Mittwoch, 11. Oktober 2017

Patrick Senécal - 7 Tage der Rache

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Patrick Senécal

Titel: 7 Tage der Rache

OT: Les sept jours du talion, 2002

Verlag: FESTA

ISBN: 9783865523006

Deutsche Erstausgabe April '14

Seiten: 378

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt: Jack Ketchum's EVIL



Zwei Verfilmungen gibt es von diesem Buch. 7 Tage aus Frankreich und The Tortured aus den USA. Bei der amerikanischen Verfilmung wurde der Schluss leicht abgeändert, was extrem einfährt... Aber, schaut den Film selbst. Ich werde hier nicht spoilern.


"Ein erschütternder Rache-Thriller
von konsequenter Härte."
– Frank Festa

Wenn ein Buch derart fesselnd geschrieben ist, dass man es, obschon man die Handlung aufgrund der bereits gesehenen Verfilmungen bereits kennt, dann hat man einen grossartigen Autoren gefunden!
Patrick Senécal... Der Film 5051 Rue des Ormes basiert auf seinem gleichnamigen Buch, welches ich derweil lese.

Ein Ereignis:
Als ich am Bahnhof stehend in diesem Buch gelesen habe, schrie plötzlich einer "Ööööh! FESTA!" und ich blickte auf. Der Typ erzählte mir dann, dass er Alles von Edward Lee lese. Dem gegenüber bin ich ja äusserst skeptisch eingestellt. Dann meldete sich seine Kollegin zu Wort und meinte, er habe ihr auch einen Edward Lee, Das Schwein, empfohlen und es sei gut, aber ekelhaft. 
Und so unterhielt ich mich während der ganzen Zugfahrt mit diesen zwei Fremden über Bücher des FESTA-Verlags und andere Thriller. 😀

In einem Satz

Ein Arzt rächt sich auf sadistischste Art und Weise am Vergewaltiger und Mörder seiner 10-jährigen Tochter und verfällt zunehmend dem Alkohol und Wahnvorstellungen, hervorgerufen durch die Geister der Vergangenheit.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Senécal versteht sein Handwerk! Die Figuren sind lebendig und derart real geschildert, dass man mitleidet. Bruno, der Vater, rächt sich am Vergewaltiger und Mörder seiner kleinen Tochter, wohl um die rechtlichen Konsequenzen seiner Tat wissend.
Er legt falsche Fährten, auf welche die Polizei hereinfällt.
Senécal schildert äusserst bildhaft, auf welche Art das Monster von Bruno gefoltert wird. Da dieser Arzt ist, weiss er genau, wie weit er gehen kann, damit "das Monster nicht seinen Qualen erliegt.
Wir leiden mit Bruno mit. Lernen seinen Schmerz und seine Qualen zu verstehen. Wir haben Verständnis und irgendwann kommen wir zum Schluss, dass diese Foltermethoden noch nicht genug sind. Das Monster müsste noch mehr leiden! Wir stellen unser hiesiges Rechtssystem in Frage, wie es auch Bruno im Buch tut. Dieser kann nicht akzeptieren, dass das Monster nach ein paar wenigen Jahren im Gefängnis wieder auf Bewährung freigelassen werden würde und nimmt das Gesetz selbst in die Hand. Wir pflichten ihm bei.
Bei gewissen Handlungen und Gedankengängen Bruno's erinnert er an Vitali Kaloyev, der das Gesetz auch selbst in die Hand nehmen musste, aufgrund ... lassen wir das... Die meisten von Euch, oh meine treuen Leser, kennen meine Meinung zu Kaloyevs Tat und dazu wen er anstelle von Nielsen hätte abstechen sollen... denn nur einer hatte die volle Verantwortung...

Gegen Schluss hat das Buch ein paar Längen. Mich hat gestört, dass Bruno immer mehr dem Alkohol verfällt, an Wahnvorstellungen leidet und von der Polizei ausgetrickst wird.... 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Es wird sehr bildhaft geschildert, woher Bruno seine Wahnvorstellungen hat. Er hört ständig einen Hund bellen.
Ein Junge aus der Nachbarschaft wurde einst von einer deutschen Dogge angefallen und hat heute noch ein von Narben entstelltes Gesicht. Jedoch hat er überlebt. Der Vater des Jungen schnappte sich den Baselballschläger und ging geradewegs zum Grundstück des Hundebesitzers, wo er den Hund langsam und qualvoll zu Tode geprügelt hat...