Freitag, 29. August 2014

Jack Ketchum - Wahnsinn

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Ketchum, Jack

Titel: Wahnsinn

OT: Stranglehold, 1995

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-67552-0

Deutsche Erstausgabe 12709

Seiten: 352

Einband: Kartoniert

Genre: Horror

Ähnliche Titel: The Lost



Eigentlich sollte ich mich ja in rund 41 Bücher reinlesen, meines Berufs wegen, aber die Bücher von Ketchum sind so genial, dass ich meine Prioritäten etwas anders setzen "muss".
Nach EVIL, The Lost, Beuterausch und Blutrot haben wir mit "Wahnsinn" einen weiteren 5-Sterne-Schmöker!

Den Einstieg macht Ketchum mit einem Prolog der von Ostern 1953 erzählt, wo eine verzweifelte Mutter mit dem Gedanken spielt ihr schreiendes Baby im Klo zu ersäufen, es schliesslich auch kopfüber in die Schüssel taucht...

Weiter geht es mit Liddy's Kindheit, die einiges hübscher hätte sein können. Wir begleiten Liddy aufs College und zu ihrer Hochzeit mit einem Arschloch, von dem sie sich dann trennt, um später Arthur kennen zu lernen, zu heiraten und einen Sohn mit ihm zu zeugen. Arthur ist ganz der Psychopath und erinnert an so manchen Stellen an Ted Bundy, der möglicherweise als Vorbild für diese Figur galt. Hin und wieder fühlt man sich an "The Lost" erinnert, könnte Arthur doch gleich Ray's Bruder sein -_^

Arthur entwickelt sich vom schmalzigen Charmeur zum brutalen Schläger, was Liddy hinnimmt, bis sie - nach einer halben Ewigkeit - kapiert, dass Arthur nicht nur ihr, sondern auch dem Sohn Robert, Gewalt antut...
Für die Polizei ist es nicht verwunderlich, dass Arthur seine Frau misshandelt hat, als diese ihn anzeigt, war er schon als Kind stetig ins Visier der Polizei geraten, die ihm allerdings nie etwas nachweisen konnten. Wir Leser erfahren von einigen Leichen, die auf Arthur's Konto gehen - die Polizei erfährt das jedoch nicht, was das Buch um so spannender macht.

Es kommt wie es kommen muss: Der Showdown spielt sich im Haus von Arthur's Eltern ab, die ihn immer schon gedeckt hatten.
Nach dem Blutbad ist man erst etwas enttäuscht über das Ende, da es kein Schluss à la Ketchum ist. Man blättert um und da steigt auch gleich Freude auf, es gibt einen Epilog!
Man erfährt, wie es mit dem kleinen Robert weitergeht und kann dessen Geschichte gar nicht schnell genug lesen.
So viel sei verraten: Mit dem Ende hat Ketchum sich selbst übertroffen!