Dienstag, 30. Juni 2015

James Carol - Watch me


Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Carol, James

Titel: Watch me, 2015

OT: Watch me, 2014

Verlag: dtv

ISBN: 978-3-423-21595-4

Deutsche Erstausgabe 06/15

Seiten: 379

Einband: Kartoniert

Genre: Thriller

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Was hatte ich mich doch auf den zweiten Fall von Profile Jefferson Winter gefreut! James Carol's Erstling Broken Dolls, war mal wieder ein echter Pageturner und dann auch noch so zynisch, einfach genial! Leider verhält es sich meist so, dass der Autor nicht an einen gelungenen Erstling anknüpfen kann - so auch bei Watch me.

Der in Broken Dolls noch sympathische Profile Jefferson Winter, kommt in Watch me als riesiges Arschloch rüber. Die zynischen Sprüche lassen vergeblich auf sich warten...
Die Figuren sind allesamt oberflächlich gezeichnet und triefen geradezu voller Klischees.
Zum Inhalt ist zu sagen, dass auch keine richtige Spannung aufkommen will. Erst gegen Ende des Buches, so auf den letzten ca. 80 Seiten wird es ein bisschen spannend.

Ich würde soweit gehen, und behaupten, James Carol hat sich eines schönen Tages den Film Untraceable angeschaut, gefolgt von The Den und muss sich dann gedacht haben, ich schreibe ein Buch dazu.
Ich meine, ernsthaft? Ein Killer, der sein Opfer vor laufender Kamera abfackelt und über seine Website bereits den nächsten Tod ankündigt? Untraceable lässt grüssen.
Dann diese dämliche Diskussion um Officer Taylor's Vornamen... Winter soll herausfinden, wie Taylor mit Vornamen heisst und so schliessen sie eine Wette ab, obschon es von vornherein klar ist, wie der Name lautet...
Das grösste Problem, welches sich durch das ganze Buch zieht, scheint das zu sein, ob sie es nun mit einem Serienmörder zu tun haben, oder ob es eine andere Bezeichnung für diesen Mörder gibt...
Schliesslich haben wir noch den Kleinstadtkonflikt. Der reiche Bürgermeister, dem ein ganzes Imperium gehört, die Polizei, welche ihn niemals verdächtigen würde, weil man sich ja kennt und überhaupt sind alle beste Freunde...
Ich habe nicht mitgezählt, wie oft der Name TED BUNDY in diesem Buch gefallen ist. Jedenfalls oft genug. Auch die Erwähnung von einigen Büchern machen dieses Buch nicht besser, ob der Autor jetzt mit Namen wie Steinbeck um sich wirft oder nicht.

Wie gesagt, Spannung kommt erst gegen Ende auf und der Rest des Buches ist absehbar, schon x-mal da gewesen und einfach nur langweilig.

Sonntag, 21. Juni 2015

Samantha Hayes - Aus tiefster Seele

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Samantha Hayes

Titel: Aus tiefster Seele

OT: Until you're mine, 2013

Verlag: Blanvalet

ISBN: 978-3-442-38257-6

Deutsche Erstausgabe: 2014

Seiten: 445

Format: Taschenbuch

Genre: Psychothriller

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Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★       ★☆☆        ★★★         ☆☆☆☆       ★☆☆☆       ☆☆☆

Dies war die Empfehlung einer Freundin, mit der ich neuerdings Buchtips austausche. Da die Themen Schwangerschaft und Muttersein so gar nichts für mich sind, war ich doch recht skeptisch... Mir fehlt dieses "Ich-will-ums-verrecken-Mami-sein"-Gen einfach.

Die Thematik erinnerte mich an einen Psychothriller, den ich als Kind mal im Fernsehen gesehen hatte. Möglicherweise handelt es sich um einen dieser "Lifetime"-Filme... Da ging es auch um eine geisteskranke Nanny, welche die Mutter umbringen und deren Platz einnehmen wollte... Oder war es eine Leihmutter? Ich weiss es nicht mehr...

James und Claudia holen sich eine Nanny ins Haus. Claudia ist James' zweite Frau und kümmert sich um die Kinder aus James' erster Ehe und ist mittlerweile trächtig mit der gemeinsamen Tochter. Claudia ist Sozialarbeiterin und hat James damals kennengelernt, als dessen Frau verstorben war. Immer schon hatte sie davon geträumt, in einem so reichen und eleganten Haus zu wohnen. Es fehlt den beiden an nichts - ausser an einer Nanny. Diese finden sie in der leicht gestörten Zoe. Die Referenzen könnten schöner kaum sein und nachdem Claudia alles fein säuberlich geprüft hat, wird Zoe eingestellt. Jedoch verhält sie sich leicht merkwürdig. Claudia wird von zunehmender Skepsis geplagt, James tut das alles mit einem Lächeln ab.
Der geübte Leser merkt hier schon, dass Zoe sich in die Familie einschleichen will, in dem sie Claudia mürbe macht und paranoid erscheinen lässt. Sie wird ihr nach dem Leben trachten... Ist dem wirklich so? Oder hat sie andere Absichten mit der hochschwangeren Blondine?

Das ganze Buch ist durchweg spannend konstruiert! Obschon man zu wissen glaubt, was vor sich geht, liest man doch jede Seite, weil ständig etwas Neues entdeckt wird. Claudia findet beispielsweise beim Herumschnüffeln in Zoes Zimmer eine Kamera mit gewissen Fotos, die Zoe gar nicht haben dürfte. Sie weiss also, dass Zoe im Haus herumschnüffelt. Aber weiss Zoe auch, dass Claudia in ihren Sachen herumschnüffelt? Ganz bestimmt...

Der Showdown in der Wohnung von Claudias Freundin Pip, die ebenfalls hochschwanger ist, ist gleichermassen überraschend, wie in Watson's Du darfst nicht schlafen! Die Wahrheit lässt einen erschauern...

Ein geniales Buch, welches nun seinen Platz in der Backlist gefunden hat ^_^

Sonntag, 14. Juni 2015

Paula Hawkins - Girl on the Train

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Paula Hawkins

Titel: Girl on the train

OT: The girl on the train, 2015

Verlag: Blanvalet

ISBN: 978-3-7645-0522-6

Deutsche Erstausgabe: Juni 2015

Seiten: 445

Format: Klappenbroschur

Genre: Thriller

Ähnliche: Ich darf nicht schlafen, Gone Girl


Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆☆       ★☆☆☆        ★★★☆☆         ☆☆☆☆☆       ★☆☆☆☆       ☆☆☆

Obschon jener Titel mit den "rasanter als Gone Girl" beworben wird, fühlte ich mich eher an S.J. Watson's Ich darf nicht schlafen erinnert.

Wir lernen Rachel im Zug sitzend kennen und nehmen an, sie fährt zur Arbeit. Tut sie nicht, denn sie wurde gefeuert und fährt jeden Tag in die Stadt, weil sie ihrer Mitbewohnerin nicht sagen kann/will, dass sie keinen Job mehr hat. Der Zug hält immer am Haus von Jess und Jason. Ein Paar, dass sie erst nicht kennt und einfach so nennt. Sie projiziert ein perfektes Leben auf die beiden. Selbst ist Rachel Alkoholikern und geschieden. Ihr Ex-Mann lebt mit seiner neuen Frau und dem gemeinsamen Kind im selben Haus, in dem er damals mit Rachel gewohnt hat.
Eines Tages verschwindet Jess aka Megan spurlos. Rachel erinnert sich, dass sie im Nähe ihres Hauses war, hat aber durch den Suff und eine Platzwunde am Kopf einen kompletten Filmriss. Hat sie etwas mit Megan's Verschwinden zu tun? Oder Megan's Mann? Oder der fremde Mann, der Megan geküsst hat?

Tagebucheinträge von Rachel, Megan und Anna (der neuen Frau im Leben von Rachel's Exmann) zeigen die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven und lassen dennoch viel Raum für Spekulationen. Zahlreiche Wendungen schaffen es allerdings nicht eine konstante Spannung zu bewahren und so blättert man teils gelangweilt um.
Wieso Megan verschwunden ist oder durch wessen Verschulden ist allerdings überraschend!
Dennoch kommt es für mich nicht an GONE GIRL heran. Aufgrund der Gedächtnislücken von Rachel und den Tagebüchern erinnert es doch stark an Ich darf nicht schlafen.

Abgesehen von den Parallelen haben wir hier einen guten Spannungsroman, der bestimmt auch bald den Weg in die Kinos finden wird...

Sonntag, 7. Juni 2015

Lars Kepler - Ich jage Dich

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Alexander & Alexandra Ahndoril
           aka Lars Kepler

Titel: Ich jage Dich

OT: Salker, 2014

Verlag: Lübbe

ISBN: 978-3-7857-2511-5

Deutsche Erstausgabe: Mai 2015

Seiten: 686

Format: Gebunden

Genre: Schwedenkrimi

Ähnliche: Cupido


Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆☆       ★★☆☆☆        ★☆☆         ☆☆☆☆☆       ★☆☆☆       ☆☆☆☆☆

Manchen Autoren scheint nicht bewusst zu sein, dass unsere Lebzeit auf Erden begrenzt ist. Eine Kundin erzählte mir neulich, früher wäre sie so dumm gewesen und habe jedes Buch fertig gelesen. Ganz nach dem Motto "Was ich anfange, beende ich auch." Dann sei ihr aber klar geworden, dass dies Zeitverschwendung ist. Reine Zeitverschwendung.

Der Klappentext regt zum Kauf an:
"Wenn das Licht an ist, beobachtet der Stalker dich durch Fenster. Löschst Du es, ist er vielleicht schon in Deiner Wohnung."
Ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass das Buch schlecht ist. Die Kapitel, in denen der Stalker vorkommt, sind genial. Die beklemmende Atmosphäre im Haus. Die Gedanken der Opfer. Dergestalt spannend geschildert, dass einem ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Man ist gefesselt von der packenden Erzählweise und will das Buch gar nicht mehr weg legen - bis dann das Opfer tot ist - genau wie das Buch. Die folgenden Kapitel befassen sich mit dem Ermittler-Blabla, welches mich noch nie interessiert hat.

Hier einmal mehr, streich das Blabla, kürze das Buch um gut 300 Seiten und es ist genial!

Montag, 1. Juni 2015

Stephen King - LOVE

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: LOVE

OT: Lisey's Story, 2014

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26532-5

Deutsche Erstausgabe: 2006

Seiten: 733

Format: Gebunden

Genre: Schlafmittel

Ähnliche Titel:


Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
☆☆       ★★☆☆☆        ☆☆         ☆☆☆☆☆       ★☆☆☆☆       ☆☆☆☆☆

Hiermit habe ich mir etwas angetan... Herr Korreander, der Antiquar in Michael Ende's Die unendliche Geschichte sagt: "Bücher verändern sich, jedes Mal wenn man sie liest." Bei LOVE wünschte ich mir es wäre wahr! Ich wünschte mir, der Inhalt würde sich in einen besseren verwandeln...
Übersetzt wurde es nicht von Körber, sondern von Wulf Berger, der ja mittlerweile auch schon recht viele Kingbücher übersetzen durfte. Bei LOVE macht die Übersetzung vielleicht 5% aus. Oder nicht einmal.
Was genau wollte Stephen King mit diesem Buch aussagen? Offenbar gibt es jenen Pool wirklich. Soviel verrät er im Nachwort. Und weiter?
Lisey's Mann, der berühmte Schriftsteller Scott Landon, ist tot. Lisey kämpft erst allein gegen die Gierigen, die sich des Nachlasses bemächtigen wollen.
Wie im richtigen Leben, springt der Inhalt dieses Buches hin und her. Lisey in der Realität, dann fantasiert sie, dann wird sie von Erinnerungen heimgesucht...
Die erste Spannung kommt nach etwa der Hälfte auf, als sie in einer Erinnerung schwelgt, in welcher Scott ihr eine Erinnerung an seine Kindheit anvertraut hat:
Scott's Vater is von der Bösmülligkeit (was für ein Ausdruck - und das ist nur einer von vielen) besessen oder wird hin und wieder davon heimgesucht. Auch Scott's Bruder Paul ist davon befallen. Der Vater verletzt diesen mit scharfen Klingen. Schneidet ihm immer wieder in die Arme, wie er es bei sich selbst macht. Nur so kann er die Bösmülligkeit herauslassen.
Irgendwann ist Paul dergestalt davon besessen, dass er Scott, wie ein Tier, auflauert und diesen angreift. Der Vater greift ein und schliesslich wird der besessene Paul im Keller in Ketten gelegt. Es gibt keine Rettung mehr für ihn... Nicht einmal jener oben erwähnte Pool mit seinen heiligen Wassern, vermag Paul zu exorzieren...
Nach vielen Seiten, in denen Lisey irgendwas macht oder auch nichts, erfahren wir wieder ein bisschen mehr von Scott's Vergangenheit und wie dem Ganzen ein Ende gesetzt wurde. Wir erfahren auch, das sein Tod etwas mit dem Pool zu tun gehabt hat...
Lisey hat eine Schwester mit Namen Amanda, welche in psychiatrischen Kliniken ein und ausgeht, als hätten jene Drehtüren eingebaut. Lisey holt sie schliesslich raus, weil sie ihre Hilfe braucht...

Hätte dieser Roman den Titel "Qual" (welcher für "Blaze" gewählt worden ist), könnte ich die Qualen, der Langeweile dieses Buches, mit einem Lächeln der Ironie abtun. Aber der Titel ist LOVE und beschreibt King's Liebe zur Musik und Literatur, haben wir doch immer wieder Anspielungen darin.
Dennoch ist wohl seine schwächste Arbeit... Bereits damals, als es erschienen ist, 2006, hatte ich es zu lesen begonnen und nach rund 300 Seiten ins Regal gestellt. Am 15. April 2015 habe ich es erstmals wieder hervorgeholt und war gewillt, es aufgrund meines Projekts fertig zu lesen. Erinnern konnte ich mich nur noch an Scott's Tod, die Schaufel, mit der Lisey einen Attentäter schlägt, und an die Gierigen. Auch hatte ich eine finstere Nacht in Erinnerung, merkte dann aber, dass diese zu "A good marriage" gehörte - haha. Es war ein Kampf. Es war Qual.
Heute, am 26. April, exakt 11 Tage später, bin ich durch.
Auf dem Sterbebett werde ich jene 733 nichtssagenden Seiten beklagen, dessen bin ich mir fast sicher...
Bei LOVE habe ich nicht das Gefühl, dass es mir vielleicht 10 Jahre später gefallen könnte... Schliesslich erscheint es mir jetzt, 9 Jahre nach dem Erstversuch, noch immer langweilig und öde...

LOVE in Flaschen abgefüllt, ergäbe ein prima Schlafmittel