner Zeit.

Seite 400/401
Sie zwickte sie, drehte ihr die Arme und schlug sie. und steckte ihre Finger brutal in sämtliche Öffnungen an Erins Körper.
(...) Langsam trat er auf die sich am Boden wälzenden Frauen zu., wobei sein voll erigierter Penis in fast demselben Winkel zur Zimmerdecke zeigte wie die schräg zwischen seine Züähne geklemmte Zigarettenspitze.

Seite 401/402
(...) Elektrokabel auf die miteinander verknäuelten Frauen einzuschlagen.
 Er begann it einzelnen Schlägen, bei denen es ihm völlig egal zu sein schien, ob er dabei Thelma oder das Mädchen traf. Zunächst machte alles einen eher zaghaften, unentschlossenen, fast spielerischen Eindruck aber mit der Zeit wurden die Pausen zwischen den Schlägen immer kürzer, und schliesslich arbeitete sich Welsey mehr und mehr in eine Art Ekstase hinein, bis er schliesslich mit wild rollenden Augen und in schnaufendem Atem wie ein Irrer auf die sich vor Schmerzen krümmenden, nackten Körper einprügelte. Mit Schaum vor dem Mund sprang er um die beiden Frauen herum und liess das durch die Luft pfeiffende Elektrokabel immer wieder auf sie niedersausen. Wenn es mit einem hässlich klatschenden Geräusch auf ihre nackte Haut traf, schrieen die Frauen vor Schmerz laut auf und wälzten sich mit blutenden Rücken am Boden. 
Während der ganzen Aktion hielt Thelma Erin mit Armen und Beinen fest umklammert und versuchte, ihren Körper so hinzudrehen, dass die gnadenlos herbsausenden Peitschenhiebe eher das Mädchen trafen als sie. Währenddessen hörte sie nie auf, Erin mit Händen und Mund auf widerliche Weise wehzutun.

Seite 402/403
Ich war erschöpft und angewidert, von dem, was ich gesehen hatte, aber irgendetwas in mir hätte es sich auch noch ein zweites Mal ansehen können. Krank. Ich weiss. Aber wann hat man schon mal die Gelegenheit, so etwas mitzubekommen?
Es war wie bei einem Verkehrsunfall. Nur besser. Aber lassen wir das.

Der letzte Satz
Seite 557 zensierte Fassung
Jetzt, wo ich mit meinen Aufzeichnungen auf dem neusten Stand bin, werde ich mehr Zeit für sie haben. 
  Viel mehr Zeit

Seite 559 unzensierte Fassung
Jetzt, wo ich mit meinen Aufzeichnungen auf dem neusten Stand bin, werde ich mehr Zeit für sie haben. 
 Irgendwann einmal werde ich sie freilassen.
 Irgendwann müssen die Schlüssel zu ihren Käfigen ja schliesslich auftauchen. Vielleicht sind sie ja wirklich unter der Matratze, so wie Wesley gesagt hat. 

Man wird sehen.

Wer eine unzensierte Fassung möchte, muss darauf achten, dass sie vor 2008 gedruckt worden ist. Alles danach wurde verstümmelt.



Sonntag, 8. Juli 2018

Amy Gentry - Good as gone

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Amy Gentry

Titel: Good as gone

OT: Good as gone

Verlag: C. Berteslmann

ISBN: 9783570103234

Deutsche Erstausgabe 2016

Seiten: 317

Einband: Klappenbroschur

Genre: "Thriller"

Dazu passt: Frag die Toten
Aus tiefster Seele, Deadline, Träum was Böses


Ja, wenn man krankgeschrieben ist und endlich wieder lesen kann, kommt man dazu, alte Leseexemplare zur Hand zu nehmen. Good as gone gehört dazu.


In einem Satz

Ein Mädchen wird im Alter von 13 entführt, kehrt 8 Jahre später zurück und die Mutter muss sich fragen, ist es wirklich ihre Tochter oder eine Fremde?

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Jein...
Der Klappentext lügt - mal wieder. "Gnadenlos spannend, genial kronstruiert" Na ja. Gnadenlos spannend bedeutet, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Dass man die Zeit vergisst. Genial konstruiert bedeutet, dass es zahlreiche Wendungen intus hat. Unvorhersehabres. Etwa wie GONE GIRL damals.
Good as gone hat von mir anfangs noch 4/6 bekommen, nach der Hälfte dann 3/6 und nach diesem saublöden Schluss 2/6.
Der Spannungsaufbau am Anfang ist wunderbar. Die Tochter Julie verschwindet und kehrt nach 8 Jahren wieder zurück. Als Leser fragt man sich, ob es wirklich die Tochter oder eine wildfremde Frau ist. Für mich war der Fall schnell klar, und ich sollte recht behalten. Gähn.
Plötzlich tragen die Kapitel noch nie gehörte Namen: Charlotte, Gretchen... Wer ist das? Man erfährt die Geschichte einer Stripperin, einer Sängerin, etc. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Na? Genau.
Dann noch dieser plötzlich aus dem Nichts auftauchende Dedektiv, bei dem man von Anfang an ahnt, dass etwas nicht stimmen kann. Irgendwas passt einfach nicht.
Und dann dieser saublöde Showdown und der Schluss, der wirklich alles versaut. Wieso?
Nervig war auch diese Klischeefamilie. Die Mutter, die ihre andere Tochter vernachlässigt, die dann rebelliert...
Unnötig war auch die Geschichte um den Julie-Fonds. Wie bemüht die Autorin versucht hat, aus Julie eine Diebin zu machen und dann die Auflösung, was mit dem Geld aus diesem Fonds passiert ist.... Himmel. Wie wäre es mit einem bisschen mehr Kreativität?
Kurz gesagt, wir haben hier einen 0815-Thriller, der Mitnichten genial konstruiert ist. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Die Autorin versucht dann alles, den Leser davon zu überzeugen, dass es sich nicht um Julie handelt. Etwas zu viel, denn so ist schnell klar, dass es sich wirklich um Julie handelt. 
Auch bei all den Frauennamen und deren Lebensgeschichte ist gleich klar, dass es sich um Julie handelt, die verschiedene Decknamen benutzt hatte. 
Dann taucht dieser Dedektiv auf, der ein Leichenbild bereithält. Es wäre zu leicht, wenn das wirklich die Tochter wäre und natürlich ist sie es nicht. Es ist ein fremdes Mädchen. 
Und dann noch dieses unnötige Gewese um den Julie-Fonds, den der Vater an eine verzweifelte Frau ausebzahlt hat, damit die die Lösegeldforderung bezahlen und ihre Tochter wieder in die Arme schliessen konnte. 

S. L. Grey - Underground

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: S. L. Grey

Titel: Underground

OT: UNDER GROUND

Verlag: HEYNE

ISBN: 9783453438101

Deutsche Erstausgabe 12/2016

Seiten: 383

Einband: Klappenbroschur

Genre: "Thriller"

Dazu passt: Brennsprit oder ein Kamin & Das Labyrinth der Puppen



#NoShopping

Underground ist auch ein Überbleibsel, das den grossen Umzug überdauert hat.


"Ich hätte es wissen sollen,
dass dieses Buch nichts wert ist..."
– Navi M. Gray


In einem Satz

Menschen verschanzen sich in einem Bunker unter der Erde, wo Klaustrophobie und etwas anderes ihnen zusetzen und bald der Erste stirbt.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

NEIN.
2016 hatte ich ja Das Labyrinth der Puppen von S. L. Grey zu lesen versucht. Das ging mir ja dermassen auf die Nerven, dass ich nicht sehr weit gekommen bin.
Hier haben wir das gleiche Szenario. Ein Buch mit wunderbarem Klappentext, dass sogar mich, die ich ja um die Unfähig von Sarah Lotz (Eine Autorin in diesem Gespann) wusste, dazu verleitet hat, den Autoren noch eine Chance zu geben. Es war die dritte und letzte Chance. Sarah Lotz' Die Drei war ja schon eine regelrechte Zumutung mit dieser Leichenfledderei und dem Genremix. Daher war ich beim Labyrinth der Puppen schon skeptisch und hier noch skeptischer, aber der Klappentext zog mich in seinen Bann!
Allerdings muss ich sagen, dass dieses Buch genauso schlecht geschrieben ist, wie die anderen beiden. Auch hier haben wir dieses Generve mit der direkten Rede:
- äusserte er, gab sie zu bedenken, sagte er, verneinte sie...
Und obwohl der Inhalt eigentlich spannend sein sollte, kommt keine Spannung auf. Allein die Sätze sind schon ohne Pepp. In diesem Buch war wirklich jeder gelesene Satz langweilig. Es packt einen überhaupt nicht. Die Figuren sind so kurz und knapp geschildert, dass eine Identifikation, Sympathien oder Abneigungen gar nicht erst entstehen können. Man hat zu wenig Material, um sich eine Meinung bilden zu können.
Natürlich geht es um einen Bunker, in dem mehrere Menschen leben, aber dieses Gehopse zwischen den einzelnen Figuren nervt. Besonders weil man kaum Hintergrundinformationen zu den Personen hat. Doch handelt jedes Kapitel von einer anderen Person. Man muss sich erst reinlesen, bis man kapiert, um wen es genau geht und in welcher Beziehung zu wem diese Person steht.
Wenn ich ein Buch lese, will ich vorwärts kommen und nicht erst puzzeln müssen - oder mir Notizen machen und ein Personenregister anlegen müssen.
Kurz gesagt, S. L. Grey haben eine langweilige und anstrengende Art zu schreiben. Und jetzt kann ich sagen, es liegt definitiv NICHT an der Übersetzung.
Das Apartment hat auch einen fesselenden Klappentext, und ich hätte es fast gekauft - werde diesen Fehler aber nicht noch einmal begehen. Drei Chancen für einen Autoren sind genug. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Nie wieder ein Buch von Sarah Lotz und/oder S. L. Grey kaufen. STAY AWAY!

Danksagung

Zum letzten Mal bedanke ich mich beim Heyne Verlag für das Lex. Die künftigen Bücher werde ich auch wieder bezahlen müssen.

Max Rhode - Die Blutschule

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Max Rhode

Titel: Die Blutschule

OT: Die Blutschule

Verlag: Lübbe

ISBN: 9783404172672

Deutsche Erstausgabe 2015

Seiten: 252

Einband: Klappenbroschur

Genre: "Thriller"

Dazu passt: jede Menge Kaffee



#NoShopping

Ich habe ja mein Verzichtsjahr, in dem ich der Tätigkeit des Nicht-einkaufens fröhne. Es geht sehr gut! Da ich mir auch keine Bücher kaufe (mit Ausnahme von Fachbüchern, Ogawa und King), kommen alte Leseexemplare zum Zug. Bücher, die ich während meiner Zeit als Buchhändlerin gehortet habe, und die den grossen Umzug 2016 überdauert haben. Die Blutschule gehört dazu. Am 26.12.2015 bin ich bis zum zweiten Kapitel gekommen. Das wars dann. 


"Anstelle einer Danksagung schreibt Rhode eine Beschwerde. Ich beschwere ich auch!"
– Navi M. Gray


In einem Satz

Seltsamer Vater zieht mit Frau und zwei Söhnen aufs Land, wo sie Nachbarn eines Pädophilen sind, der Vater durchdreht und die Kinder zu Mördern ausbilden will...

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

NEIN.
Ihr, die meine Blogs schon länger lest, wisst ja, um meine Abneigung was deutsche Autoren angeht - Klassiker ausgenommen. Deutsche können keine Thriller schreiben. Max Rhode liefert hier einen 252-seitigen Beweis, der diese These untermauert.
Es war Frank Festa, der auf seiner Verlagswebseite schrieb, er verlege nur amerikanische Autoren, denn nur die könnten gute Thriller schreiben. Ich stimme ihm teilweise zu. Denn die Franzosen sind auch super.
Wieso habe ich mich dennoch dazu hinreissen lassen? Der Klappentext klang ansprechend und die ersten Seiten auch. Also bestellte ich mir ein Leseexemplar. Und ich bin dankbar, dass ich kein Geld für diese Farb- und Papierverschwendung ausgegeben habe!
Der Anfang liest sich wunderbar. Die klassische Idylle vor dem Gähn. Eine Familie zieht aus Berlin weg aufs Land. Die Söhne sind nicht so begeistert. Schliesslich erfahren sie, dass ihr Nachbar ein Sexualstraftäter ist und ganz klischeehaft wird dieser verdächtigt, als den beiden Söhnen etwas zustösst. Natürlich wird Selbstjustiz ausgeübt - was auch sonst.
Irgendwann dreht der Vater durch, würgt die Mutter und macht mit seinen Söhnen einen Ausflug auf eine abgelegene Insel. Dort betreten sie eine Hütte, die wie ein Klassenzimmer eingerichtet ist. Der Vater zeigt sein klischeetriefendes Gesicht und predigt von der Dezimierung der Menschheit und dass man in der Schule das Morden lehren sollte.
Ich meine, ich habe bis zum Kapitel 26 durchgehalten, als ich mir dann doch eingestehen musste, dass unsere Lebzeit auf Erden begrenzt ist. Man sollte sie nicht mit solchem Ramsch verschwenden.

Dann setzt Rhode noch einen Schämer obendrauf, in dem er an der Stelle, wo jeder andere eine Danksagung schreibt, ganz innovativ natürlich, eine Beschwerde schreibt und sich über Danksagungen auslässt. Deplatziert ist hier wirklich nur seine Beschwerde. Er nennt Menschen mit vollem Namen, gegen die er noch immer einen Groll hegt (eine Lehrerin z.B.). Wie erbärmlich ist das bitte?
Folglich hatte ich mir überlegt, ob ich erstmals einen Titel für eine Rezension vergeben sollte, die dann "Beschwerde" gewesen wäre. Ich beschwere mich bei Max Rhode (sicherlich ein Pseudonym, dies schliesse ich aus dem "Autorenportrait" mit der wohl als ganz mysteriöser Mensch an Bekanntheit gewinnen wollte, aber auch das ist so seicht, wie sein Buch und lachhaft. Ich beschwere mich bei Max Rhode, weil Bäume für seinen Schmarrn gestorben sind. Ich beschwere mich bei Max Rhode, weil er so einen Dreck hingeschmiert hat. Ich beschwere mich bei ihm, für die Zeit, die er mir mit seinem Abfall gestohlen hat. Und ich lache ihm ins Gesicht, weil ich kein Geld für dieses, bald im Altpapier landende, Buch bezahlt habe. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

-

Danksagung

Normalerweise bedanke ich mich ja hier beim Verlag und der Vertretung für das Leseexemplar. Hier tue ich es dem "Autoren" gleich und beschwere mich darüber, dass so etwas überhaupt verlegt wird. 
Trotzdem danke für das Lex. -_^


Mittwoch, 4. Juli 2018

Sayaka Murata - Die Ladenhüterin

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Sayaka Murata 村田沙耶香
Übersetzer: Ursula Gräfe

Titel: Die Ladenhüterin

OT: コンビニ人間

Verlag: Aufbau

ISBN: 978-3-351-03703-1

Deutsche Erstausgabe 2018

Seiten: 144

Einband: Taschenbuch

Genre: Roman

Dazu passt: Hiromi Kawakami / Banana Yoshimoto



"Absurd, komisch, klug, mutig
und präzise. Einfach überwältigend."
– Hiromi Kawakami

Als ich Fachbücher bei Exlibris bestellt hatte, erschien da eine Empfehlung für mich, basiernd auf meinen Interessen. Exlibris' Algorhytmus schlug mir dieses wunderbare Werk vor. Etwas misstrauisch habe ich es dann bestellt und heute in einem Zug durchgelesen.
Keiko Furukas Kindheit brachte Erinnerungen an die meine an die Oberfläche. Sonderbar. Verstörend. Ich erinnere mich, wie ich damals in der Primarschule meine Kartonschreibunterlage mit einem Friedhof verziert hatte. Alle malten bunte Sachen. Ich zeichnete einen Friedhof, auf dem es für jedes Kind in der Klasse ein Grab mit hübschem Grabschmuck gab. Ich verstand damals nicht, wieso die Reaktionen von erschüttert bis hin zu völligem Unverständnis gingen. Weiter verstand ich auch nciht, wieso die Lehrerin meine Eltern anrief und zu einem Gespräch bat. Es war doch nur ein Friedhof - und er war gut gezeichnet.
Weitere Eigenheiten von Keikos Person, gleichen meinen. Eine Figur mit der ich mich zum grossen Teil identifizieren kann.

Eine kurze Geschichte über Selbsterkenntnis und die wichtigen Dinge des Lebens.

In einem Satz

Keiko Furuka arbeitet mit Leib und Seele als Konbini-Angestellte, schlitert aufgrund der Gesellschaft in eine Wesenskrise und gelangt letztendlich zur Erkenntnis ihrer Bestimmung.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

はい!勿論ですよ!
Ja! Selbstverständlich!
Ein Grund ist sicherlich, dass Ursula Gräfe dieses Werk übersetzt hat. Bislang habe ich keine adäquateren Übersetzungen gelesen denn die ihren. Gräfe versteht ihr Handwerk. Sie übersetzt nicht Wort für Wort, sondern fängt die ganze Stimmung Japans ein und macht diese dem deutschen Leser zugänglich.
In diesem Buch geht es um eine Aussenseiterin. Eine introvertierte Frau, die mir in vielerlei Hinsicht gleicht. Schon als Kind war sie sonderbar. Hatte für Vieles, was für die Meisten selbstverständlich ist, kein Verständnis. Eine Frau, die ihrem Job in einem Convenience Store voller Hingabe und Leidenschaft nachgeht. Seit nunmehr 18 Jahren übt sie diese Arbeit unnachlässig aus. Sie war bei der Eröffnung schon anwesend und hat viel an Veränderung und viele Filialleiter miterlebt. Um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden verleugnet sie sich. Eine 36 Jahre alte Frau, die Teilzeit in einem Konbini arbeitet, keine Kinder hat und nicht verheiratet ist, ist in der Gesellschaft nicht angesehen. So erzählt sie kleine Notlügen, um Akzeptanz anzutreffen und lästige Fragen umgehen zu können.
Eines Tages lernt sie Shihara kennen, der im Konibini anfängt. Shihara entpuppt sich als Stalker und doch lässt Keiko den Schnorrer, der dann arbeitslos ist, bei sich wohnen und nimmt es hin, von ihm herumkommandiert zu werden. Sie ist in einer Beziehung und somit wächst ihr Ansehen. Sie gilt als "normal".
Während man Shihara unaufhörlich verprügeln möchte, weil er der Inbegriff eines Paschas ist, der Keiko gar als menschlichen Abfall bezeichnet, möchte man Keiko eine runterhauen und sie fragen, wieso sie sich das gefallen lässt.
Shihara fordert, dass sie ihren Job kündigt und sich nach einer richtigen Arbeit umsieht, die besser bezahlt wird. Schliesslich muss sie ihn mitfinanzieren.
Wunder geschehen und so bekommt sie einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch, was Shihara organisiert hat. Auf dem Weg dahin machen sie einen Zwischenstopp in einem Konbini, in dem Keiko ein Schlüsselerlebnis hat und ihr Leben schlagartig ändert. Sie erkennt nun, wozu sie bestimmt ist.

"Ich bin wirtschaftlich nicht tragbar!"
– Michael Douglas (Falling Down)

Die Autorin

Sayaka Murata, Jahrgang 1979 kommt aus Chiba und arbeitet selbst in einem Konbini. Für "Die Ladenhüterin" wurde sie 2016 mit dem Akutagawapreis ausgezeichnet, dem renomiertesten Literaturpreis Japans.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Wundervoll, wenn Keiko zu Shihara sagt: "Für mich, als Konbini-Angestellte, bist du völlig überflüssig."
Shihara ist ausser sich vor Wut, brüllt ihr noch was nach und verschwindet. Keiko will ihr Leben als Konbini-Angestellte wieder aufnehmen, denn an jenem Ort ist sie glücklich und wird gebraucht. 


Dienstag, 3. Juli 2018

Stephen King - Insomnia / Schlaflos

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Schlaflos

OT: Insomnia

Verlag: Bechtermünz

ISBN: 9783828967540

Deutsche Erstausgabe 1994

Seiten: 741

Einband: Gebunden

Genre: Fantasy

Dazu passt: ein bequemes Bett



Damals im Jahr 2002...

Wir waren auf einer Schulreise und hatten noch Zeit, um uns ein bisschen in der Stadt umzusehen. In einer Buchhandlung sah ich dieses Buch von King und kaufte es. Gleich auf der Heimfahrt begann ich zu lesen, fand es aber nicht so spannend und stellte es zuhause ins Regal. Ich war bei Seite 149.
Ich erinnere mich, an meine Klassenkameraden. Ein Junge, dessen Namen wir nicht nennen, nannte mich Streber und schrie "Wer kauft sich schon ein... ein BUCH?!". Ein Mädchen meinte, ich wolle mich nur bei den Lehrern einschleimen. Mit Stephen King? Sicherlich. Unser Lehrer konnte King nicht viel abgewinnen, fand es aber dennoch lobenswert, dass man sich ein Buch kauft...
Tja, Schlaflos blieb dann an die 10 Jahre im Regal stehen, bis ich mich 2012 wieder dafür interessiert hatte. Ich kam nicht weit. Bei Seite 67 warf ich das Handtuch und liess die Rollos runter, vernagelte den Eingang und machte mich aus dem Staub.
2018 ganze 16 Jahre nach dem Kauf und dem ersten Leseversuch, nahm ich mich seiner wieder an - im Rhamen meines King-Projekts. Es war ein Kampf. Ich quälte mich jeden Morgen durch ein paar Seiten. "Schlaflos" ist in meinen Augen die Lesezeit nicht wert. Ich würde gar so weit gehen und behaupten, dass sogar LOVE (bisher das schlechteste Buch, das King je geschrieben hat) besser ist, als Schlaflos. Eventuell liegt es daran, dass ich Fantasy nichts abgewinnen kann. Ich weiss es nicht. Der Anfang vom Buch hat mir gefallen, aber dann... herrje...


"Ich würde gar so weit gehen
und behaupten, dass LOVE
spannender ist, als Schlaflos!"
– Navi M. Gray


In einem Satz

Ein alter Wittwer sieht seltsame Auren und nimmt den Kampf gegen kahlköpfige Ärtze und den Scharlachroten König auf.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Nein... und ja
So wahr ich hier sitze und diese Rezi verfasse. Nein. Als Navi M. Gray empfehle ich dieses Buch nicht. 
Fragt mich allerdings ein Anhänger der Dark-Tower-Sage danach, dann empfehle ich es. Offenbar soll es in Der dunkle Turm erwähnt werden und irgendeine Rolle spielen. Da ich die Dark-Tower-Saga bis heute nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, wie zentral jene Rolle ist. Und ganz ehrlich, sollten die 8 Bände genauso langatmig und ohne Pepp sein, wie Schlaflos dann frage ich mich, ob ich sie überhaupt je lesen werde. Ich besitze die gebundenen Metallic-Ausgaben - noch in Folie verschweisst. Eventuell stelle ich sie irgendwann bei eBay rein und mache ein Vermögen. Scherz beiseite. 
Schlaflos hat einen wunderbaren Einstieg: Wir erfahren die Geschichte von Ralph und wie er seine Frau verloren hat. Der Name des schuldigen Arztes - eines Pfuschers - wird genannt. Es geht primär darum, wie Ralph nach dem Tod seiner Frau zurecht kommt. Eines Tages sieht er seinen Bekannten, Ed, der im Begriff ist einen LKW-Fahrer anzugreifen. Ein gänzlich untypisches Verhalten. Als Ed dann auch noch davon überzeugt ist, dass der Fahrer Babyleichen in seinen Düngerfässern transportiert, denkt sich Ralph, dass Ed den Verstand verloren haben muss. Babyleichen daher, weil in Derry eine Abtreibungsklinik steht, gegen die protestiert wird. Die Meinungen zu Sinn und Zweck dieser Klinik gehen auseindander - wie im richtigen Leben auch...
Irgendwann beginnt er dann bunte Farben genannte Auren zu sehen. Später dann kleine kahlköpfige Ärzte mit Skalpell und Schere. Ralph sieht nun einen Sinn in seiner ewigen Schlaflosigkeit und auch in Ed's Verhalten. Ihm wird klar, dass nur er Derry vor einem drohenden Unheil bewahren kann und zieht in den Kampf gegen den Scharlachroten König... 

Spoiler - Gedankenstütze für mich




Sonntag, 24. Juni 2018

Joe R. Lansdale - Drive-in Trilogie

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Joe R. Lansdale

Titel: Drive-In

OT: The complete Drive-In

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 978-3-453-67672-5

Deutsche Erstausgabe 1997

Seiten: 736

Einband: Klappenbroschur

Genre: Horrorkomödie

Dazu passt:




"Ulkig, stupide und ganz unterhaltsam."
– Navi M. Gray

Seit 2015 befand es sich ungelesen in meiner Sammlung. Es durfte 3 Umzüge miterleben und wechselte so den Platz im Regal hin und wieder - stand aber immer bei seinen Kollegen (Jack Ketchum, Jacck Kilborn und Laymon).
Bei der grossen Bücherausmistung 2016 hatte ich mir überlegt, ob ich es wegschmeissen soll. Behielt es dann doch und vor einer Woche nahm ich mich ihm an. Soviel zur Beziehung zwischen diesem Buch und mir.


"Er hatte sich verflüchtigt
wie die leeren Versprechen
eines Politikers."
– Joe R. Lansdale

In einem Satz

Teens sitzen im Autokino, Asteroid erscheint und verwandelt die reale Welt in eine Filmkulisse, aus der es kein Entkommen gibt und es treten allerhand merkwürdige Gestalten auf.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Hmmm... einerseits ja und andererseits nein.
Ursprünglich ist DRIVE-IN ja in drei Bänden erschienen. Hätte ich jeden einzeln bewertet, dann hätte ich den ersten Band mit einem klaren JA empfohlen. Denn Band 1 ist wunderbar. Wir haben die Idylle einer Kleinstadt. 4 Freunde, die sich, wie jede Woche, ins DRIVE-IN begeben, um die Nacht mit Horrorklassikern auf gigantischen Leinwänden zu verbringen, Popcorn zu futtern und zu trinken. Als Leser möchte man sich sein Auto schnappen und auch dahin düsen. (hab ich wirklich grad, "düsen" gesagt? Himmelherrgottarschundzwirn ich werde alt - bald sieht man mich in einem geblühmten Kleid in einem Schaukelstuhl sitzend stricken. Sollte ich mir je eine Katze anschaffen, dann bitte erledigt mich. Macht mir den Garaus oh meine Leser)
Die Atmosphäre im DRIVE-IN ist zum Greifen nahe, man riecht förmlich das Popcorn und hört das Kreischen der Kettensäge. Dann kommt ein Komet (Hoi Reha M.) und die Welt steht Kopf. ALIENS. Es wird wahrhaftig von ALIENS gesprochen. Die Filmfreaks sind gefangen im DRIVE-IN. Ein Endzeitszenario sondergleichen wird geschildert. Irgendwann drehen die Menschen durch. Der Kampf gegen Hunger und Durst und ums Überleben beginnt. Das Popcorn ist irgendwann alle und so werden gar Säuglinge verspeist (Lansdale, ich schüttle Dir symbolisch die Hand für diesen Schritt! Babys werden ja sonst meist verschont...) Das pure Chaos bricht aus. Caligula wäre Stolz gewesen. Es bilden sich fanatische Gruppen und jeder könnte der Nächste sein, der gefressen wird. Durch einen Zufall entsteht der grosse Popcornking und ab da wirds irgendwie ätzend... FADE OUT.
Teil 2 beschreibt dann die Flucht aus dem DRIVE-IN auf einer Strasse, die allerdings nicht in die reale Welt führt. Die drei Protagonisten aus dem ersten Teil treffen auf weitere Menschen, mal gute mal schlechte. Sie kämpfen sich durch eine sureale Filmwelt als schlechte Statisten.
Das ganze Blabla geht dann in Teil 3 weiter und plötzlich wird der gute Bob nicht mehr erwähnt - oder ich hätte das irgendwie überlesen. Dafür haben wir dann die barbusige Grace, die so geschildert wird, als wäre sie aus einem der Bücher Laymons entsprungen. Dann bedient sich Lansdale noch einem Abklatsch der Bibel, nur dass es sich nicht um einen Wal sondern einen gigantischen Katzenfisch handelt, in dessen Bauch sie gespült werden...

Wer auf surealen Horror, nackte Haut und Leichenberge steht, das ganze durchsetzt von guten Sprüchen und dem nötigen Humor, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Für meinen Geschmack hätte man es bei Band 1 belassen können.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Trilogien: 
Teil 1 ist immer überzeugend! 
Teil 2 ist meist der schwächste und unnötig. 
Teil 3 ist meist wieder gelungen und überrascht mit einer Vorgeschichte. 
Nicht so bei DRIVE-IN. Hier überzeugt nur der erste Teil - und das auch nur solange bis der Popcornking auftaucht. Allein schon der Name... 


Samstag, 9. Juni 2018

Gillian Flynn - Dark Places

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Gillian Flynn

Titel: Dark Places

OT: Dark Places

Verlag: Scherz

ISBN: 978-3-651-01189-2

Deutsche Erstausgabe 2014

Seiten: 464

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller

Dazu passt:



"Kann GONE GIRL nicht
das Wasser reichen."
– Navi M. Gray

Ups... Eine Rezension, die bisher nie veröffentlicht wurde... Ich habe sie schlichtweg vergessen...


In einem Satz

Libby Day, an einem Kindheitstrauma leidend, ist pleite, muss irgendwie an Geld rankommen, meldet sich auf eine Einladung und sieht sich mit der Vergangenheit konfrontiert: War ihr Bruder unschuldig?

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Das Buch ist spannender als Cry Baby, dennoch kommt auch Dark Places nicht an GONE GIRL ran.
Hätte ich Dark Places vor GONE GIRL gelesen, sähe meine Wertung möglicherweise anders aus. Nach einem derart gewaltigen Pageturner hat man einfach Ansprüche an die Autorin. Denen sie mit diesem Thriller nicht genügen konnte.
Das Buch ist anfangs spannend, verliert sich dann aber in selbstmitleidigem Blabla und hat Schwierigkeiten, die anfängliche Spannung wieder aufzubauen. Auch der Schluss war irgendwie absehbar und nicht wirklich überraschend.
Die Verfilmung mit Charlize Theron in der Hauptrolle, fand ich besser, als das Buch...


Spoiler - Gedankenstütze für mich


Sonntag, 3. Juni 2018

Stephen King - Nachts

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Nachts

OT: aus Four Past Midnight

Verlag: Bechtermünz

ISBN: 078382896755X

Deutsche Erstausgabe 1991

Seiten: 443

Einband: Gebunden

Genre: Horror

Dazu passt:



Literarische Erwähnungen:
Robert McCammon - Nach dem Ende der Welt
V.C. Andrews - Blumen der Nacht (OT Flowers in the Attic)
Grace Metalious - Peyton Place

Damals im Jahr 200X...

...Tja, da ich hier ausnahmsweise mal keine Jahreszahl ins Buch geschrieben hatte, kann nicht mehr eruiert werden, wann ich es erstmals gelesen habe. Da im Buch gedruckt steht, die aktuelle Lizenzausgabe sei 2004, gehe ich davon aus, dass ich es 2004 gelesen habe. Jedoch meinte ich, es sei noch in den 90ern gewesen. Dies wäre allerdings nur möglich... in... in der TWILIGHT ZONE.


"In der Wüste
Sah ich ein Geschöpf, nackt, bestialisch,
Welches, am Boden kauernd,
Sein Herz in Händen hielt
Und davon as.

Ich sagte: Ist es gut, Freund?
Es ist bitter-bitter, antwortete er;
Aber ich mag es,
Weil es bitter ist, 
Und weil es mein Herz ist."
– Stephen Crane


In einem Satz: Der Bibliothekspolizist

Ein Mann wird durch die TWILIGHT ZONE mit der Manifestation einer Kindheitserinnerung konfrontiert.

In einem Satz: Zeitraffer

Junge erhält eine Polariodkamera, die Bilder aus einem Paralleluniverum ausspuckt, welche den Tod herbeiführen können.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Zwei wunderbare Kurzgeschichten in einem Band! 
Ich erinnere mich, dass ich Der Bibliothekspolizist damals nicht so toll fand. Heute jedoch schon! 
Beide Geschichten sind klassisch King der 90er. Ein normaler Tag oder Gegenstand wird in einen grusligen Kontext gesetzt und et voilà man hat Horror. 
Zu beiden Kurzgeschichten gibt es ein Vorwort von Stephen King, die beide so sympathisch sind, dass man diesen Mann einfach ehren muss. ^^

Der Bibliothekspolizist
Sam Peebles betritt eine wunderbar beschriebene Bibliothek und trifft auf die Bibliothekarin Ardelia Lortz. Ich finde schon, allein ihr Name klingt verheissungsvoll. Die Bibliothek erscheint ihm sonderbar, aufgrund morbider Poster, die in der Kinderbibliothek hängen. Kurz beschleicht ihn der Gedanke an die TWILIGHT ZONE, die so fern gar nicht ist. 
Sam vergisst, die Bücher zurück zu bringen und macht Bekanntschaft mit dem Bibliothekspolizisten, der bei ihm zuhause auftaucht. Ein Wettlauf gegen die Zeit und ein Kampf gegen die Vergangenheit beginnen.
Der Spannungsaufbau ist wunderbar. Typisch King der 90er! 


Zeitraffer
Kevin Delevan bekommt eine Polaroid Sun 660 zum Geburtstag, die aber nur Bilder aus einem Paralleluniversum ausspuckt. Sein Vater geht mit ihm ins Emporium Galorium (welches aus Needful Things bekannt sein dürfte) zu Pop Merrill, der sich dem Fall um die mysteriöse Kamera annimmt. Die Bilder sind jedes Mal ein bisschen anders, bis schliesslich ein Hund zu sehen ist, der immer näher kommt... die Bilder wirken bedrohlich. Furchteinflössend. Kevin fürchtet um sein Leben... 
Auch hier haben wir eine wunderbare Erzählung, die in den 90ern spielt. Fernab von Mobiltelefonen und dem Internet. Kevin's Schwester erinnert mich an die kleine Navi M. Gray, die auch stets vor dem Fernseher sass, wenn im Nachtprogramm ein Horrorfilm ausgestrahlt wurde. Im Buch werden Klassiker von damals erwähnt, wie bspw. Chucky - Die Mörderpuppe. Hach, was habe ich diese Filme geliebt. Nostalgische Gefühle kamen hoch... 
Der Spannungsaufbau könnte wunderbarer nicht sein. Die nette Familienidylle wird von der mysteriösen Kamera getrübt, bis sie schliesslich völlig überschattet wird. Ein Wettlauf gegen die Zeit (den bestialischen Hund) und um Leben und Tod beginnt. 
Die letzte Seite hat es in sich. Ich erinnere mich, wie ich damals in meinem Teeniezimmer mit den lila Wänden auf dem Bett lag, die letzte gelesen hatte und derart von Grauen erfüllt war, dass ich mich erst nicht umdrehen wollte, weil ich glaubte, der Hund könnte in meinem Zimmer sein. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Bucherwähnungen vom Bibliothekspolizisten lesen ^^
Robert McCammon - Nach dem Ende der Welt habe ich sogar zuhause. Neuauflage erschienen im FESTA-Verlag unter dem Titel "Swans Song".




Dienstag, 1. Mai 2018

Stephen King - DUDDITS -Dreamcatcher-

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Duddits

OT: Dreamcatcher

Verlag: Ullstein

ISBN: 078555008329X

Deutsche Erstausgabe 2001

Seiten: 825

Einband: Gebunden

Genre: sci-fi

Dazu passt:



Damals im Jahr 2001...

...machte ich eine Schnupperlehre in einer Buchhandlung im Nachbardorf, welche einem exzentrischen alten Kautz gehörte. Dort, in seinen Regalen umgeben von zahlreichen anderen Büchern, stand Stephen King's "Duddits". Als "Lohn" für eine Woche lang arbeiten, was hauptsächlich putzen war, durfte sich mein damaliges Ich ein Buch aussuchen. DUDDITS. Doch lesen sollte ich es erst im Jahr 2018.
Eventuell hatte ich mal angefangen, aber das Datum nicht eingetragen.
Kürzlich dann, wollte mir DUDDITS nicht mehr aus dem Kopf gehen und so kam es, dass diese winterliche Lektüre zum Mai-King geworden ist.

"Mr. Gray ist ein Alien."
– Navi M. Gray


In einem Satz

Aliens kommen auf den Planeten Erde und werden von vier Freunden und ihrem Sandkastenfreund Duddits bekämpft.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja.
Wer Sci-Fi und oder Enzeitstimmung gepaart mit Aliens mag, dem empfehle ich dieses Buch. Wer sich ausserdem für eine Egotruppe an militärischen Alienjägern erwärmen kann, wird hier auf seine Kosten kommen.
Den Einstieg machen Headlines von Zeitungsberichten. Hier hat Sarah Lotz also für ihren Ramsch "Die Drei" abgekupfert... Soso.
Wie üblich bei den älteren Kingbüchern, beginnt auch "Duddits" malerisch in einer kleinen Stadt, wo die FreundePete, Henry, Jonesy und Biber auf den kleinen Duddits treffen, ihn retten und seine Freunde werden. Quasi als Dank werden sie alle mit einer Gabe der Hellsichtigkeit gesegnet, welche sich Jahre später auszahlen wird.
Die vier Freunde sind in den Wäldern auf einem Jagdausflug, als McCarthy auftaucht und mit ihm das erste Elend. McCarthy leidet an übler Flatulenz, was die Freunde anfangs noch witzig finden. Irgendwann dann jedoch segnet McCarthy das Zeitliche und zurück bleibt ein Alien, welches in ihm genistet hatte. Das ganze Blut ist mit einem roten Flaum überzogen, ähnlich wie dem grünen Flaum in Nachtschicht Creepshow, als Jordy Verrill den Untergang der Menschheit mit seiner Tolpatschigkeit herbei rief.
Mr. Gray nimmt irgendwann Besitz von Jonesy und was da zwischen den beiden Gestalten vorgeht ist einfach nur saukomisch! Besonders die Szene, in der Mr. Gray erstmals mit menschlichen Exkrementen in Berührung kommt XD

In Duddits haben wir alles, was man braucht. Humor, Spannung, realistisch gezeichnete Figuren, mit denen man sich identifizieren kann, Aliens, Action und Grössenwahn.
Die Kapitel wechseln ab zwischen heute und damals. Wir erfahren immer ein Stückchen mehr aus der Kindheit der vier Freunde und Duddits. Ausserdem wird Bezug zu ES genommen. Kinder, die in Derry plötzlich verschwanden...

"PENNYWISE LEBT."
– Der Club der Versager

Sogar der Film richtet sich grösstenteils nach dem Buch. Und hat man diesen gesehen, hat man ständig Tom Sizemore <3 und Morgan Freeman vor Augen. ^^

Ausserdem möchte ich auf die wunderbare Umschlagsgestaltung hinweisen, wie sie nur Ullstein zuwege brachte. <3



Spoiler - Gedankenstütze für mich

Wart nöm 17 Johr, besd es Buech lesisch... Mängisch sends gar ned so schlächt, we si töne...

Freitag, 6. April 2018

Stephen King - Der Buick

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Der Buick

OT: From a Buick 8

Verlag: Ullstein

ISBN: 078555008353X

Deutsche Erstausgabe 2002

Seiten: 495

Einband: Gebunden

Genre: hmmm

Dazu passt: Mile 81



Damals im Jahr 2002 in einer kleinen Stadt in der Schweiz... 

...kaufte ich dieses Buch. Das war gelogen. Ich kaufte es im Jahr 2003. Auch das war gelogen. Ich wollte es kaufen, las ein paar Seiten, merkte, dass es mich nicht interessiert und legte es zurück ins Regal in der Buchhandlung, in der ich meine Ausbildung gemacht hatte.
Exakt fünf Jahre später dann bestellte ich mir bei einem Händler auf Amazon diese Ausgabe und erhielt eine zerfledderte und ekelhafte Taschenbuchausgabe, welche ich dem Cheminée meiner Eltern widmete, dessen Flammen dieses fleckige und aufgequellte Parodie eines Buches herzlich umschlossen. Das Geld erhielt ich, amazonseidank, zurück. Also bestellte ich bei einem anderen Händler und erhielt eine Ausgabe, die den Beschrieb neuwertig zu Recht trug. Der Deckenband samt Schutzumschlag sahen aus, als kämen sie frisch ab Press.
Zwei Kapitel schaffte ich und legte das Buch dann ins Regal, wo es in den kommenden 10 Jahren nur aus Gründen des Umräumens oder Wohnungswechsels herausgenommen wurde. Bis es dann im März 2018 endlich ganz gelesen wurde - für mein Stephen-King-Projekt.

"Die Lightshow des Buicks könnte
gar jene, von Gardens by the Bay
in den Schatten stellen."
– Navi M. Gray

Wer sich für diese Lichtshow im Supertree Grove von Gardens by the Bay interessiert, darf gerne dem Link folgen und den Eintrag aus meinem Reiseblog lesen. 😉

In einem Satz

Polizei beschlagnahmt einen mysteriösen Buick, sperrt ihn in einen Schuppen, wo er hin und wieder mit einer Lichtshow auffährt und Monster gebärt.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Hmm... eher nicht...
Mir will partout kein Grund einfallen, wieso man so einen Quatsch verfasst. Ohne das Nachwort hätte ich dem Buch 1/5 gegeben. Mir gefällt, wie es zur Entstehung gekommen ist. King's Erlebnis, welches er im Buch verarbeitet.
Gefallen hat mir auch die Geschichte um Ned der Waschlappen Wilcox's Vater und wie die Troopers dem Jungen abwechselnd Geschichten aus früheren Tagen erzählen.
Wäre dieser Buick nicht Vorreiter der Supertree-Grove-Lightshow und würde er keine Monster ausspucken, hätte mir das Buch wesentlich besser gefallen. Ja dann hätte es gar das Zeug für eine 5/5-Wertung gehabt. Leider nein.
Ähnlich wie bei Das Mädchen hatte King eine wunderbare Idee erstmal wunderbar umgesetzt und dann mit ein paar Details verkackt. Manche mögen auf blob- und fischartige Monster, welche dem Kofferraum eines Buick 8 entschlüpfen stehen. Ich für meinen Teil kann damit nichts anfangen.
Wenn ich schon ein Buch lesen muss, dessen Hauptrolle einem Auto innewohnt, dann bitte so etwas wie Christine. Das ist gruselig.
Dieses Buch hat den Einbruch des Grauens ins Alltägliche in meiner Welt nicht geschafft.


Spoiler - Gedankenstütze für mich

Kaum Randnotizen gemacht und gegen Schluss war es ein Kampf. Wenn überhaupt sehen wir uns in 10 Jahren wieder...


Samstag, 24. März 2018

Kouji Suzuki - The Ring

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Kouji Suzuki 鈴木 光司

Titel: The Ring

OT: リング, JP 1991
 Ringu

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453866799

Deutsche Erstausgabe: 2003

Seiten: 300

Einband: Taschenbuch

Dazu passt: Ring II / Ring III




Ein weiteres Buch, das ich mal zu lesen angefangen, dann ins Regal gestellt und vergessen hatte.

"Eine tödliche VHS... damals etwas Neues -
aber wer hatte 2003 noch einen
VHS-Recorder zu hause?"
– Navi M. Gray


In einem Satz

Journalist Asakawa geht zusammen mit seinem Kumpel Ryuji einer Serie rätselhafter Todesfälle auf die Spur, deren Ursache eine verfluchte VHS-Kassette ist... 

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Das Buch ist bei Weitem spannender, als die ermüdende japanische Verfilmung. Interessant ist auch, dass der Journalist hier männlich ist und sich mit einem alten Kumpel auf Spurensuche begibt.
Die Videosequenzen und die Spuren und Hinweise, denen die beiden folgen sind mit dem Film identisch. Auch dass sich der Brunnen unter einer Ferienanlage befindet.
Obschon man weiss, was passiert und der Horror ausbleibt, ist das Buch äusserst spannend. Anfangs hat man ein paar Tote (die Kids, welche das Video schauen), dann aber geht es nur noch um Asakawa und Ryuji. Wir erfahren von Ryujis Vergangenheit als Vergewaltiger, bekommen einen Einblick ins Japan der 60er Jahre und in Sadakos Vergangenheit und gelangen schliesslich zur Erkenntnis, wie und wieso sie diesen Fluch, gebannt auf VHS, auf die Welt losgelassen hat.
Ich stelle mir die Frage, müsste man heute eine DVD brennen?

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Wie man im Film darauf kam, dass Sadakos Geist aus dem Fernseher steigt, ist mir schleierhaft, geschieht dies im Buch jedenfalls nicht.

Überhaupt wurde die Filmversion deutlich verändert. So hat nicht etwa Sadakos Mutter sie umgebracht, sonder ein Arzt, der sie erst vergewaltigt, dann erwürgt und schliesslich in einen Brunnen geworfen hat.
Auch ist der Journalist im Buch männlich, hat eine Frau und eine Tochter, deren Leben auf dem Spiel steht. Ob die beiden überleben bleibt offen.