Freitag, 26. Dezember 2014

Rebecca James - Die Wahrheit über Alice


Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Rebecca James

Titel: Die Wahrheit über Alice

OT: Beautiful Malice, 2010

Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3-499-25507-6

Deutsche Erstausgabe Februar 2012

Seiten: 320

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

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Wieder einmal handelt es sich hier um ein Buch, welches man seines Äusseren wegen, nicht anfassen würde. Eine Arbeitskollegin hat es mir in die Hand gedrückt, mit den fast schon hysterischen Worten, ich müsse es unbedingt lesen!!! Allerdings lag es dann an die 3 Monate ungelesen auf einem Stapel um dann in einem Zug durchgelesen zu werden!

Die Wahrheit über Alice ist ein raffinierter Thriller um die Abgründe der menschlichen Seele und um Grausamkeiten zu denen nur Freundinnen im Stande sind.
Es hat mich ein wenig an Amélie Nothomb's Böses Mädchen und Anne-Sophie Brasmes Dich schlafen sehen erinnert.
Alles Bücher, geschrieben von Frauen für Frauen, in denen es um dieses ganz besondere Mädchen geht. Das perfekte Mädchen, mit dem man unbedingt befreundet sein möchte. Sie ist hübsch, beliebt und darüber hinaus auch noch wahnsinnig nett - solange bis man schon so tief in ihrem psychisch kranken Morast eingesunken ist, dass es kein Entrinnen mehr gibt und man ihr hilflos ausgeliefert ist.

Genau so ist auch Alice. Alice ist hübsch. Alice ist beliebt. Alice ist wahnsinnig nett und erklärt die schüchterne Katie, die ein finsteres Geheimnis um den Tod ihrer Schwester verbirgt, kurzerhand zu ihrer neuen besten Freundin. Anfangs könnte Katie nicht glücklicher sein, bemerkt dann aber immer mehr, dass Alice eine Tyrannin ist. Sie schikaniert ihren Freund, den sie für den nächst besseren Jungen abschiebt, lästert über alles und jeden und torpediert Katie schliesslich mit dem Geheimnis, welches sie ihr in einer schwachen Stunde anvertraut hatte.
Obschon Katie sich abwenden will, wird sie Alice einfach nicht mehr los...

Das Buch spielt in drei verschiedenen Lebensphasen von Katie und beginnt in der Gegenwart, wo sie erzählt, dass sie nicht auf Alice' Beerdigung war. Wir erfahren häppchenweise etwas von dem Abend, an dem ihre jüngere Schwester ermordet wurde und auch über die Freundschaft zu Alice, welche dann in blanken Hass überschlägt.

Rebecca James versteht es, die Gefühle ihrer Figuren realitätsgetreu wiederzugeben. Wir fühlen mit Katie mit - und auch mit Alice (-_^), die eine wahre Psychopathin ist.
Auf den 320 kommen trotz der Gefühlsüberdosis keine Längen oder Momente des Gähnens auf.
Ein Roman, der ein wunderbares Bild auf die krankhaften und doch recht typischen Freundschaften unter Mädchen wirft...

Dienstag, 23. Dezember 2014

Kristina Ohlsson - Himmelschlüssel

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Kristina Ohlsson

Titel: Himmelschlüssel

OT: Paradisoffer

Verlag: Limes

ISBN: 978-3-8090-2639-6

Erschienen: 24. November 2014

Seiten: 480

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

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Es scheint eine Pechsträhne zu herrschen, habe ich hier schon wieder ein Buch dessen Klappentext eine spannungsgeladene Geschichte anpreist, welche sich dann aber als Schlafmittel zu erkennen gibt.

Meine Freude war riesig, als ich endlich mein Leseexemplar von Ohlsson's Himmelschlüssel in den Händen hielt. Eine voll besetzte Boeing 747 soll gesprengt werden! Für mich als Aircrash-Investigation-Freak scheint es der perfekte Thriller zu sein. Weit gefehlt...

Bereits nach wenigen Seiten erfährt man, dass die Boeing möglicherweise in den Händen moslemischer Attentäter ist. Die Geschichte von einem der Männer wird erzählt, wie er als Asyl beantragen musste, sich aber bald einem Kreis von Terroristen angeschlossen hatte... Wir fühlen uns an unzählige Dokumentationen über 9/11 erinnert. An Berichte, über die Lebensläufe jener Selbstmordattentäter, welche, am 11. Sepemtber 2001, 4 verschiedene Flugzeuge (alle vom Typ Boeing) bestiegen hatten, mit den Zielen auf die Twin Towers, das Pentagon und das Weisse Haus. Müssen wir das wirklich nochmals, 13 Jahre später, in einem Thriller lesen?
Ich habe genügend an sogenannter "Dschihad"-Lektüre, wenn ich eine Zeitung aufschlage oder durch Facebook scrolle.

Des Weiteren spielt sich die Geschichte zu lange in irgendwelchen Büros ab. Ich will in das verdammte Flugzeug! Wieso sonst lese ich wohl dieses Buch? Ich will lesen wie der Security Check passiert wird, wie das Boarding beginnt, wie die Sicherheitsgurte geschlossen werden und wie der Point of no return passiert wird. Ich will erleben wie der Jumbo abhebt. Nichts.
Für Flugzeug-(katastrophen)-Fanatiker, wie ich einer bin, empfiehlt sich Palahniuk's Flug 2039 doch eher (Rezension folgt).

Der Ausgang ist absehbar. Recht bald erkennt man, wer seine Finger im Spiel und das ganze eingefädelt hat, so ist der Schluss gar nicht überraschend. Genau das erwartet man.

Abschliessend ist zu sagen, dass, wenn man vom Fliegen nur gerade so viel versteht, dass man in der Lage ist seinen Sitzplatz anhand der Bordkarte auszumachen und eventuell noch weiss, dass die Tanks in den Tragflächen mit Kerosin gefüllt sind, aber nicht mehr, sollte man es eventuell unterlassen einen Thriller zu ausgerechnet diesem Thema hinzuschmieren.
Auch wenn Sara Lotz' Buch Die Drei richtig schlecht ist, hat sie immerhin gründlich über Flugzeugkatastrophen recherchiert gehabt, sodass immerhin dies stimmig war. 

Sonntag, 14. Dezember 2014

Richard Laymon - Der Wald

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Richard Laymon

Titel: Der Wald

OT: Dark Mountain, 1987

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 978-3-453-43596-4

Deutsche Erstausgabe 2011

Seiten: 431

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel: In den finsteren Wäldern


Ein jeder Fan von SURVIVAL HORROR verliebt sich in den Text, der auf dem Rücken dieses Buches haftet, wie Kaugummi an einer Schuhsohle.
Zwei Familien aus L.A. machen einen gemeinsamen Campingausflug durch die Wälder Kaliforniens, wo das Grauen seinen Lauf nimmt und sie von Voodoo-Zauber bis nach nachhause verfolgt werden...

Wie so oft beim Horror fängt auch diese Geschichte ganz harmlos und gleich mit zwei happy Families an. Man trifft sich, unterhält sich und fährt weiter bis zum Ziel. Vom Ranger lässt man sich die beste Route zeigen und schon werden die Rucksäcke aufgesetzt und es wird losmarschiert.
Bereits nach wenigen Seiten erfahren wir, dass eine verwilderte Frau mit ihrem Sohn in den Wäldern lebt - fernab der Zivilisation, was der Frau mehr zu schaffen macht, als ihrem geisteskranken Sohn...

Eines nachts am Lagerfeuer werden Schauergeschichten erzählt. In der Einen geht es bspw. um Camper, die in den Wäldern verschollen sind...

Die Gruppe stösst auf zwei Mädchen, welche alleine unterwegs sind und die eine verrückte alte Frau gesehen haben wollen.
In der darauffolgenden Nacht wird das Camp überfallen. Die "Verrückte" ist es jedoch nicht, es ist ihr Sohn.
Eine Leiche ist zu verzeichnen, die dann aber spurlos verschwindet. Dafür taucht die Verrückte, auf einem Fels sitzend, auf und belegt die Camper mit einem Fluch. Einem Voodoo-Zauber.
Völlig verängstigt beschliessen die Familien die Heimreise anzutreten. Doch der eine Junge ist vehement dagegen, da er einen Bericht über Voodoo im Fernseher gesehen hatte und meint verflucht worden zu sein.
Diese Befürchtung wird, zurück in L.A., zur Tatsache. So werden die einen von einem eigentlich toten Hund nahezu zerfetzt, etc. Es geschehen weitere seltsame und fürchterliche Ereignisse, bis die Familien nicht mehr anders können, und an die Voodoo-Geschichte glauben. Sie beschliessen den Kampf aufzunehmen und fahren für einen blutigen Showdown ein letztes Mal in die Wildnis.

431 Survival Horror? Nein. Hätte man das Buch auf 231 Seiten gekürzt hätte man es verschlungen. Leider dauert es nahezu 130 Seiten bis es endlich ein bisschen in die Gänge kommt. Wie auch Der Geist kommt Der Wald nicht recht voran. Laymon schweift in endloses Blabla seiner Figuren ab, was auf Dauer mühselig wird. Auch nach der Hälfte des Buches haben wir noch immer keine Toten - die aus den Schauergeschichten am Lagerfeuer ausgenommen. 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Thomas Harris - Hannibal

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Thomas Harris

Titel: Hannibal, 1999

OT: Hannibal, 1999

Verlag: Hoffmann und Campe

Ausgabe 1999
ISBN: 978-3-455-02688-X

TB-Ausgabe im Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-43740-1

Deutsche Erstausgabe 1999

Seiten: 525

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

Ähnliche Titel: Das Schweigen der Lämmer


525 Seiten von denen nicht jeder Satz zwingend notwendig gewesen wäre, nicht jeder, aber dennoch die meisten. Heutzutage scheint es normal zu sein, dass ein Buch mehr als 300 Seiten haben muss, doch sind 150 Seiten davon meist reine Füller oder Fugen. Nicht bei Thomas Harris' Meisterwerk HANNIBAL.

Seit 1999 stand die gebundene Ausgabe ungelesen in meinem Regal. Am 25. November habe ich mit der Lektüre angefangen und sie innert kurzer Zeit beendet. Ich bin begeistert!

HANNIBAL ist nicht nur für Fans von Hannibal Lecter geeignet, ganz im Gegenteil. Harris hat das Buch mit zahlreichen gehaltvollen historischen Begebenheiten Italiens abgerundet. So erfährt man bspw. dass des Comendatore Pazzi's Vorfahre Francesco de Pazzi war, der wegen Verrats gehängt wurde. Wir erhalten Einblick in Dante Alighieri's Göttliche Komödie, von welcher Dr. Lecter rezitiert.
Für jeden, der einmal Gehirn kosten möchte, wird beschrieben, wie das frisch entnommene Stück Gehirn zubereitet werden muss, damit es nicht zerfliesst...

Anders als in der Verfilmung hat Mason Verger eine Schwester, Margot, die vor langer Zeit, als Dr. Hannibal Lecter noch als Psychiater tätig war, bei dem in Behandlung war. Margot kommt eine Schlüsselrolle zu Teil, welche das Buch noch spannender macht, als es ohnehin schon ist.
Mason wird nicht den Schweinen zum Frass vorgeworfen - allerdings stellt sich, angesichts jener Todesart, die Frage, ob die Schweine-Variante nicht humaner gewesen wäre...?

Beim Lesen des Schlusses, wurde mir klar, wieso Jodie Foster, im zweiten Teil nicht mehr mitspielen wolle - obschon das Ende des Filmes ganz anderer Art, als das des Buches ist.
Der romantisierte Schlussteil des Buches ist bei mir nicht gerade aus Begeisterung gestossen... Dennoch bekommt das Buch 5/5 Punkten. 

Walter Kirn - Blut will reden

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Walter Kirn

Titel: Blut will reden, 2014
Eine wahre Geschichte von Mord und Maskerade

OT: Blood will out, 2014

Verlag: C.H. Beck

ISBN: 978-3-406-66768-8

Deutsche Erstausgabe

Seiten: 282

Einband: Gebunden

Genre: biographischer Krimi



Walter Kirn beschreibt in diesem autobiographischen Roman den Krimi um den deutschen Hochstapler Christian Gerhartsreiter, der sich in den 70er und 80er Jahren als Hochstapler durch die USA mogelte. Unter Anderem hatte er sich als Clark Rockefeller ausgegeben und wurde schliesslich als Hauptverdächtiger in einem Mordfall vor Gericht gezerrt und verurteilt.

Das Buch beginnt mit Walter Kirn, der einen gelähmten Hund von Montana nach New York bringen soll. In New York angekommen trifft er erstmals auf den Abnehmer des Hundes und dies ist kein Geringerer als Clark Rockefeller. Für seine Mühe erhält er ganze 500 Dollar von dem vermeidlichen Rockefeller-Erben...
Dennoch entsteht zwischen Clark und Walter eine Freundschaft.

Wir erfahren etwas über die Zeitgeschichte, beschreibt Kirn Geschehnisse aus jenen Tagen. Wir erfahren auch, dass er mit den Kennedy's zu tun hatte und dass Margot Kidder (bekannt als Lois Lane aus Superman) eine recht verstörte Frau gewesen sein muss...
Kirn würzt diese eigentlich tragische Biographie mit der nötigen Prise Humor und Sarkasmus. 

Stephen King - Abgrund (Nightmares & Dreamscapes)

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Abgrund

OT: Nightmares & Dreamscapes, 1993

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe von 1993
ISBN: 978-3-453-08888-7
(Vergriffen)

Deutsche Erstausgabe: 1995

Seiten: 446

Einband: Taschenbuch




10 Kurzgeschichten, 1 Essay und 1 Gedicht


Drei der 12 Geschichten wurden für die TV-Serie "Nightmares & Dreamscapes" verfilmt und leicht abgeändert. Aber dazu später...

Regenzeit 

Eine wahrhaft schaurig schöne Geschichte, die einem fast das Blut in den Adern gefrieren lässt. 
John und Elise Graham bemühen sich nach Willow, wo sie auf Henry Eden und Laura Stanton. Die beiden in Willow ansässigen Leutchen erzählen den Grahams vom Regen, der Willow alle 7 Jahre heimsucht. Krötenregen. 
Die Grahams schlagen die Warnungen in den Wind und tun die beiden als verrückt ab, so wundert es nicht, dass sie in der Nacht von dem Geräusch berstender Fensterscheiben aus dem Schlaf gerissen werden. Im Wohnzimmer befinden sich die ersten schleimigen krötenähnlichen Wesen, mit messerscharfen Zähnen, die sich auf alles stürzen, was lebendig ist - so auch auf John's Zehen... 

Diese finstere Geschichte, mit grauenhaftem Ende, erinnerte mich teils an die Werke Edgar Allan Poe's. 

4/5

Mein hübsches Pony

Weder Horror noch Thriller... Mein hübsches Pony handelt von einem Grossvater, der seinem Enkel von der Vergänglichkeit berichtet. Der Vergänglichkeit des Lebens und der Zeit. 
Eindrücke und Gerüche aus Kindertagen werden eingefangen und so erinnert sich der Leser schmerzlich an die eigenen Kindertage zurück. An den besten Sommer. An den Geruch der Blumen, des Sees... 

Hier beweist Stephen King (mal wieder), dass man ihn nicht "nur" auf Horror "reduzieren" kann. Ein wahres Meisterwerk, welches zum Nachdenken anregt und den Leser fast zur Kleenex-Box greifen lässt. 

5/5

Entschuldigung, richtig verbunden

Ist ein Drehbuch, welches von Steven Spielberg für Amazing Stories abgelehnt worden ist. Er wollte Geschichten, die etwas optimistischer waren. Richard Rubinstein, der damals Friedhof der Kuscheltiere erfolgreich verfilmt hat, kaufte die Geschichte und ging zwei Wochen später in Produktion. 
Katie erhält einen Anruf von einer verzweifelt wimmernden Frauenstimme. In der Annahme, es handle sich um ihre Schwester, fährt sie mit ihrem Mann Bill zum Haus der Schwester, um vor Ort festzustellen, dass mit dieser alles in Ordnung ist. Katie ist vollkommen verwirrt, da sie der Überzeugung ist, der Anruf kam von jemandem aus ihrer Familie, war ihr die Stimme doch zu vertraut... 
5 Jahre später erfährt Katie, woher jener beklemmende Anruf kam, und was es mit dem Tod ihres Mannes auf sich hat... 

Obschon ich Drehbuchlesen als mühselig empfinde: 4/5

Die Zehn-Uhr-Leute

Aliens oder auch Fledermausmenschen sind unter uns. Während dem Lesen fühlt man sich an Reptiloiden erinnert, befinden sich jene Gestalten doch nur in Machtpositionen. 
Eine kleine Gruppe von Menschen, Raucher, sind in der Lage, hinter die Fassade jener Aliens zu sehen. Sie mobilisieren sich und wollen gegen den Feind in den Kampf ziehen. 
So wird Pearson zu einer Versammlung eingeladen, deren Verlauf recht absehbar ist. Der Schluss überzeugt auch nicht recht. Na ja. 

2/5

Crouch End

wurde für Nightmares & Dreamscapes verfilmt und ein wenig verändert. Während Lonnie und Doris Freeman in der Verfilmung ein junges kinderloses Ehepaar sind, haben sie in der Buchversion keine Kinder. 
Ein Taxi nach Crouch End zu bekommen, erweist sich als kein leichtes Unterfangen, lehnen die meisten Taxifahrer eine Fahrt an diesen hübschen Ort ab. Schliesslich findet sich einer, der die beiden nach Crouch End fährt. 
Die Gegend wirkt zunehmend bedrohlicher und heruntergekommen. Doris bemerkt bei einem Zeitungsstand ein schwarzes Brett mit der Aufschrift "60 Vermisste bei Underground-Horror", welches sie völlig aus der Bahn wirft. Vermisste. 
In Crouch End angekommen, verabschiedet sich der Taxifahrer. Lonnie hat die Adresse seines Bekannten, den es zu besuchen galt, verloren und telefoniert mit ihm. 
Die seltsamen Vorkommnisse nehmen ihren Lauf. So treffen sie auf zwei Kinder, der Junge hat anstelle einer Hand eine Klaue. Doris sieht eine Katze, deren eine Gesichtshälfte abgefressen ist. Erst sieht sie die Katze in einem verlassenen Restaurant, dann in einem verlassenen Shop. Überhaupt scheint die ganze Gegend verlassen und bedrohlich.
Schliesslich verschwindet Lonnie und auch Doris droht das selbe Schicksal... 

Eine Hommage an H. P. Lovecraft, passieren sie doch Schilder mit der Aufschrift "CTHULHU KRYON", "YOGSOGGOTH", "NRTESN NYARLAHOTEP". 
Der Schlusssatz ist schlichtweg genial und veranlasst den Leser dazu, den nächsten Urlaub nach Crouch End zu verlegen ^_^  

4/5

Das fünfte Viertel 

In der Verfilmung für Nightmares & Dreamscapes hat Jerry Tarkanian (Jeremy Sisto) eine Frau und einen Sohn, wieso auch immer...
Sein Kumpel wurde ermordet und er macht sich als Rächer auf, die anderen Stücke der Schatzkarte zu bekommen. Den einen Ganoven zu überwältigen ist ein Kinderspiel, allerdings verhält es sich nicht mit allen so. Spätestens als er in dieser Hütte im Wald ist, stösst er an seine Grenzen... 

Eine durchaus spannende Geschichte durchzogen von sarkastischen Sprüchen Jerry's, mit einem leider absolut grottenschlechten Schluss.

4/5

Das Haus in der Maple Street

Ein Haus, in dessen Wänden plötzlich eine metallene Masse wuchert und wuchert. Ein prügelnder jähzorniger Stiefvater, eine misshandelte Mutter und vier Kinder, die dem Gewächs auf den Grund gehen, einen Timer finden und langsam hinter das Geheimnis der Wucherung blicken und eine Möglichkeit sehen, den unliebsamen Stiefvater loszuwerden. 

Eine langatmige pseudo Sci-Fi-Erzählung... 

1/5

Der Fall des Doktors

Eine recht untypische King-Erzählung. Es handelt sich um einen Fall für Sherlock Holmes, von welchem ich erst gar nicht angetan war. Jedoch hat King eine durchaus spannende und intelligente Geschichte verfasst. Spätestens bei dem Geräusch der leeren Droschke, die über den Pflasterstein donnert, fühlt man sich ins damalige England versetzt... 

4/5

Umneys letzter Fall

In Nightmares & Dreamscapes wird Detective Umney von einem brillianten William H. Macy verkörpert. Umney ist Privatdetektiv und führt ein geregeltes Leben. Eines Tages verändert sich alles. Der blinde Zeitungsjunge erzählt, dass seine Mutter Geld gewonnen hat, dass sie wegziehen werden und dass er sein Augenlicht mittels Operation wohl wieder erlangen könne. Im Bürogebäude wird renoviert und der Liftboy geht in Rente. Umney kann mit Veränderung so gar nicht umgehen und so wird es noch viel schlimmer, als ein Mann, der sein Ebenbild ist, in seinem Büro auftaucht und Umney offenbart, dass er Schriftsteller sei und Umney lediglich eine Figur, die er erfunden hat... 

Umney's letzter Fall ist sowohl als Verfilmung, wie auch als Buch ein Muss. Ein gefühlvolles Drama über einen Mann, der sich mit Veränderung schwer tut und der plötzlich hilflos dabei zusehen muss, wie sein bisher geordnetes Leben aus den Fugen gerät. 

In der Verfilmung ist die Frau des Schriftsteller noch am Leben, nicht so im Buch. Nachdem dem Tod des Sohnes hat sie sich das Leben genommen... 

4/5

Kopf runter

Wer sich für Baseball interessiert, dürfte seine Freude an diesem Essay haben. Ich freue mich immer, wenn ich etwas persönlich von King zu lesen bekomme, hier muss ich allerdings sagen, dass dieses Essay in Flaschen abgefüllt ein prima Schlafmittel ergibt... 
Es ist ein langes Blabla über ein Baseball-Spiel seines Sohnes... 

1/5

August in Brooklyn

Ein Gedicht über zwei Seiten... na ja 

1/5

Der Bettler und der Diamant

Eine Fantasy-Erzählung über Gott, der dem Erzengel Uriel eine Lektion in Sachen Dankbarkeit erteilt. 

4/5


Sebastian Fitzek - Passagier 23

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Sebastian Fitzek

Titel: Passagier 23

OT: -

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-19919-0

Erschienen: 30. Oktober 2014

Seiten: 432

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

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Jemand sagte mal "Fitzek ist mir zu deutsch." Als ich versuchte den Augensammler zu lesen, wurde mir langsam aber sicher klar, was damit gemeint war. Ich legte das Buch weg.
Als ich von Fitzek's neuem Buch hörte, dessen Inhalt sich auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher abspielen soll, dachte ich mir, ich gebe "Deutschland's grösstem Thriller-Autoren" nochmals eine Chance.

In Stephen King's Atlantis (Rezension folgt) sagt Ted Brautigan, man solle einem Buch bzw. dem Autoren zwei Stunden seiner Zeit widmen. Vermag es nicht zu fesseln, soll man sich einem anderen zuwenden um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden.
Fitzek bekam eine Stunde meines kostbaren Lebens geschenkt. Eine Stunde, in der ich auf den ersten 31 Seiten bereits mit 9 Personen Bekanntschaft schliessen durfte. Daher kann ich bereits nach so wenig Seiten der Lektüre jenen Kritikern beipflichten, welche "zu viele Nebenfiguren" schreien.
Des Weiteren habe ich allein bis zur Seite 37 (und darüber hinaus) zahlreiche Sätze gelesen, die mir von Stephen King nur zu bekannt erschienen. Darf man hier von einem Edelfälscher sprechen? Es ist ja bekannt, dass Fitzek ein Fan Stephen King's ist, da verwundert es nicht, dass er beim König des Horrors abkupfert - das mach ich ja auch, im normalen Leben -_^

Es dauert seine Zeit bis man dann endlich das Kreuzfahrtschiff betreten kann, auf welchem es von mit Klischees bis zum bersten gefüllten Personen nur so wimmelt. Ein Krimi/Thriller-Fan, der nichts für E-Reader übrig hat und über 4 Seiten über gelesene Bücher nachdenkt (vielleicht auch noch mehr, den Rest des Buches habe ich ja nicht gelesen).

Sebastian Fitzek zeichnet sich weder durch eine besondere Sprache (diejenige, die er verwendet ist geradezu schauderhaft), noch durch gezielte Recherchen oder eine klare Linie aus. Er schweift immer wieder ab, kommt dann wieder zum Kernthema zurück einfach um dann erneut abzuschweifen.
Die Atmosphäre auf dem Schiff gleicht mehr derer eines Geisterschiffes, ist von den hunderten von Passagieren nichts zu lesen.
Offenbar hat er wohl in der ersten Auflage gar die Nachnamen seiner Figuren vertauscht, was dann aber gleich korrigiert wurde. Da merkt man doch, wie sehr Fitzek seinen Figuren Leben einhaucht. Ich hatte einmal einen Chef, der sich nicht die Mühe machte, die Namen seiner Angestellten/Sklaven/Untergebenen zu merken... Dies nur so nebenbei bemerkt.

Fazit: Fitzek's Passagier 23 sollte mit dem Fahrenheit-451-Preis ausgezeichnet werden.

Den einen Stern gibt es für die Idee, welche, aus der Feder eines Könners, einen Page Turner hervorgebracht hätte... schade