Donnerstag, 29. Dezember 2016

Jeff Menapace - Das Spiel 1 - Opfer

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Jeff Menapace

Titel: Das Spiel #1 - Opfer

OT: Bad Games

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453677074

Deutsche Erstausgabe: 12/2016

Seiten: 400

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

dazu gehören:
Menapace - Das Spiel #2
Menapace - Das Spiel #3


"FUNNY GAMES
ein bisschen anders..."


Auf der Rückseite des Buches steht in grossen und roten Lettern "FUNNY GAMES" zu lesen. Und genau daran erinnert der Inhalt des Buches. Wem diese beiden Worte zusammen kein Begriff sind, der möge sich hier kundig machen:
FUNNY GAMES 1997 auf IMDB (das österreichische Original)
FUNNY GAMES US 2007 auf IMDB (das ami Remake)
-> Merksatz an mich selbst: Nach dem Schreiben dieser Rezension beide FUNNY GAMES schauen.

Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und Sohn fahren in ihr Ferienhäuschen am See und werden von zwei jungen Gentlemen in ein sadistisches Spiel um Leben und Tod verwickelt. So der Plot des Films. So auch der Plot des Buches von Jeff Menapace - nur dass hier der Schluss ein wenig anders ist -_^

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja. Wer gerne Thriller liest kommt hier auf seine Kosten. Mir wurde das Buch von einem Bekannten empfohlen, der jedoch in Sachen Gewalt und Brutalität übertrieben hatte. Meiner Meinung nach ist es dezent brutal. Zwei Eltern werden ein bisschen gefoltert und ein Rentnerehepaar wird erschlagen. Auf einen Mann wird gefühlte 800x mit dem Messer eingestochen. Dies alles geschieht im letzten Drittel des Buches. 
Am Anfang begleiten wir die Familie Familie auf ihrer Fahrt zum Crescent Lake, wo sie meinen von einem Auto verfolgt zu werden. Mit dem Fahrer machen sie dann an einer Tankstelle Bekanntschaft. Während dem Familienvater Patrik Lambert der Typ etwas merkwürdig aber dann doch harmlos erscheint, ahnt der Leser, dass wir "Arty" nicht zum letzten Mal gesehen haben - und so soll es dann sein. 
Von Anfang an packend erzählt mit glaubwürdigen Figuren, die man mehr oder weniger ins Herz schliesst - besonders die beiden Brüder Arty und Jim -_^
Auch sprachlich ist es überraschend gut und hat nur teilweise ein paar Längen. 

Parallelen zu anderen Büchern/Filmen

Caleb, der kleine Sohn, erinnert an Gage in King's Friedhof der Kuscheltiere und man wünscht sich ein paar Mal einen LKW herbei... 
Tochter Carrie erinnert an Annie Creed aus King's Friedhof der Kuscheltiere, ist sie doch genauso störrisch und anstelle der Katze Church nennt sie eine Puppe ihr ein und alles. 
Dass die Idee höchstwahrscheinlich auf FUNNY GAMES zurück zuführen ist, habe ich ja bereits erwähnt. Sogar den Hund hat er mit eingebaut, nur dass dieser nicht geköpft wird. 
Gen Ende von Kapitel 4 ziehen die beiden Brüder in Erwägung, ihrem Opfer Zunge und Ohren abzuschneiden, dies zu konservieren und eine Halskette daraus zu fertigen. Und wer denkt hier nicht an Dolph Lundgren in Universal Soldier (IMDB)? "Er kann sie nicht mehr hören." Merksatz an mich: auch wieder Mal schauen.
Der Anfang von Kapitel 17, in dem beschrieben wird, dass die Arty und Jim alles, was sie je an "Spielen gespielt" haben und sich dann daran ergötzen erinnert unweigerlich an Motel aka Vacancy (IMDB). 
Menapace erwähnt zudem Klassiker wie, Friday the 13th (IMDB), Der Elefantenmensch (IMDB) und auch William March's The bad Seed (IMDB) (genial, als Buch wie auch als Film).


Und wie so oft, geht mein besonderer Dank an die Verlagsvertretung des Heyne Verlags, für die Zusendung des Rex <3




Sonntag, 11. Dezember 2016

Stephen King - Der Sturm des Jahrhunderts

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Der Sturm des Jahrhunderts

OT: Storm of the Century, 1999

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453171558

Deutsche Erstausgabe: 2000

Seiten: 505

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror / Mystery

ähnliche Titel: Needful Things, The Stand



"Gebt mir, was ich will 
und ich werde gehn."


Die 4 Sterne stehen für das Ganze. Die Story an sich erhält von mir 5/5 Sternen. Da ein Drehbuch gleicher Art leserfreundlich ist, wie etwa ein Theaterstück, gibt es den Abzug.
Damals, als wir gezwungen waren Shakespeare zu lesen, sah ich mich erstmals mit der Folter konfrontiert, welche das Lesen eines Theaterstücks auslöst. Hier verhält es sich gleich..

Als ich das Buch damals, irgendwann im Jahr 2000 gekauft hatte, begann ich zu lesen und lies es dann bleiben. Als dann, irgendwann im Jahr 2000 oder 2001 die TV-Miniserie im Fernsehen kam - ich meine es war auf RTL 2, las ich das Buch während dem Schauen des Films. Dies war für die erste halbe Stunde recht spassig ^_^

Eine geniale Erzählung, welche (einmal mehr) die Abgründe des Menschen zeigt. Linoge erinnert ein wenig an Leland Gaunt in Needful Things.
Das epische Winterszenario, welche mit der Endzeit gleichzusetzen ist, erinnert auch ein wenig an The Stand. Auch Linoge, als personifizierter Teufel erinnert daran.

Das perfekte Buch / der perfekte Film für die düstere Winterzeit ^_^

INHALT
Es geschieht im Jahr 1989, während sich die Bewohner von Little Tall Island auf einen Jahrhundertsturm vorbereiten, als ein Fremder in die Stadt kommt. Der Fremde, Andre Linoge, erschlägt offenbar grundlos eine alte Dame und sitzt gemütlich in einem ihrer Sessel in ihrem Wohnzimmer, als Mike Anderson, der Polizist, auftaucht und den Fremden festnimmt. Linoge wird in eine Zelle gesperrt, von wo aus er die Bewohner mit deren finsteren Geheimnissen terrorisiert und gegeneinander aufhetzt.
Seine einzige Forderung lautet "Gebt mir was ich will und ich werde gehn!". Der dunkle Magier ist auf der Suche nach einem Nachfolger und verlangt eines der Kinder der Inselbewohner. Sollte seine Forderung nicht erfüllt werden, so würde er sie alle töten.
Die Bewohner versammeln sich in der Kirche - oder der Stadthalle (habs vergessen), wo ein Kind ausgewählt und Linoge übergeben wird...



Richard Laymon - Das Ufer

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Richard Laymon

Titel: Das Ufer

OT: The Lake, 2004

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 9783453676473

Deutsche Erstausgabe 2016

Seiten: 576

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Dazu passt:


"Der schlechteste Laymon
aller Zeiten"

"Das Ufer" heisst im Original "Der See", was zugegeben auch nicht viel treffender ist. Wie in nahezu jedem Buch Laymon's kommt ein See vor, dieser spielt jedoch keine zentrale Rolle. Da hätte man auch "Die Spur" "Das Ufer" oder "Der See" nennen können. Eher noch das Ufer, weil da mehr von einem Ufer die Rede war als in "Das Ufer". Ebenso gut hätte man dieses Buch hier auch "Der Kakao" nennen können, weil Deanna in einem Kapitel einen Kakao trinken geht.
Der See wird in einem Backflash Leigh's kurz erwähnt und dient als Kulisse für den Showdown, der hier auch eher mässig ist. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dieses Buch stammt nicht aus der Feder Richard Laymons.

Leigh, die als Teenie einem Mordanschlag entkommen ist, jedoch ihren Freund als blutige und zerfleischte Masse zurücklassen musste, hat mittlerweile eine Tochter, die von einem Verrückten verfolgt wurde und ebenfalls zusehen musste, wie ihr Freund abgeschlachtet worden ist.
Wir lesen viel Blabla um Familiendramen, wie schwierig ein Teenager sein kann und dann verliebt sich Leigh in den Polizisten Mace. Nachdem sie ihrem Koch ungerechtfertigt gekündigt hat, wird sie von ihm gejagt. Dieser lässt jedoch sein Leben bei Kannibalen.

Die Figuren sind allesamt unglaubwürdig. Die Story ist langatmig und will nicht voran kommen. Der Prolog erscheint absolut abstrus und hat mit dem Rest des Buches, etwa so viel gemeinsam, wie das einmalige Auftauchen der Kannibalen.
Ich gebe zu, dass ich die Seiten ab etwas über 100 Seiten nur noch überflogen habe. Wenn man auf Seite 428 einsteigt, passt das recht gut. Man verpasst nicht viel, ausser viel Blabla und erfährt gleich eine Rückblende und was es mit Mace und den Paynes auf sich hat.


- SPOILER -
Es stellt sich heraus, dass Mace der Bruder von Leigh's damaligem Freund und Deanna's Vater ist. Deren Mutter, hatte sich mit einem Indianer eingelassen, der die gemeinsame Tochter ermorden wollte, weil er glaubte, sie sei aufgrund des starken Haarwuchses mit einem Fluch belegt. Aufgrund einer List, erschlägt er aber ein anderes Baby, dessen Mutter sich daraufhin im Fluss ertränkt hat.
Mutter und Tochter überleben natürlich und treten im Epilog nochmals auf.

Herzlichen Dank an die Verlagsvertretung des Heyne Verlags, für die Zustellung des Reziex:



Sonntag, 4. Dezember 2016

Beryl Evans - Charlie the Choo-Choo

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Beryl Evans / Stephen King

Illustrationen: Ned Dameron

Titel: Charlie the Choo-Choo

OT: Charlie the Choo-Choo

Verlag: Simon & Schuster

ISBN: 9781534401235

Erstausgabe: 2016

Seiten: -

Einband: Gebunden

Genre: Kinderbuch



"If I were ever to write a children's book,
it would be just like this!"
- STEPHEN KING




Eigentlich gibt es über dieses Buch nicht viel zu sagen. Wie bei Kinderbüchern so üblich, hat es nur ein paar wenige Seiten und wenig Text.

Zum Inhalt:
Charlie the Choo-Choo, einst eine strahlende und neue Dampflok muss dem stetigen Wandel der Zeit ins finstere Angesicht blicken. Eine neue Errungenschaft ist auf dem Markt: Die Diesellok!
Charlie wird fortan nicht mehr gebraucht, da die Diesellok im Unterhalt günstiger ist und zudem noch schneller von A nach B kommt, so wird Charlie auf einem Nebengleis abgestellt, wo er dahin rostet.
Der Ingenieur Bob, der im Führerstand vom Charlie gesessen hatte, kann den Verlust seiner Dampflok nicht verkraften, lehnt die Diesellok ab und verrichtet ab da Putzarbeiten, womit er zum Gespött seiner Kollegen wird.
Eines Tages benötigt der Chef der Railway Company eine Diesellok, welche allerdings aufgrund eines Defekts ausfällt. Bob sieht darin die Chance, seinem Freund Charlie the Choo-Choo wieder Arbeit zu verschaffen und überzeugt den Chef davon, Charlie zu nehmen.
Dieser erwacht zu neuem Leben und erfreut sich an seiner Arbeit sowie sich die Menschen in der Umgebung wieder an Charlie erfreuen können.

Die Illustrationen sind richtig süss und die Geschichte ebenso. ^_^


Charlie the Choo-Choo wird in Stephen King's Dark Tower Saga erwähnt. Da ich diese 8 Bände bisher noch nicht gelesen habe, muss ich mich auf Angaben aus dem Internet verlassen.
Die 8 Bände (Gebunden mit dem metallic Schutzumschlag - ausser Wind) stehen noch in Klarsichtfolie eingeschweisst im Regal und warten darauf, gelesen zu werden - irgendwann.

Der Autor heisst in Jake's Welt Beryl Evans, in Roland's Welt jedoch Claudia y Inez Bachman, was der Name der Frau von Richard Bachman ist. Der Name hat 19 Buchstaben und die Zahl 19 muss wohl von Bedeutung sein in dieser Fantasy-Saga sein.




Sonntag, 16. Oktober 2016

Stephen King - Langoliers

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Langoliers

OT: Langoliers

Verlag: Bechtermünz

ISBN: 9783828967564

Deutsche Erstausgabe: 2000

Seiten: 337 / 539

Einband: Gebunden

Genre: Sci-Fi

ebenfalls im Buch enthalten: Das geheime Fenster, der geheime Garten


In diesem Buch sind die Erzählungen Langoliers und Das geheime Fenster, der geheime Garten enthalten. Erschienen sind sie erstmals in der Kurzgeschichtensammlung Four past midnight.

Wenn man den Film kennt und das Buch liest, fällt einem auf, dass die Dialoge 1:1 übernommen worden sind. Es scheint, als lese man das Drehbuch zum Film.
Es ist ja bekannt, dass die Amerikaner stolz auf ihre Boeing 747 sind. Im Buch ist aber klar die Rede einer Boeing 767. Wieso also zeigt hier das Buchcover und auch das DVD-Cover eine 747? Wie wäre es mit etwas Authentizität?

In a Nutshell

Langoliers spielt zu 80% im Inneren einer B767 der fiktiven Fluggesellschaft American Pride. King spielt wunderbar mit dem beklemmenden Gefühl, nahezu alleine in einem Flugzeug aufzuwachen. Er zeichnet (mal wieder) wunderbar authentische Charaktere, wie man sie selbst schon (zu) oft auf Flügen gesehen (und sich eventuell über sie aufgeregt) hat. 
Auch zeigt er erstmals (zumindest für mich) ein neues Bild von Zeitreisen. Eine leere Vergangenheit, in welcher die Zeitwächter genannt Langoliers herrschen und alle faulen Menschen verspeisen, wie das von Craig Toomy wunderbar erklärt wird. 
Eine fantastische Reise durch einen Riss in der Zeit. Mit auf dem Flug sympathische und weniger sympathische Menschen. Spannung und Gruselfaktor sind garantiert! 
Eine wunderbare Story, die man sich auf dem nächsten Langstreckenflug zu Gemüte führen sollte, hat man dies nicht bereis getan - oder besser nicht... Ich denke, wir sollten auf solchen Flügen doch besser schlafen - zumindest wenn wir diesem, von King gezeichneten, Szenario Glauben schenken -_^

Inhalt

Die blinde Dinah Bellman, die zu einer Augenoperation nach Boston fliegen soll. 
Laurel Stevenson, die hübsche Lehrerin, die sich in Boston mit einem Mann treffen will, den sie im Internet kennen gelernt hat.
Nick Hopewell, Mechaniker ihrer Majestät, der in Boston jemanden aus dem Weg räumen soll.
Don Gaffney, der sanfte Riese. 
Bethany Simms, die zur Erziehungskur zu ihrer Tante fliegen soll. 
Albert Kraussner mit seinem Geigenkasten. 
Robert Jenkins, Kriminalautor (Sci-Fi-Autor im Film).
Rudy Warwick, der die meiste Zeit mit Schlafen und Essen verbringt. 
Ein namenloser Passagier, der einmal kurz aufwacht und dann weiterschläft. 
Craig Toomy, mein absolutes Highlight! Total gestresst und paranoid und der wandelnde Burnout. 
Capt. Brian Engle. 

Wie gut für die verbliebenen Passagiere, dass ein Pilot mit an Bord war. Wie gut, dass dieser auch geschlafen hat und somit nicht auch verschwunden ist. Brian Engle muss das Flugzeug landen. Verstörend für ihn ist, dass er keine Funksprüche empfängt. Der Hund bellt nicht. 
Er beschliesst auf dem Flughafen von Bangor, Maine zu landen, was Craig Toomy, der ein äusserst wichtiges Meeting in Boston hat, in Rage versetzt. 
Die Landung verläuft ganz nach Routine und die Passagiere verlassen die B767 um sich einer bitteren Wahrheit zu stellen: Auch die Menschen auf dem Boden sind verschwunden. Der Flughafen ist verlassen. 
Dinah bemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt und fleht, sie möchten diesen Ort zu schnell wie möglich verlassen. Dies ist nicht so einfach, da Brian befürchtet, dass die ganze Welt inzwischen verlassen da liegt. Sie benötigen zudem Treibstoff. Da die Nahrungsmittel ohne Geschmack sind, das Bier nicht schäumt und Streichhölzer nicht funktionieren, befürchtet er, dass der Treibstoff nicht zünden wird... 
Dinah hört ein fürchterlich Geräusch in der Ferne, welches jedoch stetig näher kommt. Sie weiss, dass es sich um etwas Bedrohliches handelt und sie sollten besser nicht herausfinden, was dieses Geräusch verursacht, welches sie beschreibt wie Rice Krispies über die Milch gegossen wird... 
Craig Toomy verschwindet, reisst seine Papierstreifen und wartet auf seinen Moment. Seinen grossen Auftritt als komplett durchgedrehter Irrer. 
Gegen Ende wird die Zeit knapp. Schaffen es die Passagiere die Boeing 767 voll zutanken und noch rechtzeitig zu entkommen? Wenn ja, wohin werden sie reisen? 
Werden alle überleben? Oder schreckt King mal wieder nicht vor Morden zurück? ^_^




Sonntag, 25. September 2016

Stephen King - Mind Control

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Mind Control

OT: End of Watch, 2016

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453270862

Deutsche Erstausgabe: 2016

Seiten: 523

Einband: Gebunden

Genre: Krimi

Vorgänger: Mr. Mercedes, Finderlohn


Zweimal im Jahr habe ich das, was andere Menschen Weihnachten nennen. Immer dann, wenn ein neuer King erscheint. Kurz vor meinem Geburtstag sollte "Mind Control" erscheinen. Wie bereits beim letzten Mal, natürlich während meiner Ferien. So hatte ich mit meiner Vorgesetzten, welche die Post betreut, vereinbart, sie möge mich sofort informieren, wenn mein Reziex eingetroffen ist. Dies tat sie dann auch gleich. Da ich mir aber meine Augenbrauen tätowiert hatte, durfte nicht an die Sonne und so konnte ich den neuen King erst am Samstag, an meinem Geburtstag in Empfang nehmen. Ein tolles Geschenk, nicht? Könnte man meinen...

Ich weiss nicht, ob dies von King so beabsichtigt gewesen ist, aber mit seiner Hodges-Trilogie hat er die Meinung, dass Fortsetzungen minderwertig seien, unterstrichen. Mit Scheinwerfern ausgeleuchtet. Verhält es sich wie bei Star Wars? Als Trilogie geplant, und somit keine Fortsetzung? Selbst wenn... Finderlohn war eine wunderbare Fortsetzung. Zumindest in meinen Augen, habe ich doch von so manchem King-Fan erfahren, dass er/sie den zweiten Teil "beschissen" fand. Wie dem auch sei, ich war begeistert und habe mich auf einen ebenso guten abschliessenden dritten Teil gefreut.

Hätte ich nicht mein Projekt mit der monatlichen King-Rezension am laufen, hätte ich das Buch nicht fertig gelesen. Es würde angelesen im Regal stehen und darauf warten, dass ich es in ein paar Jahren mal wieder zur Hand nehme.
Es ist schlecht. Nicht so schlecht wie "LOVE", aber schlecht und richtig enttäuschend, wenn man die Vorgänger gelesen hat.

In a Nutshell:
Zu viele Rückblenden zu den beiden Vorgängern. In nahezu jedem Kapitel werden die Begebenheiten von damals wieder aufgerollt. Dies ist wundervoll, wenn man die beiden Vorgänger nicht gelesen hat, aber langweilig wenn man sie kennt. Eine Rückblende pro Ereignis hätte auch gereicht.
Das Thema Telekinese hatten wir bei King jetzt wirklich oft genug. Und hier wird es etwas zu fantastisch behandelt. Inklusive dem Thema Körperwanderung. Dieses führt dazu, dass man anfangs leicht verwirrt ist, weil z.B. von Brady anstelle von Babineau die Rede ist.
Man liest 250 Seiten und nichts ist passiert. Man muss sich zwingen, weiter zu lesen. Die Story hat keinen Höhepunkt. Nichts passiert. Auch King's Zynismus ist kaum wahrnehmbar. Der Spannungsbogen ist von der ersten Seite her bei Null und kommt nur sporadisch mal etwas in Gang. Richtig spannend wird es nie. Nicht mal beim Showdown.
Im letzten Teil HEADS AND SKINS geht es endlich zur Sache. Aber nur für ein paar wenige Seiten und fällt die Story wieder zurück in die Langeweile.
Dem Buch fehlt auch jegliche Tiefe. Es ist einfach da. Punkt.
Positiv war, dass die Firma Sharp Cereals auch im Jahr 2016 noch existiert -_^ Wer sie nicht kennt, sie wird in "Cujo" erwähnt.

Hodges erkrankt an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sein Besuch in der Arztpraxis erinnern an eine Kurzgeschichte aus "Basar der bösen Träume": Das Leben nach dem Tod. Obschon er weiss, dass er wohl etwas Schlimmes haben muss, drückt er sich erst vor dem Termin der Auswertung und schiebt diesen auf. Irgendwann nimmt er den Termin wahr und bekommt die unschöne Nachricht geschildert.
Währenddessen ist der Zappit wieder in Mode gekommen. Ein Grossteil der Konzertbesucher aus "Finderlohn" erhalten einen kostenlosen Zappit. Eine Gamekonsole in Tabletform. Kostenlose Spiele sind darauf installiert, darunter "Fishin' Hole", wo es darum geht, zu warten bis ein rosa Fisch übers Display schwimmt und diesen anzutippen. Die Menschen tun dies, weil sie dahingehend informiert worden sind, dass eines Tages Zahlen erscheinen und sie so etwas gewinnen werden.
Alles noch recht plausibel. Aber dann haben wir wieder das Thema Telekinese. Brady ist nun dieser mächtig und dies sogar dergestalt, dass er sich in den Kopf eines Menschen bewegen und diesen steuern kann. Wieso ich an Charles Lee Ray im Körper von Good Guy Chucky aus dem Film "Child's Play" aka "Chucky die Mörderpuppe" denken musste? Ja wieso wohl...
Jedenfalls nimmt sich Brady seinen Arzt Dr. Babineau als Wirt. Er schafft es auch Bücher-Al zu steuern und für seine Machenschaften zu missbrauchen, während Brady's Körper nach wie vor im Krankenbett liegt. Dieser Körper stirbt irgendwann und Brady's Geist/Seele/WAI lebt fortan im Körper von Babineau weiter. Gegen Ende des Buches äussert er einen Gedanken, der ebenfalls wieder an Charles Lee Ray erinnert. Brady regt sich darüber auf, dass er im Körper eines alten Mannes haust, sowie Charles sich über den Körper einer Puppe aufgeregt hat...

Ab hier wird gespoilert:
Freddi versucht die Website abzuschalten, obschon sie ein Technikfreak ist und Brady kennt. Folglich sollte sie wissen, dass Brady eine Warnung erhält. Dennoch startet sie den Versuch. Kein Wunder dass sie einen Anruf von einem zornigen Brady erhält. Obschon Brady nun ohnehin weiss, dass sie noch am leben ist, schaltet sie den Repeater nicht aus. Sie wollte diesen nicht abschalten, weil Brady dann erfahren könnte, dass sie noch lebt.
Jerome nimmt ein Schweizer Messer zur Hand und schneidet die Stromkabel des Repeaters durch. Metall leitet Strom auch im Jahr 2016 noch. Folglich hätte er einen Schlag bekommen müssen.
Der Showdown hat es auch nicht wirklich in sich. Brady's Tod war mir zu plump. Es schien, als ob man einfach endlich zu einem Abschluss kommen wollte.
Hodges stirbt, was absehbar gewesen ist. Und dennoch fehlt dem "Nachspiel" jegliche Tiefe.

Wie immer geht mein Dank an die Verlagsvertretung des HEYNE Verlags: Dankeschööön



Als noch Freude herrschte... 



Tammy Cohen - Während du stirbst

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Tammy Cohen

Titel: Während du stirbst

OT: Dying for Christmas, 2014

Verlag: Blanvalet

ISBN: 9783734102196

Deutsche Erstausgabe: 12/2015

Seiten: 410

Einband: Kartoniert

Genre: Psychothriller





Die Story beginnt in Briefform. Man erfährt, dass die Schreiberin wohl bald tot sein wird...

Auch hier gilt wieder, das Suspense-Genre lebt durch die Dummheit der Protagonisten.

Jessica Gold sitzt mit ihren Weihnachtseinkäufen in einem Coffee Shop in einem Einkaufszentrum, das nicht gerade bei ihr um die Ecke ist. Dort lernt sie einen Fremden kennen, mit dem sie natürlich gleich mitgeht. Sie steigt zu ihm ins Auto und wundert sich noch über die Gegend. Sie steigt mit ihm aus. Geht mit ihm in das Gebäude. Betritt den Lift und schliesslich seine Wohnung. Obschon ihr bereits auf der Fahrt nicht mehr ganz wohl bei dem Gedanken war, mit einem Fremden mitzugehen, tut sie es. Sie sitzt in seiner Wohnung und stellt dann irgendwann fest, dass sie diese nicht mehr verlassen wird.
Der Typ hält sie gefangen. Kettet sie an. Zwingt sie, in einer Hundehütte zu schlafen. Zwingt sie, Fleisch zu essen, obschon sie Vegetarierin ist.
Jeden Tag erhält Jessica Gold ein Geschenk - eins makabrer und abgedrehter, als das andere. Zu jedem Geschenk gehört eine Geschichte aus der Vergangenheit ihres Peinigers. Nach dem Erzählen, will er von Jessica etwas Vergleichbares hören. So erfährt sie zum Beispiel, dass er seine Schwester auf dem Gewissen hat, auch dass seine Frau verschwunden ist - und er ihre Einzelteile in der Wohnung aufbewahrt, in welcher Form lässt sie erschaudern...
Irgendwann wird ihr klar, das sie bis zum letzten Geschenk am Leben bleiben, nach Erhalt jedoch sterben wird...

Ein makabres Psychospiel, das sich leicht und schnell lesen lässt. Gegen Ende des Buches kommt die erwartete Wendung und ein Ende, das man sich so nicht gewünscht hat...

SPOILER
Jessica hatte mit der Exfrau ihres Peinigers vereinbart, dass sie sich zu diesem Psychospiel einlässt. Was genau sie erwartet, wusste sie jedoch nicht.
Sie sollte den Typen töten, da er sie und auch seine Exfrau erpresst hat - mit Aktfotos (womit auch sonst).
Eine Polizistin kommt ihr auf die Schliche und weiss, dass Jessica nicht unschuldig ist. Jedoch muss sie sich entscheiden, zwischen ihrer Karriere und ihrer Ehe. Wenn sie Jessica überführt, gehört die Beförderung ihr, verliert aber möglicherweise ihren Mann und ihre Kinder.
Wofür also entscheidet sie sich? Genau. Für die Familie. Somit lässt sie Jessica davon kommen. Diese führt fortan ein wunderbares Leben. Braucht nicht mehr zu arbeiten, da sie mit der Geschichte ihrer Entführung Unsummen verdient.





Freitag, 26. August 2016

Keigo Higashino - Ich habe ihn getötet

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Keigo Higashino

Titel: Ich habe ihn getötet

OT: 私が彼を殺した (Watashi ga kare o koroshita, 1999

Verlag: Klett-Cotta

ISBN: 978-3-608-98306-7

Deutsche Erstausgabe: 2016

Seiten: 351

Einband: Klappenbroschur

Genre: Krimi, Drama

Dazu passt: Higashino - Verdächtige GeliebteHeilige Mörderin, Böse Absichten


Das vierte Buch vom japanischen Krimiautoren Keigo Higashino, das ins Deutsche übersetzt worden ist. Das vierte Buch, das ich von ihm gelesen habe. Das vierte Meisterwerk!
Spannend, verzwickt und intelligent verstrickt.

Es macht den Anschein, dass es Autoren gibt, von denen jedes Buch genial geschrieben ist. Einer davon ist sicherlich Keigo Higashino.

"Drei Geständnisse sind zwei zu viel"

Drehbuchautor Hodaka bricht auf dem Weg zum Traualtar tot zusammen. Er wurde vergiftet mit Strychninnitrat. 
Zu den verdächtigen gehören Takahiro Kanbayashi, der Bruder der Braut, Naoyuki Suruga, der Manager des Toten und Kaori Yukizasa, die Lektorin. 
Wie üblich bei Higashino's Krimis, kommt man nicht dahinter, wer der Mörder ist, da es jeder sein könnte. Jeder hätte ein Motiv und die Chance dazu. 
Um dahinter zu kommen, wer der Täter ist, muss man sich ein wenig anstrengend und einige Hinweise nochmals lesen, denn die Lösung bietet einem der Autor nicht so leicht. Spielen Sie Detektiv und finden Sie selbst heraus, wer Hodaka ermordet hat. 

Miwako Kanbayashi hat das nahezu Unmögliche geschafft. Sie ist mit Gedichten zu einer kleinen Berühmtheit in Japan geworden. Der mittlerweile verschuldete Drehbuchautor Hodaka hat deswegen ein Auge auf sie geworfen. Er will sie zur Frau nehmen und sich an ihr bereichern, indem er ihre Gedichte verfilmt. Miwako weiss von alldem nichts. Auch von seiner Exfreundin, Junko Namioka, weiss sie nichts. Diese steht am Abend vor der Hochzeit in Hodakas Garten und muss von Suruga weggeschafft werden, ehe Miwako etwas davon mitbekommt. 
Miwako und ihr Bruder Takahiro verbindet mehr, als nur Geschwisterliebe, weshalb Takahiro nicht unbedingt glücklich über die Heirat seiner Schwester ist. 
Lektorin Kaori Yukizasa hatte ebenfalls mal ein Verhältnis mit Hodaka und wurde recht schroff von ihm abserviert. 
Junko Namioka lebte in dem Glauben, Hodaka würde sie heiraten und hat aus diesem Glauben heraus ihr Kind abgetrieben. Als sie von der Hochzeit erfahren hatte und ihr bewusst wurde, dass sie das nicht ändern kann, griff sie zu Gift und brachte sich um. Ihr Plan war wohl, auch Hodaka zu vergiften. Naoyuki Suruga, der in Junko verliebt war, betrauert deren Tod bitterlich, weshalb er ein Motiv hätte Hodaka zu töten. 

Kommissar Kaga ermittelt und findet einiges über die Abgründe der drei Hauptverdächtigen heraus. Schliesslich finden sich alle zusammen in Hodakas Wohnzimmer ein, wo sie Agatha Christie spielen. Wer findet den Mörder. 

Ich habe ihn bisher nicht ausfindig machen können. Wenn also jemand die Lösung des Rätsels weiss, bitte teile es mir mit. 

Herzlichen Dank an die Verlagsvertretung des Klett Cotta Verlags, für die Zusendung des Rezi-Ex <3






Chevy Stevens - Those Girls, was dich nicht tötet

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Chevy Stevens

Titel: Those Girls, was dich nicht tötet

OT: Those Girls, 2015

Verlag: Fischer TB

ISBN: 9783596034703

Deutsche Erstausgabe: 2016

Seiten: 459

Einband: Kartoniert

Genre: Thriller





"Das Horrorgenre lebt
von der Dummheit der Protagonisten"


Mein erstes Buch von Chevy Stevens, wird nicht das letzte sein. Wow! 
450 spannungsgeladene und tragische Seiten, die man gar nicht schnell genug gelesen haben kann, weil man wissen will, wie es weiter geht. 
Drei vom Schicksal übel gezeichnete Schwester, die von einer Tragödie in die nächste schlittern - bis zum bitteren Ende. 
Die Charaktere sind derart lebensnah, dass man mit ihnen mitfühlt und hofft. Sie beschreibt die Umgebungen nur kurz und dennoch hat man lebendige Bilder von Farmen, weiten Feldern, alten Pick-Ups, etc, wie in einem Film vor Augen. 

Auf einem Ego-Rachefeldzug beschliesst Crystal, die mittlere der drei Schwestern, an den Ort ihrer finsteren Vergangenheit zurück zukehren und zu beenden, was sie damals nicht hatten beenden können. Und hier kommen wir dazu, gäbe es die Dummheit der Protagonisten nicht, würde das Horror- und Thriller-Genre nicht existieren... -_^

Es wäre ein Fehler, Chevy Stevens nicht zu lesen. 

Zusammenfassung (Spoiler)

Die Schwestern Jess (14), die ihre Kamera liebt, Courtney (16), die Sängerin werden wollte und die von Zorn erfüllte Dani (17) leben mit ihrem gewalttätigen versoffenen Vater auf einer Farm in Kanada. Eines Abends eskaliert der Streit mit dem Vater derart, dass er Courtney's erst mit dem Gesicht auf den heissen Herd drückt, und sie hinter her in der Toilette ersäufen will, weil sie eine Affäre mit einen verheirateten Mann hatte. Jess kommt zu ihrer Schwester zu Hilfe und erschiesst den Vater. Die Schwestern begraben ihn in der gleichen Nacht unter einem Futtertrog.
Ein paar Tage später erzählen sie den Besitzern der Farm, ihr Vater sei noch immer nicht zurück und sie hätten kein Geld mehr. Sie würden zu Verwandten gehen. So hauen sie von ihrem Zuhause und dem Tatort ab. Ihr Ziel ist Vancouver.
Unterwegs bleibt ihr Pick-Up liegen und so werden sie vor eine folgenschwere Wahl gestellt:
Entweder sie gehen zu Fuss in die nächste Stadt oder sie lassen sich von den zwei Typen, Brian und Gavin, helfen.
Obschon die beiden Brüder etwas an sich haben, dass den Mädchen nicht gefällt, beschliessen sie, deren Angebot anzunehmen und mit ihnen zu gehen, um auf deren Vaters Farm zu arbeiten. Auch bieten die Jungs an, den Pick-Up wieder flott zu kriegen.
So fahren sie mit den Jungs auf deren Land, wo sie übernachten sollen. Am Abend gehen alle zusammen schwimmen. Als die beiden Typen zu aufdringlich werden, haben die Schwestern genug und gehen zu Fuss zurück zu ihrem Lagerplatz. Mitten in der Nacht werden sie von den Jungs aufgeweckt, gefesselt und in ein altes Lagerhaus gesperrt, wo sie schrecklich misshandelt werden.
Nach einer Woche gelingt ihnen die Flucht...
Mit Hilfe eines Fremden erhalten sie eine neue Identität, sowie eine Bleibe und Arbeit in Vancouver.
Jess wird zu Jamie, Courtney zu Crystal und aus Dani wird Dallas.

Als Jamie ihre Periode drei Monate nach der Folter noch immer nicht bekommen hat, bewahrheitet sich, ihre Angst. Sie ist schwanger...
Soll sie das Kind behalten oder weggeben?

Während Jamie und Dallas langsam wieder ein geordnetes Leben führen können, driftet Crystal immer mehr ab. Sie verliert ihre Jobs, da sie unzuverlässig ist und beginnt Drogen zu nehmen.
Nach einem One-Night-Stand, der alle Erinnerungen and die Geschehnisse in Cash Creek wieder aufkeimen lässt, beschliesst Crystal, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und macht sich auf den Weg nach Cash Creek. Sie will die Schweine umbringen.

Ihre Nichte, Skylar, Jamies Tochter, beginnt sich Sorgen zu machen, als ihre Tante, weder auf Anrufe noch SMS reagiert. So klaut sie sich den Schlüssel zu Crystal's Wohnung vom Bund ihrer Mutter. In der Wohnung schaut sie sich den Browserverlauf des Notebooks an und findet heraus, dass Crystal nach einer bestimmten Farm in Cash Creek gegooglet hat.
Sie tischt ihrer Mutter auf, sie würde mit einer Freundin in die Ferien fahren, macht sich aber auf nach Cash Creek, um ihre Tante zu finden. Unterwegs nimmt sie eine Anhalterin mit, von der sie schlussendlich bestohlen wird.
Auf der Farm, die mittlerweile Brian und Gavin gehört, findet sie Arbeit - und ihre Tante Crystal, die in Gavin's Haus in einem Zimmer eingesperrt und ans Bett gefesselt ist. Genau wie damals, wurde sie wieder misshandelt.
Als Crystal in Cash Creek angekommen war traf sie auf Gavin. Als sie bemerkte, dass er sie nicht wieder erkannte, schlug sie ihm vor, zusammen zum See zu fahren, wo sie ihn erschiessen wollte. Gavin kam ihr jedoch zuvor und schlug sie nieder.
Schliesslich schnappt er sich auch Skylar, als er diese in seinem Haus vorfindet. Schnell wird ihm klar, dass sie Brian's Tochter ist und so zieht er seinen Bruder damit auf. Brian ist alles andere als erfreut, da er eine Frau und zwei Kinder hat und mit der Brut der Vergewaltigung von damals nichts anfangen will. Er beschliesst, die beiden zu töten.
Gavin gefällt die Idee seines Bruders nicht, worauf es zum Streit zwischen den beiden kommt. In dem Moment gelingt Skylar die Flucht. Crystal bleibt zurück im Haus, da sie Gavin töten will, was ihr schlussendlich gelingt. Jedoch bezahlt sie dafür mit ihrem Leben.
Als Skylar das Haus verlässt, erreichen Dallas und Jamie das Anwesen. Dallas hält Crystal in den Armen, während diese ihren letzten Atemzug aushaucht.

Die neuen Besitzer der Farm, auf der die Mädchen aufgewachsen sind, haben gründlich ausgemistet und dabei die Leiche des Vaters entdeckt. Jamie und Dallas werden verhört. Obschon der Polizist ahnt, dass etwas nicht stimmt, weichen die beiden nicht von ihrer Geschichte ab, dass ihr Vater sich mit Courtney gestritten hatte und diese meinte, es würde nicht mehr vorkommen und den Vorschlag machte abzuhauen...


Herzlichen Dank an die Verlagsvertretung des Fischerverlags für die Zustellung des Rezi-Ex.





Samstag, 20. August 2016

Stephen King - Geschichten aus der Schattenwelt (Die Höllenkatze)

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King u.A.

Titel: Geschichten aus der Schattenwelt

OT: Tales from the darkside, 1991

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9782404133468

Deutsche Erstausgabe: 1991

Seiten: 154

Einband: Kartoniert

Genre: Horror





- Geschichten aus der Schattenwelt - 
- Film-Erzählungen -
- nach dem Film von George A. Romero - 

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, ob ich dieses Buch als Ganzes bei meinem King-Projekt rezensieren sollte oder nicht. Bastei Lübbe hat das Buch perfekt vermarktet: Schreib einfach den Namen des Grossmeisters des Horror in riesigen Lettern auf das Cover und die Menschen werden es kaufen.
Diese Ausgabe wanderte 1998 vom Kiosk in meinen Besitz über. Damals kannte ich die Verfilmung, wusste aber nicht, dass nicht das ganze Werk vom Grossmeister stammt. Es hat mich damals auch nicht sonderlich interessiert.

Diese Ausgabe mit Film-Erzählungen ist perfekt geeignet für die Rubrik Buch VS Film. Irgendwann wird es da auftauchen. Denn einiges wurde verändert - weniger von King's Höllenkatze, dafür umso mehr von Doyle's Lot Nr. 249. Aber dazu später...

Der Zwangsneurose halber, werde ich die Reihenfolge einhalten. So findet Ihr die Rezi zu King's Höllenkatze in der Mitte.

Geschichten aus der Schattenwelt

Eine fantastische Einleitung bezüglich der anderen Welt. Einer Welt, in der alles möglich ist... und in dieser Welt kommt Betty gerade von Einkaufen zurück. In ihrer Küche befindet sich eine Tür, hinter der ein kleiner Kerker versteckt ist. Darin hält sie den kleinen Timmy gefangen, den sie für ihre Dinnerparty noch zubereiten und im Ofen garen muss. 
Betty macht nicht den Anschein einer irrsinnigen Kannibalin. Ganz im Gegenteil. Sie wirkt wie die perfekte Nachbarin. Eine Art Bree Van de Kamp. 
Als ob es das Normalste der Welt wäre, berichtet sie Timmy, dass ihr nur noch wenig Zeit bleibt, denn schliesslich dauere das Garen seines Körper auch seine Zeit. Der verängstigte Timmy will Zeit schinden und liest ihr drei Geschichten aus dem Buch "Tales from the Darkside" vor:

Arthur Conan Doyle - Lot Nr. 249    4/5

"Mit letzter Sicherheit wird man wohl nie erfahren, was zwischen Edward Bellingham und William Monkhouse Lee geschah und was das Grauen ausgelöst hat, das Abercrombie Smith widerfuhr."
Im Mai 1884 bewohnten drei junge Männer, je ein Zimmer im Studentenwohnheim. "Zu ebener Erde" wohnte der Diener oder Bursche Thomas Styles, der für die drei Studenten zu sorgen hatte. In der Turmspitze war Abercrombie Smith zu hause, unter ihm wohnte Edward Bellingham und im ersten Stock William Monkhouse Lee. 
Bellinhgham's Zimmer glich mehr einem Museum, denn einem Studentenzimmer. So war es auch Bellingham der das Unglück brachte. Dieses kam in Gestalt einer Mumie, die er erstanden hatte... 
Sprachlich wunderbar. Klassisch. Doyle eben. 
53 Seiten

Stephen King - Die Höllenkatze   

Auftragskiller Halston wird vom alten, an den Rollstuhl gefesselten, Drogan angeheuert. Als er erfährt, dass er für Drogan eine Katze umbringen soll, glaubt er erst an einen schlechten Scherz. Drogan erzählt ihm dann, wie die Katze verantwortlich für den Tod sämtlicher Hausbewohner gewesen ist und fürchtet nun um sein eigenes Leben. 
Halston denkt sich erst, dass es ja nicht so schwer sein kann, eine Katze zu töten, muss dann aber auf bestialisch grauenhafte Art erfahren, was es heisst, sich mit diesem Teufel anzulegen... 
Eine sehr düster gehaltene und recht blutige Erzählung vom Grossmeister des Horrors, die nicht gerade ein gutes Licht auf Katzen wirft. Etwa ein Licht in der Art, wie Spielberg's Verfilmung von Benchley's JAWS es auf den Weissen Hai geworfen hat. 
29 Seiten

Michael McDowell - Der Schwur des Liebenden

Genau wie Betty's ist es auch meine Lieblingsgeschichte in diesem Buch und in diesem Episodenfilm. Wer mag Gargoyles nicht? Als ich ein Kind war, gab es eine Zeichentrickserie die von Gargoyles handelte. *schwelg*
Der mittellose Künstler James Preston wird nach einem Barbesuch, wo sein Agent ihm den Untergang prophezeit hatte, Zeuge, wie der Barbesitzer von einer geflügelten Bestie in Stücke gerissen wird. Er fleht um sein Leben. Die Bestie lässt ihn am Leben und nimmt ihm den Schwur ab, niemals jemandem von dieser Nacht zu erzählen. 
Kaum ist die Kretaur verschwunden, taucht eine fremde Frau in der Dunkelheit auf. Preston nimmt sie mit nach hause, da er sie vor der Kreatur beschützen will. 
Wie es nicht anders hätte sein können, entwickelt sich zwischen den Beiden eine Liebesgeschichte, die soweit geht, dass sie heiraten und Kinder kriegen. Preston ist mittlerweile ein begnadeter Künstler, um den sich alle reissen. 
Schliesslich bricht er den Schwur und erzählt seiner Carola, alles, was damals in jener Nacht geschehen ist und hat keine Ahnung von dem Grauen, das er mit seinen Worten entfesselt hat... 
47 Seiten



Donnerstag, 11. August 2016

Richard Laymon - Das Haus

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Richard Laymon

Titel: Das Haus

OT: Allhallow's Eve, 1985

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 9783453676480

Deutsche Erstausgabe 04/2016

Seiten: 272

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Dazu passt:


"Tritt ein ... 
bring Tod herein"

Als Fan von Teen- und Halloween-Horror kam dieses Buch gerade recht. Halloween in Ashburg. Ein zunächst Unbekannter lädt zu einer Halloweenparty im leerstehenden und gruseligen Sherwood-Haus, wo vor einigen Jahren eine Familie abgeschlachtet worden ist. Zunächst will nur einer auf jene Party gehen, doch aufgrund von zwei bescheuerten Teenagern kommt es soweit, dass sich nahezu jeder Teenager und einige andere im Sherwood-Haus einfinden, wo das Blutbad bereits begonnen hat. Ein Blutbad à la Richard Laymon.

Kurz gesagt

Bereits der Anfang des Buches ist wunderbar geschildert. Ein Haus neben dem Friedhof, wo Bodennebel aufzieht. Nacht. Eine alte Dame, die nach ihrer Katze sucht. Unheimliche Geräusche... Ein Mörder, der sich herumtreibt... 
Die Hauptfigur ist Eric, der Sohn einer alleinerziehenden Mutter Cynthia, die gerade eine Beziehung mit dem hiesigen Polizisten  Sam Wyatt angefangen, diese aber vor ihrem Sohn verheimlicht hat. Dieser ist alles andere als begeistert und möchte, dass seine Mutter wieder mit seinem Vater zusammen kommt... 
Dann bekommt jeder Teenager und ein paar der Lehrkräfte eine Einladung zur Halloweenparty im Sherwood-Haus. Es zieht sich hin, bis endlich etwas passiert - wie bei Laymon so üblich. 
Für Horrorfans ist die Geschichte absehbar. Für andere steckt sie wohl voller Überraschungen. 
Eine nette Unterhaltung für zwischendurch, mit erstaunlich wenig Blut und noch weniger Gliedmassen, was für Laymon doch recht untypisch ist.
Wie so oft bei Lamyon haben wir auch hier zu viele Personen, zu viele Nebenhandlungen und zu viel Blabla.
Wieso steckt Eric's Vater in einem Gorilla-Kostüm?
Meiner Meinung nach hat Laymon den Schluss versaut, weshalb die Gesamtwertung bei drei Sternen bleibt. Da hätte man wahrlich mehr draus machen können... 

Fehler

Auf Seite 19 ist erstmals die Rede von Eric Prince, bei dem wir dann plötzlich überlegen, ob Eric nun doch weiblicher Natur ist, oder möglicherweise ein Zwitter? Darauf wird jedenfalls nicht eingegangen. Zu lesen steht: "(...) Dann wäre Eric einsam und verlassen. Eine Waise."

Auf Seite 96 lernen wir die vierköpfige Familie Horner kennen:
Lynn Horner : Mutter
Hank Horner : Vater
John Horner : älterer Sohn
Mike Horner : jüngerer Sohn
Joe Horner : ? 
Wenn man sich die Mühe macht und die Seite noch einmal liest, wird einem klar, dass der ältere Sohn abwechselnd John und Joe heisst. Nett.

Zusammfassung (gefüllt mit Spoilern)

Wie bereits erwähnt, ist der Einstieg schlichtweg genial. Die Atmosphäre bei Nacht auf dem Friedhof könnte unheimlicher kaum geschildert werden. 
Nach dem der Leser sich selbst seiner Verwirrung über die Namen der Hornersöhne entledigen musste, wird die Familie gleich abgestochen. Wie schön. Kurz darauf brennt das Haus der Horners ab. Dem Leser ist rasch klar, dass der Mörder der Familie Sherwood zurück gekehrt ist. Dies wird aber noch zu verschleiern versucht. 
Überraschend ist, dass eben dieser Mörder der Vater von Eric Prince ist. Eric und er treffen sich im Sherwood-Haus, um über die Halloweenparty zu sprechen. Der naive Eric ahnt natürlich nicht, dass sein Vater die halbe Stadt abschlachten will und ist so ganz erstaunt, als er dies während der Party begreift. 
Ab Seite 262 geht dann endlich das Gemetzel los. Köpfe werden abgeschlagen, Menschen werden erschossen und Frauen werden vergewaltigt. Ganz nach Laymon eben. 
Auf Seite 268 ist es definitiv, dass Eric's Vater der Sherwood-Killer ist. 
Der Epilog auf Seite 272 hätte schlechter kaum sein können. Eric's Vater stirbt im Krankenhaus und Cynthia war seine Helferin - der dritte Gorilla. Irgendwie ist mir entgangen, wer der zweite Gorilla war o_O

Wie so oft geht mein Dank an die Verlagsvertretung von HEYNE, für die Zusendung des Rezi-Ex. Dankeschööön ^_^




Freitag, 29. Juli 2016

Wrath James White - Schänderblut

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Wrath James White

Titel: Schänderblut

OT: Succulent Prey, 2008

Verlag: FESTA

ISBN: 9783865522191

Deutsche Erstausgabe: 2013

Seiten: 332

Format: Taschenbuch

Genre: Horror, Thriller, Komödie





"Wenn das Licht anging, 
kamen die Schmerzen zurück."


Eine gute Freundin von mir, verschlingt die Bücher vom FESTA-Verlag geradezu. Mein Favorit ist bisher noch immer Eine Nacht im Keller von Nate Southard. Das Labyrinth der Puppen war ja dergestalt schlecht geschrieben/übersetzt, dass ich seither immer erst Einblick in die zur Verfügung gestellte Leseprobe nehme. So auch bei Schänderblut vom Zorn James White.
Wenn sich ein Autor selbst den Namen Zorn verleiht, dürfte man eigentlich bereits davon ausgehen, dass seine Bücher genau so seicht sind, wie der Name. Und so kommen wir zu meiner Meinung zu Schänderblut.

Zorn James Wrath ist hier ein bisschen vom logischen Weg abgekommen. So haben wir eine Frau, deren Nippel abgebissen werden, auf den nächsten Seiten, sind sie aber wieder (nachgewachsen?) jedenfalls wieder vorhanden, um ein paar Seiten weiter, wieder nich mehr vorhanden zu sein.
Alicia wird von Joe ans Bett gefesselt. Sie liegt auf dem blutgetränkten Laken und hat keine Chance, sich zu befreien. Und doch befindet sie sich nachher plötzlich im Badzimmer kauernd.

Wir haben in diesem Buch die pure Obsession von Fleischeslust in zweierlei Art. Kannibalsimus und Sex. Es gibt sogar ein Rezept dafür, wie man eine Frau, am besten zubereitet und kocht.
Zorn James Wrath hat sich wahrlich bemüht, etwas Ekelhaftes zu erschaffen, scheitert aber durch all die Klischees und die mühselig hingeschmierte "Liebesgeschichte".
Alicia's praller Arsch wird dermassen oft beschrieben, dass man fast zu schreien anfängt. Der Leser versteht beim ersten Beschrieb bereits, dass Alicia's Arsch in Joe's Augen perfekt ist.
Wenn man den anfänglichen Ekel überwunden hat, kommt man nicht umhin zu lachen. Die ganze Handlung ist lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Des Weiteren ist alles absehbar und wie bereits erwähnt, trieft das Buch vor Klischees.
Wir haben einen Polizisten, der so beschrieben wird, dass man direkt an SHAFT denkt. Etwas weiter unten im Text, wird er dann auch als "Shaft für Arme" bezeichnet.
Die Männer strotzen nur so vor Testosteron und sind bestens bestückt, sodass jeder Hengst daneben neidisch werden würde.

Kurz gesagt, eine nette Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger.

Zusammenfassung

- Achtung Spoiler -
In der Einleitung lernen wir den kleinen Joey kennen, der gerade üüübelst von Damon Trent gefoltert wird. Joey ist das einzige von Trents Opfern das überlebt hat. Wieso Damon ihn hat laufen lassen, erfahren wir jedoch nicht.
Joey, nun ein Student, glaubt sich infiziert. Er hat die These aufgestellt, dass Serienkiller, von einer Art Virus befallen sind, den sie an ihre Opfer weitergeben. Ähnlich, wie in Vampir- und Werwolfsagen muss der, von dem das Virus erstmalig ausgegangen ist, vernichtet werden, damit man selbst von dem Fluch befreit ist - oder von dem Virus. Was in dem Fall aber kein Virus sein kann und dann wohl doch eher als Fluch zu bezeichnen ist.
Joe wirkt aufgrund seiner muskulösen Gestalt und dem finsteren Blick furchteinflössend. Auch seine Äusserungen während der Vorlesungen machen das nicht besser. Selbst seine Professoren empfinden Unbehagen durch seine Präsenz.
Schliesslich kommt Joe nicht mehr gegen den Drang, Menschenfleisch zu kosten, an. Zwar geht er zu Treffen einer Selbsthilfegruppe, um mit seiner Psychose fertig zu werden, jedoch merkt er schnell, dass sich diese Leute an den Geschichten/Beichten der anderen aufgeilen - und so tritt Frank in den Mittelpunkt. Ein dürrer Sexsüchtiger, der jede Woche eine neue Geschichte hervorbringt, wie er gepeinigt worden ist und wie sehr es ihm gefallen hat.
Joe ist in einem Forum für Kannibalen angemeldet und erhält diverse Nachrichten, von der aber nur eine Ernsthaftigkeit ausdrückt. Sie kommt von Frank, der nicht weiss, dass er sich eben Joe ausgeliefert hat. Es kommt zu einem Treffen, wo Joe Frank ein Stück aus dem Hintern schneidet und es verspeist. Die Beschaffenheit, der Geschmack und Geruch von Menschenfleisch bringen Joe derart in Ekstase, dass er während dem Verzehr abspritzt. Man kann es kaum glauben, aber sogar Frank kommt so weit - mit einem klaffenden Loch im Allerwertesten. Joe ist sich sicher, wenn Frank bleibt, verspeist er diesen ganz und dirigiert ihn zum Gehen.
In einem Swingerclub trifft Joe auf Alicia, die Frau seiner Träume - und ab hier hat Zorn James White es versaut!
Was zu Beginn Entsetzen im Leser hervorgerufen hat, endet in einer seichten Liebesgeschichte. Joe will Alicia verspeisen, die Liebe zu ihr hält ihn aber vorerst davon ab. Alicia ist das pure Klischee. Verzweifelt, sexsüchtig und geht mit einem Fremden, Joe, nach hause. Nach hemmungslosem Sex wird sie ans Bett gefesselt. Es wird beschrieben wie Joe ihre Nippel abbeisst. Guten Appetit. Ein paar Seiten weiter, hat Alicia ihre Nippel wieder und dann wieder nicht mehr. Ähm ja?
Joe verspeist eine Bibliothekarin, während Alicia ans Bett gefesselt ist. Als er sie fertig verspiesen hat, kauert Alicia in einer Ecke des Badezimmers. Hallo Logik?
Damon sitzt in der Psychiatrie und spürt, dass Joe ihn besuchen wird. Er spürt, dass Joe auf dem Weg zu ihm ist und lässt ihn auf die Besucherliste setzen. Hellsichtig ist er allerdings erst in der Geschlossenen geworden.
Frank sucht Joe in dessen Apartment auf und findet Alicia auf dem blutgetränkten Laken, ans Bett gefesselt vor. Natürlich wird er von Joe überwältigt. Wie absehbar. Joe nimmt Frank und Alicia mit auf den Weg zu Damon Trent. Alicia, die trotz des Verlusts ihrer nachwachsenden Nippel, Liebe für Joe empfindet, schwört, dass sie ihn unterstützen wird. Joe ist dabei Frank zu verspeisen. Wie er dessen Hodensack aussaugt wird wunderbar detailliert beschrieben. Dann kommt ein weiterer Höhepunkt des Abstrusen. Frank ist derart schwer verletzt und hat zahlreiche Wunden, die entzündet sind, sodass er weiss, dass er sterben wird. Er bittet Joe, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen: Er möchte bei lebendigem Leib gegrillt und von Joe komplett aufgegessen werden.
Es wird beschrieben, wie Joe (Hach diese Zufälle immer!) eine 2m lange Metallstange findet und Frank damit pfählt. Joe zeigt Mitgefühl und fragt Frank, ob er ihn nicht doch vorher töten solle. Nein. Langsam stösst er die Stange/den Pfahl in Frank's Rektum und durch dessen Innereien. Kurz vor dem Herzen fragt er nochmals, ob er ihn töten solle. Nein. Die Stange tritt durch Frank's Schulter wieder aus. Auf dem Platz befindet sich eine Grube (wieder so ein Zufall), sodass er Frank mühelos grillieren kann. Es heisst, dies sei die beliebteste Sterbeart unter Menschen, die gefressen werden wollen. Natürlich! Wer träumt nicht davon gepfählt und geröstet zu werden?
Frank's Haut wird von den Flammen geröstet. Joe beginnt ihn zu verspeisen und er sieht, wie sich ein Lächeln auf Frank's Gesicht ausbreitet, ehe er stirbt.
Alicia kommt auf Joe zugekrochen. Sie ist angewidert und erregt zugleich. Nun isst auch sie ein Stück von Frank, während sie von Joe gefickt wird.
Danach steigen die Beiden in einem Motel ab, wo er seiner Gier verfällt und Alicia beide Monsterbusen abbeisst. Die wachsen erstaunlicherweise nicht mehr nach... o_O Joe bringt Alicia ins Krankenhaus und stattet Damon einen Besuch ab. Hinterher ruft er bei seinem Professor an, um diesem zu schildern, dass seine Theorie richtig war. Joe wird derzeit von seinen zwei Professoren und der Polizei gesucht.
Nachdem er Damon getötet hat, wird Joe klar, dass nicht Damon der Obervampir war, sondern, dass dies sein Vater war. Joe macht sich auf zum Haus seines Vaters. Dort erfährt er, dass sein eigener Vater Kinder entführt hatte. Die Meisten hatte er wieder freigelassen. Darunter war Damon Trent. Natüüüürlich...
Als die Polizei eintrifft, ist Joe's Vater bereits tot. Aus dessen Keller werden, ähnlich wie bei Gacy, Leiche um Leiche geborgen.
Alicia wundert sich nicht, als Joe plötzlich in ihrer Wohnung steht. Sie ist keine Frau mehr. Aha. Sie bittet Joe, sie zu verspeisen. Voll und ganz. Von Kopf bis Fuss. Joe kommt ihrem Wunsch nach. Die Polizisten, die vor Alicia's Apartment hätten Wache schieben sollen, hatten geschlafen. Sie bekommen jedoch Joe in die Finger und führen diesen ab.
Joe sitzt hinter Gittern und dient als Versuchskaninchen, aufgrund seiner Virus-Theorie. Er erhält Besuch, vom Aktmodell, welches er damals an der Uni malen sollte. Er hatte sie gemalt. Auf seiner Leinwand war das reinste Blutbad. Ein Massaker. Ihr hatte das gefallen. Sie bringt Joe ein Geschenk mit. Sie hatte sich einen ihrer Nippel abgetrennt und Joe zum Verspeisen mitgebracht.
Ende.



Donnerstag, 28. Juli 2016

Wrath James White - Sein Schmerz

Meine Wertung: ★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Wrath James White

Titel: Sein Schmerz

OT: His Pain, 2011

Verlag: FESTA

ISBN: Keine, da FESTA eXtrem

Deutsche Erstausgabe: 2013

Seiten: 122

Format: Taschenbuch

Genre: Horror, Thriller, Komödie






"Welcher Dämon der Hölle
hat dich in seinem Zorn geschaffen?
- Homer Simpson


"Wenn Wrath James White Dich icht erschaudern lässt, dann sitzt Du am falschen Ende des Leichenwagens."
- Jack Ketchum
Demnach sitze ich auf der falschen Seite. Wie kann man nur einen derartigen Stumpfsinn hinschmieren und auch noch verlegt werden?

Zorn beschreibt das Schicksal des 17-jährigen Jason, der an Hypersensibilität leidet. Sonnenlicht bringt ihn fast um (erinnert uns das nicht an den schnuckligen Gizmo aus Gremlins?), sodass sein Zimmer abgedunkelt ist. Berührungen und sogar Stimmen verursachen Höllenqualen und so fristet er den Grossteil seines Lebens in einem Leichensack aus Latex, in dem er vor seiner Umwelt geschützt ist.
Seine Mutter findet eine Art Wunderheiler, den sie sogleich einfliegen lässt. Dieser "therapiert" Jason soweit, dass er sich nachdem er durch die Hölle gegangen ist, sogar auf die Strasse traut. Er versteht es nun, seinen Schmerz zu kontrollieren.
Natürlich findet Jason gleich eine Freundin, mit der er dann in einem schäbigen Hotelzimmer unterkommt. Sie geht anschaffen, um die Miete bezahlen zu können. Als Jason das bewusst wird, tut er, was er tun muss.
Er hinterlässt ein Blutbad, welches vollkommen absehbar ist.

Jeder Schritt ist absehbar und wenn nicht, dann einfach nur stumpfsinnig. Ich habe noch nie einen derartigen geschriebenen Dünschiss gelesen.


Freitag, 15. Juli 2016

Jack Ketchum - Jagdtrip

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Jack Ketchum

Titel: Jagdtrip

OT: Cover, 1987

Verlag: Heyne Harcore

ISBN: 9783453677067

Deutsche Erstausgabe 2016

Seiten: 349

Einband: Kartoniert

Genre: Thriller





Dann hat man alle Bücher von Jack Ketchum gelesen und freut sich riesig auf ein *neues* Werk von ihm und erhält dann das...
Jagdtrip ist eines von Ketchum's frühen Werken. Während dem Lesen wird einem klar, warum HEYNE erst alle anderen verlegt hat. Was für ein pseudotragisches, inhaltloses und so komplett nichtssagendes Buch, wir hier doch vor uns haben.
Im Vorwort erzählt uns der Autor, dass er selbst nicht in Vietnam war und dennoch wollte er darüber schreiben. Wäre er dort gewesen, hätte er möglicherweise eine bessere Story zuwege gebracht... Wir werden es nie erfahren.


Jagdtrip in a nutshell

Ein Vietnamveteran lebt, wie einige andere Vetetanen, nun in den Wäldern und pflanzt Marihuana an. Hätte Garland "The Beach" nicht erst 1996 geschrieben, hätte ich behauptet, Ketchum hat abgekupfert. Jedenfalls wird er von seiner Frau verlassen und bleibt allein mit dem Hund zurück. Er verliert sich mehr und mehr in Erinnerung und seinem eigenen Wahnsinn des Vietnamkrieges.
Als einige prominente Camper auftauchen, nimmt die Handlung laymon'sche Züge an, nur dass sie noch plumper ist, als jene Laymon's.
Wer Wer Thoreau's "WALDEN" gelesen hat, erkennt was Ketchum hier kläglich versucht hat und womit er gründlich gescheitert ist.


Zusammengefasst

Jagdtrip ist so gar nicht Ketchum. Mann mit Hund haben wir später in Blutrot wieder, welches ein wahrhaft geniales Buch von ihm ist. Hier jedoch gelingt ihm die Tiefe nicht. Die Beziehung zwischen Lee und dessen Hund Pawlow ist halb so gut beschrieben, wie vom Autor gewollt. Auch versucht er sich in einem Drama, als Lee von seiner schwangeren Frau verlassen wird und fortan der Einsamkeit frönt. Da Ketchum etwa so viel über die Geschehnisse in Vietnam weiss, wie ich, bleibt die Story oberflächlich. Die Erinnerungen des Soldaten erinnern an Oliver Stone's Platoon. der 1986 erschienen ist.
Plötzlich sind wir fernab der Wälder in der Stadt, wo wir das Model Michelle haben, die eine Affäre mit Kelsey hat, der mit Caroline verheiratet ist, die das alles duldet. Die drei machen mit weiteren drei Freunden, Alan, Ross und Graham, schliesslich, nach viel Blabla, einen Ausflug in die Wälder.
Michelle : Model
Caroline : steinharte, frigide Karrierefrau
Kelsey : Schriftsteller
Ross : Neidisch auf Kelsey's Erfolg
Graham : Fotograf
Alan : Agent/Manager
Die Personenbeschreibungen sind so gar nicht typisch für Ketchum. Es scheint hier, als hätte er zu viel Laymon gelesen, erwartet und bekommt man so etwas doch stets vom guten Richard Laymon zu lesen. Auch die Kulisse als Gejagte in den Wäldern erinnert stark an Laymon.
Unschuldige Menschen gehen in der Wildnis campen und werden von einem Irren gejagt und ermordet (grösstenteils).
Um den Anschein zu erwecken, er habe ein wenig Ahnung vom Vietnamkrieg, beschreibt Ketchum ein paar "vietcong-typische" Fallen. Einer dieser Fallen fällt sogar ein anderer Veteran zum Opfer.
Auf den ersten 200 Seiten passiert einfach nichts. Wir haben klischeebehaftete Vietnam-Backflashs, Personen- und Dramabeschreibungen. Punkt. Auf Seite 212 gibt es dann endlich das langersehnte erste Opfer. 10 Seiten weiter haben wir das zweite Opfer. Schliesslich haben wieder 40 Seiten, in denen er kläglich versucht Spannung aufzubauen und kläglich scheitert. Wieder haben wir ein Vietnam-Backflash. Das selbe, das wir vor wenigen Seiten schon einmal hatten - nur ein wenig anders erzählt.
Die Cervelat-Promi-Camper irren, teils verletzt, durch die Wälder auf der Suche nach der rettenden Strasse. Auf ihren Fersen ist Lee. Und noch immer kommt keine Spannung auf. Schliesslich kommt es zum Showdown, der etwa so glaubwürdig ist, wie jener in Dan Brown's Davinci-Code... *gääähn*.

Den Schluss hat Ketchum so richtig versaut. Andererseits, ist das ganze Buch nicht gerade grossartig, da war mit einem miesen Ende eigentlich schon zu rechnen.

Nochmals herzlichen Dank an die Verlagsvertretung vom HEYNE Verlag, für die Zusendung des Rezensionsexemplars.






Mittwoch, 13. Juli 2016

Stephen King - Carrie

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Stephen King

Titel: Carrie

OT: Carrie, 1974

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9783404131211

Deutsche Erstausgabe: 1987

Seiten: 329

Einband: Kartoniert

Genre: Horror

Dazu passt: Feuerkind



- Diese Rezension ist bis zum bersten mit Spoilern gefüllt - 

"Bücher verändern sich, jedes Mal, wenn man sie liest", sagt Herr Koreander in Michael Ende's "Die unendliche Geschichte". Er hat recht. Als ich Carrie erstmals gelesen habe, es war irgendwann 2001, also vor gut 15 Jahren, empfand ich die Einschübe aus Verhör, Studien und Büchern als eXtrem störend. Heute, 15 Jahre später, betrachte ich sie als spannend und interessant - und dennoch ist meine Wertung wohl die gleiche, wie ich sie damals abgegeben hätte.
Mir ist es ein Rätsel, wieso King ausgerechnet mit diesem Werk der Durchbruch gelungen ist. Wieso "Carrie" als "Horror" bezeichnet wird, ist mir ebenfalls unerklärlich.
Das einzig schockierende, was in die Nähe von Horror und Grauen rückt, ist die religiöse Obsession von Carries Mutter, Margaret White.

In "Carrie" wird der Leidensweg der jungen Carietta White geschildert. Von einem süssen und hübschen kleinen Mädchen wandelte sie sich in einen übergewichtigen und pickligen Teenager, der als recht abstossend beschrieben wird. An jeder Schule braucht es einen Aussenseiter und an der Chamberlain High School ist es Carrie White.
Obschon sie bereits im Alter von 3 Jahren erstmals ihre telekinetischen Fähigkeiten nutzte, um Steine auf ihr Haus regnen zu lassen, tauchen diese Kräfte erst 13 Jahre später wieder auf. Auslöser, so wird im fiktiven Buch "Als der Schatten explodierte. Der Fall Carietta White: Dokumentierte Tatsachen und spezifische Schlussfolgerungen", Tulane University Press, 1981 von David R. Congress, erwähnt, sie wahrscheinlich das Einsetzen der Periode und die damit verbundene Tortur gewesen.
Carrie, die erstaunlicherweise, nie zuvor etwas von der Periode gehört hat und in dem Glauben erzogen worden ist, nur schlechte Frauen bekämen Brüste aka Schmutzigekissen, ist geschockt und glaubt zu verbluten, als sie erstmals ihre Tage bekommt. Dies im Duschraum nach dem Sportunterricht. Ihre Mitschülerinnen machen sich, einmal mehr, einen Spass daraus und bewerfen Carrie mit Tampons und Binden. Dazu brüllen sie unentwegt "Stopf es zu!"
Angeführt werden sie von Chris Hargensen, die einen unerklärlichen Hass auf Carrie hat/bekommt.
Die Sportlehrerin Miss Desjardin kommt hinzu und ist fassungslos, als sie realisiert, dass Carrie zu Tode verängstigt ist und glaubt sterben zu müssen.
Carrie sitzt im Büro des Schuldirektors, wo sie mittels Telekinese einen Aschenbecher zu Boden springen lässt und wird schliesslich nach hause geschickt. Miss Desjardin bestraft die Mädchen, in dem sie sie zum Nachsitzen verdammt. Nachsitzen auf dem Sportplatz. Wer schwänzt, darf nicht zum Abschlussball. Dies beeindruckt Chris Hargensen gar nicht und sie droht mit ihrem Vater, dem geleckten Herrn Anwalt, der später dann seinen Weg ins Büro des Schuldirektors findet und von diesem platt gemacht wird.
Chris ist vom Abschlussball ausgeschlossen, was sie natürlich daran hindert, dennoch dort zu erscheinen. Zusammen mit Billy Nolan, ihrem gegenwärtigen "Freund".
Sue Snell macht die Erfahrung, Mitleid mit Carrie zu empfinden. Sie fühlt sich schlecht, weil sie beim Tampon-Bombardement mitgemacht hat und überredet ihren Freund, Tommy Ross, mit Carrie zum Abschlussball zu gehen. Somit darf sie selbst nicht zum Ball gehen und empfindet dies als gerechte Strafe für ihre Tat.
Tommy geht schliesslich mit Carrie zum Ball und findet Gefallen daran.
Durch eine List, werden Tommy und Carrie zum Königin und Königin des Abschlussballs gekürt, worauf das Inferno beginnt.
Billy Nolan hatte zwei Schweine erschlagen und zwei Eimer mit deren Blut gefüllt. Diese beiden Eimer befinden sich über den Köpfen von Carrie und Tommy, die auf den Thronen sitzen und gefeiert werden. Billy ist mittlerweile so weit, dass er es gar nicht schlecht fände, wenn anstelle von Carrie, die er nicht einmal kennt, Chris dort unten sitzen und mit Schweineblut übergossen werden würde. Ihre Beziehung ist vorbei, das haben sie bereits zuvor gewusst, als sie aufeinander eingeprügelt hatten und Billy Chris schliesslich vergewaltigt hat.
Die beiden Eimer ergiessen sich über Carrie White, die mit geschlossenen Augen auf dem Thron sitzt. Sie verflucht sich innerlich, weil sie WIEDER auf ihre Mitschüler hereingefallen ist und es DOCH wieder nur ein Trick war, um ihr eins auszuwischen. Jemand aus der Menge schreit "Oh mein Gott, das ist ja Blut!" und Carrie hofft, dass dies nicht stimmen möge. Das diese klebrige Masse kein Blut ist. Jemand beginnt zu lachen, worauf Carrie die Augen öffnet und in die Menge starrt. Aufgrund ihres Starrens, beginnen weitere Mitschüler zu lachen und sie zu verhöhnen. Carrie schleudert Miss Desjardin, die mit offenen Armen auf sie zugehen will, an sich vorbei auf die Bühne und verlässt die Sporthalle.
Draussen besinnt sie sich eines Besseren und verschliesst die Türen. Sie schaut zu, wie ihre Mitschüler büssen. Flammen lodern, Menschen sterben. Sie alle sind gefangen in der Sporthalle. Einige Wenige können durch die Feuertüren entkommen - die wenigen, die überlebt haben. Alle anderen fallen den Flammen zum Opfer.
Carrie geht nach hause, zutiefst verletzt. Sie will nur zu ihrer Momma. Nach hause zu Momma. Margaret White erwartet ihre Tochter bereits, mit einem Messer in der einen Hand, welches sie Carrie in den Rücken rammt, ehe sie ihren Lebensatem aushaucht.
Carrie schleppt sich schwer verletzt durch den Garten und durch die Stadt, wo sie die Chance bekommt, sich an Billy und Chris zu rächen, in dem sie Billy's Auto mit über 70km/h in die Hausmauer einer Bar schleudert. Während Billy sofort tot ist, überlebt Chris schwerverletzt, ehe sie von den Flammen, des in Brand gesteckten Benzintanks, hingerichtet wird.
Carrie schleppt sich weiter durch die Strassen und bleibt auf einer Wiese liegen, wo sie letztendlich von Sue Snell gefunden wird. Carrie erfährt, dass Sue kein böses Spiel mit ihr getrieben hat, ehe sie stirbt.

So viel zu meiner Zusammenfassung. Horror bleibt aus. In meinen Augen ist "Carrie" ein Teenie-Drama. Eine Aussenseiterin wird immer wieder zum Gespött ihrer Mitschüler, bis das Fass überläuft und sie die Chance bekommt, sich für all die Schandtaten zu rächen.
Ganz ehrlich, wenn Ihr, meine treuen Leser, zurück denkt, an Eure Schulzeit. Gab es da nicht auch eine Carrie White? Möglicherweise ohne telekinetische Fähigkeiten. Oder auch in maskuliner Form. Aber sie war da. Ich kann sehr gut mit Carrie mitfühlen, da ich selbst auch mal die "Carrie" war. Später dann war ich eine von Chris Freundinnen bis ich schliesslich, gegen Ende meiner Schulzeit, zu Chris mutierte. Kurz gefasst, hätte meine Carrie telekinetische Fähigkeiten besessen, wäre ich einen Flammentod gestorben.
Darüber hinaus bin ich froh, dass wir damals, in den 90ern noch nicht über Youtube und Co verfügt haben. Ich wäre zu unaussprechlichen Grausamkeit fähig gewesen, denke ich.

Wie dem auch sei, die Sprünge zwischen der Geschichte, dem Verhör, diversen Zeugenaussagen und diversen fiktiven Büchern, machen das Lesen nicht immer ganz einfach, aber interessant und unterhaltend. Es ist mal etwas Neues!
Manche Kritiker behaupten, Stephen King hätte es geschafft, Carrie als unsympathischen Sündenbock hinzustellen. Au contraire. Ich habe Mitleid mit ihr empfunden. Den Tod hatte sie nicht verdient, aber wie hätte sie weiterleben sollen? Unter diesen Umständen?

Wie findet Ihr "Carrie"?

NS: Nach Beenden des Buches habe ich einen Carrie-Marathon gemacht und alle drei Verfilmungen hintereinander in chronologischer Reihenfolge geschaut. So viel sei schon einmal verraten, der aus 2002, ist ganz schlecht. Aber mehr dazu in "Carrie: Buch VS Film", bald mal online.