Sonntag, 21. September 2014

Keigo Higashino - Verdächtige Geliebte

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Keigo Higashino

Titel: Verdächtige Geliebte

OT: 贈議者Xの献身 (YogishaXnokenshin), 2005

Verlag: Piper

ISBN: 978-3-492-30355-2

Deutsche Erstausgabe: 2012

Seiten: 319

Einband: Taschenbuch

Genre: Krimi, Drama

Dazu passt: Higashino - Heilige Mörderin, Böse Absichten


Als ein Mensch, der keine Krimis liest, ja diese immerzu als "langweilig" abtat, scheint es einer Grosstat gleich, einen Krimi von Anfang bis Schluss durchgelesen zu haben.
Im Fall von Keigo Higashino's Verdächtige Geliebte fiel mir das allerdings nicht schwer:

Yasuko, die mit ihrer Tochter getrennt von ihrem Ex-Mann lebt, bekommt von diesem einen letzten Besuch abgestattet, den er nicht überleben wird. Kaum hat sie ihren Ex-Mann stranguliert, klingelt es an der Haustür. Ihr Nachbar, der Mathematiker Ishigami, steht vor der Tür und fragt, ob alles in Ordnung sei. Kaum ist er wieder in seine Wohnung zurückgekehrt, klingelt bei Yasuko das Telefon. Ishigami bietet ihr seine Hilfe an, um sich dem, in ihrer Wohnung befindlichen, Leichnam zu entledigen.
Ishigami kreiert das perfekte Alibi, welches die ermittelnden Polizisten stetig auf Holzwege und zahlreiche Rätsel führt. Ishigami's Plan wäre perfekt, gäbe es da nicht den Physiker, und ehemaligen Kommilitonen, Yukawa, der seinem Freund bei der Polizei schon in zahlreichen Fällen mit gutem Rat zur Seite stand und es auch bei diesem Fall wieder tun wird...

Dieser Krimi ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend! Man fiebert mit Ishigami und Yasuko mit und fragt sich stetig, wie Ishigami das perfekte Alibi kreieren konnte.
Des Rätsel's Lösung erfahren wir kurz vor Schluss des Buches von Yukawa.
Higashino versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Sprachlich japanisch, eine Geschichte, die genial durchdacht ist und lebendige Figuren, deren Geschichte einem nicht mehr loslässt.

Der Krimi bietet ein derart überraschendes Ende, dass er allein dafür fünf Sterne verdient hat!

Einer meiner Arbeitskollegen hat bei einer Rezension einmal gesagt, "Ich empfehle dieses Buch jemandem wie mir...". Diesem Zitat bediene ich mich nun, indem ich sage: Ich empfehle dieses Buch, jemandem wie mir, der eigentlich keine Krimis liest. ^_^



Montag, 15. September 2014

Kati Hiekkapelto - Kolibri


Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Hiekkapelto, Kati

Titel: Kolibri, 2014

OT: Kolibri, 2013

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-26936-1

Deutsche Erstausgabe 09/14

Seiten: 461

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller

Ähnliche Titel:


Anna beginnt ihren neuen Job als Polizistin und bekommt natürlich den recht patriotischen Esko als Partner zugeteilt. Anna, die in Ungarn geboren und als Kind nach Finnland gekommen war, ist Esko aufgrund ihrer Nationalität ein Dorn im Auge und hat nebst dem komplizierten Fall auch noch mit seinen rassistischen Äusserungen zu kämpfen.
Derweil werden Jogger mittels Schrotflinte im Mantel der Nacht von einem Irrsinnigen mittels Schrotflinte niedergestreckt...

Kati Hiekkapelto's Erstling ist, durch die Ermittlerin mit Migrationshintergrund, sehr zeitgemäss. In einigen Kapiteln wird Bezug zu Anna's Vergangenheit und dem beschwerlichen Leben als Migrantin in Finnland genommen, was meiner Meinung nach sehr interessant, aber nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Die Spannung flacht gegen Mitte des Buches etwas ab, fängt sich aber wieder.
Fazit: Ein gelungener Thriller aus Finnland, den ich gerne weiterempfehlen werde.

Freitag, 12. September 2014

An den Herrn CAPUS

Auslöser für diesen Eintrag ist der nachfolgende Post auf Facebook vom Autoren Alex Der Rächer Capus:


Sehr geehrter Herr Capus

Sie wohnen also seit bald 50 Jahren in dieser Buchhandlung in Olten. Erstens würde mich interessieren, ob Sie für dieses interessante Domizil Miete entrichten müssen? Denn ich spiele seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, in eine Buchhandlung zu ziehen und hätte gerne eine Auskunft über Mietpreise und Auflagen. (Bitte nehmen Sie doch diesbezüglich Kontakt mit mir auf - via Facebook, da Sie damit ja bestens vertraut sind. Vielen Dank)
Wie haben Sie den Umbau der Buchhandlung erlebt? Waren die Bauarbeiten nicht störend? 

Als Sie also Ihr bestelltes Buch abholen wollten, und die AUSZUBILDENDE Sie nach Ihrem Namen gefragt hat, galt da nicht Ihr erster Gedanke der "versteckten Kamera"? 
Sie haben dann realisiert, dass es diese Kamera nicht gibt. Haben Sie da nicht Alles nochmals revue passieren lassen, auf der verzweifelten Suche nach der Titelmelodie von TWILIGHT ZONE und der Ansage Rod Sterlings? Schliesslich müssen Sie sich gedacht haben, dass Sie sich nun in einer schlechten Episode eben dieser Fernsehserie befinden können, denn sonst erkennt man Sie ja auch immer und überall, ähnlich wie Obama, Bush, Schwarzenegger, Clinton, Homer Simpson... 

Lieber Herr Capus, als ich Ihren Post, den Sie unmittelbar nach der Tatzeit via Facebook verbreitet haben, gelesen habe, dachte ich erst an Carl Weathers in der Rolle des Apollo Creed im ersten Rocky Film, den Sie bestimmt auch schon einmal gesehen haben. Nach dem Apollo gegen Rocky verloren hat, erhält er eine Art Fanpost, in der da steht: "Sie sind eine Flasche! Hängen Sie sich auf!"
Nun, wer mich kennt, weiss, dass ich zu solchen Gedanken gar nicht in der Lage bin. Haben Sie ein Schwein! ^_^
Bei mir werden Sie, neben den von Ihnen geschriebenen Büchern, eine Reclam-Ausgabe von Bradbury's FAHRENHEIT 451 vorfinden. Hat nicht erst kürzlich Jemand, Ihre Bücher verbrannt, weil Sie wieder Ihren geistigen Dünnschiss, in Ihrer Kolumne, aus den fauligen Gedärmen pressen mussten?

So überlegte ich mir, wie verbittert ein Mensch doch sein muss, um eine Auszubildende auf Facebook so blosszustellen. Jedenfalls sind Sie jetzt (wieder) in aller Munde. Freuen Sie sich darüber. 

Als ich Ihr Facebook-Profil besucht habe, waren unter Ihrem Post über Ihre Lernfelder bereits 335 Kommentare. Bei manchen musste ich mich fragen, ob Ihr Schliessmuskel noch nicht zerrissen ist, da einige Menschen da rein kriechen wollten - oder gar gekrochen sind. 
Der N.U. vertritt eine nette Meinung. "Bei der Buchhändlerin ist es etwas, das zu Beruf gehört!", schreit er. Während meiner Ausbildung gehörte es noch nicht dazu, Fotos von irgendwelchen Cervelat-Promis und deren Namen einzustudieren. Es wäre auch ein bisschen schwierig, angesichts der enormen Zahl all derer, die sich heutzutage "Autor" schimpfen. Nicht? 
So auch Ihr Kollege Lappert. Sollte der sich mal zu uns trauen, werde ich Ihn ganz bewusst nach dem Namen fragen und ihn diesen eventuell sogar buchstabieren lassen. Bei Ihnen käme mir wohl gar über die Lippen, dass Sie sich doch bitte an eine VERKÄUFERIN wenden mögen, da unsere Berufsbezeichnung nunmal BUCHHÄNDLER ist. Finden Sie sich damit ab. 

Man hat Ihnen doch bereits vorgeschlagen, nach Frankreich abzuhauen, wenn es Ihnen hier nicht passt. Zumindest wurde mir das von Lesern Ihrer Kolumne berichtet. 
Wenn Sie so weiter machen, dürfen Sie sich bestimmt bald ins Exil dorthin verfügen. 

Die Erwähnung von Amazon war allerdings ein Geniestreich! Das muss man Ihnen lassen! Sie wissen genau wann und wo der Dolch anzusetzen ist. I'm impressed! 
Die Auszubildende ist sicher froh darüber, wenn Sie künftig Amazon aufsuchen werden bzw. würden. Finden Sie nicht auch, dass Sie morgen in den Laden gehen und sich bei dem Mädchen entschuldigen sollten? 











Dienstag, 9. September 2014

Stephen King - Joyland

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Joyland

OT: Joyland, 2013

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26872-2

Deutsche Erstausgabe: 2013

Seiten: 351

Einband: Gebunden

Genre: Lebensereignis, Drama

Ähnliche Titel: REVIVAL


Joyland stand seit Erscheinungsdatum eingeschweisst und unbeachtet im Regal. Bis heute.
Es wurden zahlreiche negative Kritiken geäussert, ja teilweise erinnert es geradezu an eine Hexenjagd... Mir stellt sich die Frage nach dem Grund...

Meiner Meinung nach, hat jeder, der den Titel als schlecht bewertet hat, einfach nichts verstanden. Punkt.

Stephen King hat einen wunderbaren Roman verfasst, bei dem man aufgrund von Devin's Sprüchen und dem Wesen der Schausteller viel zu lachen hat. Wir haben am Rande einen Krimi laufen, der aufgelöst wird und sehen uns mit zahlreichen Schicksalen konfrontiert und sehen dem Park beim altern zu...
Auf Seite 349 zeigt sich uns die verzerrte Fratze des Schicksals. Der Wandel der Zeit. Worüber ich lange nachdenken musste.
Nach der letzten Seite habe ich das Buch zugeklappt, doch etwas blieb. Der bittere Nachgeschmack von Wahrheit und Realität. JOYland hat mich in einer depressiven Stimmung zurückgelassen...
(Der Titel ist absichtlich so gewählt, da bei King ja nichts ein gutes Ende nimmt...)

Der mittlerweile 63-jährige Devin erzählt uns von einem Jahr aus seinem Leben, auch bekannt als sein bester Sommer. Damals war er Student und wollte für drei Monate auf dem Rummel arbeiten, um ein bisschen Geld zu verdienen. Schliesslich wird er recht übel von seiner Freundin verlassen, die der Leser nicht wirklich mögen kann, und beschliesst nach einer Festanstellung zu fragen, die er auch bekommt.
Er erfährt, dass in der Geisterbahn der Geist einer ermordeten Frau spuken soll, der die Kehle durchgeschnitten und deren Mörder nie gefasst wurde.
Devin und seine Freunde stellen Nachforschungen an und entdecken Sachen, welche der Polizei nicht aufgefallen waren... damals.
Eines Tages trifft er am Strand auf den kleinen Mike, der im Rollstuhl sitzt und dessen Mutter Annie, die Devin erst nicht leiden kann. Aber wie das oft so ist, entwickelt sich zwischen den Beiden eine Liebesgeschichte...
Wir erfahren von Annie's Vergangenheit und der verstummten Beziehung zu ihrem Vater. Wir haben Einblick ins Schausteller-Gewerbe und treffen sogar auf Reverend Caine aus Poltergeist, den King als Besitzer des Joyland vorstellt. Na ja, zumindest hat mich dessen Beschreibung and Caine erinnert -_^

Der Showdown findet während eines wütenden Hurricanes auf dem Gelände des Joyland statt. Die Stimmung ist atemberaubend und so temporeich, wie die tobenden Windböen!

Stephen King - Creepshow Comic

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Zeichner: Berni Wrightson

Titel: Creepshow

OT: Creepshow, 1982

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-404-71202-1

Deutsche Erstausgabe: 1989

Einband: Comic - Kartoniert

Genre: Horror





Obschon ich zu der Gattung Mensch gehöre, die kein Interesse an Comics hat und noch nie gehabt hat, gehört eine Erstauflage von Stephen King's Creepshow einfach in die Sammlung.

Nach jahrelanger und fast schon zermürbender Suche, habe ich diese Ausgabe gefunden, bestellt und heute erhalten - und bereits gelesen.
Es handelt sich um die deutsche Erstausgabe von 1989, welche aussieht, als wäre sie erst gedruckt worden. Einzig die Preise in Schilling und DM lassen ihr Alter erahnen. -_^

Die Zeichnungen stammen von Berni Wrightson, dessen Name mir überhaupt nichts sagt. Jedenfalls hat er ganze Arbeit geleistet. Der Comic basiert auf der Verfilmung von George A. Romero, weshalb man sich gleich wie im Film fühlt.
Wie so Manches vom König des Horror, lädt auch dieser Comic zum Schmunzeln ein.

Um ehrlich zu sein, man kann auch überleben, ohne ein solches Exemplar sein Eigen zu nennen, aber wenn man schon von einer vollständigen King-Sammlung (streng limitierte Sonderausgaben etc ausgenommen) gehört dieses Schmuckstück einfach dazu.
Ein weiterer Gegenstand, der sein Dasein nun im Regal fristen, Staub ansetzen und mich höchstwahrscheinlich überleben wird... Ganz schön tragisch, nicht?

Sonntag, 7. September 2014

Stephen King - Mr. Mercedes

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Mr. Mercedes

OT: Mr. Mercedes, 2014

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26941-5

Deutsche Erstausgabe: 2014

Seiten: 591

Einband: Gebunden

Genre: Krimi

Fortsetzung: Finderlohn



Wer glaubt, mit Mr. Mercedes einen Horrortitel in den Händen zu halten, irrt sich. Ich schliesse mich der Meinung Vieler an, und sage, dass das Cover schlecht gewählt ist, lässt es doch Horror vermuten. Bei Mr. Mercedes handelt es sich um einen gut durchdachten Krimi, der teilweise so sarkastisch, bitterböse und herrlich dumm ist, dass einem die Tränen in die Augen steigen und man laut lachen muss.
Wir konnten bspw. unseren Wortschatz erweitern, in dem wir gelernt haben, dass ein Sitzkissen auch ARSCHPARKPLATZ heissen kann -_^

Zum Buch
Wir befinden uns in einer Schlange aus Arbeitslosen, und stehen beim Jobcenter an, um eventuell einen neuen Job - wenn auch nur als Hilfsarbeiter - zu bekommen. Unter uns befindet sich eine Frau mit Baby, die in wenigen Minuten samt Kind sterben wird - überfahren von Brady, der mit dem geklauten Mercedes ein Massaker anrichtet und 8 Menschen ins Jenseits befördert. Wo so manch anderer Autor (Jack Ketchum ausgenommen) diesen kleinen und sabbernden Menschen verschont hätte, lässt King das Baby überfahren. ^_^

Bill Hodges - Detective i.R. erhält einen Brief vom sogenannten Mercedes Killer, in dem er quasi dazu provoziert wird, sich von seinem tristen dasein zu lösen. Hodges hat sich Übergewicht angefressen - oder "angebaut" wie es ihm Buch ausgedrückt wird und verbringt seinen Alltag essend und schlafend vor der Glotze - was ja in Ordnung wäre, wenn man ihn als Schlachtvieh halten würde...
Mit der Hilfe vom Nachbarsjungen Jerome macht er sich auf die Suche nach der wahren Identität des Mercedes Killers. Während der Leser von Anfang an weiss, dass es sich um den netten Eismann handelt, tappt Hodges eine lange, lange, sehr lange Zeit im Dunkeln.

King gewährt uns Einblick ins Brady's Psychose, welche, ähnlich wie bei Annie Wilkes in "Sie", immer tiefer in den Abgrund rutscht und lässt uns an seinen Tagträumen und Fantasien teilhaben.
Dass Brady nicht alle Tasse im Schrank hat, ja dessen Schrank völlig ausgeräumt und bereits zu Staub zerfallen ist, zeigt sich bspw. darin, dass er sich übers ganz Buch hindurch immer mal wieder über Jeromes Familie aufregt. Es handelt sich um Afroamerikaner, die allesamt "weisse" Namen haben - "bis auf den Hund, der hat einen Niggernamen: Odell". Brady ist fassungslos darüber und steigert sich völlig hinein, nahezu jedes Mal, wenn er Jerome oder dessen Schwester oder den Hund sieht.

Obschon ich persönlich keine Krimis mag, habe ich dieses Buch in einem Tag verschlungen! Es lag wohl an King's unverkennbaren Stil, an seinen lebendigen Charakteren, mit denen man gleich zu Beginn mitfiebert und sich in sie hineinversetzen kann und nicht zu letzt an der dazugehörigen Prise Sarkasmus.

Lesen die Layouter, die fürs Buchcover verantwortlich sind, die Bücher eigentlich? Wissen sie um deren Inhalt Bescheid? Ich glaube kaum. Denn anders lässt sich die Verfehlung beim Cover nicht erklären. Als handelte es sich um eine seichte Horrorlektüre...

DER KÖNIG DES HORRORS = STEPHEN KING

Gestern, genauso wie heute, genauso wie morgen...

Dies möchte ich an dieser Stelle erwähnt haben, da ich vermehrt zu hören/lesen bekomme, King hätte ausgedient. So las ich bspw. heute Vormittag auf Facebook (welcher Dämon der Hölle hat dich nur in seinem Zorn erschaffen...), dass Jemand die Unverfrorenheit besessen hatte, folgendes zu schreiben: "Stephen King ist längst nicht mehr der König des Horror - da gibt es Bessere."
Dann musste ich mir gestern anhören, dass King-Fans ihn nicht mehr lesen, weil er nicht mehr gut ist.  Und das kam von Jemandem, der in all den Tagen, die sein mit Fleisch überzogenes Gerippe auf Erden wandelt, noch nie ein Buch vom König gelesen hat. Banausen.
Da tat sich doch der finstere Himmel auf, als ein Mensch (mit beachtlich grosser Ahnung von Literatur), von dem ich es nie gedacht hätte, Lichtstrahlen ins Dunkel schickte, in dem sie meinte, King könne eben schon gut schreiben.
Stephen King war es, der das Zeitalter des Horrorgenre eingeläutet hat. Natürlich gab es vor seiner Zeit bereits Schriftsteller, die sich diesem Bereich widmeten - an der Stelle machen wir eine kurze Pause um dem verehrten H.P. Lovecraft zu huldigen -, doch vermochten diese nicht zu tun, was King geschafft hat... Wer gerne mehr über den König des Horror erfahren möchte, solle sich doch bitte dessen Websites oder Biografien widmen.
Abschliessend sei erwähnt, dass ihm der Titel KING OF HORROR niemals aberkannt werden kann - selbst dann nicht, wenn er sich entscheiden sollte, Romane à la Rosamunde Pilcher zu schreiben, denn was er geschaffen hat, bleibt bestehen. Punkt.




Stephen King - Sprengstoff

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Titel: Sprengstoff

OT: Roadwork, 1981

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe von 1987
ISBN: 978-3-453-02375-8
neue Ausgabe
ISBN: 978-3-453-43690-9

Deutsche Erstausgabe: 1987

Seiten: 343

Einband: Kartoniert

Genre: Krimi



Irgendwie bin ich mit diesem Buch einfach nicht warm geworden. Die Figuren liessen mich kalt und die Story erschien mir teilweise recht schleierhaft.

Die zwei Sterne gibt es für die wunderbaren Aufeinandertreffen zwischen Bart Dawes und Magliore. Ebenso für die Geschichte, die Magliore Dawes erzählt, über einen braven Hund, der den ganzen Sommer in der Sonne steht, irgendwann nicht mehr wedelt, dann die Augen verdreht, bis er eines Tages zu knurren beginnt und wenige Tage später ein Kind anfällt. Wunderbar herrlich in alter King-Manier geschrieben ^_^

Barton Dawes arbeitet als Geschäftsführer in der BLUE RIBBON Wäscherei, welche wir aus THE MANGLER kennen und so habe ich mich darüber gefreut, ein altbekanntes "Gesicht" wieder zu sehen.
Dawes verfällt mehr und mehr dem Wahnsinn und wird von Albträumen heimgesucht - nach der Hundegeschichte, träumt er des öfteren von diesem Hund...
Er kündigt seinen Job, da die Wäscherei seiner Meinung nach ohnehin keine Zukunft mehr hat, aufgrund des Baus einer Autobahn abgerissen werden soll - sowie sein Haus, welches dem Bau der Autobahn ebenfalls im Wege steht.
Dawes kündigt also seinen Job, nachdem tragischen Unfalltod eines langjährigen Mitarbeiters, der auf den Namen Johnny Walker hört *hust*. Wieso er genau zu dem Zeitpunkt kündigt versteht er selber nicht so ganz.
Jedenfalls hat er sich bereits Waffen besorgt und rechnet fest damit, dass Magliore ihm den nötigen SPRENGSTOFF besorgen wird, den er braucht um die Autobahn in die Luft zu jagen...

Das Buch hat mich vor Jahren schon nicht gepackt gehabt und heute, rund 12 Jahre später, ist es nicht anders. Immerhin habe ich es heute fertig gelesen -_^

Freitag, 5. September 2014

Stephen King - Menschenjagd

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Titel: Menschenjagd

OT: Running Man, 1982

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe 1986
ISBN: 978-3-453-02291-1
aktuelle Ausgabe
ISBN: 978-3-453-43580-3

Deutsche Erstausgabe: 1986

Seiten: 253

Einband: Kartoniert

Genre: Sci-Fi



Ähnliche Titel: Soylent Green, 1984


Die Regeln sind einfach: Der Spieler erhält vor Beginn des Spiels Geld und einen 12-stündigen Vorsprung. Schliesslich wird er von Kameras verfolgt und von einer Truppe bereitwilliger Jäger gejagt und bestenfalls getötet.

Bestimmt hat jeder Mensch meiner Generation die Verfilmung, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, schon einmal gesehen. Wer dazu noch das Buch gelesen hat, wird sich, wie ich, fragen, wie man von diesem Buch auf eben diesen Film kommen konnte. Die Gemeinsamkeiten sind, wie so oft, rar. Die Hauptfigur trägt den Namen Ben Richards, die Sendung heisst Running Man resp. Menschenjagd und der TV-Gott heisst Killian.

Mir gefällt der Film trotzdem nach wie vor. Nostalgie und Charme der 80er Jahre, mit einem witzigen Arnold Schwarzenegger. -_^

Das Buch ist, wie so viele Sci-Fi-Bücher, ein Blick in eine mögliche Zukunft. Das Jahr 2025. Die Weltwirtschaft ist zusammengebrochen. Nahrung ist Mangelware. Wir sehen uns an Soylent Green erinnert. Die einstige Demokratie existiert nicht mehr.
Der Besitz eines Free-Vee-Fernsehers ist Gesetzt, ähnlich wie damals jeder Haushalt Mein Kampf als Standardwerk im Bücherregal stehen haben musste. 24h lang wird Reality TV gezeigt, diverse Shows, in denen Menschen sich für Geld foltern lassen.
Ben Richards, im Buch ein Familienvater, der Geld benötigt, um Medizin für sein krankes Kind kaufen zu können, lebt in den Slums von Co-Op-City. Die Luftverpestung ist so stark, wie noch nie. Die häufigste Todesursache ist "Asthma" bzw. Lungenkrebs.
Das Fernsehen soll die Bürger vom Nachdenken abhalten. Während sich die Reichen Nasenluftfilter leisten können, sterben in den Slums sogar Babies and Lungenkrebs.

Ben Richards bewirbt sich beim Sender und wird prompt für die beliebteste und grösste Sendung ausgewählt: Menschenjagd.ng. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Jagd auf ihn eröffnet. Für jeden Tag, den er durchhält, bekommt seine Frau einen Geldbetrag ausbezahlt, für jeden Polizisten, Jäger etc, den er umbringt, erhält sie ebenfalls Geld.

Die im Film genannten Jäger, Dynamo, Sub-Zero, Buzz-Saw existieren im Buch nicht. Auch der recht amüsante Captain Freedom ist nicht vorhanden. Jäger sind gewöhnliche Menschen, die Geld für Hinweise über Richards Aufenthaltsort erhalten. Für seinen Tod gibt es ebenfalls Geld.

Die Figur Ben Richards ist an Sarkasmus nicht zu überbieten. Was habe ich über dessen total bescheuerte Sprüche lachen müssen.

Die 253 Seiten sind durchweg spannend und der Schluss ist eine Meisterleistung!

King hat den Roman innerhalb von 72 Stunden geschrieben, wofür er die 5/5 Punkten redlich verdient hat.
Inspiriert wurde er möglicherweise von Sheckleys Kurzgeschichte "The prize of Peril", welche als "Das Millionenspiel" verfilmt wurde. Bei uns wurde der Film vom WDR ausgestrahlt. Der Sender erhielt daraufhin Anfragen von Zuschauern, die sich als Jäger und sowohl auch als Gejagte bewerben wollten, da sie die Sendung für real hielten. Erinnert uns das nicht ein klein wenig, an das Hörspiel von Orson Wells? -_^

King selbst, findet die Verfilmung "ganz nett", aber "sein Film" ist es nicht.
Dies könnte daran liegen, dass einmal mehr ein liebender Familienvater, zu einem gefühlskalten Schlächter gemacht wurde - wie etwa in Kubrick's Shining.

Montag, 1. September 2014

Thomas Montasser - Ein ganz besonderes Jahr

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Montasser, Thomas

Titel: Ein ganz besonderes Jahr

OT: -

Verlag: Thiele

ISBN: 978-3-85179-305-5

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 188

Einband: Gebunden

Genre: Buchhändlerroman

Ähnliche Titel: -


Ein kleines unscheinbares Buch mit einem grässlichen Cover, das so gar nicht zum Inhalt passt, und so einmal mehr die Frage nach den Gedanken der Damen und Herren Umgschlagsgestaltung aufkommt... Da noch immer zu viele Menschen zu grossen Wert auf das Buchcover legen, wird dieser kleine Goldschatz ignoriert...

Valerie, die eigentlich grosse Karrierepläne hat, übernimmt den kleinen Buchladen ihrer Tante, die spurlos verschwunden ist, war es doch deren Wunsch, dass Valerie sich um alles kümmern möge. Dies tut sie erst etwas missmutig, bis sie schliesslich ihre Liebe zur Literatur wieder entdeckt.
Es werden Klassiker und auch weniger bekannte Bücher erwähnt. Man erfährt die Geschichte eines Gastarbeiters aus Persien, die uns an die Schönheit seiner Heimat erinnert.
Die Parallelen zu "Email für Dich" lassen sich nicht vermeiden, aber das hat durchaus nichts Negatives an sich. Man sieht Valerie als Meg Ryan vor sich in der kleinen Buchhandlung stehen...
Der Schluss ist nicht absehbar und überrascht den Leser durchaus.

Thomas Montasser überzeugt uns nicht nur mit seiner durchdachten Geschichte, sondern auch mit seiner wunderbaren sprachlichen Vielfalt.

Im Epilog spricht er kurz das Schicksal der kleinen Buchhandlungen an...

Diese 188 Seiten sind perfekt für einen Sonntagnachmittag. Die Geschichte, die Stimmung, die Sprache sind gehen Hand in Hand. Obschon es sich um einen "Buchhändlerroman" handelt, ist er durchaus auch für Nicht-Buchhändler unbedingt lesenswert.