Donnerstag, 30. November 2017

Stephen King - Albträume (Nightmares & Dreamscapes)

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Albträume

OT: Nightmares & Dreamscapes, 1993

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe von 1993
ISBN: 978-3-453-50338-4
(Vergriffen)

Deutsche Erstausgabe: 1993

Seiten: 462

Einband: Taschenbuch




1 Vorwort, 12 Kurzgeschichten, 1 Anmerkungen

Fünf der in diesem Band enthaltenen Kurzgeschichten wurden verfilmt.


Was passt besser zum Herbst, als eine Anthologiensammlung des Meisters der modernen Horrorliteratur, Stephen King?
Mich deucht, in seinen Kurzgeschichten geht stetig wahrlich auf. In seinen Romanen hingegen verliert er sich teilweise zu sehr im Detail. Wie dem auch sei...

Ich hatte völlig vergessen, dieses fabelhafte Buch zu rezensieren. So habe ich es nun ein drittes Mal gelesen. ^_^

Meine Ausgabe stammt aus 1993, was man ihr ansieht. Dennoch! ist de Rücken nicht geknickt. Noch immer nicht. Ja, darauf bin ich stolz. Die Seiten jedoch sind leicht vergilbt, aber was solls.

Für mich war es interessant zu sehen, wie mein Geschmack sich im Laufe der Jahre verändert hat, so gefallen mir doch heute Geschichten, die ich damals mit 1/5 bewertet hatte.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja! 
Wie die meisten von King's Kurzgeschichtensammlungen ist auch dieser Band wunderbar befüllt worden! Die meisten der Erzählungen sind düster und allesamt sind sie spannend und jede hat ihren eigenen Charme. 
Meiner Meinung nach, eine der besten Anthologiensammlungen.
Wer ältere Werke von King mag, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. 


Dolans Cadillac

Diese Geschichte wurde 2009 mit Christian Slater unter dem Titel Dolans Cadillac verfilmt. Irgendwann folgt hierzu dann ein Eintrag in der Rubrik Buch VS Film.
Robinson ist Lehrer und führt eine glückliche Ehe seiner Frau Elizabeth, bis sie vom Unterweltboss Dolan umgebracht wird. Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort. 
Robinson kommt nicht über den Tod seiner Frau hinweg, beobachtet Dolan über sieben Jahre lang und schmiedet dann einen wahrlich kreativen Racheplan, welchen er in der Wüste Nevadas in die Tat umsetzt. 
  Die Geschichte ist aus Robinsons Sicht geschrieben. Über seine Aphorismen kann man hin und wieder lachen oder aber sie stimmen einem nachdenklich. 

5/5


Das Ende des ganzen Schlamassels

2006 für die Mini-Serie Nightmares & Dreamscapes verfilmt. 
Howard Fornoy "Bowow" erzählt, während er dem psychischen Verfall immer näher rückt, die Geschichte, wie er und sein Bruder Robert die Menschheit, so wie wir sie kennen, vernichtet haben. Dies unbewusst nur mit den besten Absichten. Zu spät haben sie erkannt, dass ihr Projekt unausweichliche Folgen nach sich ziehen würde... 
  Hier mal eine andere Darstellung der Apokalypse. Wunderbar unterhalten und spannend geschildert. 

4/5


Kinderschreck

Die Grundschullehrerin Emily Sidley herrscht über ihre Klasse, in dem sie Angst und Schrecken verbreitet. 
Eines Tages glaubt sie, möglicherweise nachdem sie The Bodysnatchers einmal zu oft gesehen hat, dass die Kinder ihrer Klasse durch Monster ersetzt worden seien. Eines der Kinder verwandelt sich vor ihr eine solche Bestie. Emily Sidley erkennt, dass sie die Welt vor diesen Monstern befreien muss und schmiedet einen Plan, der den Tod einiger dieser Kinder zur Folge hat - dies jedoch bleibt auch für sie nicht ohne Folgen...
  Bitterböse und herrlich gestört (besonders wenn man Kinder nicht mag 😜)
-> Die Geschichte wurde als Dollarbabies verfilmt und eine weitere Verfilmung als Spielfilm ist geplant. 

3/5


Der Nachtflieger

Hach, was liebe ich diese Geschichte und so auch die Verfilmung. Dieser Film hat mich damals, als ich jung war, doch ein bisschen verängstigt gehabt. Das waren noch Zeiten...
Die Kurzgeschichte liest sich ebenso wunderbar. Dees arbeitet für Inside View und ist einem cessnafliegenden Vampir auf den Fersen. Er lebt für den Horror und liebt es, seine Leser in Angst und Schrecken zu versetzen. Dees geht über Leichen, um die Auflage zu steigern. Doch was mit dem sogenannten Nachtflieger (Dwight Renfield) auf ihn zukommt, damit hat er im Leben nicht gerechnet... 
  Wunderbar spannend, düster, zynisch und einfach 100% King! GENIAL!

5/5


Popsy

Und noch eine Vampirgeschichte. Eine Wunderbare noch dazu!
Sheridan hat Schulden bei den falschen Leuten und muss an Geld kommen. Also hat er einen Job als Kinderfänger angenommen und lauert vor einem Einkaufszentrum auf Kinder, die ihre Eltern verloren haben. Es sollte ein guter Tag für ihn werden, denn vor dem Eingang stand tatsächlich ein kleiner Junge. Ganz allein.
Sheridan erschleicht sich des Jungen Vertrauen und lockt ihn in seinen Lieferwagen. Der Junge fragt immer wieder nach seinem Popsy. Sheridan versichert ihm, er würde ihn zu seinem Popsy bringen. Was er nicht ahnen kann, dass Popsy ein Vampir ist... Möglicherweise der selbe, den wir in Der Nachtflieger kennengelernt haben...

5/5


Es wächst einem über den Kopf

Diese kurze Geschichte soll bekanntlich ein Nachtwort zu In einer kleinen Stadt sein. 
Im Zentrum des Geschehens steht das Newall-Haus, auf einem Hügel in Castle Rock. Joe und Cora Newall lebten darin. Cora bekam eine schrecklich missgebildete Tochter namens Sarah, die nicht einmal ganze sechs Stunden überlebte. Cora ist über den Verlust nie wirklich hinweggekommen. Joe stürzte sich in die Arbeit am Haus und baute es stets weiter aus - auch noch nach dem Tod seiner Frau... Als auch Joe nicht mehr auf Erden weilte, stand das Haus lange Zeit leer und wurde dann an Auswärtige verkauft - die aber bald darauf das Weite suchten. 
Die Herren in der Kneipe erzählten sich dann, dass am leerstehenden Newall-Haus wieder mit Bauarbeiten begonnen worden sei... Rose Red?
  Meiner Meinung nach mehr Melodrama denn Horror - aber wieder einmal wunderbar... Eine Erzählung über die Vergänglichkeit...

5/5


Klapperzähne

Als eine Kurzgeschichte in Quicksilver Highway verfilmt. 
Bill Hogan ist auf der Durchreise und macht an einer Tankstelle halt. Dort im Laden sieht er Klapperzähne mit weissen Socken und grossen gelben Schuhen, die er unbedingt haben möchte. Für seinen Sohn, aber auch für sich selbst. 
Der Besitzer des Ladens schenkt ihm die Schuhe. Als Bill weiterfahren will, wird er von einem Jungen gefragt, ob er mitfahren könne. Schliesslich ziehe ein gigantischer Sandsturm auf. Da Bill schlechte Erfahrungen gemacht hat, zögert er erst, nimmt den Jungen, der sich dann als Bryan Adams vorstellt mit. Die Situation wird zunehmend unangenehm, bis Bryan Adams schliesslich ein Messer zieht... 
Ein Autounfall ereignet sich und die bis dahin defekten Klapperzähne werden lebendig...
  Witzig und bitterböse. Durchwegs spannend, wenn auch idiotisch teilweise. Ich mag diese Geschichte einfach. 

5/5


Zueignung

Das Zimmermädchen Martha Rosewall schliesst einen Pakt mit der Bruja-Hexe Mama Delorme über den natürlichen Vater ihres ungeborenen Kindes. 
Später dann, als ihr Sohn erwachsen und einen Bestseller veröffentlicht hat, erzählt sie ihrer Freundin Darcy von dem Pakt und den Jahren davor und danach und wie es dazu kam, dass ihr Sohn so erfolgreich geworden ist...
  Anfangs hat man keine Ahnung, worauf man sich eingelassen hat. Man entwickelt Mitleid mit Martha und fragt sich, wie Menschen so grausam sein können... irgendwann verziehen sich die Mundwinkel dann zu einem fiesen Lächeln.. 😏

3/5


Der rasende Finger

Wurde 1991 für die TV-Serie Monsters verfilmt. In der Hauptrolle der wunderbare Tom Noonan als Howard Mitla. 
Howard sieht sich eine Quiz-Show im Fernsehen an, als er aus dem Badezimmer ein kratzendes Geräusch hört. In der Annahme es sei eine fette Ratte geht er ins Badezimmer, um dann einen Finger im Waschbecken zu sehen. Seine Frau sieht den Finger nicht. Nur Howard. 
Nach schlaflosen Nächten und Urinierens in den Strassen, beschliesst Howard der Sache Herr zu werden, geht in den Laden an der Ecke und kauft sich eine elektrische Heckenschere und Abflussreiniger. Damit bewaffnet will er dem Finger den Garaus machen...
  Auch hier haben wir eine recht idiotische Geschichte. Aber ganz ehrlich liebe Leser, wie würden wir reagieren, würde es uns eines Tages wie hier dem guten Howard Mitla ergehen? Auch diese Geschichte erwärmt mein Herz immer wieder. 

5/5


Turnschuhe

John sieht in der Herrentoilette Turnschuhe unter der Kabinentür. Erst denkt er sich nichts dabei, realisiert dann aber, dass eine tote Fliege auf dem Schuh liegt. Als die Schuhe nach Wochen noch immer dort stehen, beginnt er sich zu fragen... Es liegen auch immer mehr tote Fliegen und Staub darauf und um die Schuhe herum. 
Georgie erzählt John dann eine Geschichte, die weit zurück liegt. Über den Mord an einem Drogenkurier, dessen Geist in der Herrentoilette sein Unwesen treiben soll. 
Von der Neugierde gepackt, geht John wieder zur Herrentoilette. Diesmal öffnet er die Tür der Kabine mit den hervorlugenden Turnschuhen...
  Spannend und teilweise ein bisschen zu viel des musikalischen Blablas und doch eine gute Geistergeschichte der Moderne. 

3/5


Verdammt gute Band haben die hier

Auch diese Kurzgeschichte wurde für die Mini-Serie Nightmares & Dreamscapes verfilmt. 
Clark und Mary sind im Auto auf einer Landstrasse unterwegs. Während Mary ein Schläfchen macht, nimmt Clark eine "Abkürzung" und so landen sie mitten im Nirgendwo. Mary ist äusserst sauer darüber und verlangt, dass Clark wendet. Die Strasse, die jenen Namen gar nicht verdient hat, ist jedoch zu schmal dazu. So fahren sie weiter und weiter... 
Irgendwann kommen sie an ein Schild, welches sie im Ort Rock'n'Roll Heaven begrüsst. Mary findet das alles sehr merkwürdig. Sie fühlt sich wie in einer Episode aus Twilight Zone und ahnt gar nicht, wie recht sie damit haben wird... 
Eine wunderbare Geschichte, welche wahrlich für eine Episode der TWILIGHT ZONE hätte verfilmt werden sollen...
  Witzig, spannend und äusserst kreativ. 

5/5


Hausentbindung

Wohl die erste und einzige Zombie-Erzählung von Stephen King. 
Sie spielt auf einer kleinen Insel, deren Bewohner erst im Radio und Fernsehen von einer Invasion aus Untoten in anderen Ländern und schliesslich anderen Teilen der USA hören. Schliesslich wappnen sie sich und harren auf dem Friedhof aus, um den Zombies, sollten auch sie heimgesucht werden, den Garaus zu machen...
Erst geht es nur um Maddie Pace. Wir lesen ihre Lebensgeschichte und erfahren Dinge, über das Leben einer Frau von damals... Einer Frau, die ihr Leben auf einer kleinen Insel fristete und nichts von Feminismus wusste. Ihr Mann Jack ertrinkt schliesslich beim Hummerfischen - jedoch sieht Maddie ihn dann wieder... 
  Obschon ich nichts für Zombies übrig habe, gefiel mir diese Erzählung sehr gut. 

3/5




Tim Miller - Familienmassaker

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Tim Miller

Titel: Familienmassaker

OT: Family Night, 2013

Verlag: FESTA

ISBN: Keine, da FESTA Extrem

Deutsche Erstausgabe Juni '15

Seiten: 152

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt: sonstiger Müll vom FESTA-Verlag


Und einmal mehr hat Eure gute Rezensionistin Navi M. Gray Geld für Schund aus dem Fenster geschmissen. Ich ziehe ernsthaft in Erwägung, mit dem Rauchen kubanischer Zigarren zu beginnen. Einfach um diese mittels brennendem Geldschein anmachen zu können. So wüsste ich immerhin im Voraus, dass ich mein kostbares Geld verschwendete...


"Wenn Lesen zur Mutprobe wird..."
– Frank Festa

Ach Frank... Frankieboi... Netter Slogan, den Du da für Deinen Verlag gewählt hast. Jedoch trifft das auf die meisten Bücher nicht zu. Oder zumindest nicht auf jene, die ich mir zu Gemüte geführt habe... Ja ich bedauere den Kauf so mancher Bücher... Besonders dann, wenn sie keine ISBN haben und ein Etikett mit "Extrem" draufgepappt worden ist. Ja dann, kann ich mir sicher sein, ich verschwende mein Geld. Extrem ist dieses Buch vielleicht in den Augen einer Achtjährigen, die eben das Horrorgenre für sich entdeckt hat.
Obschon mir das Portrait des Autoren äusserst sympathisch erscheint, komme ich nicht umhin diese 152 mit einer Rezension zu versehen, die so wahr ist, wie ich hier sitze und bei einer Tasse Grüntee schreibe.
Pluspunkt: Der Autor war sich kurz zufassen in der Lage. Meinen ergebensten Dank, Tim Miller.

In einem Satz

Familienmassaker in Flaschen abgefüllt ergibt ein prima Schlafmittel.

Ein Familienvater erzieht seine Kinder zum Kannibalismus und entführt irgendwelche Frauen, um diese dann mit den Kindern verspeisen zu können.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein! Um Himmelswillen! Nein! 
Hände weg von diesem Buch! 

Die Story ist so seicht und absehbar, dass man sich ein bisschen mehr Kreativität seitens Herrn Miller wünscht. 
Beispiel: Eine Lagerhalle im Wald. Das Opfer humpelt den Weg entlang, anstelle sich durchs Unterholz in die Freiheit zu kämpfen... Sämtliche Handlungen sind absolut absehbar. Überraschungen bleiben aus. Somit kommt auch keine Spannung auf. Einzig an der Stelle, wo man wissen möchte, ob die beiden letzten Opfer nun überleben. 
Dann hat es Herr Miller wohl seinen Vorbildern (wenn er denn welche hat) gleichtun wollen, in dem er diese lieblos hingeschmierte Sonntagsnachmittagsarbeit mit einem Epilog versehen musste. Natürlich. Einfach der Erledigungspflicht halber habe ich diesen dann auch noch gelesen und wahr, oh siehe da, gar nicht überrascht. Denn auch mit diesem Ausgang war zu rechnen. 
Tim Miller hat dieses Buch im CreateSpace veröffentlicht. Das muss nichts Negatives sein. Aber doch stelle ich mir die Frage, wieso ein Frank Festa, der seine Seele dem Verlegen der übelsten Horrorliteratur verschrieben hat, so etwas verlegt. 

Offenbar glaubt man, dass man mit einem bisschen Sadismus und einem Kannibalen bereits das Geheimrezept für einen guten Horrorroman gefunden hat. Lieber Herr Miller mitnichten. 

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