Donnerstag, 12. März 2015

Keigo Higashino - Heilige Mörderin

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Keigo Higashino

Titel: Heilige Mörderin

OT: 聖女の救済 (Seijo no kyusai), 2008

Verlag: Klett-Cotta

ISBN: 978-3-608-98012-7

Deutsche Erstausgabe: 02/2014

Seiten: 316

Einband: Gebunden

Genre: Krimi, Drama

Dazu passt: Higashino - Verdächtige Geliebte, Böse Absichten


Obschon mir Verdächtige Geliebte extrem gut gefallen hatte, ja ich geradezu für dieses Buch schwärme und es daher nicht verwunderlich ist, dass es noch immer im Stapel auf meiner Krimipyramide liegt, ist einige Zeit verstrichen, ehe ich mich dem zweiten Krimi um Physikprofessor Yukawa zuwandte - oder vielleicht genau deswegen, weil ich den ersten zum Krimi des Jahres erkoren hatte?

Jedenfalls hatte ich ein paar Kritiken zu Heilige Mörderin gelesen, welche nicht sehr schmeichelhaft waren. So erfuhr ich auch von Kunden, es handle sich um ein "schlechtes Buch".

Morgens gegen 08:00 Uhr, bei einer Tasse heissen Kaffees, habe ich die erste Seite gelesen. Ich war sofort wieder von der wunderbaren Übersetzung Ursula Gräfes begeistert und so auch vom Inhalt des Buches. Der Kaffe wurde allmählich kalt, da ich ihn ganz vergessen hatte. Aber kalter Kaffee soll ja Schönheit verleihen, daher war das nicht ganz so schlimm. Die Sonne brannte mir allmählich in den Rücken, ein leichtes Hungergefühl kam auf.
Während ich eine Misosuppe schlürfte, las ich gebannt die letzten Seiten und somit auch die Auflösung des Falles. Die Suppenschale war leer. Die Geschichte beendet.

Ich war derart von der verdächtigen Mörderin Ayane, deren Freundin Hiromi und den Ermittlungen und Überlegungen Utsumi's und Kusanagis gefesselt, dass ich gar nicht bemerkte, wie die Zeit verging! Da soll noch einer sagen, es handle sich um ein "schlechtes Buch". Wie in seinem Vorgänger bereits haben wir auch hier einen fast perfekten Mord, dessen Auflösung zwar nicht ganz so überrascht, wie in Verdächtige Geliebte, aber was soll's?

Ayane wird verdächtig ihren Ehemann vergiftet zu haben. Auch ihre Freundin Hiromi gilt als Verdächtige, hatte diese doch ein Verhältnis mit dem nun Toten. Schnell steht fest, dass Arsen benutzt worden war. Die Frage, wie das Arsen in den Kaffee gelangen konnte, kann erst gegen Ende des Buches dank Physikprofessor Yukawa beantwortet werden.
Die Polizei findet immer wieder neue Hinweise, neue Personen kommen hinzu und schon bald ist man sich des Täters sicher...

Wieder ein äusserst gelungener Krimi von Grossmeister Higashino!