Sonntag, 29. Januar 2017

Shari Lapena - The Couple next Door

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Shari Lapena

Titel: The Couple next Door

OT: The Couple next Door, 2016

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9783785725856

Deutsche Erstausgabe: 03/17

Seiten: 348

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller

dazu passt:
Paula Daly - Die Schuld einer Mutter


"Meine teuflischen Nachbarn..."


Anne's und Marco's Glück scheint perfekt, als sie eine Tochter bekommen. Doch dann sagt der Babysitter ab und sie möchten die Dinnerparty im Haus ihrer Nachbarn und Freunde Cynthia und Graham nicht verpassen. So überredet Marco seine Frau, das Baby zuhause zu lassen und alle 30min abwechselnd nach ihr zu sehen. Schliesslich willigt Anne ein und es kommt, wie es kommen muss: Als Anne ein weiteres Mal nach ihrem Töchterchen sehen will, ist dieses verschwunden. Das Kinderbettchen ist leer.

Da Cynthia während der Party dauernd mit Marco geflirtet hat, wird ihm bald eine Affäre angedichtet. Da er der Ehemann ist und Anne's Eltern geradezu im Geld schwimmen, gerät er natürlich als erster in Verdacht, etwas mit der Entführung zu tun zu haben.
Anne's Eltern können Marco nicht ausstehen, geben den beiden aber das Lösegeld. Auch dass Anne an Depressionen leidet, macht die Ermittlungen nicht leichter, da nun auch sie verdächtigt wird, ihr Kind möglicherweise getötet zu haben.
Natürlich wird noch in der Vergangenheit gewühlt und so werden deren Geister heraufbeschworen. Eine ehemalige Schulkameradin von Anne wird befragt und finstere Geheimnisse werden preisgegeben.

Gen Ende des Buches überschlagen sich die Ereignisse. Menschen, von denen man es nicht gedacht hätte, sind plötzlich in die Entführung des Kindes involviert und Anne weiss langsam nicht mehr, wem sie noch trauen kann... Steckt ihre einstmals beste Freundin Cynthia etwa auch dahinter?
Es kommt zu einem blutigen Showdown...

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Bei The Couple next Door handelt es sich um einen guten Thriller, der in der Mitte ein paar Längen hat, gen Ende aber mit Spannung und Wendungen vollgepackt ist, dass man es nicht mehr aus der Hand legt.
Dieses Buch lebt nicht durch Blutbäder, auch das für mich ermüdende Ermittlerblabla ist nicht vorhanden. Im Vordergrund steht klar Anne, die teilweise selbst an sich zweifelt und nicht sicher ist, ob sie das Kind getötet hat und sich nicht mehr erinnern kann.
Von Anfang hat man einen Verdacht, welcher sich bestätigt, dann aber doch ganz anders kommt, als angenommen. Natürlich sind einige Handlungen völlig absehbar, aber dennoch handelt es sich hier um einen spannenden Thriller, bei dem einzig das Ende zu wünschen übrig lässt - zumindest für mich. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Cynthia
Sie schmeisst sich draussen an Marco ran, der nicht weiss, dass Graham (aka Voyeur) eine Kamera installiert hat, die Cynthia schon oft mit anderen Männern gefilmt hat - irgendein Hobby braucht der Mensch.
Diese Kamera zeichnet auf, wie Marco die Glühbirne des Bewegungsmelders herausdreht und das Baby in die Garage trägt, von wo kurz drauf ein dunkler Hybrid wegfährt.
Cynthia, die Anne nur noch langweilig findet, seit diese ihr Kind bekommen hat (Kameradin, i ha sooo Verständnis för Dech), will Marco mit dem Videoband erpressen.
Gen Ende des Buches will Anne sich mit ihr aussprechen, da sie erfahren hat, dass Cynthia eine Affäre mit Anne's Vater hat (Hallo Geld). Cynthia provoziert Anne dergestalt, dass diese die Kontrolle über sich verliert und Cynthia umbringt.

Graham
Cynthia's Mann, ein Voyeur, der nur hin und wieder erwähnt wird.

Anne
Sie leidet an Postnataler Depression und hat ein paar düstere Punkte in ihrer Vergangenheit. Zu ihrer Schulzeit auf einer Privatschule (natürlich) wurde sie von 3 Mädchen täglich gemobbt. Eines Tages ist sie ausgerastet und hat eines der Mädchen krankenhausreif geprügelt. Konsequenzen hatte es keine. Aber Anne konnte sich nicht daran erinnern.
Anne denkt, sie habe möglicherweise auch ihre Tochter umgebracht und Marco hat den Leichnam weggebracht um sie zu schützen.
Erst vertraut sie ihrem Mann noch, doch nach und nach verliert sich dieses Vertrauen.
Anne hat eigentlich nur ihre Mutter, die immer ehrlich zu ihr war.

Marco
Er mag Anne's Eltern genauso wenig, wie diese ihn. Dennoch hat er ihr Geld angenommen, um seine Firma damit füttern zu können und auch das Geld für das Haus hat er angenommen.
Seine Firma steht erneut vor dem Aus und Marco benötigt dringend Geld. Er fragt Anne's Vater Richard nach einem weiteren Zustupf. Dieser lässt ihn aber hängen (verständlich).
Schliesslich wird Marco von einem Fremden angesprochen, mit dem er sich anfreundet. Dieser bringt ihn dann auf die Idee, seine Tochter entführen zu lassen und mit dem Lösegeld seine Firma zu sanieren. Marco willigt ein und überlässt seine Tochter diesem Typen, über den er so gut wie gar nichts weiss.
Als er das Lösegeld übergeben und seine Tochter holen will, ist der Babysitz leer und Marco wird niedergeschlagen. Das Geld ist weg. Er wurde von diesem Typen hereingelegt. Nun macht sich Panik in ihm breit. Wo ist seine Tochter. Wo ist der Typ?
Tage später sieht er ein Foto des Typen, der ihm einen falschen Namen genannt hatte, in der Zeitung. Er wurde brutal erschlagen. Scheisse! Er kann nicht mehr zur Polizei gehen. Was kann er tun. Wo ist seine Tochter?
Er zeigt das Bild Anne und meint, er habe den Typen schon mal gesehen. Anne stimmt zu. Marco meint, sie manipuliert zu haben, doch Anne erkannte den Typen wirklich. Den hatte sie früher, als sie noch klein war, oft mit ihrem Vater reden sehen.
Irgendwann erhält Marco auf dem Prepaid-Handy, das er für die Entführung benötigt hat einen Anruf. Als er die Rückruftaste betätigt hört er Richard's Stimme. Von da an weiss er, dass Richard in die Entführung verwickelt ist.

Richard
Er kann Marco nicht leiden. Hat eine Affäre mit Cynthia, von der seine Frau weiss. Wenn er sich scheiden lässt, geht er leer aus, da das ganze Vermögen seiner Frau gehört.
Er hat den Typen angestiftet Marco in die Entführung zu verwickeln. Dann hat er den Typen töten lassen. Er hat alles so gedreht, dass die Polizei Marco als Täter im Visier hat. Dieser Plan ist aufgegangen, bis Richard einen Fehler begeht. Schliesslich wird er seines Verbrechens überführt.