Freitag, 26. Dezember 2014

Rebecca James - Die Wahrheit über Alice


Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Rebecca James

Titel: Die Wahrheit über Alice

OT: Beautiful Malice, 2010

Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3-499-25507-6

Deutsche Erstausgabe Februar 2012

Seiten: 320

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Ähnliche Titel: Dich schlafen sehen, Denn du gehörst mir


Wieder einmal handelt es sich hier um ein Buch, welches man seines Äusseren wegen, nicht anfassen würde. Eine Arbeitskollegin hat es mir in die Hand gedrückt, mit den fast schon hysterischen Worten, ich müsse es unbedingt lesen!!! Allerdings lag es dann an die 3 Monate ungelesen auf einem Stapel um dann in einem Zug durchgelesen zu werden!

Die Wahrheit über Alice ist ein raffinierter Thriller um die Abgründe der menschlichen Seele und um Grausamkeiten zu denen nur Freundinnen im Stande sind.
Es hat mich ein wenig an Amélie Nothomb's Böses Mädchen und Anne-Sophie Brasmes Dich schlafen sehen erinnert.
Alles Bücher, geschrieben von Frauen für Frauen, in denen es um dieses ganz besondere Mädchen geht. Das perfekte Mädchen, mit dem man unbedingt befreundet sein möchte. Sie ist hübsch, beliebt und darüber hinaus auch noch wahnsinnig nett - solange bis man schon so tief in ihrem psychisch kranken Morast eingesunken ist, dass es kein Entrinnen mehr gibt und man ihr hilflos ausgeliefert ist.

Genau so ist auch Alice. Alice ist hübsch. Alice ist beliebt. Alice ist wahnsinnig nett und erklärt die schüchterne Katie, die ein finsteres Geheimnis um den Tod ihrer Schwester verbirgt, kurzerhand zu ihrer neuen besten Freundin. Anfangs könnte Katie nicht glücklicher sein, bemerkt dann aber immer mehr, dass Alice eine Tyrannin ist. Sie schikaniert ihren Freund, den sie für den nächst besseren Jungen abschiebt, lästert über alles und jeden und torpediert Katie schliesslich mit dem Geheimnis, welches sie ihr in einer schwachen Stunde anvertraut hatte.
Obschon Katie sich abwenden will, wird sie Alice einfach nicht mehr los...

Das Buch spielt in drei verschiedenen Lebensphasen von Katie und beginnt in der Gegenwart, wo sie erzählt, dass sie nicht auf Alice' Beerdigung war. Wir erfahren häppchenweise etwas von dem Abend, an dem ihre jüngere Schwester ermordet wurde und auch über die Freundschaft zu Alice, welche dann in blanken Hass überschlägt.

Rebecca James versteht es, die Gefühle ihrer Figuren realitätsgetreu wiederzugeben. Wir fühlen mit Katie mit - und auch mit Alice (-_^), die eine wahre Psychopathin ist.
Auf den 320 kommen trotz der Gefühlsüberdosis keine Längen oder Momente des Gähnens auf.
Ein Roman, der ein wunderbares Bild auf die krankhaften und doch recht typischen Freundschaften unter Mädchen wirft...