Samstag, 23. Januar 2016

S.L. Grey - Labyrinth der Puppen

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: S.L. Grey

Titel: Labyrinth der Puppen

OT: The Mall, 2011

Verlag: FESTA

ISBN: 978-3-86552-253-5

Deutsche Erstausgabe: 02/2014

Seiten: 395

Format: Taschenbuch

Genre: Horror-Thriller





Irgendwann im vergangenen Jahr habe ich auf der Verlagsseite von FESTA gelesen, sie würden ausschliesslich amerikanische Autoren verlegen, da jene, die einzigen wären, die das Handwerk Horror wirklich verstehen. Kann ich bisher unterschreiben.
Vielleicht liegt es daran, dass S.L. Grey ein Autorenduo aus Südafrika ist. Vielleicht ist dieses Buch daher so grottenschlecht?

Der Klappentext klingt ja vielversprechend: EMO Dan, der in einer Buchhandlung arbeitet und seinen Job hasst, wird von der drogensüchtigen Rhoda mit einem Messer bedroht. Er soll ihr helfen, einen kleinen Jungen zu finden. Als sie durch das finstere Kellerlabyrinth des Einkaufszentrums irren, wird eine keuchende Kreatur auf sie aufmerksam. Beide flüchten und finden sich bald in einem Spiel wieder...

Weiter heisst es: "Das Autorenduo S.L. Grey hat nicht nur einen der originellsten Horror-Thriller der letzten Jahre verfasst, sondern auch eine Satire auf unseren Konsum- und Schönheitswahn."

Ich erinnere mich an eine Stelle, in der eine Oma in der Buchhandlung herumbrüllt, weil das Buch, welches sie sucht (und natürlich hat sie völlig falsche Angaben) nicht gefunden werden kann. Alltag im Buchhandel. Wirklich. Ich weiss es. Aber das ist auch schon Alles, worüber es sich zu schreiben lohnt.

Entweder ist die Übersetzung schauderhaft oder das Original wurde auch so schlecht geschrieben. Ich meine, es ist das erste Mal, dass ich ein Buch rezensiere, dass ich nur quergelesen habe. Von Anfang an wollte es mich nicht packen. Irgendetwas stimmte nicht. Dann wurde mir klar was und fertig war ich. Beim Lesen hat man das Gefühl, man habe eine Schreibübung eines Primarschülers in der Hand. Ich erinnere mich zurück an meine Primarschulzeit. Schreibübungen. Abwechslung hiess das Zauberwort. "Benutzt möglichst viele Synonyme für "sagen". S.L. Grey haben sich das WAHRLICH zu Herzen genommen. Dergestalt, dass man fast dem Wahnsinn verfällt.
Zu viel direkte Rede und nach nahezu JEDER heisst es:
"sage ich"
"meine ich"
"bedenke ich"
"schreie ich"
"äussere ich"
"antwortet er"
"bedenkt er"
"sagt er"
Nie zuvor hatte ich Mühe, mit Büchern, die im Präsens geschrieben sind. Aber Labyrinth der Puppen hat mich fertig gemacht. Wirklich. Präsens gepaart mit diesem Schreibstil ist erschreckend.
Vielleicht war das ja die Absicht dahinter?
Weniger mit der langatmigen Story denn durch absolut schlechten Schreibstil schocken.

Hier haben wir mein 4. Buch aus dem FESTA Verlag. Enttäuschend war ja bereits Laymons In den finsteren Wäldern. Darkbound habe ich noch immer nicht durch (was auch am Einband eBook liegen könnte). Einzig überzeugend war Southard's Eine Nacht in der Hölle, was daran liegen könnte, dass es sich dabei um einen FESTA-EXTREM-Titel handelt.

Frank FESTA, ich bin enttäuscht... Für diesen Mist, den jeder Anfänger in kreativem Schreiben, besser hinbekommen hätte, habe ich auch noch Geld bezahlt...

Hätte ich es direkt auf deren Webseite gekauft, könnte ich vom 66tägigen Rückgaberecht Gebrauch machen. Aber mir bleibt nur: verschenken oder verbrennen... 

Freitag, 22. Januar 2016

Jack Kilborn - Das Hotel

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Jack Kilborn

Titel: Das Hotel

OT: Endurance, 2010

Verlag: HEYNE

ISBN: 978-3-453-52883-3

Deutsche Erstausgabe: 01/20102

Seiten: 381

Format: Taschenbuch

Genre: Survial Horror





Ich hatte mir eine Leseprobe auf meinen eReader schicken lassen und war von jenen wenigen Seiten völlig angetan. Also bestellte ich Das Hotel gleich in meine Krimiabteilung in der Buchhandlung, wo ich bis vor Kurzem noch gearbeitet habe. Da ich das physische Buch, dem eBook noch immer vorziehe, kaufte ich mir die Taschenbuchausgabe - und sollte es nicht bereuen.
Bei täglich 4 Stunden Arbeitsweg, war Das Hotel in einer Woche durch.

Hier haben wir einen echten Pageturner! Man verpasst, im Zug sitzend, fast die Station, an der man aussteigen muss, weil man derart gefesselt ist, von den Martyrien der Protagonisten.

Obschon wir hier reichlich Parallelen zu diversen Horrorfilmen haben (und böse Zungen meinen, es wäre alles abgekupfert), kommt NIE Langeweile auf. Gewisse Szenen und Handlungen sind für eingefleischte Fans absehbar, andere wiederum recht überraschend. Selbst Abgebrühte, wie ich, verziehen bei so manchen Stellen angewidert das Gesicht - oder hättet Ihr Spass an einer dilettantisch durchgeführten Amputation bei vollem Bewusstsein?
Solche Bücher, hatten bei uns in der Buchhandlung den Überbegriff "Schlachtplatte", denn genau das ist es. Schlachtplatte gepaart mit Sadismus und Ekel.

Braindead gilt ja nach wie vor als der Film, in dem am meisten Kunstblut vergossen worden ist. Sollte Das Hotel verfilmt werden, dürfte es Brain Dead ablösen.
Eleanor Roosevelt betreibt ein kleines Hotel, das Rushmore Inn, welches mitten in den Wäldern liegt und gar schlecht ausgeschildert ist. Im Ort spricht man nicht darüber...
Zahlreiche Touristen, die sich an jenen Ort begeben haben, verschwinden und werden nicht wieder gesehen, bis auf einige Wenige, welche wir in den unterirdischen Räumen des Rushmore Inn kennenlernen.
Das Rushmore Inn könnte man als Themenhotel bezeichnen, welches den Präsidenten der Vereinigten Staaten gewidmet ist - oder huldigt. Jedes Zimmer ist einem bestimmten Präsidenten gewidmet und mit dessen Bildern zugekleistert, was ja eigentlich schon unheimlich genug ist - bis dann die ersten deformierten Inzuchtkinder Eleanors auftauchen...

Ein Jahr zuvor ist Maria verschwunden, deren Freund Felix und Bruder Cam suchen seit Ihrem Verschwinden nach ihr und landen schliesslich in der Nähe des Rushmore Inn.
Deb, die wie Maria ein Jahr zuvor, am Iron Woman Wettbewerb mitmachen will, trifft auf den Reporter Mal, der sie aufgrund eines Interviews zum Rushmore Inn begleitet.
Die drei Frauen Pillsbury mit Grossmutter Florence, die eine echte Walküre ist, deren Tochter Letti und Letti's Tochter Kelly finden sich, mit Hund J.D. ebenfalls im Rushmore Inn ein.
Obschon alle Gäste ein ungutes Gefühl haben, steigen sie gezwungenermassen dort ab - und machen gleich in der ersten Nacht Bekanntschaft mit der Familie Roosevelt...
Kaum sind alle Gäste im Hotel geht das Gemetzel auch schon los, bis zu einem bluttriefenden Showdown.

Wer Filme wie, Wrong Turn, The Hills have eyes, Timber Falls, etc mag und/oder auf Survival Horror steht, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen!

Und wo ist es erschienen? Im HEYNE Verlag natürlich ^_^

Mittagspause

Freitag, 15. Januar 2016

Jack Ketchum - Amokjagd

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Jack Ketchum

Titel: Amokjagd

OT: Joyride, 1995

Verlag: Heyne Harcore

ISBN: 978-3-453-67545-2

Deutsche Erstausgabe 07/2008

Seiten: 288

Einband: Kartoniert

Genre: Thriller





Es ist selten gut, wenn man von einem "neuen" Autoren gleich mit dem Meisterwerk anfängt. Bei Jack Ketchum wurde mir damals "EVIL" empfohlen. Darauf habe ich jedes seiner Bücher geradezu verschlungen, gar jene recht abartigen über die Kannibalen. Da lange nichts Neues angekündigt war, hatte ich mir Amokjagd aufgehoben. Es ist wohl wahr besser als Lebendig, was auch nicht schwer ist, aber so wirklich gepackt hat es mich nicht.

Der Klappentext klingt recht viel versprechend: Lee und Carole töten Carole's Ex und lassen seinen Leichnam, der später hübsch beschrieben auftaucht, in den Wäldern liegen. Wayne hat den Mord beobachtet und heftet sich den Beiden an die Fersen, weil er meint, Gleichgesinnte gefunden zu haben und so beginnt eine Spritztour, auf der eine Vielzahl lebendige Körper zu leblose gemacht werden...

Amokjagd ist recht langatmig. Die ersten Seiten sind genau so, wie sie sein müssen: voller Spannung und brutal. Ketchum eben. Allerdings verliert sich die Story mehr und mehr in stupiden Dialogen. Als dann auch noch zwei Ermittler in Spiel gebracht werden und ich dieses "Ermittlerblabla" lesen musste, fragte ich mich, ob ich wirklich einen Ketchum in den Händen halte. Mir schoss die Frage durch den Kopf, ob es wirklich der gleiche Mann gewesen ist, der EVIL geschrieben hat. Kaum zu glauben.
Hinzu kommt, dass die Geschichte unglaubwürdig ist. Carole wird beschrieben, wie sie mit völlig verdrehten Gliedmassen im Strassengraben liegt. Sprich, Arme und Beine sind gebrochen. Kurz darauf geht es ihr aber so fantastisch, dass sie aus dem Haus rennen kann. Ähm ja?

Meiner Meinung nach ein recht schlecher Ketchum...


Sonntag, 3. Januar 2016

Joe Hill - Christmasland

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Joe Hill

Titel: Christmasland

OT: Christmasland, 2013

Verlag: HEYNE (what else)

ISBN: 978-3-453-43797-5

Deutsche Erstausgabe: 20013

Seiten: 799

Format: TB

Genre: fantastischer Thriller

Ähnliche Titel:



Mein erstes Buch von Stephen King's Sohn Joe Hill. Ich hatte mir zwei seiner Bücher gekauft und da es auf Weihnachten zuging, war Christmasland die erste Wahl. Erinnert Ihr Euch an den Kreuzritter in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug? Der, während der eine Typ elendiglich krepiert, in sachlichem Ton sagt "Seine Wahl war schlecht". Wäre eben jener Kreuzritter hier, würde er das gleiche sagen, denn meine Wahl war ebenso schlecht.

Charles Manx rettet Kinder vor ihren Eltern und bringt sie nach Christmasland. Die Figur Charlie Manx erinnert an so manchen Stellen an Willy Wonka, nur dass Wonka einer anderen Art von Geisteskrankheit verfallen war und meines Wissens nach keine Kinder getötet hat...
Er heuert einen neuen Lakaien an, der auf den Namen Bing hört. Bing. Wieso nennt man eine Romanfigur nach einer schlechten Suchmaschine?
Wie dem auch sei erfahren wir von Bing, welches Wundermittel es braucht, um Menschen zu betäuben, sprich willenlos zu machen. Vergesst den Gedanken gleich wieder, denn man bekommt Sevofluran nicht mal bei Amazon.
Im zweiten Erzählstrang haben wir Vicky, das Gör, McQueen, die als kleines Mädchen ein Raleigh-Fahrrad besitzt, mit dem sie eine alte Brücke herbeizaubern bzw. herbeifahren kann. Später dann hat sie ein Motorrad, das über die selben Kräfte verfügt. Durch diese Brücke kommt sie durch sogenannte Wurmlöcher, oder die Brücke an sich ist ein Wurmloch, in eine Parallelwelt, wo sie auf viele Personen und irgendwann erstmals auf Charles Manx trifft, ihm aber entkommen kann, jedoch soll sie ein zweites Mal auf ihn treffen, was dann nicht so glücklich enden soll...

Das Buch beginnt mit einem wunderbaren Anfang und zwei Erzählsträngen, die eine wunderbare Spannung aufbauen. Gegen Mitte verliert es sich jedoch in unnötigem Füllblabla und schafft es nicht, die anfängliche Spannung wieder aufzubauen.
Hätte Joe Hill sich auf die Grundidee konzentriert und die rund 300 Seiten Füllmaterial weggelassen, wäre aus Christmasland wohl eine Art Weihnachtsklassiker geworden. Schade drum.
Dennoch! Ich freue mich auf "Blind" von ihm.

Ein konfuser Auszug:
"(...) und die Vorstellung, dass Marta und ihre Mutter einem Ted Bundy oder Charles Manson in die Hände gefallen sein könnte, der sie zu Tode folterte, machte ihn ganz krank."

Wieso wird Charles Manson hier mit Ted Bundy verglichen? Wie wir heute wissen, hat Charlie Manson nie selbst handangelegt. Er hat "lediglich" zum Morden verleitet.
Wären David Berkowitz (Son of Sam), David Carpenter (Trailside Killer) und Donald Gaskins adäquater gewesen? 

Samstag, 2. Januar 2016

Stephen King - Die Arena

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Die Arena

OT: Under the dome, 2009

Verlag: HEYNE (what else)

ISBN: 978-3-453-26628-5

Deutsche Erstausgabe: 2009

Seiten: 1279

Format: Gebunden

Genre: Schlafmittel

Ähnliche Titel:



Stephen King hat laut Nachwort zwei Jahre gebraucht, um dieses Buch zu schreiben. 2007 - 2009. Erstmals hatte er die Idee 1976, kam aber nicht weiter und das wars dann erstmals. Hätte er diese Idee doch einfach sterben lassen...
Oder hätte er doch diese Idee einfach auf die Hälfte gekürzt...

Wie gesagt, King schrieb von 2007-2009 an "Under the Dome". Zwei Jahre lang. Mich hat es zwei Jahre gekostet, um mich durch diese 1280 Seiten zu quälen. Erstmals angefangen im September 2013, aber irgendwie wollte mich die Story einfach nicht packen.
Als dann die TV-Serie anlief, las ich weiter. Mein Ziel war, bei Staffelende fertig zu sein. Dann beim Ende der zweiten Staffel. Schliesslich zum Ende der dritten Staffel, deren Ende ich gar nie geschaut habe. Die dritte Staffel war dann irgendwann fertig, ich hing noch immer auf Seite 997 oder so.
Dann hatte ich zum Ziel bis Jahresende fertig zu werden und heute, am 2. Januar 2016 bin ich fertig geworden.

Die Idee wäre an sich nicht schlecht. Meiner Meinung nach hat es zu viele Personen. Das Personenverzeichnis umfasst drei Seiten. Das wirkt bereits ermüdend. Wenn ich bei einem Buch immer wieder zum Personenverzeichnis blättern muss, ist das echt mühsam.
Schön hingegen fand ich die Karte von Chester's Mill.

Das Buch ist zwar besser, als die schlechte TV-Serie, aber dazu später in einem Eintrag zu Buch Vs. Film. Eine Stadt, wird in einer gigantischen Kuppel eingesperrt. Nach dem ersten Erstaunen und der Verzweiflung brechen Panik und Korruption aus.
Die einzige sympathische Person in der ganzen Stadt ist der korrupte Stadtverordnete Jim Rennie.
Intrigen werden gesponnen, Menschen ermordet, es wird versucht, die Kuppel zu sprengen... Die US Army schaltet sich ein und irgendwann finden einige der Bewohner das Zentrum der Kuppel...

Teilweise erinnerte die Story an The Tommyknockers (Rezi folgt), zumindest der Teil, mit dem Zentrum der Kuppel. Mir war die Geschichte zu fantastisch.
Ein langatmiger Thriller, der auf den letzten ca. 80 Seiten spannend wird mit zahlreichen Einflüssen, aus allen möglichen Genres.
Man hat das Gefühl, die Geschichte, weis nicht recht, was sie ist, oder wohin sie führen soll... Genau wie ich nicht genau weiss, was ich genau darüber schreiben soll...

Besser als LOVE, aber dennoch! gar nicht mein Geschmack. Schade um die Zeit...