Sonntag, 30. August 2015

Stephen King - Der Werwolf von Tarker Mills (Kalendergeschichten)

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Der Werwolf von Tarker Mills

OT: Cycle of the Werewolf / Silver Bullet

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-404-13299-8

Deutsche Erstausgabe: 1990

Seiten: 382

Format: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel:



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆       ★★☆        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

Das Jahr des Werwolfs hätte ursprünglich als Kalender erscheinen sollen.
Es war im Jahr 1979 als Christopher Zavisa Stephen King während der World Fantasy Convention angesprochen hatte, mit der Idee einen Literaturkalender zu kreieren. King hätte dazu eine gar kurze Kurzgeschichte in 12 Teilen schreiben sollen. Berni Wrightson sollte 12 Bilder dazu schaffen.
King war erst angetan von der Idee, da es so eine Art Kalender zu der Zeit noch nicht gegeben hatte. Während des Schreibens - oder eher des Nicht-mehr-Schreibens hielt er das Skript dann für eine Fehlgeburt. Schliesslich packte ihn die Geschichte wieder und er beichtete Zavisa, dass sein Skript weit über eine Kalenderstory hinaus reichen würde. Zavisa fand das super und meinte, dann sollten sie doch gleich ein Buch daraus machen. Und so sollte dann Das Jahr des Werwolfs entstehen: Ein Buch in zwölf Teilen mit den Illustrationen von Berni Wrightson.

Wieder einmal ist das Buch ganz anders als der Film von Dino de Laurentis. (An der Stelle denke ich über einen Eintrag mit dem Titel Der Werwolf von Tarker Mills Buch VS Film nach. Eventuell schreibe ich diesen im Anschluss.)

Anders als im Film hat im Buch Marty nicht die Hauptrolle. Das Buch erzählt in 12 Teilen (Monaten) die Geschichte des Werwolfs, der sich monatlich ein neues Opfer aussucht.
In einem Herbstkapitel kommt dann die Szene, in der Marty einen Feuerwerkskörper auf den Werwolf abfeuert. Einen Monat später erfahren wir dann erst, wer der vermeintliche Werwolf ist.

Eine Meisterleistung sowohl sprachlicher, wie auch inhaltlicher Natur. Selten vermochte es ein Autor, die Vergänglichkeit und die Herbstmelancholie derart lebendig zu beschreiben. Ich war überwältigt!
Obschon ich den Film kenne, büsste das Buch keineswegs an Spannung ein, da sich der Film deutlich von der Buchvorlage entfernt. Wer also bereits den Film gesehen hat, darf sich auf das Buch freuen!

In jener, leider vergriffenen Ausgabe, ist sowohl die Kalendergeschichte, als auch das von King verfasste und schliesslich von de Laurentis verworfene, Drehbuch enthalten. Zumindest steht in King's Vorwort, seine Variante des Drehbuchs sei verworfen worden. Laut IMDB wurde doch King's Vorlage verwendet... ?_?


Mittwoch, 26. August 2015

Jilliane Hoffman - Samariter

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Jilliane Hoffman

Titel: Samariter, 2015

OT: All the little pieces, 2015

Verlag: Wunderlich

ISBN: 978-3-8052-0894-9

Deutsche Erstausgabe 07/15

Seiten: 476

Einband: Gebunden

Genre: Thriller




Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin erschien Hoffman's verstörender Thriller Cupido, von dem alle hin und weg waren. Darauf folgten Morpheus und Argus. Hier haben wir nun Samariter...

Nacht, Regen, Zuckerrohrfelder... Eine Frau auf der Flucht. Flieht vor zwei Männern. Die Atmosphäre ist beklemmend, beängstigend und derart spannend, dass man liest und liest und wissen will, was mit der Frau passiert... Während sie weiterhin vor den zwei Männern flieht, ist Faith unterwegs nach hause. Auf dem Rücksitz sitzt ihre kleine Tochter Maggie, die sich schlafend stellt. Die beiden kommen von der Geburtstagsparty von Faith' Schwester, mit der und deren Mann sie sich gestritten hat, was der Grund für das verfrühte Aufbrechen war. In der Hektik hat Faith gar Handtasche und Mobiltelefon liegen lassen. Sie wollte nur noch nach hause - trotz des Sturms.
Als sie anhält klopft es an die Fensterscheibe ihres Autos. Eine Frau steht davor. Die selbe Frau, die man zu Beginn des Buches auf der Flucht vor zwei Männern kennengelernt hat.
Sie fleht Faith an, sie in den Wagen zu lassen. Ihr zu helfen. Faith sieht die zahlreichen Piercing, die Tattoos und die Augen der Frau. Sie fürchtet sich. Die Frau muss auf Droge sein. Dann erspäht Faith die Silhouette eines Mannes. Es muss eine Falle sein. Faith denkt nicht daran, die Frau in ihren Wagen zu lassen.
Der Mann kommt näher. Nimmt die Frau in den Arm und verschwindet mit ihr im Regen. Faith lässt den Motor an und fährt nach hause. Was war das?

Ein paar Wochen später sieht sie einen Handzettel mit einem Bild der Frau aus jener regnerischen Nacht. Sie wird vermisst.
Hat Faith sich nun doch unterlassene Hilfeleistung vorzuwerfen? Wer war die Frau? Wer war der Mann? Was war geschehen?

Und nach gut 100 Seiten verabschiedet sich die Spannung. Bei Jilliane Hoffman ist es immer das gleiche: ein oder mehrere bestialische(r) Mord(e), Ermittlungen, ein oder mehrere Mörder, die Jagd beginnt...
Irgendwo in der Mitte kommt dann wieder ein bisschen Spannung auf. Der Schluss ist plump und leider so gar nicht überraschend.
Der Epilog lässt darauf schliessen, dass wir mit einer weiteren Fortsetzung rechnen können...


Sonntag, 16. August 2015

#Wir bloggen Bücher




Wie so oft im Leben, war es auch hier der Zufall, der dafür gesorgt hatte, dass ich von dem Projekt erfahren durfte. Ich scrollte durch Instagram, sah das Logo in einem Beitrag und landete dann auf der Facebook-Seite von #wirbloggenbücher.
Damit wir einander besser kennenlernen, haben die beiden Begründerinnen, Ani und Patrizia, ein paar Fragen entworfen, welche ich nachfolgend gerne beantworte. ^_^

Was bedeutet für Dich "buchbloggen"? Warum machst Du das eigentlich?

Ich versuche, jede Woche eine Rezension zu schreiben. Meistens klappt das auch. ^_^
In meinem Umfeld befinden sich viele Freunde, welche die Liebe zu den Büchern teilen. So werde ich oft nach guten Büchern gefragt. Mit meinem Buchblog "vereinfache" ich mir das Beantworten dieser Frage. 
Die Blogeinträge teile ich dann via Facebook und bald schon gibt es neue Diskussionen zu den gebloggten Büchern. ^_^ 

Andererseits dient mein Blog auch als Erinnerungsstütze. Als Buchhändlerin lese ich (zu) viele Bücher und kann mir beim besten Willen nicht (mehr) alles merken. Ein kurzer Blick in meinen Blog genügt und die Infos sind da. 


Wie bist du zum Buchbloggen gekommen? Was gab dir den Anstoss?

Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin, schrieben wir Rezensionen für die Website. Später arbeitete ich im Backoffice einer kleinen Buchhandlung und war u.A. für die Buchtipps auf der Website verantwortlich. Ich denke, dass diese Tätigkeiten ausschlaggebend für meinen Blog gewesen sind. 


Welche Berührungsängste hattest du?

Da ich, als ich mit meinem Buchblog angefangen habe, dies mehr als Erinnerungsstütze für mich gemacht habe, hatte ich keine Berührungsängste. 
Damals habe ich auch nicht damit gerechnet, dass sich mal jemand für meine Rezensionen interessieren könnte. 
Noch immer staune ich, wenn eine Rezension über 500 Hits erzielt. Es sind allerdings immer die Bücher von Stephen King, deren Rezensionen so grossen Anklang finden. Soll noch einer sagen, der König wäre entthront...


Wo bloggst du und was brauchst du dazu?

In 99% der Fälle sitze vor dem Mac Mini auf meinem violetten Stuhl. Selten mal, schreibe ich meine Blogposts auf dem Macbook Air. Das ist nur dann der Fall, wenn ich nicht zuhause bzw. im Urlaub bin. Vor und neben mir befinden sich zwei riesige Fenster, die für das nötige Tageslicht sorgen. Das Fenster in der Front ist mit einer Folie beklebt, die an Seide erinnert - oder aber an das Sekret der Nebelwesen, in Stephen King's The Mist. -_^
In Reichweite steht meist eine grosse Tasse mit herrlich duftendem Grüntee oder Sojamilchtee. Und wenn der Lärm, der Nachbarn, die ein Haus weiter wohnen, zu laut ist (was meistens der Fall ist) höre ich Musik. Zur Zeit hauptsächlich Killswitch Engage. 



Was ich zum bloggen, oder eher vor dem bloggen, noch brauche, sind gute Bücher. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, einen kleinen Teil von meinem Arbeitsplatz in der Buchhandlung zu posten. ^_^


Keigo Higashino - Heilige Mörderin & Renee Knight - Deadline
Während der warmen Tage sitze ich gerne im Erker bei einer Tasse Tee und mit einem guten Buch.
Da ist das Licht am besten und der Ort ist einfach ideal um den Morgen zu geniessen.
Ganzes Bild folgt, sobald wieder Sonne scheint ^_^

Die Gruftie-Dame unterm roten Schirm, heisst übrigens Susie. Sie leistet einem immer gerne Gesellschaft und erschreckt auch gerne mal Paketzusteller und Besucher... höhö

Wenn es angenehm warm ist, setz ich mich auch gerne in den Vorgarten, um zu lesen. 

Ich freue mich über jeden Menschen, der meinen Blog besucht und meine Rezensionen liest. Besonders freut es mich, wenn ich eine Reaktion darauf lesen kann. Das hat schon gute Gespräche und neue Online-Freunde ergeben. ^_^

Eure Navi M. Gray

Dienstag, 11. August 2015

C.L. Taylor - Träum was Böses

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: C.L. Taylor

Titel: Träum was Böses

OT: The Accident, 2014

Verlag: Piper

ISBN: 978-3-492-30380-4

Deutsche Erstausgabe: 07/2014

Seiten: 422

Format: Taschenbuch

Genre: Thriller

Ähnliche: Aus tiefster Seele, Die Wahrheit über Alice


Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★       ★☆☆        ★★★         ☆☆☆☆       ★☆☆☆       ☆☆☆

Während ich die Vorschau des Piper Verlags durchblätterte, stiess ich auf dieses Buch. Mir gefiel das Cover und da ich die Abteilung Krimis/Thriller betreue, las ich mal, worum es geht.
Die Thematik gefiel mir und so kaufte ich den Titel ein. Heute habe ich die letzte Seite gelesen und komme nicht umhin eine 5/5 Bewertung abzugeben.

Es ist selten, dass man ein Buch findet, in dem gar keine Langeweile aufkommt, aber C.L. Taylor hat es vollbracht!

Charlotte, die Tochter von Sue und Brian, liegt im Koma. Sie hatte sich vor einen Bus geworfen. Sue kann sich nicht vorstellen, dass Charlotte sich hätte umbringen wollen - obschon erst alles dafür spricht. So beginnt sie Nachforschungen anzustellen und stösst auf Geister ihrer Vergangenheit...
Bald schon erhält sie die erste seltsame Post, die sie an ihre Vergangenheit erinnert und an den Psychopathen, mit dem sie damals zusammen war. Die "Geschenke" häufen sich und für Sue ist klar, dass ihr Ex hinter dem Ganzen steckt. Brian jedoch denkt, dass der Stress zuviel für seine Frau ist und glaubt ihr kein Wort. Er möchte sie in Behandlung schicken...
Sue forscht allein weiter und erfährt häppchenweise, was es mit de angeblichen Suizidversuch ihrer Tochter auf sich hatte und ahnt, dass ihr Ex etwas damit zu tun hat...

Parallel zu ihren Nachforschungen liest man ihre Tagebucheinträge aus der Zeit, in der sie in den Zwanzigern und mit einem gewalttätigen Bastard verheiratet war. James Evans. Gut aussehend und geisteskrank. Was Sue erst für die perfekte Beziehung und die wahre Liebe hält, entpuppt sich bald schon immer stärker als Psychospiel. James versteht es, Sue von sich abhängig zu machen. Seine Eifersucht lässt ihn zum gewalttätigen Tyrannen werden, was Sue hinnimmt, weil sie glaubt ihn zu lieben. Sie sucht die Fehler bei sich, bis er dann mit ihr Schluss macht. Sie kommen aber bald wieder zusammen - obschon Sue's Freunde ihr davon abraten.
Sue und James verloben sich schliesslich und alles scheint in bester Ordnung bis James eines Tages etwas erfährt, was er nie hätte erfahren sollen und völlig den Verstand verliert...

C.L. Taylor hat einen packenden Thriller verfasst, der einen einfach mitreisst. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen will. Obschon man schnell meint, man wisse, was dahinter steckt, wird man überrascht. Immer wieder taucht ein neues Puzzleteil auf bis sich das Ganze auf den letzten paar Seiten schliesslich zusammenfügt.
Genial gestrickt, sprachlich gut und temporeich!

Herzlichen Dank nochmals an die Schweizer Verlagsvertretung des Piper Verlags für die Zustellung des LEX <3


Sonntag, 2. August 2015

Stephen King - Im Kabinett des Todes

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Im Kabinett des Todes

OT: Everything's Eventual

Verlag: Ullstein

ISBN: 978-3-550-08413-X

Deutsche Erstausgabe: 2003

Seiten: 581

Format: Gebunden

Genre: Horror

Ähnliche Titel: Abgrund



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆       ★★☆        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

14 Kurzgeschichten, manche davon wurden längst verfilmt, etwa für die Mini-Serie Nightmares & Dreamscapes.
Kurz nach Erscheinen hatte ich es gekauft, erstmals gelesen dann aber im Jahr 2009. Nun schreiben wir das Jahr 2015...
Erstaunlicherweise habe ich nahezu alle Geschichten gleich bewertet, wie damals. Der Geschmack ändert sich wohl selten -_^

Einleitung: Wenn man sich einer fast ausgestorbenen Kunstform widmet 

Erstmals in meinem Leben als Buchblogger rezensiere ich eine Einleitung. Wieso? Weil es sich um eine typisch zynische King-Einleitung handelt, welche u.a. das Thema e-Books behandelt. Ich erinnere mich gut an jene Tage, in denen das e-Book von so manchen Seiten als "vorübergehender Furz" bezeichnet wurde. Als etwas, das bald tot und begraben sein wird und schliesslich gänzlich vergessen. Bereits damals dachte ich, dass dies mutige Worte waren, besonders wenn man bedenkt, dass wir in einer digitalisierten Welt leben... Tja, heute ist das e-Book bereits so weit, dass Bücher teilweise gar nicht (mehr) als Printmedium erscheinen... 
Auch der gute Herr King hat mittlerweile 3 Geschichten veröffentlicht, für welche ich mir einen e-Reader zu legen musste - kleiner Scherz. Ich sah mich ohnehin gezwungen einen zu kaufen. 


Autopsieraum vier (Nightmare & Dreamscapes)

"Grosser Gott! Ich bin in einem Leichensack!"
Howard Cottrell wird auf dem Golfplatz von einer Schlange (eine fiktive "Afrikanische Boomslang) gebissen und für tot erklärt. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich in einem Leichensack und wird zum Autopsieraum vier geschoben. Da er von dem Schlangengift gelähmt ist, kann er sich nicht bemerkbar machen, ist jedoch bei vollem Bewusstsein. 
Cottrell schildert die Ereignisse, welche ihm widerfahren, das Verhalten der Pathologen und seine glücklosen Versuche, irgendwie auf sich aufmerksam zu machen. 
Auf die Angst und den ersten Schock folgt dann ein erheiternder Zynismus. Als er jedoch hört, dass man eine Autopsie durchführen will, steigt die blanke Panik in ihm auf... 

Eine beklemmende Geschichte über eine Scheintod-Erfahrung.  

3/5


Der Mann im schwarzen Anzug

Gary, ein alter Mann, schreibt mit zittriger Hand sein Tagebuch. Er will nur eine Geschichte erzählen, die ihm widerfahren ist, als der Kalender das Jahr 1914 schrieb und er neun Jahre alt war. 
Er ging allein zum Angeln an die Flussgabelung in Motton. Hier wird ihm die Vergänglichkeit von Allem bewusst. Der Fluss existiert heute nur noch als unterirdischer Kanal. Alles wurde zubetoniert und überbaut. Damals jedenfalls war Motton ein idyllisches kleines Nest und er verbrachte viel Zeit draussen (wie man das früher, in der Zeit vor Facebook und Nintendo eben noch gemacht hat). An jenem Tag, als er Fluss sass, sollte er dem Teufel begegnen. Dem Leibhaftigen in Gestalt eines Mannes im schwarzen Anzug. Gary roch den Gestank von Schwefel und realisierte, dass, an der Stelle, wo bei Menschen für gewöhnlich die Augen waren, bei dem Mann lediglich Flammen loderten. Gary meinte, dem Teufel entkommen zu können, wenn er sich nicht anmerken liesse, dass er um dessen Existenz wusste, doch den Leibhaftigen trickst man so leicht nicht aus... 

Eine Rückblende ins Jahr 1914, wo die Zeiten noch besser und die Natur noch prächtiger waren. Eine Begegnung mit dem Teufel..., welche King für sehr schlecht hielt, dann aber mit dem O. Henry Award ausgezeichnet wurde und meinte, dass dies der Beweis dafür ist, dass Autoren ihre Werke meist am schlechtesten einschätzen können... 

4/5


Alles, was du liebst, wird dir genommen

Alfie Zimmer. Vertreter. Auf der Durchreise. 
Wir lernen Alfie in einem Motel kennen. Es ist immer gut, in einer Kette zu buchen, da weiss man schon was einen erwartet. Es ist noch besser ein Zimmer am Ende zu buchen, so hat man nur auf einer Seite ätzende laute Nachbarn... 
Alfie Zimmer führt ein Notizbuch mit sich. In meiner Vorstellung handelt es sich dabei um ein Moleskine pocket diary - blanko. Vor Jahren hat er damit begonnen, Graffiti und Klosprüche nieder zu schreiben. Er liest uns einige vor und erzählt, wo er welchen Spruch gefunden hat. Schliesslich sinniert er über sein Leben und darüber, diesem ein Ende zu setzen oder nicht... 

Sprechen wir ein Gebet für all die Alfie Zimmers dieser Welt. So King in seinem Nachwort. Und wahrlich, das sollten wir tun! 
Eine traurige kleine Geschichte über das Leben und die Leiden eines einfachen Mannes... 

5/5



Der Tod des Jack Hamilton

Bereits im Kindesalter mochte King Geschichten über Banditen und Gauner aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise. So schrieb er eine Hommage an die Dillinger-Bande, welche im Wisconsin der 1934er Jahre spielt. Spannend geschrieben und mal was Anderes. Einfach gut! 

4/5



Im Kabinett des Todes 

Fletcher, ein Reporter der New York Times, findet sich in einem Verhörraum irgendwo in Mittelamerika wieder. Fliesen, kahle Wände, eingedrahtete Glühbirnen und eine seltsame Maschine, welche zur Folter mittels Stromschlägen dient, mit denen Fletcher später Bekanntschaft machen wird... Es handelt sich um eine klassische Verhörsituation um Leben und Tod. Die Geschichte erinnert daher an den Film "Five Fingers" mit Ryan Philippe. 

5/5



Die kleinen Schwestern von Eluria 

Ein Pendant um den Revolvermann der Dark Tower Saga. That's it.

4/5



Alles endgültig 

Dem Pizzakurier Dinky wird das Jobangebot seines Lebens unterbreitet, welches er erst für einen schlechten Scherz hält. Schliesslich soll er quasi fürs Nichtstun bezahlt werden und muss einfach nur zusehen, dass er das ganze Geld bis zum Wochenende ausgegeben hat. Dinky besitzt Fähigkeiten, welche nicht jedermann vergönnt sind. Diese soll er für einen guten Zweck einsetzen. Irgendwann beginnt er sich zu fragen, wie gut dieser Zweck denn wirklich ist... 
Atmosphärisch erinnerte es mich teilweise an Grisham's Die Firma, wieso auch immer. 

3/5



L.T.s Theorie der Kuscheltiere 

Eine wunderbare kurze Erzählung um eine Ehe, die in die Brüche ging und um die Eigenheiten von Haustieren. King selbst sagt, es sei seine Lieblingsgeschichte und wenn man ihm 50 Minuten Zeit lasse, erzähle er sie auch gerne. 
Kein Wunder, sie nimmt einen ganz normalen Anfang und endet mit Entsetzen.
NS: Wer einmal einen Jack Russell Terrier gehabt/gehütet/gesehen hat, der weiss um L.T.s Leiden mit jenem Hund... -_^

5/5



Der Strassenvirus zieht nach Norden  (Nightmare & Dreamscapes)

Ganz gelungen verfilmt! Ein Autor, krank, dem Tode geweiht, hält an einer Hausräumung und kauft sich ein finsteres Gemälde, auf dem ein Typ mit Tattoos und spitzgefeihlten Zähnen abgebildet ist. Das Bild verändert sich, jedes mal wenn er es ansieht. Plötzlich realisiert er, dass der Hintergrund des Bildes, genau die Strecke anzeigt, die er zurückgelegt hat. Bald schon ist auch die erste Tote zu beklagen...

5/5



Lunch im Gotham Café 

Ein Treffen zwischen baldigen ex Eheleuten und deren Anwälten, von denen der eine Anwalt leider nicht zugegen sein kann, nimmt durch einen geistig nicht ganz klaren Oberkellner blutige Ausmasse an...Na ja, wäre der Kellner nur halb so verrückt gewesen, wäre die Geschichte wohl besser gewesen. Jedenfalls bekommt man einen riesigen Hass auf die Exfrau und hofft permanent, dass sie abgeschlachtet oder von einem Auto überfahren und über 20 Meilen über die Strasse verteilt wird -_^

2/5



Dieses Gefühl, das man nur auf Französisch ausdrücken kann 

Irgendwie genial, irgendwie absehbar, irgendwie langweilig... Eine hellsichtige Frau, die den Tod ihres Mannes und ihren eigenen vor Augen hat, so klar, dass sie kaum glauben kann, dass sie nur geträumt hat. Sie hat dieses seltsame Gefühl, das man nur auf Französisch ausdrücken kann, kommt aber nicht dahinter, wann und wo sie sterben sollen, bis...

3/5



1408 

Eine Geschichte um einen böses Zimmer in einem ganz normalen Hotel in New York. Es gehört übrigens der Stanley Corp. -_^ Ein Autor möchte darin verweilen, um einen gelungenen Abschluss für seine Buchreihe über Spukhäuser zu schreiben...
Hier erfahren wir, was die Zahl 13 doch alles bewirken kann -_^

5/5



Achterbahn 

Riding the Bullet!
Ehrlich, ich habs versucht. Ich habe die Verfilmung mehrmals schauen wollen. Beim ersten Mal, habe ich es bis zum Schluss geschafft. Aber alle weiteren Male, habe ich nebenbei geschrieben, aufgeräumt oder sonst was gemacht... Sie ist schlecht und langweilig. 
Die Kurzgeschichte hingegen! Genial! 

4/5



Der Glüggsbringer

Eine Geschichte, über die kleinen Wunder des Lebens, wie sie ganz normalen Menschen, in diesem Fall einem Zimmermädchen widerfahren... 
Was war eigentlich an meinem damaligen Job als Zimmermädchen so schlecht?

3/5

Banana Yoshimoto - Moshi Moshi

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Banana Yoshimoto

Titel: Moshi Moshi

OT: もしもし下北沢 (Moshi Moshi Shimokitazawa), 2010

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-06931-0

Deutsche Erstausgabe: Frühling 2015

Seiten: 392

Format: Gebunden

Genre: Roman

Ähnliche:


Yotchan war zwanzig Jahre alt, als ihr Vater zusammen mit seiner Affäre Selbstmord beging. Für Yotchan und ihre Mutter war das natürlich ein riesiger Schock. Nicht nur der Selbstmord an sich, sondern auch die Tatsache, dass dieser Mann eine Affäre hatte.

Yotchan bezieht eine kleine Wohnung in Shimokitazwa, Tokyos Künstlerviertel. Eines Tages steht ihre Mutter vor der Tür und verkündet, sie bleibe bei ihr. Sie könne nicht in die alte Wohnung zurück und brauche Yotchan's Nähe, um mit der Trauer (und der Wut) fertig zu werden.
Anfangs ist Yotchan natürlich alles andere als angetan, aber schliesslich handelt es sich bei dem neuen Mitbewohner um ihre Mutter und so arrangieren sich die beiden.

Yotchan lernt ein paar neue Leute kennen, die ihren Vater kannten und erfährt mehr über die fremde Frau, mit der zusammen sich ihr Vater aus dem Leben gestohlen hatte...
Ausserdem könnte zwischen ihr und dem einen Herren so etwas wie eine Beziehung entstehen? Oder passt es doch nicht?

Moshi Moshi ist eine rührende Geschichte um Emotionen und die Probleme des Lebens, wie nur Banana Yoshimoto sie schreiben kann.
Wenn man Japan bereist hat, und die genannten Ortschaften kennt, fühlt man sich wieder dahin versetzt und schwelgt in Erinnerungen.
Die Figuren sind feinfühlig und lebendig beschrieben - so auch die ganzen Situationen und Aufeinandertreffen.

Ein wunderbarer Mutter-Tochter-Roman, für jeden, der einfach ein schönes Buch lesen möchte. ^_^


Herzlichen Dank nochmals an den Diogenes Verlag, für die Zustellung des LEX ♥︎


Linwood Barclay - Frag die Toten

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Linwood Barlcay

Titel: Frag die Toten

OT: Never saw it coming, 2013

Verlag: Knaur

ISBN: 978-3-426-51372-9

Deutsche Erstausgabe: Juli 2015

Seiten: 302

Format: Taschenbuch

Genre: Thriller

Ähnliche: Aus tiefster Seele


Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆☆       ★★☆☆☆        ★★★☆         ☆☆☆☆☆       ★☆☆☆☆       ☆☆☆☆

Keisha hat DIE Einnahmequelle gefunden: Sie studiert Todesanzeigen, stellt Recherchen über die Familien an und gaukelt den Angehörigen vor, sie sei medial veranlagt und habe Visionen, welche schon oft dazu beigetragen hätten, die Vermissten wieder zu finden - tot oder lebendig.

Erst hilft sie den versnobten Eltern des jungen Justin, ihren geliebten, verjunkten Sohn wieder zu finden. Bald schon erfährt man, welcher Art Keisha's "Visionen" waren... Egal, denn die Kasse stimmt.

Bald schon erfährt sie vom Verschwinden der Frau von Garfield Wendell und sitzt kurzerhand in dessen Wohnzimmer, um ihm zu erzählen, was sie über das Verschwinden seiner Frau weiss. Da er recht reserviert und dazu noch zynisch ist, verlangt sie gleich $ 5000.- für ihre Vision. Garfield ist gänzlich uninteressiert und möchte Keisha los werden, da er sie durchschaut. Er ahnt, dass sie ihn nur ausnehmen will. Als sie jedoch das Schlüsselwort sagt, hat Garfield plötzlich grosses Interesse daran, zu hören, was diese Frau zu sagen hat. Denn sie scheint mehr zu wissen, als sie wissen sollte. Sie muss gesehen haben, was mit seiner Frau passiert ist.
Als Keisha dämmert, woher Garfields plötzliches Interesse kommt, ist es bereits zu spät, ihre Kehle wird zugeschnürt und sie ringt ums Überleben...

Manch einer würde dieses Buch als "anspruchslose Literatur" abstempeln. Muss ein gutes Buch denn immer hochliterarisch sein? NEIN.
Linwood Barclay hat einen genial konstruierten Thriller geschrieben, der voller Überraschungen steckt. Zahlreiche Wendungen machen das Lesen zu einem wahren Genuss und man legt das Buch nicht mehr aus der Hand.
Der Schluss ist schlichtweg genial konstruiert und alles andere, als absehbar.

Wer einen guten Thriller lesen will, der ohne Schlachtplatte auskommt, ist hier bestens bedient.
Übrigens, das Kapitel, in dem man erfährt, was mit Garfields Frau passiert ist, liess mir das Blut in den Adern gefrieren...



Herzlichen Dank nochmals an die Schweizer Verlagsvertretung für die Zustellung des LEX <3