Sonntag, 12. Juni 2016

Jack Kilborn - Angst

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Jack Kilborn

Titel: Angst

OT: Afraid, 2009

Verlag: HEYNE

ISBN: 978-3-453-52797-3

Deutsche Erstausgabe: 2010

Seiten: 398

Format: Taschenbuch

Genre: Horror Thriller





Mein erster Kilborn war Das Hotel. Ein wahrhaft wunderbares, mit ordentlich Gemetzel gefülltes, Buch. Also griff ich nun zu Angst.

Safe Haven in Wisconsin ist Städtchen mit 907 Einwohnern. Jeder kennt jeden, so heisst es.
Wir lernen Sheriff Arnold Streng kennen, als er gerade sein Chilli essen will und dabei von einem Notruf gestört wird. Er steht kurz vor der Pensionierung, worauf er sich freut. Dann kann er sein Chilli ungestört geniessen.
Ein schwarzer Hubschrauber ist im Wald abgestürzt und hinterlässt eine Vielzahl an Leichen(teilen).
Streng und die Feuerwehr sind unterwegs zur Unglücksstelle als wir von 5 Bestien erfahren, die dem brennenden Wrack entkommen sind. Es handelt sich um eine Eliteeinheit, die zum Töten ausgebildet worden ist: Ajax, Bernie, Logan, Santiago und Taylor. Bald schon erfahren wir, dass diese 5 Kreaturen sadistische Serienkiller und Psychopathen sind, die eigentlich hingerichtet hätten werden sollen... jedoch wurden sie für das geheime Militärprojekt "Red-Ops" rekrutiert. In deren Nacken befindet sich ein Mikrochip, durch welchen sie gefügig gemacht werden... naaa ja.
Sie ziehen mordend und vergewaltigend durch Safe Haven auf der Suche nach ihrem Ziel.
Einige Bürger Safe Haven's beginnen sich zu wehren, die meisten aber bezahlen mit dem Tod...

Der Anfang liest sich wunderbar. Wir haben ein Rentnerpaar von welchem die Frau allein zuhause ist und schliesslich bestialisch gefoltert wird. Erst viel später wird erläutert, was genau mit ihr angestellt worden ist.

In einer anderen Szene hat, ich meine es war Ajax, ein Messer mit einem pinkfarbenen Griff, an dem er herumdreht. Mein Gedanke war noch "wie süss". Dieses Messer stellt sich dann aber als herausstehender Oberarmknochen heraus. Sadismus und Folter werden gross geschrieben.

Allerdings schreckt Kilborn hier vor keinem Klischee zurück.
Das Buch ist weder sehr originell, noch hat es Anspruch. Dies als Film wäre wohl als sogenanntes C-Movie zu bezeichnen. Zu oft werden Folterszenen nur angedeutet und nicht bis ins Detail ausgeschmückt, wo dann unsere Fantasie gefragt ist.
Wie im Horror-Genre schon oft gesehen, fehlt auch hier des öfteren die Logik. Wenn man das Denken ausschaltet wird man jedoch gut unterhalten. Auch wenn einige Szenarien noch so fragwürdig erscheinen mögen.
Ein Mikrochip im Nacken verwandelt einen Menschen in eine unaufhaltsame Killermaschine? Ein Sheriff, kurz vor der Pensionierung, der sich aber wie Rambo durch die Wälder kämpft und auch noch so schwer verletzt immer wieder entkommen kann? Ein Feuerwehrmann der sich in eine Kellnerin verliebt, die einen Sohn hat, der sich gerne mal in Gefahr begibt? Natürlich hat der Junge einen kleinen und niedlichen Hund, namens "Woof", für den er sein Leben (erneut) in Gefahr bringt.
Schliesslich haben wir bewaffnete Spezialeinheiten der US-Army, die den fünf Red-Ops nicht standzuhalten vermögen? Ernsthaft?
Mitten in der Nacht versammelt sich die ganze Bürgerschaft von Safe Haven um einen Lottogewinn abzuholen, der jedem Bürger ausbezahlt werden soll? Ernsthaft? Nur eine einzige Frau findet dies höchst seltsam, schnüffelt herum, kommt davon und lässt sich dann fangen und ermorden.

Langeweile kommt keine auf. Angst ist rasant und von Leichen gepflastert. Allerdings kommt es nicht an "Das Hotel" heran.
Vom Schluss war ich furchtbar enttäuscht... wie konnte Kilborn uns das nur antun???