Samstag, 30. September 2017

Jack Ketchum & Lucky McKee - SCAR

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Jack Ketchum
          Lucky McKee

Titel: SCAR

OT: The secret life of souls, 2016

Verlag: Heyne Harcore

ISBN: 9783453677173

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 317

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller

Dazu passt: Blutrot


Nachdem mir Lebendig und später dann Jagdtrip ja nicht mehr sonderlich gut gefallen hatten, war ich skeptisch, als ich dann schliesslich SCAR in meinen Händen hielt.
Die Rückseite des Buches wird von einem Zitat Stephen King's geziert:


"SCAR ist ein furchterregendes, fesselndes
Buch über eine Familie am Abgrund  und
zugleich eine herzergreifende Geschichte über
ein Mädchen und ihren Hund. Die Sprache ist
glasklar, das Tempo atemberaubend.
Jack Ketchum und Lucky McKee haben einen
verdammt guten Roman geschrieben."
– Stephen King

Allerdings wissen wir ja, dass Stephen King und ich nicht sehr oft den gleichen Buchgeschmack haben, so sehr ich den Meister der modernen Horrorliteratur auch verehre, finde ich das Meiste, was er für gut heisst, schlecht. Wir erinnern uns zB. an Sarah Lotz's Die Drei.

In einem Satz

Eine Mutter giert nach dem Erfolg ihrer Tochter und geht buchstäblich über Leichen.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Eine tragische Geschichte um den Zerfall einer Familie und die Liebe zu einem Hund.
Herzergreifend und rasant geschildert. Einmal mehr zeigt Ketchum den Spiegel der Seele eines von Gier zerfressenen Menschen und erinnert uns daran, dass das Leben manchmal ein wahres Arschloch sein kann...
Das Buch hat ein paar Längen. Man braucht Durchhaltevermögen, bis es endlich zur Sache geht. Aber angesichts dessen, dass hier ein Familiendrama geschildert wird, geht das in Ordnung.
Ketchum schildert die Patricia, die Mutter, derart authentisch unsympathisch, dass man die ganze Zeit über darauf wartet, dass er loslegt und sie büssen lässt. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Mutter: Pat - Patricia (gescheiterte Schauspielerin, die ihren Traum durch ihre Tochter lebt)
Vater: Bart (ein Idiot, der das ganze Geld verschwendet)
Sohn: Robbie (dem ist der Erfolg und das Geld völlig egal)
Tochter: Delia (11 Jahre alt und ein Star)
Hund: Caity (die Heldin)

Nachdem Delia von Brandnarben entstellt worden ist, schlägt Pat daraus Profit, in dem sie die "rührende Geschichte" in einer Talkshow zum Besten gibt. Die Welt ist fasziniert von der Tatsache, dass Caity Delia das Leben gerettet hat.
Delia wird gefragt, ob ihr das Angebot gefällt, dass die plastische Chirurgie um die Wiederherstellung ihres Gesichts übernommen wird. Delia lehnt ab. Sie sehe so aus, wie sie eben aussehe. Sie sei einfach sie. Pat würde sie da am liebsten erwürgen. Jedoch schlägt diese Reaktion ein wie eine Bombe und eine Stiftung wird ins Leben gerufen. Pat schleppt Delia von einem Termin zum nächsten und hört die Kasse klingeln. Eines Tages soll Delia zu einer Signierstunde für ein Buch, welches sie angeblich geschrieben hat, von dem aber nicht einmal die Hälfte der Wahrheit entspricht. Sie will nicht mehr und erklärt ihrer Mutter, dass nur die Familie wichtig ist und sie das alles nicht mehr machen will. Pat will davon nichts hören und ist letztendlich so angepisst, dass sie ihre Tochter heftig schubst. Delia stürzt gegen das Auto. Gegen den offenen Kofferraum und bricht sich so das Genick. Pat schiebt die Schuld auf Caity. Caity habe Delia geschubst...
Bart krepiert nach einem Autounfall. Er hätte Caity auf Pats Befehl hin, aussetzen sollen. Caity springt aber aus dem fahrenden Auto und macht sich auf den Weg zurück nach hause, während Bart einen Unfall hat. Caity und Pat liefern sich einen erbitterten Kampf um Leben und Tod. 

Nochmals herzlichen Dank an die Verlagsvertretung vom HEYNE Verlag, für die Zusendung des Rezensionsexemplars.