Freitag, 25. Dezember 2015

Chuck Palahniuk - Flug 2039

Meine Wertung: ★★★☆☆

Autor: Chuck Palahniuk

Titel: Flug 2039

OT: Survivor, 1999

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-54167-6

Deutsche Erstausgabe: 02/03

Seiten: 313

Format: Taschenbuch

Genre:

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Es fällt mir nicht leicht, dieses Buch einzuordnen. Vor Jahren wurde es mir von einer Freundin empfohlen und ich hatte es danach direkt gekauft, jedoch nicht gelesen. Ich wollte es für den Sommer aufheben und vergas es. Dann fragte sie mich in diesem Jahr, ob ich das Buch nun endlich gelesen hätte. Nein. Ich werde es während der 11,5 Stunden Flug nach Tokyo lesen. Gesagt, getan.

Die Seitenzahlen verlaufen rückwärts als Countdown. Tender Branson gesteht seine Lebensgeschichte, seine wahre Lebensgeschichte, nicht jene, so gänzlich von der Wahrheit abweichende, die in seiner Biografie steht, der Blackbox eines Flugzeuges. Man hat anfangs keine Ahnung, worum es in diesem Buch überhaupt geht und liest ganz gebannt jede einzelne Zeile und "lauscht" Tender's Geständnis.
Anfangs scheint es, er habe ein ganz normales Leben geführt, bis immer mehr Details aus seinem Leben zur Sprache gebracht werden. Tender arbeitet tagsüber als Hausdiener und abends betreibt er eine Telefonseelsorge der anderen Art. -_^
Man erfährt, dass er schliesslich der letzte Überlebende einer strengen Glaubensgemeinschaft ist, die ein bisschen an "The Village" erinnert, und deren Mitglieder allesamt auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind, bis schliesslich nur noch Tender übrig bleibt, der letztlich berühmt wird. Tenders Stunden sind gezählt, und ein Triebwerk nach dem anderen versagt seinen Dienst und er muss sich beeilen, um seine ganze Geschichte der Blackbox zu erzählen...

Die Worte meiner Freundin waren, "Während ich am lesen war, wollte ich unbedingt mit jemandem darüber sprechen! Zeigen, hey! Steht das hier wirklich!!!" Ähnlich ist es mir ergangen, auf Flug KL0861. Doch ich wollte niemanden belästigen -_^

Allerdings hat das Buch in der Mitte einige Längen und die mühselige Beziehung, die Tender zur hellsichtigen Fertility hat, wird mit der Zeit recht langweilig. Sentimental wird es, sobald Tender's Goldfisch mit dem Namen 641 zur Sprache kommt. Tender hat seinen Fischen nie einen Namen gegeben, da man das in seiner Kirchenkolonie nicht gemacht hat. Daraus lässt sich schliessen, dass Tender bereits den 641sten Goldfisch besitzt, um den er sich leidenschaftlich kümmert.

Ansonsten ein sagenhaftes Buch, das einem viel Freude machen wird ^_^
Tender gibt ausserdem nützliche Haushaltstips, die er als Hausdiener nutzt, an den Leser weiter XD