Freitag, 27. Februar 2015

Amélie Nothomb - Eine heitere Wehmut

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Nothomb, Amélie

Titel: Eine heitere Wehmut, 2015

OT: La nostalgie heureuse, 2013

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3257-06926-6

Deutsche Erstausgabe 02/15

Seiten: 122

Einband: Gebunden

Genre: Biografisch

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Nothomb schreibt zynisch, überspitzt und einfach genial - für gewöhnlich. Eine heitere Wehmut ist ein ungewöhnliches Buch... Ungewöhnlich... speziell? Ein Buch ohne Biss.

Mit einem französischen Nachrichten-Team befindet sich Amélie Nothomb in Japan. Sie besucht ihre Amme, die sie im Alter von 5 Jahren hatte, in Kobe. Obschon sie seit Jahren nicht mehr in Japan war - um genau zu sein, seit dem Tag, an dem sie vor ihrem damaligen Verlobten Rinri geflohen war, ist sie erstaunt darüber, dass sich Kobe verändert hat... ähm... ja? Der Wandel der Zeit liegt überall.

Sie geht nach Kyoto und schliesslich trifft sie sich mit Rinri in Tokyo. Ein freudiges Wiedersehen. Rinri ist verheiratet und hat ein Kind, welches er ihr nicht vorzustellen gedenkt.

Amélie möchte nie wieder zurück nach Frankreich, sitzt am nächsten Tag aber bereits im Flieger, der sie zurück in ihre Heimat bringen wird.

Eine heitere Wehmut ist eine Auflistung ihres Ausfluges nach Japan. Teils naive, teils stupide Gedanken werden geäussert. Obschon man weiss, dass Amélie Nothomb nicht alle Tassen im Schrank hat, wirkt sie auf diesen 122 Seiten mehr infantil denn geisteskrank geistreich.
Das ganze Buch ist mit ihren Ansichten und Gedanken gefüllt und doch vermisst man die typische Nothomb. Vergeblich versucht man sie zu finden. Es gelingt einem einfach nicht.
Frei von jeglichem Zynismus soll dies wohl ein sogenanntes "ehrliches" Buch sein, falls dem so ist, so ist man weit am Ziel vorbei geschossen. Denn ihre Gefühlsäusserungen, wenn man diese denn so nennen kann, wirken absolut oberflächlich. Jegliche Tiefgründigkeit fehlt. Man glaubt ihr einfach nicht.

Jemand hat über das Buch Lebendig von Jack Ketchum gesagt, es wirke, als wäre ihm eines Sonntag Nachmittags langweilig gewesen und er hätte es lustlos diahingeschmiert. Etwa so verhält es sich mit dem neuen Buch von Amélie Nothomb.

Kurz gesagt, ich bin enttäuscht.