Samstag, 14. März 2015

Stephen King - REVIVAL

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Revival

OT: Revival, 2014

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26963-7

Deutsche Erstausgabe: 03/2015

Seiten: 512

Format: Gebunden

Genre: Horror

Ähnliche Titel: Joyland


Wie hatte ich mich auf den Erscheinungstermin des neuen Stephen King gefreut. Ursprünglich wäre es auf den 2. März angesetzt gewesen, was für mich eigentlich hiess, während der Mittagspause an der Bildungsinstitution gen Arbeitsplatz zu hetzen, um mein Lex in Empfang zu nehmen. Ähnlich wie im Buch, ging dann aber alles drunter und drüber: Erst wurden meine 40 Exemplare "zu früh" geliefert, nämlich bereits am 26. Februar und dann war (oh Schreck) kein Lex für mic mit dabei. Geliefert wurde mir anstelle eines LESEexemplares ein HÖRexemplar. Im Falle von Stephen King verabscheue ich Hörbücher! Also war ich gezwungen nochmals ein Lex zu bestellen. Dieses ereilte meine Buchhandlung und mich am darauffolgenden Mittwoch. Da ich erst am Donnerstag wieder gearbeitet habe, musste ich also eine volle Woche auf dieses Exemplar warten.
Schliesslich hätte es keine Rolle gespielt, da ich es eben erst fertig gelesen habe.

Nun aber zum Buch selbst:
Wie wohl bereits in anderen Rezensionen bereits erwähnt, darf ich jedes Buch von King mein Eigen nennen. Die Dark Tower Saga steht allerdings nebst ein paar wenigen anderen Titel noch eingeschweisst im Regal. Nun gut.

REVIVAL... ich tue mich sehr schwer, die richtigen Worte zu finden... In meinen Augen ist es Joyland recht nahe. Es geht auch hier um die Vergänglichkeit des eigenen Lebens. Wieder haben wir einen älteren Herren, Jamie, der von seiner Vergangenheit erzählt, begonnen im Alter von 6 Jahren, als er im Vorgarten mit Plastiksoldaten spielt, als sich ein Schatten über ihn legt (und ihn bis zum Schluss nicht wieder verlässt). Es ist der Schatten von Charles Jacobs. Dem neuen, von Elektrik gerade zu besessenen Reverend. Erst wirkte Jacobs bedrohlich, etwa so wie Reverend Lowe in Der Werwolf von Tarker Mills. Weit gefehlt. Er ist (noch) einer von den Guten. Bis zu dem Tag, als er bei einem tragischen Unfall seine Familie verliert, sich kurz darauf in einer blasphemischen Predigt verliert und schliesslich die Stadt verlässt. Dies soll nicht heissen, dass er somit auch aus dem Leben von Jamie verschwunden ist...
Weiter erfahren wir die verschiedenen Lebensphasen von Jamie, in denen er immer wieder auf Charlie Jacobs und letztlich auf eine bittere Wahrheit des Todes stösst... Nicht des Todes, mehr des Jenseits. Ihm offenbart sich, wie das Jenseits aussehen wird...

REVIVAL ist weniger Horror denn Tragödie. Nicht nur Reverend Jacobs verliert geliebte Menschen, nein wir erfahren auch, wie Jamies Familienmitglieder nacheinander gestorben sind. Allesamt natürlich auf tragische Art und Weise.
Jamie sinnt über seine Vergangenheit nach und auf der letzten Seite des Buches, sieht er den Ort, an dem er zu Beginn des Buches gespielt hat. Den Platz, an dem sein Schicksal seinen Anfang genommen hat. Wehmütig. Tragisch. Wir denken zurück an die Orte unserer Kindheit... Schliesslich enden wir dabei, uns die Frage zu stellen, ob King auf seine alten Tage sentimental wird. Schliesslich erkennen wir viel von ihm selbst in der Figur von Jamie...

Was mich an diesem Buch verstört hat, ist die Tatsache, dass das sonst typische Vorwort fehlt. Früher habe ich diese immer übersprungen, doch seit einigen Jahren ist es beinahe zum Ritual geworden, erst das Vorwort zu lesen, dann die eigentliche Geschichte und abschliessend das Nachwort. Etwa wie man früher, im Zeitalter von VHS erst zahlreiche Trailer schauen musste, ehe man zum Hauptfilm vorgelassen wurde. Das Nachwort existiert übrigens, fällt allerdings recht kurz aus und scheint irgendwie lieblos.
Hier möchte ich mit den Worten meiner lieben Arbeitskollegin abschliessend bemerken: "Ich meine... WTF?!"

Alles in Allem wieder ein King, das zum Nachdenken anregt und das man nicht lesen sollte, wenn man sich gerade in einer Depression oder Lebenskrise befindet...

Wie King schon bessere Bücher geschrieben hat, habe ich schon bessere Rezensionen verfasst. So gleicht sich das wieder aus -_^