Donnerstag, 11. August 2016

Richard Laymon - Das Haus

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Richard Laymon

Titel: Das Haus

OT: Allhallow's Eve, 1985

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 9783453676480

Deutsche Erstausgabe 04/2016

Seiten: 272

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Dazu passt:


"Tritt ein ... 
bring Tod herein"

Als Fan von Teen- und Halloween-Horror kam dieses Buch gerade recht. Halloween in Ashburg. Ein zunächst Unbekannter lädt zu einer Halloweenparty im leerstehenden und gruseligen Sherwood-Haus, wo vor einigen Jahren eine Familie abgeschlachtet worden ist. Zunächst will nur einer auf jene Party gehen, doch aufgrund von zwei bescheuerten Teenagern kommt es soweit, dass sich nahezu jeder Teenager und einige andere im Sherwood-Haus einfinden, wo das Blutbad bereits begonnen hat. Ein Blutbad à la Richard Laymon.

Kurz gesagt

Bereits der Anfang des Buches ist wunderbar geschildert. Ein Haus neben dem Friedhof, wo Bodennebel aufzieht. Nacht. Eine alte Dame, die nach ihrer Katze sucht. Unheimliche Geräusche... Ein Mörder, der sich herumtreibt... 
Die Hauptfigur ist Eric, der Sohn einer alleinerziehenden Mutter Cynthia, die gerade eine Beziehung mit dem hiesigen Polizisten  Sam Wyatt angefangen, diese aber vor ihrem Sohn verheimlicht hat. Dieser ist alles andere als begeistert und möchte, dass seine Mutter wieder mit seinem Vater zusammen kommt... 
Dann bekommt jeder Teenager und ein paar der Lehrkräfte eine Einladung zur Halloweenparty im Sherwood-Haus. Es zieht sich hin, bis endlich etwas passiert - wie bei Laymon so üblich. 
Für Horrorfans ist die Geschichte absehbar. Für andere steckt sie wohl voller Überraschungen. 
Eine nette Unterhaltung für zwischendurch, mit erstaunlich wenig Blut und noch weniger Gliedmassen, was für Laymon doch recht untypisch ist.
Wie so oft bei Lamyon haben wir auch hier zu viele Personen, zu viele Nebenhandlungen und zu viel Blabla.
Wieso steckt Eric's Vater in einem Gorilla-Kostüm?
Meiner Meinung nach hat Laymon den Schluss versaut, weshalb die Gesamtwertung bei drei Sternen bleibt. Da hätte man wahrlich mehr draus machen können... 

Fehler

Auf Seite 19 ist erstmals die Rede von Eric Prince, bei dem wir dann plötzlich überlegen, ob Eric nun doch weiblicher Natur ist, oder möglicherweise ein Zwitter? Darauf wird jedenfalls nicht eingegangen. Zu lesen steht: "(...) Dann wäre Eric einsam und verlassen. Eine Waise."

Auf Seite 96 lernen wir die vierköpfige Familie Horner kennen:
Lynn Horner : Mutter
Hank Horner : Vater
John Horner : älterer Sohn
Mike Horner : jüngerer Sohn
Joe Horner : ? 
Wenn man sich die Mühe macht und die Seite noch einmal liest, wird einem klar, dass der ältere Sohn abwechselnd John und Joe heisst. Nett.

Zusammfassung (gefüllt mit Spoilern)

Wie bereits erwähnt, ist der Einstieg schlichtweg genial. Die Atmosphäre bei Nacht auf dem Friedhof könnte unheimlicher kaum geschildert werden. 
Nach dem der Leser sich selbst seiner Verwirrung über die Namen der Hornersöhne entledigen musste, wird die Familie gleich abgestochen. Wie schön. Kurz darauf brennt das Haus der Horners ab. Dem Leser ist rasch klar, dass der Mörder der Familie Sherwood zurück gekehrt ist. Dies wird aber noch zu verschleiern versucht. 
Überraschend ist, dass eben dieser Mörder der Vater von Eric Prince ist. Eric und er treffen sich im Sherwood-Haus, um über die Halloweenparty zu sprechen. Der naive Eric ahnt natürlich nicht, dass sein Vater die halbe Stadt abschlachten will und ist so ganz erstaunt, als er dies während der Party begreift. 
Ab Seite 262 geht dann endlich das Gemetzel los. Köpfe werden abgeschlagen, Menschen werden erschossen und Frauen werden vergewaltigt. Ganz nach Laymon eben. 
Auf Seite 268 ist es definitiv, dass Eric's Vater der Sherwood-Killer ist. 
Der Epilog auf Seite 272 hätte schlechter kaum sein können. Eric's Vater stirbt im Krankenhaus und Cynthia war seine Helferin - der dritte Gorilla. Irgendwie ist mir entgangen, wer der zweite Gorilla war o_O

Wie so oft geht mein Dank an die Verlagsvertretung von HEYNE, für die Zusendung des Rezi-Ex. Dankeschööön ^_^