Mittwoch, 10. Dezember 2014

Sebastian Fitzek - Passagier 23

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Sebastian Fitzek

Titel: Passagier 23

OT: -

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-19919-0

Erschienen: 30. Oktober 2014

Seiten: 432

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

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Jemand sagte mal "Fitzek ist mir zu deutsch." Als ich versuchte den Augensammler zu lesen, wurde mir langsam aber sicher klar, was damit gemeint war. Ich legte das Buch weg.
Als ich von Fitzek's neuem Buch hörte, dessen Inhalt sich auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher abspielen soll, dachte ich mir, ich gebe "Deutschland's grösstem Thriller-Autoren" nochmals eine Chance.

In Stephen King's Atlantis (Rezension folgt) sagt Ted Brautigan, man solle einem Buch bzw. dem Autoren zwei Stunden seiner Zeit widmen. Vermag es nicht zu fesseln, soll man sich einem anderen zuwenden um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden.
Fitzek bekam eine Stunde meines kostbaren Lebens geschenkt. Eine Stunde, in der ich auf den ersten 31 Seiten bereits mit 9 Personen Bekanntschaft schliessen durfte. Daher kann ich bereits nach so wenig Seiten der Lektüre jenen Kritikern beipflichten, welche "zu viele Nebenfiguren" schreien.
Des Weiteren habe ich allein bis zur Seite 37 (und darüber hinaus) zahlreiche Sätze gelesen, die mir von Stephen King nur zu bekannt erschienen. Darf man hier von einem Edelfälscher sprechen? Es ist ja bekannt, dass Fitzek ein Fan Stephen King's ist, da verwundert es nicht, dass er beim König des Horrors abkupfert - das mach ich ja auch, im normalen Leben -_^

Es dauert seine Zeit bis man dann endlich das Kreuzfahrtschiff betreten kann, auf welchem es von mit Klischees bis zum bersten gefüllten Personen nur so wimmelt. Ein Krimi/Thriller-Fan, der nichts für E-Reader übrig hat und über 4 Seiten über gelesene Bücher nachdenkt (vielleicht auch noch mehr, den Rest des Buches habe ich ja nicht gelesen).

Sebastian Fitzek zeichnet sich weder durch eine besondere Sprache (diejenige, die er verwendet ist geradezu schauderhaft), noch durch gezielte Recherchen oder eine klare Linie aus. Er schweift immer wieder ab, kommt dann wieder zum Kernthema zurück einfach um dann erneut abzuschweifen.
Die Atmosphäre auf dem Schiff gleicht mehr derer eines Geisterschiffes, ist von den hunderten von Passagieren nichts zu lesen.
Offenbar hat er wohl in der ersten Auflage gar die Nachnamen seiner Figuren vertauscht, was dann aber gleich korrigiert wurde. Da merkt man doch, wie sehr Fitzek seinen Figuren Leben einhaucht. Ich hatte einmal einen Chef, der sich nicht die Mühe machte, die Namen seiner Angestellten/Sklaven/Untergebenen zu merken... Dies nur so nebenbei bemerkt.

Fazit: Fitzek's Passagier 23 sollte mit dem Fahrenheit-451-Preis ausgezeichnet werden.

Den einen Stern gibt es für die Idee, welche, aus der Feder eines Könners, einen Page Turner hervorgebracht hätte... schade