Sonntag, 25. September 2016

Stephen King - Mind Control

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Mind Control

OT: End of Watch, 2016

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453270862

Deutsche Erstausgabe: 2016

Seiten: 523

Einband: Gebunden

Genre: Krimi

Vorgänger: Mr. Mercedes, Finderlohn


Zweimal im Jahr habe ich das, was andere Menschen Weihnachten nennen. Immer dann, wenn ein neuer King erscheint. Kurz vor meinem Geburtstag sollte "Mind Control" erscheinen. Wie bereits beim letzten Mal, natürlich während meiner Ferien. So hatte ich mit meiner Vorgesetzten, welche die Post betreut, vereinbart, sie möge mich sofort informieren, wenn mein Reziex eingetroffen ist. Dies tat sie dann auch gleich. Da ich mir aber meine Augenbrauen tätowiert hatte, durfte nicht an die Sonne und so konnte ich den neuen King erst am Samstag, an meinem Geburtstag in Empfang nehmen. Ein tolles Geschenk, nicht? Könnte man meinen...

Ich weiss nicht, ob dies von King so beabsichtigt gewesen ist, aber mit seiner Hodges-Trilogie hat er die Meinung, dass Fortsetzungen minderwertig seien, unterstrichen. Mit Scheinwerfern ausgeleuchtet. Verhält es sich wie bei Star Wars? Als Trilogie geplant, und somit keine Fortsetzung? Selbst wenn... Finderlohn war eine wunderbare Fortsetzung. Zumindest in meinen Augen, habe ich doch von so manchem King-Fan erfahren, dass er/sie den zweiten Teil "beschissen" fand. Wie dem auch sei, ich war begeistert und habe mich auf einen ebenso guten abschliessenden dritten Teil gefreut.

Hätte ich nicht mein Projekt mit der monatlichen King-Rezension am laufen, hätte ich das Buch nicht fertig gelesen. Es würde angelesen im Regal stehen und darauf warten, dass ich es in ein paar Jahren mal wieder zur Hand nehme.
Es ist schlecht. Nicht so schlecht wie "LOVE", aber schlecht und richtig enttäuschend, wenn man die Vorgänger gelesen hat.

In a Nutshell:
Zu viele Rückblenden zu den beiden Vorgängern. In nahezu jedem Kapitel werden die Begebenheiten von damals wieder aufgerollt. Dies ist wundervoll, wenn man die beiden Vorgänger nicht gelesen hat, aber langweilig wenn man sie kennt. Eine Rückblende pro Ereignis hätte auch gereicht.
Das Thema Telekinese hatten wir bei King jetzt wirklich oft genug. Und hier wird es etwas zu fantastisch behandelt. Inklusive dem Thema Körperwanderung. Dieses führt dazu, dass man anfangs leicht verwirrt ist, weil z.B. von Brady anstelle von Babineau die Rede ist.
Man liest 250 Seiten und nichts ist passiert. Man muss sich zwingen, weiter zu lesen. Die Story hat keinen Höhepunkt. Nichts passiert. Auch King's Zynismus ist kaum wahrnehmbar. Der Spannungsbogen ist von der ersten Seite her bei Null und kommt nur sporadisch mal etwas in Gang. Richtig spannend wird es nie. Nicht mal beim Showdown.
Im letzten Teil HEADS AND SKINS geht es endlich zur Sache. Aber nur für ein paar wenige Seiten und fällt die Story wieder zurück in die Langeweile.
Dem Buch fehlt auch jegliche Tiefe. Es ist einfach da. Punkt.
Positiv war, dass die Firma Sharp Cereals auch im Jahr 2016 noch existiert -_^ Wer sie nicht kennt, sie wird in "Cujo" erwähnt.

Hodges erkrankt an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sein Besuch in der Arztpraxis erinnern an eine Kurzgeschichte aus "Basar der bösen Träume": Das Leben nach dem Tod. Obschon er weiss, dass er wohl etwas Schlimmes haben muss, drückt er sich erst vor dem Termin der Auswertung und schiebt diesen auf. Irgendwann nimmt er den Termin wahr und bekommt die unschöne Nachricht geschildert.
Währenddessen ist der Zappit wieder in Mode gekommen. Ein Grossteil der Konzertbesucher aus "Finderlohn" erhalten einen kostenlosen Zappit. Eine Gamekonsole in Tabletform. Kostenlose Spiele sind darauf installiert, darunter "Fishin' Hole", wo es darum geht, zu warten bis ein rosa Fisch übers Display schwimmt und diesen anzutippen. Die Menschen tun dies, weil sie dahingehend informiert worden sind, dass eines Tages Zahlen erscheinen und sie so etwas gewinnen werden.
Alles noch recht plausibel. Aber dann haben wir wieder das Thema Telekinese. Brady ist nun dieser mächtig und dies sogar dergestalt, dass er sich in den Kopf eines Menschen bewegen und diesen steuern kann. Wieso ich an Charles Lee Ray im Körper von Good Guy Chucky aus dem Film "Child's Play" aka "Chucky die Mörderpuppe" denken musste? Ja wieso wohl...
Jedenfalls nimmt sich Brady seinen Arzt Dr. Babineau als Wirt. Er schafft es auch Bücher-Al zu steuern und für seine Machenschaften zu missbrauchen, während Brady's Körper nach wie vor im Krankenbett liegt. Dieser Körper stirbt irgendwann und Brady's Geist/Seele/WAI lebt fortan im Körper von Babineau weiter. Gegen Ende des Buches äussert er einen Gedanken, der ebenfalls wieder an Charles Lee Ray erinnert. Brady regt sich darüber auf, dass er im Körper eines alten Mannes haust, sowie Charles sich über den Körper einer Puppe aufgeregt hat...

Ab hier wird gespoilert:
Freddi versucht die Website abzuschalten, obschon sie ein Technikfreak ist und Brady kennt. Folglich sollte sie wissen, dass Brady eine Warnung erhält. Dennoch startet sie den Versuch. Kein Wunder dass sie einen Anruf von einem zornigen Brady erhält. Obschon Brady nun ohnehin weiss, dass sie noch am leben ist, schaltet sie den Repeater nicht aus. Sie wollte diesen nicht abschalten, weil Brady dann erfahren könnte, dass sie noch lebt.
Jerome nimmt ein Schweizer Messer zur Hand und schneidet die Stromkabel des Repeaters durch. Metall leitet Strom auch im Jahr 2016 noch. Folglich hätte er einen Schlag bekommen müssen.
Der Showdown hat es auch nicht wirklich in sich. Brady's Tod war mir zu plump. Es schien, als ob man einfach endlich zu einem Abschluss kommen wollte.
Hodges stirbt, was absehbar gewesen ist. Und dennoch fehlt dem "Nachspiel" jegliche Tiefe.

Wie immer geht mein Dank an die Verlagsvertretung des HEYNE Verlags: Dankeschööön



Als noch Freude herrschte...