Samstag, 20. August 2016

Stephen King - Geschichten aus der Schattenwelt (Die Höllenkatze)

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King u.A.

Titel: Geschichten aus der Schattenwelt

OT: Tales from the darkside, 1991

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9782404133468

Deutsche Erstausgabe: 1991

Seiten: 154

Einband: Kartoniert

Genre: Horror





- Geschichten aus der Schattenwelt - 
- Film-Erzählungen -
- nach dem Film von George A. Romero - 

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, ob ich dieses Buch als Ganzes bei meinem King-Projekt rezensieren sollte oder nicht. Bastei Lübbe hat das Buch perfekt vermarktet: Schreib einfach den Namen des Grossmeisters des Horror in riesigen Lettern auf das Cover und die Menschen werden es kaufen.
Diese Ausgabe wanderte 1998 vom Kiosk in meinen Besitz über. Damals kannte ich die Verfilmung, wusste aber nicht, dass nicht das ganze Werk vom Grossmeister stammt. Es hat mich damals auch nicht sonderlich interessiert.

Diese Ausgabe mit Film-Erzählungen ist perfekt geeignet für die Rubrik Buch VS Film. Irgendwann wird es da auftauchen. Denn einiges wurde verändert - weniger von King's Höllenkatze, dafür umso mehr von Doyle's Lot Nr. 249. Aber dazu später...

Der Zwangsneurose halber, werde ich die Reihenfolge einhalten. So findet Ihr die Rezi zu King's Höllenkatze in der Mitte.

Geschichten aus der Schattenwelt

Eine fantastische Einleitung bezüglich der anderen Welt. Einer Welt, in der alles möglich ist... und in dieser Welt kommt Betty gerade von Einkaufen zurück. In ihrer Küche befindet sich eine Tür, hinter der ein kleiner Kerker versteckt ist. Darin hält sie den kleinen Timmy gefangen, den sie für ihre Dinnerparty noch zubereiten und im Ofen garen muss. 
Betty macht nicht den Anschein einer irrsinnigen Kannibalin. Ganz im Gegenteil. Sie wirkt wie die perfekte Nachbarin. Eine Art Bree Van de Kamp. 
Als ob es das Normalste der Welt wäre, berichtet sie Timmy, dass ihr nur noch wenig Zeit bleibt, denn schliesslich dauere das Garen seines Körper auch seine Zeit. Der verängstigte Timmy will Zeit schinden und liest ihr drei Geschichten aus dem Buch "Tales from the Darkside" vor:

Arthur Conan Doyle - Lot Nr. 249    4/5

"Mit letzter Sicherheit wird man wohl nie erfahren, was zwischen Edward Bellingham und William Monkhouse Lee geschah und was das Grauen ausgelöst hat, das Abercrombie Smith widerfuhr."
Im Mai 1884 bewohnten drei junge Männer, je ein Zimmer im Studentenwohnheim. "Zu ebener Erde" wohnte der Diener oder Bursche Thomas Styles, der für die drei Studenten zu sorgen hatte. In der Turmspitze war Abercrombie Smith zu hause, unter ihm wohnte Edward Bellingham und im ersten Stock William Monkhouse Lee. 
Bellinhgham's Zimmer glich mehr einem Museum, denn einem Studentenzimmer. So war es auch Bellingham der das Unglück brachte. Dieses kam in Gestalt einer Mumie, die er erstanden hatte... 
Sprachlich wunderbar. Klassisch. Doyle eben. 
53 Seiten

Stephen King - Die Höllenkatze   

Auftragskiller Halston wird vom alten, an den Rollstuhl gefesselten, Drogan angeheuert. Als er erfährt, dass er für Drogan eine Katze umbringen soll, glaubt er erst an einen schlechten Scherz. Drogan erzählt ihm dann, wie die Katze verantwortlich für den Tod sämtlicher Hausbewohner gewesen ist und fürchtet nun um sein eigenes Leben. 
Halston denkt sich erst, dass es ja nicht so schwer sein kann, eine Katze zu töten, muss dann aber auf bestialisch grauenhafte Art erfahren, was es heisst, sich mit diesem Teufel anzulegen... 
Eine sehr düster gehaltene und recht blutige Erzählung vom Grossmeister des Horrors, die nicht gerade ein gutes Licht auf Katzen wirft. Etwa ein Licht in der Art, wie Spielberg's Verfilmung von Benchley's JAWS es auf den Weissen Hai geworfen hat. 
29 Seiten

Michael McDowell - Der Schwur des Liebenden

Genau wie Betty's ist es auch meine Lieblingsgeschichte in diesem Buch und in diesem Episodenfilm. Wer mag Gargoyles nicht? Als ich ein Kind war, gab es eine Zeichentrickserie die von Gargoyles handelte. *schwelg*
Der mittellose Künstler James Preston wird nach einem Barbesuch, wo sein Agent ihm den Untergang prophezeit hatte, Zeuge, wie der Barbesitzer von einer geflügelten Bestie in Stücke gerissen wird. Er fleht um sein Leben. Die Bestie lässt ihn am Leben und nimmt ihm den Schwur ab, niemals jemandem von dieser Nacht zu erzählen. 
Kaum ist die Kretaur verschwunden, taucht eine fremde Frau in der Dunkelheit auf. Preston nimmt sie mit nach hause, da er sie vor der Kreatur beschützen will. 
Wie es nicht anders hätte sein können, entwickelt sich zwischen den Beiden eine Liebesgeschichte, die soweit geht, dass sie heiraten und Kinder kriegen. Preston ist mittlerweile ein begnadeter Künstler, um den sich alle reissen. 
Schliesslich bricht er den Schwur und erzählt seiner Carola, alles, was damals in jener Nacht geschehen ist und hat keine Ahnung von dem Grauen, das er mit seinen Worten entfesselt hat... 
47 Seiten