Dienstag, 23. Dezember 2014

Kristina Ohlsson - Himmelschlüssel

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Kristina Ohlsson

Titel: Himmelschlüssel

OT: Paradisoffer

Verlag: Limes

ISBN: 978-3-8090-2639-6

Erschienen: 24. November 2014

Seiten: 480

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

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Es scheint eine Pechsträhne zu herrschen, habe ich hier schon wieder ein Buch dessen Klappentext eine spannungsgeladene Geschichte anpreist, welche sich dann aber als Schlafmittel zu erkennen gibt.

Meine Freude war riesig, als ich endlich mein Leseexemplar von Ohlsson's Himmelschlüssel in den Händen hielt. Eine voll besetzte Boeing 747 soll gesprengt werden! Für mich als Aircrash-Investigation-Freak scheint es der perfekte Thriller zu sein. Weit gefehlt...

Bereits nach wenigen Seiten erfährt man, dass die Boeing möglicherweise in den Händen moslemischer Attentäter ist. Die Geschichte von einem der Männer wird erzählt, wie er als Asyl beantragen musste, sich aber bald einem Kreis von Terroristen angeschlossen hatte... Wir fühlen uns an unzählige Dokumentationen über 9/11 erinnert. An Berichte, über die Lebensläufe jener Selbstmordattentäter, welche, am 11. Sepemtber 2001, 4 verschiedene Flugzeuge (alle vom Typ Boeing) bestiegen hatten, mit den Zielen auf die Twin Towers, das Pentagon und das Weisse Haus. Müssen wir das wirklich nochmals, 13 Jahre später, in einem Thriller lesen?
Ich habe genügend an sogenannter "Dschihad"-Lektüre, wenn ich eine Zeitung aufschlage oder durch Facebook scrolle.

Des Weiteren spielt sich die Geschichte zu lange in irgendwelchen Büros ab. Ich will in das verdammte Flugzeug! Wieso sonst lese ich wohl dieses Buch? Ich will lesen wie der Security Check passiert wird, wie das Boarding beginnt, wie die Sicherheitsgurte geschlossen werden und wie der Point of no return passiert wird. Ich will erleben wie der Jumbo abhebt. Nichts.
Für Flugzeug-(katastrophen)-Fanatiker, wie ich einer bin, empfiehlt sich Palahniuk's Flug 2039 doch eher (Rezension folgt).

Der Ausgang ist absehbar. Recht bald erkennt man, wer seine Finger im Spiel und das ganze eingefädelt hat, so ist der Schluss gar nicht überraschend. Genau das erwartet man.

Abschliessend ist zu sagen, dass, wenn man vom Fliegen nur gerade so viel versteht, dass man in der Lage ist seinen Sitzplatz anhand der Bordkarte auszumachen und eventuell noch weiss, dass die Tanks in den Tragflächen mit Kerosin gefüllt sind, aber nicht mehr, sollte man es eventuell unterlassen einen Thriller zu ausgerechnet diesem Thema hinzuschmieren.
Auch wenn Sara Lotz' Buch Die Drei richtig schlecht ist, hat sie immerhin gründlich über Flugzeugkatastrophen recherchiert gehabt, sodass immerhin dies stimmig war.