Freitag, 25. Dezember 2015

Chuck Palahniuk - Flug 2039

Meine Wertung: ★★★☆☆

Autor: Chuck Palahniuk

Titel: Flug 2039

OT: Survivor, 1999

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-54167-6

Deutsche Erstausgabe: 02/03

Seiten: 313

Format: Taschenbuch

Genre:

Ähnliche Titel:



Es fällt mir nicht leicht, dieses Buch einzuordnen. Vor Jahren wurde es mir von einer Freundin empfohlen und ich hatte es danach direkt gekauft, jedoch nicht gelesen. Ich wollte es für den Sommer aufheben und vergas es. Dann fragte sie mich in diesem Jahr, ob ich das Buch nun endlich gelesen hätte. Nein. Ich werde es während der 11,5 Stunden Flug nach Tokyo lesen. Gesagt, getan.

Die Seitenzahlen verlaufen rückwärts als Countdown. Tender Branson gesteht seine Lebensgeschichte, seine wahre Lebensgeschichte, nicht jene, so gänzlich von der Wahrheit abweichende, die in seiner Biografie steht, der Blackbox eines Flugzeuges. Man hat anfangs keine Ahnung, worum es in diesem Buch überhaupt geht und liest ganz gebannt jede einzelne Zeile und "lauscht" Tender's Geständnis.
Anfangs scheint es, er habe ein ganz normales Leben geführt, bis immer mehr Details aus seinem Leben zur Sprache gebracht werden. Tender arbeitet tagsüber als Hausdiener und abends betreibt er eine Telefonseelsorge der anderen Art. -_^
Man erfährt, dass er schliesslich der letzte Überlebende einer strengen Glaubensgemeinschaft ist, die ein bisschen an "The Village" erinnert, und deren Mitglieder allesamt auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind, bis schliesslich nur noch Tender übrig bleibt, der letztlich berühmt wird. Tenders Stunden sind gezählt, und ein Triebwerk nach dem anderen versagt seinen Dienst und er muss sich beeilen, um seine ganze Geschichte der Blackbox zu erzählen...

Die Worte meiner Freundin waren, "Während ich am lesen war, wollte ich unbedingt mit jemandem darüber sprechen! Zeigen, hey! Steht das hier wirklich!!!" Ähnlich ist es mir ergangen, auf Flug KL0861. Doch ich wollte niemanden belästigen -_^

Allerdings hat das Buch in der Mitte einige Längen und die mühselige Beziehung, die Tender zur hellsichtigen Fertility hat, wird mit der Zeit recht langweilig. Sentimental wird es, sobald Tender's Goldfisch mit dem Namen 641 zur Sprache kommt. Tender hat seinen Fischen nie einen Namen gegeben, da man das in seiner Kirchenkolonie nicht gemacht hat. Daraus lässt sich schliessen, dass Tender bereits den 641sten Goldfisch besitzt, um den er sich leidenschaftlich kümmert.

Ansonsten ein sagenhaftes Buch, das einem viel Freude machen wird ^_^
Tender gibt ausserdem nützliche Haushaltstips, die er als Hausdiener nutzt, an den Leser weiter XD

Sonntag, 20. Dezember 2015

Stephen King - Der Fornit (Skeleton Crew III)

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Der Fornit

OT: Skeleton Crew III, 1985

Verlag: HEYNE (what else)

ISBN: 978-3-453-00312-5

Deutsche Erstausgabe: 1986

Seiten: 250

Format: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel: AbgrundIm Kabinett des Todes, Im Morgengrauen



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★      ★★        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

Im Morgengrauen ist der erste von drei Sammelbänden, die im Original unter Skeleton Crew I-III veröffentlicht wurden. Im deutschen Sprachraum, bei Heyne erschienen sie erst in drei Einzelbänden:
Im Morgengrauen - Skeleton Crew I
Der Gesang der Toten - Skeleton Crew II
Der Fornit - Skeleton Crew III
Aktuell sind die drei Sammelbände im Wälzer Blut enthalten.



Der Affe

Hal Shelburn erstarrt beine zur Salzsäule, als er den Affen wieder sieht, den er vor Jahren in einen Brunnen geworfen hatte. Jener Affe war, Zeit seiner Kindheit, für mehrere mysteriöse Todesfälle verantwortlich. Jedes Mal, wenn der Affe mit seinen Zimbeln schlug, starb jemand und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass er sich Sorgen um seine Familie macht. Sein Sohn Petey findet Gefallen an dem Affen und Hal setzt alles daran, das Ding zu vernichten. Schliesslich sagen sie ihm gemeinsam den Kampf an und wollen ihn auf dem Grund eines Sees versenken - wieso sie den Affen nicht einfach verbrennen, bleibt offen -_^
Zeit meiner Kindheit waren Gruselgeschichten über lebendige Bauchrednerpuppen aktuell. So gab es diverse Episoden von "Gänsehaut - die Stunde der Geister", in der Bauchrednerpuppen thematisiert wurden. Auch in "TWILIGHT ZONE" und "Eerie Indiana" kamen sie vor. Auch wenn die Besitzer sie weggeworfen hatte, fanden sie immer wieder zurück...

5/5


Paranoid - Ein Gesang

In Gedichtform geschriebene Kurzgeschichte, um einen paranoiden Menschen, der an Verfolgungswahn leidet. 
Nur 4 Seiten lang und einfach wunderbar ^_^

4/5


Der Textcomputer der Götter

Richard Hagstorm bekommt einen Textcomputer geschenkt, den sein Sohn selbst gebaut hat. Es dauert nicht lange und er findet heraus, dass sein Textcomputer über die Fähigkeit verfügt, Dinge verschwinden zu lassen. So löscht er seinen Sohn aus seinem Leben und muss feststellen, dass seine Frau, ohne den Sohn, unausstehlich ist - noch unausstehlicher, als ohnehin schon. Er geht zurück ins Arbeitszimmer und will sich das perfekte Leben kreieren, allerdings ist die Batterie des Textcomputers sehr schwach und ihm bleibt nur wenig Zeit für die richtige Entscheidung. 

4/5


Für Owen

Ein Gedicht über einen Morgen, an dem King seinen Sohn Owen zur Schule gebracht hat. Owen beschreibt seine Klassenkameraden als Obst... 

1/5


Überlebenstyp

Richard Pine, Chirurg, strandet auf einer kleinen Insel, mit etwas Wasser und gut 2kg Heroin. Nahrung hat er keine und so tötet er eine Taube. Da er erst keine Möglichkeit hat, ein Feuer zu entfachen, isst er das Ding roh und muss sich zwingen, das eben gegessene Tier nicht wieder auszukotzen. 
Während er Tage später Jagd auf eine weitere Möwe macht, bricht er sich den Knöchel. Da es sich um einen komplizierten Bruch handelt, welcher zu einer Infektion führen könnte, entscheidet er sich, sich den Fuss zu amputieren. Mit dem Heroin vernebelt er sich die Schmerzen. 
Da er seit Tagen nichts gegessen hat, isst er seinen amputierten Fuss, den er über dem Feuer, welches er später zu entfachen im Stande war, gebraten hatte. Sein Hunger wird jedoch immer grösser und Heroin und Gliedmassen hat er noch vorrätig... 

Eine der wohl verstörendsten und genialsten Geschichten Kings! Sehr detailliert geschildert, besonders die Stelle, in der Richard in seiner Wunde herumwühlt, da sie derart juckt. Abstossend und einfach krank. Dennoch! Kommt die Frage auf, wie man selbst in so einer Situation reagieren würde?

6/5


Der Milchmann schlägt wieder zu

Johnny Rockwell und Leo sind betrunken im alten Chrysler unterwegs und landen in Bobby Driscolls Autowerkstatt, wo sie weiter trinken und mit Bobby über alte Zeiten lallen. Johnny sass wegen Waffenbesitzes im Gefängnis. Er wollte den Milchmann, Spike, erschiessen, der nun mit Johnny's Exfrau zusammen ist. 
Mitten in der Nacht verlassen sie Bobbys Werkstatt wieder. Plötzlich tauchen hinter ihnen die Scheinwerfer des Lastwagens des Michlmanns auf... 
Bobby bleibt zurück mit melancholischen Gedanken, worauf er einen Entschluss mit Benzin fasst... 

3/5


Der Fornit

Während einer Grillparty erzählt der Redakteur Henry Wilson, die Geschichte über den Schriftsteller Reg Thorpe, der eine Kurzgeschichte verfasst hatte, die den Leser in den Wahnsinn trieb. Die Ballade von der flexiblen Kugel. Reg Thorpe glaubte an Fornits und wurde stetig wunderlicher. Durch einen dummen Zufall, oder eine Gedankenlosigkeit Henry's freundete sich Reg mit ihm an, da er glaubte, Henry habe auch einen Fornit. Was Henry erst belustigte, sollte ihn bald selbst in den Wahnsinn treiben, denn je mehr er mit Reg redete, desto stärker glaubte er dessen Worten und bald schon, meinte auch er einen Fornit zu haben und sich vor elektrischer Strahlung schützen zu müssen. Henry driftete immer mehr ab in eine Welt aus Fornits und Alkohol, bis zum Showdown in Reg's Wohnzimmer...

In dem Sinne, "Fornit bitte Fornus"

3/5


Der Dünenplanet

Die beiden Piloten Rand und Shapiro "stranden"im Jahr 2750 auf einem Dünenplaneten. Ähnlich wie der Ölfleck in "Das Floss" hat der Sand ein Eigenleben und macht sich über das Raumschiff her. Er hat auch eine hypnotische Wirkung, der Rand verfällt. 
Als ein Rettungsteam eintrifft, bleibt ihnen nicht viel Zeit, um den Planeten verlassen zu können, denn der Sand macht sich bereits an dem Bergungsraumschiff zu schaffen. Shapiro ist dankbar um die Hilfe und will Rand dazu animieren, mit ihnen zu kommen, doch Rand ist bereits derart von dem Sand gefesselt, dass er ablehnt und beginnt sich mit Sand voll zustopfen...

3/5

Samstag, 5. Dezember 2015

Stephen King - Gesang der Toten (Skeleton Crew II)

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Gesang der Toten

OT: Skeleton Crew II, 1985

Verlag: HEYNE (what else)

ISBN: 978-3-453-02309-3

Deutsche Erstausgabe: 1986

Seiten: 282

Format: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel: AbgrundIm Kabinett des Todes, Im Morgengrauen



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★       ★★        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

Im Morgengrauen ist der erste von drei Sammelbänden, die im Original unter Skeleton Crew I-III veröffentlicht wurden. Im deutschen Sprachraum, bei Heyne erschienen sie erst in drei Einzelbänden:
Im Morgengrauen - Skeleton Crew I
Der Gesang der Toten - Skeleton Crew II
Der Fornit - Skeleton Crew III
Aktuell sind die drei Sammelbände im Wälzer Blut enthalten.



Mrs. Todds Abkürzung

Homer Buckland kann Worth Todd's zweite Frau nicht ausstehen, denn sie ist ganz anders als seine erste Frau Phelia Todd, welche Homer richtig gemocht hatte.
Es ist Oktober in Castle Rock und die Leute reden noch immer über Joe Camber, der von einem Hund Cujo getötet wurde...
Phelia Todd war nicht etwa gestorben, sie war einfach verschwunden, daher trauerten die Leute nicht um sie... Phelia hatte immer nach einer Abkürzung gesucht, so in Eile war sie stets. Ihre Devise war "Wenn man genug Weg sparen kann, spart man auch Zeit." Und so hörte sie eines Tages vom Motorway B, wo die Zweige englischer Bäume tief in die Strasse hängen. Sie erzählt Homer von jener Strasse und davon, dass die Bäume sie fast erwischt hätten. Homer hat natürlich keine Ahnung, was sie damit meint. "Es gibt Löcher in der Mitte von Dingen..."

Die Idee ist irgendwie interessant und hat Sci-Fi-Einflüsse mit dem Wurmloch. Phelia Todd scheint verrückt zu sein, aber das macht sie sympathisch. ^_^

3/5


Der Hochzeitsempfang

1927, als Jazz noch Jazz war und kein Lärm,  kam ein Kerl im weissen Anzug in die Jazzbar. Auf der Suche nach einer Band, die auf dem Hochzeitsempfang seiner Tochter spielen möge. Bei dem Kerl im weissen Anzug handelte es sich um keinen Geringeren, als den Mafiaboss Mike Scollay.
Die Band willigt ein auf dem Empfang zu spielen und ist über die adipösen Ausmasse von Scollay's Schwester entsetzt. Fett und hässlich lautet das Profil.
Die Hochzeit wird von einem Demetrius gestört, der Scollay eine Nachricht des Griechen überbringen soll und schon findet sich die Band in einem Krieg vor und verduftet durchs Hintertürchen...

War nicht so meins... Die Gründe kann ich nicht nennen, ohne zu spoilern... -.-

1/5


Travel

Das Jahr 2307, Familie Oates befindet sich am Flughafen, wo gerade der letzte Aufruf für Travel 701 durch die Lautsprecher dröhnt. Das Reiseziel ist Whitehead City, auf dem Mars.
Mark Oates, seine Frau Marilys und die beiden Kinder, Patricia und Ricky warten auf den Liegen darauf, dass sie auf den Travel vorbereitet werden. Mark versucht Ruhe auszustrahlen, denn für seine Frau und die beiden Kinder ist es das erste Mal, dass sie "teleportiert" werden würden.
Während dem sie auf die Travel-Stewardess warten, erzählt Mark die Geschichte von Victor Carew, der vor 320 Jahren, also 1987 Travel erfunden hatte. Mar berichtet von den Experimenten mit den Mäusen, die schrecklich schief gegangen sind und berichtet auch von dem ersten Menschen, der getravelt wurde und bald darauf verstarb. Er lüftet das Geheimnis des Travels und beruhigt seine Frau und die Kinder damit, dass Travel heute sicher sei. Es könne nichts passieren...
Er wird seine Meinung ändern, als er kurze Zeit später, nachdem Travel, im Aufwachrum von hysterischen Schreien seiner Frau aus dem Schlaf gerissen wird...

Einfach genial! Durchweg spannend und erinnert teilweise an Die Fliege. Der Schluss ist einfach klassisch Stephen King!

5/5


Kains Aufbegehren

Garrish hat eben seine letzte Prüfung verhauen, steigt gedankenverloren die Treppen zu seinem Zimmer hoch, schliesst sich ein und verliert sich in seinen Gedanken... Von Bailey, der ihn mit Nonsense zutexten kommt, wird er gestört. Als dieser Weg ist, greift er zu seinem Gewehr, setzt es zusammen und richtet das Fadenkreuz auf den Parkplatz...

Für jeden, dem Amok gefallen hat!

4/5


Das Floss

Vier Freunde, Deke, Randy, Rachel und La Verne beschliessen, den letzten schönen Tag am Cascade Lake zu verbringen, wo noch immer ein Floss mitten im See sein soll. Kurzerhand fahren sie hin, springen ins Wasser und schwimmen zum Floss.
Randy ist der erste, dem dieses Ding im Wasser auffällt. Eine Art Ölteppich. Ein Ölteppich, der eben einen Vogel verschlungen hat... Die drei anderen wollen ihm nicht recht glauben. Rachel starrt das Ding wie hypnotisiert an und beginnt die Oberfläche zu streicheln. Ihre drei Freunde müssen zusehen, wie Rachel von dem schleimigen Ding gehäutet und ins Wasser gezogen wird... Der Kampf ums Überleben beginnt...

King lässt hier wenig Platz für die eigene Fantasie und schildert die Tode in wunderbaren Detailreichtum...

Das Floss... ich muss 12 Jahre alt gewesen sein, als ich die Geschichte zum ersten Mal gelesen habe. Dann habe ich die Verfilmung in Creepshow 2 gesehen. Kurze Zeit später machten wir einen Schulausflug. Im See, der grösser war, als jener in der Geschichte, tanzte ein Floss mit den Wellen auf und ab. Ratet mal, wer keinen Fuss ins Wasser gesetzt und wie gebannt auf die Wasseroberfläche gestarrt hat, auf der Suche nach diesem Ding... XD
Neben den Piranha-Filmen und Barracuda zählt wohl Das Floss auch zu den Gründen, wieso ich Gewässer meide...

5/5


Der Gesang der Toten

Eine wunderbar melancholische Erzählung über das letzte Lebensjahr von Stella Flanders, die in Erinnerungen schwelgt. Wir erfahren von Insulanern, die bereits verstorben sind, von einem Auswärtigen, der auf der Insel gearbeitet hat... vom Zusammenhalt der Inselbewohner und natürlich von der Meeresstrasse und vom Wind, der ihren Namen singt...

4/5


Der Sensenmann

Mr. Calin führt Spangler auf den Dachboden, wo sich der sagenumwobene Delver-Spiegel befindet. Spangler hält Calin für einen Dummkopf und zeigt sich recht arrogant.
Der Delver-Spiegel hat eine lange und imposante Geschichte, welche wir teilweise erfahren.
Calin meint, dass er sich vor dem Spiegel fürchtet. Er hat Angst zu sehen, was die anderen darin gesehen hatten, und dann gestorben sind. Spangler lacht Calin insgeheim aus. Aberglaube eben.
Dennoch erzählt Calin ihm die Geschichte, als er der Führer einer Schulklasse war. Ein 16-jähriger Junge erkundigte sich nach einem schwarzen Fleck auf dem Spiegel, welcher nur er sehen konnte. Er beugte sich vor und wandte sich um. Hinter ihm sei eine dunkle Gestalt gewesen... Der Sensenmann. Spangler verspottet Calin wegen dessen Aberglaubens. Schliesslich begutachtet er den Spiegel, sieht ein Stück Klebeband und befürchtet der Spiegel sei zerbrochen worden... "Sie sehen den Sensenmann" antwortet Calin...

5/5


Nona

Der Ich-Erzähler sitzt in seiner Gefängniszelle und beginnt mit seinen Aufzeichnungen über jenen kalten Winterbastard von Abend, als er in eine Bar geht, wo er in eine Schlägerei gerät. Eigentlich will er den Schrank umbringen, dessen Kumpels lassen es aber nicht so weit kommen. Er will weiter und wird von einer zierlichen Schönheit namens Nona begleitet... Sie fahren zusammen per Anhalter zum nächsten Ort und werden Blanchette mitgenommen. Als sie merken, dass der sie belügt, weil es ihm unangenehm ist, die beiden im Wagen zu haben, töten sie ihn, als er anhaltet, um sie rauszulassen...

Eine bittere, böse und blutige Liebesgeschichte, wie nur King sie erzählen kann... Bonnie & Clyde mal anders. Man spürt förmlich die Kälte jener Nacht... Wunderbar!

5/5


Onkel Ottos Lastwagen

Der Börsencrash von 1929 spiele Onkel Otto übel mit. Er behielt das Haus auf dem Castle Hill in Castle Rock, verkaufte es dann aber 1933 für ein Waldgebiet, das er unbedingt haben wollte.
Otto Schenck tat sich dann mit eine Vollblut-Yankee namens George McCutcheon zusammen, um das ganze Grundstück kaufen zu können. Zusammen gründeten sie eine Art Imperium für Holz-und Eisenwarenhandlungen, deren Name noch heute bekannt ist...
Die eigentliche Geschichte dreht sich um 4 Morgan Land, auf denen McCutcheon und Schenck den Laster, einen roten Cresswell, abgestellt liessen, nachdem er den Geit aufgegeben hatte.
Ein Jahr später wurde McCutcheon vom Laster zerquetscht, als dieser von den Blöcken rutschte, auf denen sie ihn aufgestellt hatten...
Onkel Otto wird daraufhin immer wunderlicher... Man dichtet ihm gar an, er habe McClutcheon auf dem Gewissen...
Als sein Neffe ihn besucht, falselt er, der Laster sei lebendig...

Der Truck dieser Geschichte hatte wohl später sein Comeback in Trucks -_^

5/5

Donnerstag, 26. November 2015

Stephen King - Im Morgengrauen (Skeleton Crew I)

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Im Morgengrauen

OT: Skeleton Crew I, 1985

Verlag: HEYNE (what else)

ISBN: 978-3-453-02134-7

Deutsche Erstausgabe: 1986

Seiten: 281

Format: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel: AbgrundIm Kabinett des Todes, Gesang der Toten



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆       ★★☆        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

Im Morgengrauen ist der erste von drei Sammelbänden, die im Original unter Skeleton Crew I-III veröffentlicht wurden. Im deutschen Sprachraum, bei Heyne erschienen sie erst in drei Einzelbänden:
Im Morgengrauen - Skeleton Crew I
Der Gesang der Toten - Skeleton Crew II
Der Fornit - Skeleton Crew III
Aktuell sind die drei Sammelbände im Wälzer Blut enthalten.

Den Anfang mache ich also hier mit Im Morgengrauen, zu dem es im Internet nirgends ein Cover zu finden gab, weshalb ich die Fotos nun wieder selbst mache.

Enthalten sind vier Kurzgeschichten. Omi wurde anno dazumals, unter dem Titel Tee für Omafür eine Folge von TWILIGHT ZONE verfilmt (Staffel 01 Episode 44). 2014 diente Gramma als Vorlage für den Spielfilm Mercy.

Der Mann, der niemandem die Hand geben wollte

George Gregson erzählt seinen Kumpels beim Pokern die Geschichte von Henry Brower. Einem Mann, mit dem er in selbigem Raum gesessen hatte und pokern wollte. Henry Brower wollte niemandem die Hand geben. Als er das Spiel für sich entschieden hatte und von einem von Gregson's Kumpels berührt worden war, liess er den ganzen Gewinn liegen und rannte davon. 
Gregson, der Brower hinterher lief, erfuhr dann von Brower's schicksalhaftem Tag damals in Bombay...
4/5


Achtung - Tiger!

Charles muss dringend pinkeln gehen und wird von seiner Lehrerin Miss Bird gedemütigt. Als er dann doch noch den Waschraum aufsuchen darf, kann er diesen nicht betreten, weil er einen Tiger darin erspäht. Als er längere Zeit des Unterrichts fernbleibt, kommt einer seiner Klassenkameraden nach ihm sehen und macht Bekanntschaft mit dem Tiger...
2/5
Here there be Tigers, short movie, 2010


Omi

Ruth Bruckner fährt mit ihrem älteren Sohn Buddy ins Krankenhaus, da dieser sich ein Bein gebrochen hat. Da jemand auf die bettlägerige Omi aufpassen muss, lässt sie George an jenem 05. Oktober 1980 allein zu hause. George fürchtet sich zwar vor der Grossmutter, die seltsame röchelnde Laute von sich gibt, denkt sich aber, dass er seinen Mann stehen muss und bereitet Teewasser vor, da Omi, immer einen Tee haben will, wenn sie aufwacht. 
Doch an diesem Nachmittag wacht Omi nicht mehr auf, sie stirbt...
3/5


Morgenlieferungen (Milchmann I)

Der freundliche Milchmann Spike beliefert die Nachbarschaft mit Milch, Sahne und Saft und freut sich tierisch auf den Abend, wenn er seinen guten Kumpel Johnny Rockwell treffen wird, der in der hiesigen Wäscherei arbeitet, die nicht die Blue Ribbon ist. 
Spike liefert jedoch nicht nur Milch, auch andere Sachen oder gestreckte Milch... 
Spike kommt so fröhlich und amüsiert daher, dass man ihn einfach ins Herz schliessen muss! Schade, dass dies ein unvollendeter Roman King's ist. Ich freue mich darauf, den zweiten Teil wieder lesen zu dürfen, der in Der Fornit (Skeleten Crew III) enthalten ist. 
5/5


Der Nebel

Ich gebs zu. Ehe ich die Kurzgeschichte gelesen hatte, habe ich damals, 2007 die Verfilmung geschaut. Der Anfang war wieder typisch King. Die Wesen im Nebel liessen mich erschaudern, so schlecht animiert waren sie. Dann der Schluss. Ich habe mich weggeschmissen vor Lachen. Jedes Mal, wenn ich den Film schaue, breche ich bei der Schlussszene wieder in schallendes Gelächter aus. Jedes Mal denke ich mir, "hättest du einfach 5min gewartet... nur 5 Minuten..." So viel zum Film.

Das Buch beginnt ebenfalls mit einem Sturm, nachdem sich ein seltsamer Nebel über dem See bildet. David Drayton bemerkt den Nebel, auch seine Frau Stephanie ist besorgt. Sohn Billy erkundigt sich danach und David meint, das ist normal - ist jedoch selbst verunsichert.... 
Er lässt seine Frau zurück zuhause und fährt mit seinem Sohn und dem Nachbarn in den nächsten Supermarkt, um sich mit Lebensmitteln einzudecken. Ausserdem möchte er mit den Aufräumarbeiten anfangen. Als sie im Supermarkt sind, kommt ein Mann mit blutender Nase hereingestürzt und brüllt, dass etwas im Nebel ist. 
Der Nebel wird immer dichter und die Menschen sind im Supermarkt gefangen. Während die einen nach einem Weg suchen, da raus zu kommen, versammelt Misses Carmody ihre "Jünger" und predigt von der Apokalypse. Irgendwann fordert sie gar ein Menschenopfer, da dies der einzige Weg sei... 
Ein Kampf ums Überleben beginnt, sowohl im Inneren des Supermarkts, als auch draussen...

Das Buch wie auch der Film erinnern an H.G. Wells Krieg der Welten, wo auch plötzlich irgendwelche Wesen aus dem Nichts auftauchen. Bei Der Nebel wird immerhin angetönt, dass es etwas mit der Army zu tun haben könnte. Die würden irgendwelche Experimente machen... 
Hier muss ich allerdings sagen, dass mir der Schluss im Film besser gefallen hat.
4/5
The Mist, 2007

Samstag, 31. Oktober 2015

Stephen King - Sunset

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Sunset

OT: Just after Sunset, 2008

Verlag: HEYNE (what else)

ISBN: 978-3-453-26604-9

Deutsche Erstausgabe: 2008

Seiten: 479

Format: Gebunden

Genre: Horror

Ähnliche Titel: Abgrund, Im Kabinett des Todes



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆       ★★☆        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

13 Kurzgeschichten, manche davon wurden als Dollar Babies verfilmt. Von Willa soll ein Spielfilm existieren - laut IMDB. Gefunden habe ich ihn bislang allerdings nicht.

Ich muss gestehen, dass Sunset bis zum 22. Juli 2015 noch eingeschweisst im Regal zu stehen hatte, bis ich es endlich zur Hand genommen und täglich zum Frühstück eine Geschichte verschlungen habe... Was gibt es denn besseres, als den Tag mit einer Erzählung Stephen King's und einem Tee oder Kaffe zu beginnen?

Auch bei Sunset haben wir ein starkes Vorwort des Autors, gefolgt von 13 Kurzgeschichten und am Schluss haben wir die Anmerkungen, zu jeder einzelnen Erzählung. Man sollte die Anmerkungen wirklich erst am Schluss lesen. King weist im Vorwort nochmals extra daraufhin ^_^

Willa

Die Leute am Bahnhof wandern ziellos auf und ab oder sitzen auf den Bänken unter den Neonlampen. Wer fehlt ist Willa, Henry Landers Verlobte. Die Einen meinen, sie wäre gen Westen getrampt. Doch Henry kann sich das beim besten Willen nicht vorstellen. Er weiss, dass Willa ihn nicht verlassen würde. Sie muss irgendwo da draussen sein. 
Allerdings soll es von Kojoten und anderem Getier nur so wimmeln und so raten die anderen Leute am Bahnhof vehement davon ab, allein nach draussen zu gehen und möglicherweise in Stücke gerissen und verspeist zu werden. Wenn seine Willa jedoch alleine da draussen ist, muss er erst recht gehen und sie suchen! Sie beschützen! 
Henry macht sich auf die Suche nach seiner Willa und findet diese in einer Kneipe, wo sie von allen ignoriert werden... bald schon erfährt man wieso...

Erst hatte ich Willa mit 1/5 bewertet gehabt. Das lag u.A. an der schlechten Übersetzung Sabine Lohmann's. Der ganze kingsche Charme wurde missachtet. Es kann eben nicht jeder ein Joachim Körber sein v_v . Kurz darauf habe ich Willa noch in Englisch gelesen und da wurden es dann doch:
3/5
Dollar Baby 2013
Willa - short movie 2015
Willa - the movie 2012


Das Pfefferkuchen-Mädchen

Nachdem Emily ihr Baby begraben musste, fing sie mit dem Laufen an. Sie brauchte Ablenkung. Ihrem Mann Henry missfällt die Lauferei, weshalb die beiden sich immer mehr in die Haare kriegen. Emily braucht schliesslich eine Auszeit und flüchtet sich quasi ins Strandhaus ihres Vaters nach Vermillion Key. In der Abgeschiedenheit will sie einen klaren Kopf bekommen - im Bezug drauf, ob ihre Ehe noch einen Sinn hat und sie will über den Verlust des Kindes hinweg kommen...
Täglich läuft sie über den Strand bis hin zur Zugbrücke, wo sie beginnt mit dem Brückenwart Deke Hollis ein Schwätzchen zu halten.
Eines Tages erfährt Emily von Deke, dass Pickering mit dem roten Mercedes kein netter Mensch sei... Er fahre immer mit jungen Frauen zu seinem Haus, der 366, und zurück ginge es dann mit seiner Yacht. Sie solle sich von diesem Menschen fern halten.
Als Emily nachhause läuft, kommt sie an Pickering's Haus vorbei und sieht im Kofferraum des roten Mercedes einen Haarschopf. Aufgrund von Deke's Erzählungen geht sie hin, um sich zu versichern, dass nicht etwa eine Frau im Kofferraum liegt. Doch wie es im Leben oft so ist, liegt natürlich die Leiche einer jungen blonden Frau darin. Ehe Emily noch einen klaren Gedanken fassen kann, wird sie auch schon niedergeschlagen.
Zu sich kommt sie an einen Stuhl gefesselt in Pickering's Küche. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der wehrlosen Emily und dem komplett irren Pickering beginnt... 

Ein rasanter kurzer Thriller, der von mir nur aufgrund des Schlusses einen Stern weniger erhält:

4/5

Harvey's Traum

Janet ist seit fast dreissig Jahren mit ihrem Mann Harvey verheiratet. Irgendwie ist sie genervt und hat Angst, dass ihr Mann sich zu einem stuporen Dödel wandeln könnte, sobald er im Ruhestand ist...
Harvey erzählt Janet von seinem Traum, den er in der vergangenen Nacht gehabt hat, erst hört sie ihm nur mit einem Ohr zu, doch als sie wahrnimmt, was ihr Mann da erzählt, bekommt sie eine Gänsehaut... 

Eine weitere Geschichte über eine Vorahnung... War nicht so mein Geschmack. Eine ähnliche Erzählung findet sich in Im Kabinett des Todes mit dem Titel Dieses Gefühl, das man nur auf Französisch ausdrücken kann.

1/5



Der Rastplatz

John Dykstra aka Rick Hardin, ein Autor, der sich die zentrale Frage stellt, wann er er selbst und wann er sein Pseudonym ist. Sind beide Personen gleich? Sind sie doch unterschiedlich? 
Eines Abends fährt er auf einen Rastplatz, weil er sich erleichtern muss. Ehe er die Tür zur Herrentoilette aufstossen kann, hört er ein Streitgespräch aus der Damentoilette. Eine Frau und ein Mann fetzten sich, brüllen sich gegenseitig an und sie wird gar von ihm geschlagen. 
Dykstra überlegt, ob er einschreiten soll. Ob er einschreiten kann. Ob Rick Hardin hier nicht einschreiten würde? Rick Hardin beschliesst dann das, seiner Meinung nach, Richtige zu tun und der Frau zu helfen... 

Eine turbulente Erzählung um eine abhängige (und dumme) Frau und den Ritter auf dem weissen Pferd... Hier lädt die Anmerkung übrigens zum Schmunzeln ein, denn wäre hätte gedacht dass...? ^_^
4/5
Rest Stop short movie, 2015
Tussenstop, short movie, 2011

Der Hometrainer

Richard Sifkitz, ein Künstler, wird eine Woche nach einem Untersuchungstermin, den er schon ein Jahr vor sich hergeschoben hatte, zum Arzt gebeten, um die Ergebnisse zu besprechen. Richard ist klar, was kommt. Seine Cholesterikwerte sind viel zu hoch, er ist übergewichtig und ernährt sich gerne ungesund. Sein Arzt erklärt ihm die Sache mit der Verdauung auf eine interessante Art:
Richard soll sich seinen Stoffwechsel als einen Arbeitertrupp vorstellen. Männer in Overalls und Stiefeln mit Stahlkappe. Deren Aufgabe ist es, sich das Zeug zu schnappen, das Richard in sich hineinstopft, und es an die richtigen Produktionsabteilungen weiterzuleiten. Wenn er den Arbeitern also mehr runter schickt, als diese bewältigen können, nimmt er zu - was er auch getan hat. Des Weiteren werde sein Arbeitertrupp auch nicht jünger und sei nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Und früher oder später machen sie dann, was alle Arbeiter irgendwann machen, wenn sie ohne Pause schuften müssen - sie machen Fehler oder werden krank... 
Sifkitz ist quasi geläutert von der lebhaften Schilderung des Arztes und legt sich einen Hometrainer zu. Da er diesen im Keller stehen hat und es langweilig ist, eine nackte Wand aus Sichtbeton anzustarren, beginnt er mit einem Gemälde, dass er innert Kürze fertig macht. Er malt eine Kulisse und stellt sich den Arbeitertrupp vor.
Wäre es keine kingsche Erzählung, würde Sifkitz wohl heute noch seine Runden laufen und sich bester Gesundheit erfreuen. Da aber Stephen King der Verfasser ist, verschmelzen Realität und Vorstellungskraft plötzlich und Sifkitz sieht sich mit seinen Arbeitern konfrontiert...

King's Beweggrund für diese Geschichte war, wie er in der Anmerkung sagt und ich zitiere: "Diese Geschichte hat ihren Ursprung in der sehr eindeutigen Empfindung, die ich für jedes Laufband und für jeden Stepper hege, auf dem ich mich je abgeschwitzt habe: Hass, reiner, unverfälschter Hass."
5/5


Hinterlassenschaften

Scott Staley's innere Stimme sagte ihm, sich am 11. September 2001 krank zu melden und sich stattdessen einen schönen Tag im Park zu machen. Von dort aus konnte er die schwarzen Rauchwolken sehen und erfuhr schliesslich, dass das World Trade Center in Schutt Asche lag. Sein Arbeitsplatz. Seine Arbeitskollegen. Alles weg. 
Eines Tages tauchen Gegenstände in seinem Apartment auf. Gegenstände, die seinen verstorbenen Arbeitskollegen im WTC gehört hatten. Er glaubt, die Dinge flüstern oder sprechen gar, dabei ist er ohnehin schon von Schuldgefühlen geplagt. Schliesslich vertraut er sich seiner Nachbarin an. Kurze Zeit später, weiss er, was zu tun ist...

Auch diese Erzählung wurde bereits verfilmt. Bisher konnte ich den Film nirgends auftreiben v_v
5/5



Abschlusstag

Wie soll ich jene 8-seitige Geschichte zusammenfassen ohne zu spoilern? Es geht um arm und reich und darum, dass die versnobten Eltern von Buddy aka Bruce seine Freundin Janice nicht wirklich mögen, da sie nicht zur Upperclass gehört. Doch befindet sie sich bei Buddy zuhause, als etwas geschieht, was jederzeit und überall Realität sein könnte...

Die Figuren sind etwas gar oberflächlich geraten, aber was will man bei acht Seiten? Hier wäre ich um ein paar Seiten mehr dankbar gewesen.
4/5



N.

Charlie erhält Post von Sheila Bonsaint, einer Freundin aus früheren Tagen. In dem Schreiben bittet sie ihn, sich die Unterlagen ihres Bruders, ein Psychiater, anzuschauen, der sich das Leben genommen hat. Es handelt sich um Aufzeichnungen über dessen letzten Patienten N., von welchem eine seltsame Faszination ausging, welche Johnny Bonsaint schlisslich in seinen Bann gezogen hatte...

Eine Mischung aus Fantasy-Erzählung und Abhandlung darüber, wie die Psychose oder Obsession eines Patienten in die Psyche des behandelnden Arztes eindringen kann... 
3/5



Die Höllenkatze

Bereits in einem Anthologienband namens Geschichten aus der Schattenwelt gelesen und in der gleichnamigen Verfilmung gesehen. Allerdings sind Buch und Film mal wieder unterschiedlich - mir gefällt die Buchversion erheblich besser. 
Der Auftragskiller Halston wird vom alten Drogan mit einem für Halston seltsamen Fall beauftragt. Er soll eine Katze töten. Der schwerreiche Drogan lebte mit seiner Schwester und deren Freundin in deren alten Herrenhaus, bis die Katze auftauchte und das Sterben seinen Anfang nahm... 
Angemerkt sei, Drogan ist der Inhaber eines gigantischen Pharamakonzerns, welcher Katzen als Versuchstiere missbraucht hatte... 
Recht düster und überaus ekelhaft...
3/5


Die New York Times zum Vorzugspreis

Anne erhält einen Anruf von ihrem Mann James. Allerdings ist dieser vor zwei Tagen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen und ruft mit seinem Handy, dessen Akku zur Neige geht, aus dem Jenseits an, um seiner Frau irgendwann in der Zukunft das Leben zu retten...

Einfach herrlich!
5/5


Stumm

Der Büchervertreter Monette betritt den Beichtstuhl, um dem Priester, der eigentlich in Eile ist, weil er noch Gäste empfangen wird, eine gar schaurige Geschichte zu erzählen. Erst ist der Pater gelangweilt, doch mit jedem weiteren Mosaik steigt sein Interesse:
Monette hat einen Anhalter mitgenommen, der mit einem Schild in der Hand am Strassenrand stand: Ich bin stumm. Ich bin taub. Bitte nehmen sie mich mit.
Monette hat zuvor noch nie einen Anhalter mitgenommen, aber da sein Leben aufgrund seiner Frau, die ihn betrogen hat, zur Zeit ohnehin nicht in geordneten Bahnen verläuft, nimmt er den Anhalter, der sich später als Stanley Doucette herausstellen wird, mit. Obschon dieser ja taub ist, erzählt Monette ihm die ganze Geschichte von seiner Frau, die ihn nach 26 Jahren Ehe mit einem Typen namens Cowboy Bob betrogen und auch noch $ 120.000 unterschlagen hatte, um sich damit Reizwäsche für Bob zu kaufen... Monette ist natürlich ausser sich und da Doucette ihn ja nicht hören kann, lässt er kein Detail aus...

Ich liebe Geschichten über Anhalter, seit ich damals als kleines Kind The Hitcher gesehen habe. Diese hier ist schlichtweg genial und obschon man ahnt, dass mit diesem Anhalter etwas nicht stimmt, ist das Ende doch absolut überraschend!
5/5


Ayana

Gentry berichtet von einer Wunderheilung, die seinem krebskranken Vater im Jahre 1982 widerfahren ist. Dieser lag im Sterben, als das kleine Mädchen Ayana plötzlich im Zimmer stand und dem Todgeweihten einen Kuss aufdrückte. Als Ayana verschwindet, berührt sie Gentry kurz. Dem Vater geht es schlagartig besser. Doch durch Ayanas Berührung ist es nun an Gentry die Wunderheilung weiterzugeben und so wird er von einem Mann besucht und zu kranken Menschen geführt um diese zu heilen...
2/5


In der Klemme

Von dieser Geschichte werde ich mich nie wieder erholen! Jedes Mal, wenn ich ein Klohäuschen sehe, werde ich an Curtis Johnson denken, der von Tim Grunwald in eben so einem Häuschen eingesperrt wurde, um darin elendig zu krepieren. 
Johnson und Grunwald sind Nachbarn und stritten sich erst um ein Grundstück und dann um Johnson's toten Hund Betsy, den Grundwald auf dem Gewissen hat. 
Bei Grunwald wird Krebs diagnostiziert und so hinterlässt er auf Johnson's AB eine Nachricht, und lockt ihn unter einem Vorwand auf seine Baustelle. Jene Baustelle, ein Wohnprojekt, wurde bereits geschlossen und somit liegt alles unfertig und verlassen da. Johnson geht zur Baustelle und freut sich erst darüber, dass es Grundwald wohl verdammt mies gehen musste, wenn gar seine Baustelle geschlossen worden war. 
Grunwald verfolgt jedoch nur einen Plan, Johnson, die schwule Hexe, umzubringen. Er zwingt ihn, sich in eines der Toilettenhäuschen zu sperren und kippt es um, mit der Tür gen Boden. Freudig erklärt er Johnson, dass die Plastikwände mit Metall ummantelt wären, damit sie stabiler sind für auf einer Baustelle und er wünsche Johnson ein frohes Ableben. 
Für Johnson beginnt die wohl ekelhafteste Tortur, von der ich je gelesen habe. Da die Tanks der Klohäuschen seit Längerem nicht mehr gelehrt wurden, hockt Johnson wortwörtlich in der Scheisse. In alter stinkender abgestandener Scheisse. Die Sonne, die auf das Häuschen brennt, macht die Luft darin auch nicht angenehmer und er fürchtet seinem Tod entgegen. Der Wettkampf um Leben und Tod beginnt...

Genial und bitterböse mit einem überraschendem Ende. King beschreibt Johnson's Misere so detailliert, dass man die Scheisse förmlich riechen kann... *urks*
5/5




Grossen Dank an den HEYNE Verlag, der seit Jahrzehnten Gutes tut und die King-Werke im deutschen Sprachraum vertreibt. <3

Sonntag, 11. Oktober 2015

Fuminori Nakamura - Der Dieb

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Fuminori Nakamura

Titel: Der Dieb, 2015

OT: 掏摸 (すり), 2009

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-86269-0

Deutsche Erstausgabe: 09/15

Seiten: 210

Format: Gebunden, Leinen

Genre: Krimi, Spannungsroman

Ähnliche Titel:



Ein Krimi der anderen Art... Schnörkellos und voller Intensität.

Der Dieb erzählt seine Geschichte. Wir erfahren, wie er mit dem Stehlen begonnen hat, wer ihn unterwiesen hat, was er lernen dufte.
Er bestiehlt nur die Reichen. Behält nur das Bargeld, das Portemonnaie wirft er anschliessend in einen Briefkasten, da er gehört hat, dass die Post, Geldbörsen an den Besitzer zurückschickt.
Die Geschichte beginnt ganz gemächlich und ruhig. Dann lernt er jedoch eine Frau mit Kind kennen, die er beim Stehlen im Supermarkt erwischt. Zwischen ihm und dem Jungen entwickelt sich eine Art Freundschaft. Schliesslich wird er von seiner Yakuza-Vergangenheit eingeholt. Er und ein alter Freund müssen bei einem Einbruch mit Mord helfen. Alles geht gut, jedoch verschwindet sein Freund hinter her auf nimmer wiedersehen. Er selbst sollte die Stadt verlassen, tut es nicht und gerät erneut in die Fänge der Yakuza...

Fuminori Nakamura verschwendet kein einziges Wort. Ohne Schnörkel und voller Intensität beschreibt er das Fühlen und Handeln seiner Figur. Ein bewegender Roman, der es vermag tief zu berühren und so ein breites Publikum anzusprechen vermag.

Wieder ein wunderbares Buch aus dem Diogenes-Verlag.

Herzlichen Dank an die Vertretung des Diogenes Verlags für das Leseexemplar!


Sonntag, 4. Oktober 2015

Takashi Shimizu - Flug 7500

Rating: ★★★★☆

Bild & Ton: ★★★★☆

Synchro: ★★★★☆

OT: 7500, USA / Japan, 2014

Genre: Horror, Mystery

Spielzeit: 97min

OS: Englisch, Japanisch

Regie: Takashi Shimizu

Drehbuch: Craig Rosenberg

Darsteller: Leslie Bibb, Ryan Kwanten, Amy Smart

Ähnliche Filme: Altitude, Dead End, 407 Dark Flight, Train of the Dead,


Takashi Shimizu hat mit 7500 ein Meisterwerk geschaffen! Für mich als Aviatik-Freak ist es jedes Mal wie Geburtstag und Weihnachten zusammen, wenn ein neuer Flugzeug-Film rauskommt. Wenn er dann noch im Horror-Genre spielt, kann es eigentlich gar nicht mehr besser kommen! Es sei denn, es handelt sich um so laue Filmchen über Zombies in einem Flugzeug... gähn

Das Herz eines jeden Aviatik-Freaks springt vor Freude, wenn die Kamera auf die Boeing 747 zoomt, welche die Kulisse des Films bietet. Eine 747! Genug der Schwärmerei!

Flug 7500 soll von New York nach Tokyo Haneda fliegen. Bereits beim Boarding fühlt man sich wie zu hause! Wir haben die unterschiedlichsten Passagiere, wie im richtigen Leben. Als da wären, ein frisch verheiratetes Pärchen auf dem Weg in die Flitterwochen. Sie erzählt ihrem Mann schon mal, neben was für Menschen sie gar nicht sitzen will und beginnt aufzuzählen - ich kann ihr nachfühlen... Ist das doch auch meine grösste Angst beim Fliegen - wer oder WAS könnte neben mir sitzen... *graus* Als sie ihre Plätze gefunden haben, geht es weiter. Bei jedem Passagier hofft und betet sie, dieser möge nicht ihr Sitznachbar werden. Glück gehabt. Es scheint, als bliebe der Platz neben ihr leer. Kaum aufgeatmet setzt sich eine Gruftie-Göre neben sie, die sich partout nicht umsetzen will...
Des Weiteren befinden sich 4 Freunde an Bord, welche den Japan-Trip schon seit einer Ewigkeit geplant hatten. Zwei von ihnen verschweigen den anderen zwei Freunden, dass sie nicht mehr zusammen sind und sich ihre Wege nach dem Urlaub trennen werden.
Ein Girlie, das einen Schwangerschaftstest mit sich führt, sitzt neben einem Dieb, der gar vor Toten nicht Halt macht. Die beiden Flight Attendants befinden sich beide in aussichtslosen Beziehungen und erkennen während des Fluges die Realität...

Kurz nach dem Start treten die ersten Turbulenzen auf, wonach ein Passagier das Zeitliche segnet. Da der Pilot von einer Notlandung absieht, sind die Passagier der, sich im Upperdeck befindenden, Business-Class, gezwungen, sich im Hauptdeck einzufinden, damit die Leiche ihre Reise im Upperdeck fortsetzen kann.
Nach dem Tod des Mannes häufen sich die seltsamen Ereignisse an Bord und man beginnt sich auf die nächste Flugreise zu freuen. Ich werde davon absehen, mein Macbook Air aufzuklappen, aus Angst, ich könnte etwas darin sehen, was ich nicht sehen will...

Aircrash-Investigation-Fans wird schnell mal klar, dass der Crash von Helios Airways Flug 522 (Air Crash Investigation Video ganz unten) als Vorlage für den Film gedient hat. Wer sich damit nicht auskennt, sollte vom Googeln absehen, da sonst ein Teil des Films verraten ist.

Eingefleischte Horror-Junkies ahnen bald mal, worauf der Film hinausläuft und so ist der Schluss recht absehbar. Für Andere kommt er überraschend und wird als "genial!" beschrieben.

Alles in Allem ein starker Film, der die Atmosphäre in einer nicht ausgebuchten B747 gut rüberbringt.
Bei der Szene im Frachtraum hätte auf die Musik verzichtet werden können, die Atmosphäre wäre so noch beklemmender gewesen...









AIR CRASH INVESTIGATION: HELIOS 522

Dienstag, 29. September 2015

Richard Laymon - Die Spur

★★★★☆ 4/5

Autor: Laymon, Richard

Titel: Die Spur, 2015

OT: No Sanctuary, 2001

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 978-3-453-67646-6

Deutsche Erstausgabe 09/15

Seiten: 464

Einband: Kartoniert

Genre: Survival Horror, Thriller

Ähnliche Titel: Der Wald



Man nehme einen Wald, junge Camper, entblösste Nippel und einen irgendetwas-schwingenden-Irren und bekommt eine typische Geschichte Richard Laymons.

Rick und seine Freundin Bert machen einen Campingausflug in die Wälder Kaliforniens, wo sie auf zwei Mädchen treffen und einen Teil der Wanderung mit denen bestreiten.
Im zweiten Erzählstrang lernen wir Gillian kennen, die in die Häuser verreister Hausbewohner einsteigt, um sich ein paar schöne Tage zu gönnen. Ihre letzte Wahl war nicht sehr gut, denn sie steigt ins Haus eines Serienmörders ein. Beim Durchwühlen dessen Eigentum, denkt sie erst an einen Junggesellen mit perversen Neigungen. Richtig unwohl wird ihr erst, als sie seine Snuff-Sammlung entdeckt. Da sie sich mit dem Nachbarn angefreundet hat, erzählt sie ihm davon...
Währenddessen stossen die Camper in den Wäldern auf 3 junge Männer, denen sie unmoralische Absichten ankreiden...
Dann treffen sie auch noch auf den, für Laymon typischen, Eremit, welcher in den Wäldern lebt und sich von Menschenfleisch ernährt...
Am Schluss fliessen die beiden Geschichten zusammen und Gillian befindet sich ebenfalls in den tiefen Wäldern...

Die Spur in einem Satz: Ein voller Irrer!
Durchweg spannend, herrlich stupide und hübsch konstruiert. Für Laymon hat es allerdings erstaunlich wenig davon, was wir bei uns in der Buchhandlung als Schlachtplatte bezeichnen. Der Eremit hat mich an einen ehemaligen japanischen Visual-Kei-Musiker (von Star kann wirklich nicht die Rede sein) erinnert, den ich zu meinem Bekanntenkreis zählen darf... sollte mich das irgendwie beunruhigen?

Alles in Allem ist Die Spur ein typischer Laymon! ^_^

Irren Dank an den Vertreter des Heyne Verlags für die Zustellung des Leseexemplars, das mir viel Freude bereitet hat. ^_^





Dienstag, 22. September 2015

Yoko Ogawa - Schwimmen mit Elefanten


 Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Ogawa, Yoko

Titel: Schwimmen mit Elefanten

OT: 猫を抱いて象と泳ぐ
(ちねこをだいてぞうとおよぐ), 2009

Verlag: Aufbau Verlag

ISBN: 978-3-7466-30809

TB-Ausgabe 2014
erstmals erschienen 2013 bei Liebeskind

Seiten: 314

Einband: Kartoniert

Genre: Roman, Drama

Ähnliche Titel: Das Geheimnis der Eulerschen Formel, Das Museum der Stille

Yoko Ogawa, in der Schweiz recht unbekannt, doch setze ich alles daran, unsere Kundschaft für die Autorin aus Japan zu begeistern, deren Bücher dergestalt umwerfend sind, dass sie mit keinem Autoren vergleichbar sind.

Ogawa's Romane handeln immer von zwischenmenschlichen Beziehungen, alltäglichen Problemen, Schicksalsschlägen und alles immer umgeben von jener zarten Mystik, wie nur Ogawa sie beschreiben kann. Ihre wunderbar subtile Erzählweise wird durch die deutsche Übersetzung noch unterstrichen.
Bereits Das Geheimnis der Eulerschen Formel war magisch und so auch Das Museum der Stille.
Ich freue mich schon auf Liebe über den Papierrand.

Ein Junge mit entstellten Lippen, die zusammenklebten, als er das Licht der Welt erblickte und von den Ärzten getrennt und mit Haut aus seinem Bein geflickt worden war. Ein pensionierter Bus-Chaffeur, der dem Jungen die Leidenschaft fürs Schachspiel näher bringt und Indira, ein Mädchen, das in dem schmalen Gang zwischen den Häusern leben muss...

Wieder eine wunderbare Erzählung über die Freundschaft des kleinen Jungen zu dem älteren Herren, der ihm das Schachspiel beibringt. Über die Probleme, die entstehen, wenn man jenes Spiel auf untypische Weise spielt, nämlich unter dem Tisch sitzend und die Katze des Lehrers streichelnd.

Bitter, tragisch und dennoch einfach wunderbar. Einfach Yoko Ogawa!

Herzlichen Dank an die Verlagsvertretung des Aufbau, für die Zustellung des LEX.



Dienstag, 15. September 2015

Stephen King - Finderlohn

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Finderlohn

OT: Finders Keepers, 2015

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-27009-1

Deutsche Erstausgabe: 2015

Seiten: 540

Einband: Gebunden

Genre: Krimi

Vorgänger: Mr. Mercedes



Endlich ist sie da, die lang erwartete Fortsetzung der Mr. Mercedes-Trilogie!
Beim Eintreffen eines neuen Stephen King Romans im Geschäft, gellt üblicherweise mein schriller Freudenschrei durchs ganze Haus. Durch die zahlreichen Bücher wird er etwas gedämpft, so wie Andy's "Drew's" Schreie, in seinem Antiquariat... Dieses Mal blieb der Schrei aus, da ich mit Grippe zuhause lag... Wo wir auch beim Grund dafür sind, wieso die Rezension erst über eine Woche nach Erscheinen des Buches folgt...

Inhalt

Morris Bellamy verehrt den Schriftsteller Rothstein dergestalt, wie ich King verehre. Bellamy geht es allerdings schlechter, da Rothstein nur drei Bücher über Bellamy's Helden Jimmy Gold geschrieben hat. In Rothstein's Safe befinden sich jedoch, nicht irgendwelche Notizbücher, sondern MOLESKINE (King hat eben schon Klasse), die mit einer Fortsetzung der Jimmy-Gold-Trilogie beschrieben sind. Dazu noch eine Vielzahl an weiteren Notizen und Gedichten.
Morris Bellamy schnappt sich zwei "Kumpels", bricht in Rothstein's Haus ein, richtet den Schriftsteller hin und plündert den Safe. Nach der Tat erledigt er kurzerhand seine Komplizen. Die Art und Weise, wie er das erledigt ist einfach klassisch Stephen King. Bei der Stelle mit dem hüpfenden Duftbäumchen im Auto, konnte ich mir das Lachen nur knapp verkneifen. Eine Dame, die ein Abteil weiter im Zug sass, schaute mich misstrauisch an, mit dem bestimmten Blick, der für Geisteskranke gedacht ist. Sie schien sich wohl zu fragen, was an Stephen King zum Lachen sein soll... Banausen!
Der Mord an Rothstein kann Morris nicht angehängt werden, dafür wandert er lebenslänglich für ein anderes Vergehen in den Bau. Die Notizbücher und das Geld hat er sicher, in einem mit Plastik ausgekleideten Koffer vergraben - in einem Waldstück unweit seines Elternhauses. Der Gedanke, an die Fortsetzung von Jimmy Gold hält ihn im Gefängnis am Leben.
Die Kapitel über Morris' Zeit im Bau erinnern teilweise stark an Die Verurteilten OT: The Shawshank Redemption. Bei der Zeile darüber, wie sich die Welt verändert hat in jenen Jahren, musste ich unweigerlich an Brooks denken, der sagt "Als ich ein kleines Kind war, habe ich mal ein Automobil gesehen, jetzt sind sie überall." kurz darauf knüpfte er sich auf...
Morris' "Karriere" als Schreiber, erinnert an jene von Andy Dufresne... Aber genug der Nostalgie.
Morris bemerkt, dass die Leute heute alle Stöpsel in der Ohren haben und auf kleine Bildschirme starren. Solche Sätze machen einem doch wieder bewusst, in welchem Wandel wir uns doch befinden...

Morris' Mutter hat das alte Haus an die Familien von Pete Saunders vermietet. Pete's Vater wurde im April 2009, als in der Schlange vor dem Jobcenter stand, vom "Mercedes-Killer" angefahren und schwer verletzt. Die Familie hat finanzielle Schwierigkeiten, was sich auf die Gemüter der Eltern auswirkt, verlieren die sich doch permanent in Streitereien. Eines Tages findet Pete den Koffer, den Morris vergraben hatte und beschliesst, seine Familie mit dem Geld zu unterstützen. Die Notizbücher nimmt er an sich und wird so zum "allergrössten Fan" von Rothstein. Bei Recherchen erfährt er vom Mord, und den Gerüchten um Notizbücher und weiss, dass er auf verdammt heisser Ware sitzt.
Als er 17 Jahre alt ist, beschliesst er, die Notizbücher an einen Schwarzhändler zu verkaufen, um an Geld zu kommen. Jener Schwarzhändler ist ausgerechnet Andy "Drew" Halliday, der damals ein Kumpel von Morris war und ihm die Idee mit den Notizbüchern von Rothstein in den Kopf gesetzt hatte. Da Morris' sich Andy anvertraut hatte, ehe er in den Bau wanderte, ist Andy im Bilde und versucht Pete zu erpressen.
Zeitgleich wird Morris endlich aus der Haft entlassen. Verhält sich jedoch ruhig, solange er auf Bewährung ist. Als jene beendet ist, beschliesst er, seinem alten Kumpel Andy einen Besuch abzustatten...
Die Jagd nach Andy, Pete, dessen Familie und die MOLESKINE beginnt...

Parallel zu den Geschehnissen in den 70ern, also Morris' Vergangenheit und jenen aus der Gegenwart, gibt es ein Wiedersehen mit Hodges, dem Ermittler, den wir noch aus Mr. Mercedes kennen. Jerome treffen wir ebenfalls wieder, obschon ihm hier keine allzu grosse Aufmerksamkeit zukommt.

Wertung

Stephen King legt mit Finderlohn den unwiderlegbaren Beweis vor, dass Fortsetzungen nicht zwingend immer schlecht sind! 
Die Parallelen zu seinen alten Werken sind, wie immer, herrlich! So gibt es ein Wiedersehen mit Zimmer 217 - allerdings nicht im Overlook Hotel. 
Der Einstieg mit dem Mord an Rothstein könnte besser nicht sein. Kingsche Action gleich von Anfang an. Geschickt konstruierte Erzählstränge, die sich gen Ende des Buches finden und zu einem brennenden Finale führen! 

Morris Bellamy, ein Mörder und Vergewaltiger, besessen von der fiktiven Person Jimmy Gold, der für seine Leidenschaft zur Literatur gar über Leichen geht, wird dennoch irgendwie liebevoll gezeichnet. Als sein Vergewaltigungsopfer gegen in aussagt, und zum xten Mal beschreibt, sie leide noch immer an den Folgen der Vergewaltigung, sieht man sich auf der Seite von Morris und teilt seinen Gedanken darüber, dass er sie besser umgebracht hätte. 
Morris ist kein böser Mensch. Er liebt die Literatur. Er vergöttert Jimmy Gold. Morris ist einfach besessen. Punkt. Diese Besessenheit wird im Finale sehr ausgeprägt geschildert. 
Man könnte so weit gehen, und sagen, es handelt sich nicht um einen Krimi. Es handelt sich um ein Drama. Um die traurige Lebensgeschichte von Morris Bellamy, dem von einem Autor übel mitgespielt wurde und der alles für seine Leidenschaft getan hat... man könnte... 

Genau wie Mr. Mercedes haben wir auch hier, die für King typischen Metaphern und zahlreiche Textstellen, die ordentlich zu lachen geben! 

Besonders schön fand ich, dass King erst von kleinen schwarzen Notizbüchern schreibt. Solche, die bspw. Hemingway benutzt hat. MOLESKINE! 
Da Pete Englisch studieren will und er sich auch für Literatur interessiert, werden die bedeutendsten Werke zahlreicher namhafter - und die fast vergessener - Schriftsteller genannt. 
Interessant fand ich die Stelle über William Somerset Maugham. Dieser sei fast vergessen und in den meisten Buchhandlung nicht vertreten. Dann können wir uns ja direkt etwas darauf einbilden - denn bei uns ist er sehr wohl vorhanden - und auch gefragt. ^_^

Zu meiner Freude, hat Finderlohn, anders als die gebundene Ausgabe von Mr. Mercedes, ein besseres Cover. Obschon, der blutende Füller so gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat... Für Cujo hat man ja auch das Bild eines Bernhardiners gewählt und nicht das von einer Katze... Soll's einer verstehen... Lesen die Layouter das Buch? Wissen sie um den Inhalt? Ich denke kaum. Anders ist die Verfehlung bei Mr. Mercedes nicht zu erklären.
Der Titel ist zwar treffend und recht zynisch, wenn man an Morris denkt, aber hier hätte es der englische auch getan. Finders Keepers.
Allerdings ist die Übersetzung an manchen Stellen etwas fragwürdig, oder hätte anders ausgedrückt werden können. Bei solchen Stellen, vermisse ich, genauso wie zahlreiche andere King-Anhänger, den einzig wahren Joachim Körber. 
Bei manchen Übersetzern hat man den Eindruck, sie haben keine Ahnung von dem Autoren und dessen Büchern. Sie machen eben ihren Job. DENNOCH! Werde ich King weiterhin in beiden Sprachen lesen und bin ich froh, um meine Englisch-Kenntnisse. 
Und so schliesse ich mit einem Zitat von Jimmy Gold: 

"That shit don't mean shit"

Herzlichen Dank, wie immer, an die Verlagsvertretung des HEYNE Verlags für die Zustellung des LEX! 








Montag, 14. September 2015

Yoko Ogawa - Das Museum der Stille

Meine Wertung: ★★★☆☆ 3/5

Autor: Ogawa, Yoko

Titel: Das Museum der Stille

OT: 沈黙博物館
(ちんもくはくぶつかん), 2000

Verlag: Aufbau Verlag

ISBN: 978-3-7466-3006-9

Neuauflage 2013
erstmals erschienen 2005 bei Liebeskind

Seiten: 347

Einband: Kartoniert

Genre: Roman, Drama

Ähnliche Titel: Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Yoko Ogawa, in der Schweiz recht unbekannt, doch setze ich alles daran, unsere Kundschaft für die Autorin aus Japan zu begeistern, deren Bücher dergestalt umwerfend sind, dass sie mit keinem Autoren vergleichbar sind.

Ogawa's Romane handeln immer von zwischenmenschlichen Beziehungen, alltäglichen Problemen, Schicksalsschlägen und alles immer umgeben von jener zarten Mystik, wie nur Ogawa sie beschreiben kann. Ihre wunderbar subtile Erzählweise wird durch die deutsche Übersetzung noch unterstrichen.
Bereits Das Geheimnis der Eulerschen Formel war magisch.

Ein junger Mann kommt in ein Dorf, wo er ein Dorfmuesuem einrichten soll. In jenem Museum soll die Sammlung einer alten Dame ausgestellt werden, welche sich dem Mann gegenüber erst schrullig gibt. Die Enkeltochter der alten Dame ist jedoch aufgeschlossen, offen und äusserst freundlich.

Um die Erinnerungen an verschiedene Dorfbewohner zu bewahren, werden die Ausstellungsstücke noch vor Eröffnung des Museums gestohlen.
Die Enkeltochter der alten Dame wird angefahren und liegt im Krankenhaus.
Als er dann beginnt, nachzuforschen, was mit den Ausstellungstücken passiert ist, wird eine Frau ermordet und er, als Auswärtiger, gilt als Hauptverdächtiger...

Sprachlich, wie immer wunderbar, dezent, schön.

Herzlichen Dank an die Verlagsvertretung des Aufbau TB Verlags für die Zustellung des LEX.





Sonntag, 13. September 2015

Buch VS Film: Der Werwolf von Tarker Mills


























Autor: Stephen King
Produzent: Dino De Laurentis
Drehbuch: Stephen King
Regie: Daniel Attias

Erscheinungsjahr Buch: 1983
Erscheinungsjahr Film: 1985
Genre: Drama | Horror
FSK: 18

Buch: Stephen King - Der Werwolf von Tarker Mills / Das Jahr des Werwolfs

Das Buch ist in 12 Kapitel gegliedert. Für jeden Monat gibt es ein Kapitel, in dem das Geschehen in Tarker Mills bei Vollmond geschildert wird. Die Bewohner und Opfer ziehen sich nicht durch das ganze Buch, sondern werden meist nur in einem der Kapitel erwähnt.

Der Film hält sich wage an die Buchvorlage. Marti, der im Buch in den letzten Kapiteln vorkommt, hat die Hauptrolle. Er glaubt recht schnell daran, dass die Morde von einem Werwolf begangen worden sind. Natürlich glaubt ihm das keiner...

Brady's Vater, der seinen zerrissenen Sohn begraben musste, ruft zur Selbstjustiz auf. Eine Gruppe mutiger Männer begibt sich bei Vollmond in die Wälder, um den Mörder zu fassen. Wenige kehren zurück...

Orte von Handlungen und Personen wurden für den Film verändert. Gelungen ist die Verwandlung des Werwolfs, als er schliesslich stirbt und wieder zum Menschen wird.
Bei Spielbergs JAWS wird die Qualität des Hais kritisiert. Man sähe, dass es sich um einen "Gummifisch" handelt. Nicht anders verhält es sich mit dem Werwolf, dessen Gummischnauze in mancher Grossaufnahme zum Schmunzeln verleitet. Man bedenke, dass der Film 1984 gedreht worden ist - zu einer Zeit, in der man sich noch die Mühe gemacht hat, Masken anzufertigen. Sollte es je ein Remake geben, werden wir wohl einen computeranimierten Werwolf vorgesetzt bekommen. Es mag auf meinen Jahrgang zurückzuführen sein, aber ich ziehe die "Gummitiere" aus den 80ern und 90ern klar vor.

Silver Bullet ist ein düsterer Film im klassischen Charme der 80er Jahre. Menschen werden zerfetzt und geköpft und somit wird auch mit Blut nicht gegeizt, weshalb die FSK auf 18 gesetzt worden ist.
Ich muss den Film im Alter von 10 oder 12 gesehen haben und erinnere mich noch gut an jenes Gefühl des Grusels beim Traum des Reverend, in dem sich die Kirchengänger in Werwölfe verwandeln...

Alles in Allem ein spannender und blutiger Film, wie ihn wohl nur Dino De Laurentis produzieren konnte.
Dennoch, wer das Buch kennt, dürfte über das eine oder andere Detail enttäuscht sein... 

Sonntag, 30. August 2015

Stephen King - Der Werwolf von Tarker Mills (Kalendergeschichten)

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Der Werwolf von Tarker Mills

OT: Cycle of the Werewolf / Silver Bullet

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-404-13299-8

Deutsche Erstausgabe: 1990

Seiten: 382

Format: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel:



Spannung:      Sprache:      Überraschung:     Ekelfaktor:       Gewalt:          Humor:
★★★☆       ★★☆        ★★★☆         ☆☆       ★☆☆       

Das Jahr des Werwolfs hätte ursprünglich als Kalender erscheinen sollen.
Es war im Jahr 1979 als Christopher Zavisa Stephen King während der World Fantasy Convention angesprochen hatte, mit der Idee einen Literaturkalender zu kreieren. King hätte dazu eine gar kurze Kurzgeschichte in 12 Teilen schreiben sollen. Berni Wrightson sollte 12 Bilder dazu schaffen.
King war erst angetan von der Idee, da es so eine Art Kalender zu der Zeit noch nicht gegeben hatte. Während des Schreibens - oder eher des Nicht-mehr-Schreibens hielt er das Skript dann für eine Fehlgeburt. Schliesslich packte ihn die Geschichte wieder und er beichtete Zavisa, dass sein Skript weit über eine Kalenderstory hinaus reichen würde. Zavisa fand das super und meinte, dann sollten sie doch gleich ein Buch daraus machen. Und so sollte dann Das Jahr des Werwolfs entstehen: Ein Buch in zwölf Teilen mit den Illustrationen von Berni Wrightson.

Wieder einmal ist das Buch ganz anders als der Film von Dino de Laurentis. (An der Stelle denke ich über einen Eintrag mit dem Titel Der Werwolf von Tarker Mills Buch VS Film nach. Eventuell schreibe ich diesen im Anschluss.)

Anders als im Film hat im Buch Marty nicht die Hauptrolle. Das Buch erzählt in 12 Teilen (Monaten) die Geschichte des Werwolfs, der sich monatlich ein neues Opfer aussucht.
In einem Herbstkapitel kommt dann die Szene, in der Marty einen Feuerwerkskörper auf den Werwolf abfeuert. Einen Monat später erfahren wir dann erst, wer der vermeintliche Werwolf ist.

Eine Meisterleistung sowohl sprachlicher, wie auch inhaltlicher Natur. Selten vermochte es ein Autor, die Vergänglichkeit und die Herbstmelancholie derart lebendig zu beschreiben. Ich war überwältigt!
Obschon ich den Film kenne, büsste das Buch keineswegs an Spannung ein, da sich der Film deutlich von der Buchvorlage entfernt. Wer also bereits den Film gesehen hat, darf sich auf das Buch freuen!

In jener, leider vergriffenen Ausgabe, ist sowohl die Kalendergeschichte, als auch das von King verfasste und schliesslich von de Laurentis verworfene, Drehbuch enthalten. Zumindest steht in King's Vorwort, seine Variante des Drehbuchs sei verworfen worden. Laut IMDB wurde doch King's Vorlage verwendet... ?_?


Mittwoch, 26. August 2015

Jilliane Hoffman - Samariter

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Jilliane Hoffman

Titel: Samariter, 2015

OT: All the little pieces, 2015

Verlag: Wunderlich

ISBN: 978-3-8052-0894-9

Deutsche Erstausgabe 07/15

Seiten: 476

Einband: Gebunden

Genre: Thriller




Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin erschien Hoffman's verstörender Thriller Cupido, von dem alle hin und weg waren. Darauf folgten Morpheus und Argus. Hier haben wir nun Samariter...

Nacht, Regen, Zuckerrohrfelder... Eine Frau auf der Flucht. Flieht vor zwei Männern. Die Atmosphäre ist beklemmend, beängstigend und derart spannend, dass man liest und liest und wissen will, was mit der Frau passiert... Während sie weiterhin vor den zwei Männern flieht, ist Faith unterwegs nach hause. Auf dem Rücksitz sitzt ihre kleine Tochter Maggie, die sich schlafend stellt. Die beiden kommen von der Geburtstagsparty von Faith' Schwester, mit der und deren Mann sie sich gestritten hat, was der Grund für das verfrühte Aufbrechen war. In der Hektik hat Faith gar Handtasche und Mobiltelefon liegen lassen. Sie wollte nur noch nach hause - trotz des Sturms.
Als sie anhält klopft es an die Fensterscheibe ihres Autos. Eine Frau steht davor. Die selbe Frau, die man zu Beginn des Buches auf der Flucht vor zwei Männern kennengelernt hat.
Sie fleht Faith an, sie in den Wagen zu lassen. Ihr zu helfen. Faith sieht die zahlreichen Piercing, die Tattoos und die Augen der Frau. Sie fürchtet sich. Die Frau muss auf Droge sein. Dann erspäht Faith die Silhouette eines Mannes. Es muss eine Falle sein. Faith denkt nicht daran, die Frau in ihren Wagen zu lassen.
Der Mann kommt näher. Nimmt die Frau in den Arm und verschwindet mit ihr im Regen. Faith lässt den Motor an und fährt nach hause. Was war das?

Ein paar Wochen später sieht sie einen Handzettel mit einem Bild der Frau aus jener regnerischen Nacht. Sie wird vermisst.
Hat Faith sich nun doch unterlassene Hilfeleistung vorzuwerfen? Wer war die Frau? Wer war der Mann? Was war geschehen?

Und nach gut 100 Seiten verabschiedet sich die Spannung. Bei Jilliane Hoffman ist es immer das gleiche: ein oder mehrere bestialische(r) Mord(e), Ermittlungen, ein oder mehrere Mörder, die Jagd beginnt...
Irgendwo in der Mitte kommt dann wieder ein bisschen Spannung auf. Der Schluss ist plump und leider so gar nicht überraschend.
Der Epilog lässt darauf schliessen, dass wir mit einer weiteren Fortsetzung rechnen können...


Sonntag, 16. August 2015

#Wir bloggen Bücher




Wie so oft im Leben, war es auch hier der Zufall, der dafür gesorgt hatte, dass ich von dem Projekt erfahren durfte. Ich scrollte durch Instagram, sah das Logo in einem Beitrag und landete dann auf der Facebook-Seite von #wirbloggenbücher.
Damit wir einander besser kennenlernen, haben die beiden Begründerinnen, Ani und Patrizia, ein paar Fragen entworfen, welche ich nachfolgend gerne beantworte. ^_^

Was bedeutet für Dich "buchbloggen"? Warum machst Du das eigentlich?

Ich versuche, jede Woche eine Rezension zu schreiben. Meistens klappt das auch. ^_^
In meinem Umfeld befinden sich viele Freunde, welche die Liebe zu den Büchern teilen. So werde ich oft nach guten Büchern gefragt. Mit meinem Buchblog "vereinfache" ich mir das Beantworten dieser Frage. 
Die Blogeinträge teile ich dann via Facebook und bald schon gibt es neue Diskussionen zu den gebloggten Büchern. ^_^ 

Andererseits dient mein Blog auch als Erinnerungsstütze. Als Buchhändlerin lese ich (zu) viele Bücher und kann mir beim besten Willen nicht (mehr) alles merken. Ein kurzer Blick in meinen Blog genügt und die Infos sind da. 


Wie bist du zum Buchbloggen gekommen? Was gab dir den Anstoss?

Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin, schrieben wir Rezensionen für die Website. Später arbeitete ich im Backoffice einer kleinen Buchhandlung und war u.A. für die Buchtipps auf der Website verantwortlich. Ich denke, dass diese Tätigkeiten ausschlaggebend für meinen Blog gewesen sind. 


Welche Berührungsängste hattest du?

Da ich, als ich mit meinem Buchblog angefangen habe, dies mehr als Erinnerungsstütze für mich gemacht habe, hatte ich keine Berührungsängste. 
Damals habe ich auch nicht damit gerechnet, dass sich mal jemand für meine Rezensionen interessieren könnte. 
Noch immer staune ich, wenn eine Rezension über 500 Hits erzielt. Es sind allerdings immer die Bücher von Stephen King, deren Rezensionen so grossen Anklang finden. Soll noch einer sagen, der König wäre entthront...


Wo bloggst du und was brauchst du dazu?

In 99% der Fälle sitze vor dem Mac Mini auf meinem violetten Stuhl. Selten mal, schreibe ich meine Blogposts auf dem Macbook Air. Das ist nur dann der Fall, wenn ich nicht zuhause bzw. im Urlaub bin. Vor und neben mir befinden sich zwei riesige Fenster, die für das nötige Tageslicht sorgen. Das Fenster in der Front ist mit einer Folie beklebt, die an Seide erinnert - oder aber an das Sekret der Nebelwesen, in Stephen King's The Mist. -_^
In Reichweite steht meist eine grosse Tasse mit herrlich duftendem Grüntee oder Sojamilchtee. Und wenn der Lärm, der Nachbarn, die ein Haus weiter wohnen, zu laut ist (was meistens der Fall ist) höre ich Musik. Zur Zeit hauptsächlich Killswitch Engage. 



Was ich zum bloggen, oder eher vor dem bloggen, noch brauche, sind gute Bücher. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, einen kleinen Teil von meinem Arbeitsplatz in der Buchhandlung zu posten. ^_^


Keigo Higashino - Heilige Mörderin & Renee Knight - Deadline
Während der warmen Tage sitze ich gerne im Erker bei einer Tasse Tee und mit einem guten Buch.
Da ist das Licht am besten und der Ort ist einfach ideal um den Morgen zu geniessen.
Ganzes Bild folgt, sobald wieder Sonne scheint ^_^

Die Gruftie-Dame unterm roten Schirm, heisst übrigens Susie. Sie leistet einem immer gerne Gesellschaft und erschreckt auch gerne mal Paketzusteller und Besucher... höhö

Wenn es angenehm warm ist, setz ich mich auch gerne in den Vorgarten, um zu lesen. 

Ich freue mich über jeden Menschen, der meinen Blog besucht und meine Rezensionen liest. Besonders freut es mich, wenn ich eine Reaktion darauf lesen kann. Das hat schon gute Gespräche und neue Online-Freunde ergeben. ^_^

Eure Navi M. Gray