Sonntag, 31. August 2014

Alfred Bodenheimer - Kains Opfer

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Bodenheimer, Alfred

Titel: Kains Opfer

OT: -

Verlag: Nagel & Kimche

ISBN: 978-3-312-00628-1

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 220

Einband: Gebunden

Genre: Krimi, CH-Krimi

Ähnliche Titel:


Ja... Ein Schweizer Krimi, spielend im Zürcher Judenviertel. In die Ermittlung verwickelt wird Rabbi Klein, da er der Polizei E-Mails und weitere Schriftstücke des Opfers aus dem Hebräischen übersetzen muss.
Dass Bodenheimer Professor für Jüdische Literatur ist und damals Talmud-Studien in Israel und den USA betrieb, ist ganz klar herauszulesen.
Ähnlich wie Linda Castillo etwa die Amish beschreibt, gewährt Bodenheimer Einblick in die jüdische Kultur.
Er verzichtet jedoch auf den Beschrieb Zürichs. Ein paar wenige Male wird kurz etwas beschrieben und das wars. Als Rabbiner Klein nach Israel reist, um Recherchen über den Mord anzustellen, wartet man ebenfalls vergebens auf einen Beschrieb über Israel. Schade.

Die Geschichte gestaltet sich spannend und kommt mit einer unvorhersehbaren Auflösung des Mordes daher.

Alles in Allem ein netter Zeitvertreib, den man aber nicht unbedingt gelesen haben muss. 

Richard Laymon - Der Geist

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Laymon, Richard

Titel: Der Geist

OT: Darkness, tell us, 1991

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-67649-7

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 496

Einband: Kartoniert

Genre: Horror, Thriller, Psycho

"Wenn man mit einem Ouija-Brett rumspielt, wird immer jemand verletzt."


Möglicherweise liegt es daran, dass NACHT dermassen genial ist, dass die anderen Bücher daneben verblassen, möglicherweise ja, möglicherweise nein.

Zwei Tage bevor DER GEIST bei uns in der Buchhandlung lag, schaute ich den Film Witchboard aus 1986 und dachte, was für ein grossartiger Zufall, dass ich nun ein Buch zu diesem Thema von Laymon hier liegen habe. Tja, Vorfreude ist die schönste Freude, nicht? In diesem Fall ja.

Ein paar Teens versammeln sich, stossen zufällig auf ein altes Witchboard und probieren es, aller Warnung zum Trotz, aus. Sie nehmen Kontakt zum Geist BUTLER auf, der ihnen Reichtum verspricht, welchen sie in Form eines Schatzes in der Wildnis finden würden.
Die Teens machen sich auf in die Wildnis und den damit verbundenen survial Horror. Das versprochene Grauen zeigt sich erstmals in Gestalt eines kupferglänzenden Bodybuilders mit Machete...

Trotz der grossartigen Kulisse, will die Story nicht richtig in die Gänge kommen. Man kämpft sich durch die Seiten und wartet, meist vergebens, auf die Spannung, welche erst im letzten Drittel des Buches ein paar Mal aufkommt.
Laymon verwendet zu viele Dialoge, was auf Dauer recht nervig wird, da sich um belangloses Teenie-Geschwafel handelt.
Hätte er die Geschichte um ca. 200 Seiten gekürzt, wäre meine Wertung wohl besser ausgefallen. Handelte es sich um ein Buch eines anderen Autoren, hätte ich nicht so viel Zeit damit verschwendet, alle 496 Seiten zu lesen, ich hätte es bereits nach den ersten 80 weggelegt. Aber da ich weiss, wozu Laymon fähig ist, hoffte ich stetig darauf, dass noch etwas passieren wird. Leider wollte mich auch der Showdown nicht so recht packen.

Die zwei Sterne gab es für die spannenden Passagen und die Auflösung um den Geist Butler, mit der man nie gerechnet hätte. 

Freitag, 29. August 2014

Sarah Lotz - Die Drei

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Lotz, Sarah

Titel: Die Drei, 2014

OT: The Three, 2014

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-31371-6

Deutsche Erstausgabe 08/2014

Seiten: 510

Klappenbroschur

Genre: Thriller, Sci-Fi

Ähnliche Titel:



Vier Flugzeugkatastrophen in vier verschiedenen Ländern, drei Kinder überleben...
Wie Grossmeister Hitchcock in Psycho, lässt Lotz ihre Hauptfigur sterben - allerdings schon im ersten Kapitel. Pamela May Donald ist auf dem Weg nach Tokyo, um ihre Tochter zu besuchen. Da die Autorin wohl nicht in der Lage war, das Geschehen in Innern eines Flugzeugs während eines Absturzes zu beschreiben, beschreibt sie alternativ dazu einen Traum, den Pam zwischen den Turbulenzen und dem Aufprall hat - > *gähn*
Pam liegt auf dem Boden und tippt mit letzter Kraft noch eine SMS - als ob dies das Wichtigste überhaupt wäre:
"SIE SIND HIER. DER JUNGE, SIEH DIR DEN JUNGEN AN, SIEH DIR DIE TOTEN AN, O GOTT, ES SIND SO VIELE ... SIE KOMMEN JETZT, MICH ZU HOLEN. WIR ALLE MÜSSEN JETZT GEHEN. WIR ALLE. PASTOR LEN, SIE MÜSSEN SIE WARNEN, DIESER JUNGE, DIESER JUNGE ... MA DARF IHM NICHT ..."
- LETZTE WORTE VON PAMELA MAY DONALD (1961-2012)

Lotz greift auf Flugzeugkatastrophen zurück, die sich tatsächlich ereignet hatten. Wir finden bspw. Parallelen zum Absturz von ValuJet 592, die 1996 in den Everglades abgestürzt ist. 110 Tote. Keine Überlebenden. Die Toten wurden teilweise von Alligatoren gefressen... Auch der Crash von Swissar 111 nahe Halifax bleibt nicht unerwähnt...
Die ethische Frage die sich hier stellt ist die, in wie weit es in Ordnung ist, sich mit dem Tod von ein paar 100 Seelen zu bereichern...?

Das Buch ist voll von Interviews, Zeitungsartikeln, weiteren Interviews, Erfahrungsberichten von Menschen, die jeweils eines der Drei adoptiert hatten und Chatnachrichten zwischen Chiyoko, einer japanischen Prinzessin und dem Hikikomori Ryu. Ehrlich gesagt, ist der Chat das einzig Spannende.
Das ganze Buch ist recht ermüdend und will einfach nicht in die Gänge kommen. Schliesslich habe ich nur noch den Chat gelesen und hinterher die Geschichte um Ryu und Chiyoko, auf deren Fersen eine Journalistin ist, die das Geheimnis um die Drei lüften will.
Der Schluss ist weder gut, noch überraschend. Gerade so viel hat man erwartet.

Es scheint, als hätte sich Lotz nicht entscheiden können, über was genau sie nun schreiben möchte oder wo genau ihre Geschichte spielen soll. So springt sie von den USA nach Afrika und von dort wieder nach Japan. Sie schreibt von fundamentalistischen Christen, die meinen, die Drei wären 3/4 Reitern der Apokalypse und müssen getötet werden. Es geht um weitere Sekten, um die US Army mit Stützpunkt in Japan, von denen einer auch zum Geschehen beitragen wird. Wir haben auch noch einen japanischen Erfinder, der Cynobots baut, welche ebenfalls eine zentrale Rolle spielen sollen.
Sie schreibt über den berüchtigten "Selbstmordwald" Aokigahara am Fusse des Fuji, um ihre plumpe Geschichte wieder mit dem Tod und der Verzweiflung vieler Menschen aufzumotzen.
Es gibt zu viele Figuren, von denen die einen interessanter sind und andere einfach unnötig. Dieses herumspringen zwischen den Orten, Zeitungsberichten, Interviews etc ist mehr verwirrend, als spannend oder interessant.

Kurz gesagt, wirkt das Buch mühsam zusammengeschustert.

Die 2/5 Sternen gibt es für die interessante Geschichte um Chiyoko und Ryu und die gute Recherche in Sachen Aviatik und Flugzeugkatastrophen.

Jack Ketchum - Wahnsinn

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Ketchum, Jack

Titel: Wahnsinn

OT: Stranglehold, 1995

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-67552-0

Deutsche Erstausgabe 12709

Seiten: 352

Einband: Kartoniert

Genre: Horror

Ähnliche Titel: The Lost



Eigentlich sollte ich mich ja in rund 41 Bücher reinlesen, meines Berufs wegen, aber die Bücher von Ketchum sind so genial, dass ich meine Prioritäten etwas anders setzen "muss".
Nach EVIL, The Lost, Beuterausch und Blutrot haben wir mit "Wahnsinn" einen weiteren 5-Sterne-Schmöker!

Den Einstieg macht Ketchum mit einem Prolog der von Ostern 1953 erzählt, wo eine verzweifelte Mutter mit dem Gedanken spielt ihr schreiendes Baby im Klo zu ersäufen, es schliesslich auch kopfüber in die Schüssel taucht...

Weiter geht es mit Liddy's Kindheit, die einiges hübscher hätte sein können. Wir begleiten Liddy aufs College und zu ihrer Hochzeit mit einem Arschloch, von dem sie sich dann trennt, um später Arthur kennen zu lernen, zu heiraten und einen Sohn mit ihm zu zeugen. Arthur ist ganz der Psychopath und erinnert an so manchen Stellen an Ted Bundy, der möglicherweise als Vorbild für diese Figur galt. Hin und wieder fühlt man sich an "The Lost" erinnert, könnte Arthur doch gleich Ray's Bruder sein -_^

Arthur entwickelt sich vom schmalzigen Charmeur zum brutalen Schläger, was Liddy hinnimmt, bis sie - nach einer halben Ewigkeit - kapiert, dass Arthur nicht nur ihr, sondern auch dem Sohn Robert, Gewalt antut...
Für die Polizei ist es nicht verwunderlich, dass Arthur seine Frau misshandelt hat, als diese ihn anzeigt, war er schon als Kind stetig ins Visier der Polizei geraten, die ihm allerdings nie etwas nachweisen konnten. Wir Leser erfahren von einigen Leichen, die auf Arthur's Konto gehen - die Polizei erfährt das jedoch nicht, was das Buch um so spannender macht.

Es kommt wie es kommen muss: Der Showdown spielt sich im Haus von Arthur's Eltern ab, die ihn immer schon gedeckt hatten.
Nach dem Blutbad ist man erst etwas enttäuscht über das Ende, da es kein Schluss à la Ketchum ist. Man blättert um und da steigt auch gleich Freude auf, es gibt einen Epilog!
Man erfährt, wie es mit dem kleinen Robert weitergeht und kann dessen Geschichte gar nicht schnell genug lesen.
So viel sei verraten: Mit dem Ende hat Ketchum sich selbst übertroffen! 

Mittwoch, 27. August 2014

Solomonica de Winter - Die Geschichte von Blue

Meine Wertung:
☆☆☆☆☆ 0/5

Autor: de Winter, Solomonica

Titel: Die Geschichte von Blue

OT: Over the Rainbow, 2014

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-86251-5

Deutsche Erstausgabe 2014

Seiten: 276

Kartoniert

Genre: Roman,



"Welch ein Talent: Die erst 16-jährige Solominca de Winter erzählt die umwerfende Geschichte eines Doppelmords. Und vonerster Liebe und der Allmacht der Phantasie."
Dies verkündet die Rückseite des Buchumschlages. Man erbebt förmlich, vor diesem... nennen wir es doch Ausnahmetalent! Ja welch ein Talent! In der Tat!
Selten habe ich eine so knappe Zusammenfassung vom Zauberer von Oz gelesen, wie hier in diesem Buch - aber dazu kommen wir gleich.

Auf den ersten 60 Seiten erfährt man die Ansichten eines klassischen Teenagers. Auch die Sprache mit den zuweilen leicht depressiven Ansätzen erinnert an einen Teenager. Um es auf den Punkt zu bringen, man merkt, dass die Autorin erst 16 Jahre alt ist.
Ihre Protagonistin echauffiert sich über dieses und jenes und hat natürlich zum Überfluss noch eine kokainabhängige Mutter und einen toten Vater, dessen Mord sie aufklären will.

Immer wieder nimmt sie Bezug zum Zauberer von Oz, und für all jene, die dieses Werk nicht kennen, hat sie gar eine zweiseitige Zusammenfassung mit den wichtigsten Eckdaten geschrieben.
Erst dachte ich ja, es möge sich eventuell um einen billigen Abklatsch von Heavenly Creatures handeln, aber irgendwie doch nicht so recht und dann doch wieder irgendwie. Irgendwie. Irgendetwas. Es wird nichts auf den Punkt gebracht. Man treibt in einem Meer aus Buchstaben und den wirren Gedanken eines Teenagers - ohne Land in Sicht. Nun, mein Rettungsboot kam in der Gestalt, dass ich das Buch zugeklappt und weggelegt habe.

Ich gehe so weit zu behaupten, dass so etwas niemals von einem Verlag mit Rang und Namen, wie dem Diogenes, verlegt worden wäre, wäre sie nicht die Tochter vom bekannten de Winter.
Möglicherweise heisst die Protagonistin ja Blue, weil die "Autorin" damit auf den hohen Vitamin-B-Gehalt hinweisen will?

Zu gerne würde ich die Reclam-Ausgabe von Fahrenheit 451 auf den Solomonica de Winter Stapel legen - einfach so als ganz persönliches Statement.

Freitag, 22. August 2014

Shane Kuhn - Töte Deinen Chef

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Kuhn, Shane

Titel: Töte Deinen Chef

OT: The Intern's Handbook, 2014

Verlag: Dumon

ISBN: 978-3-8321-9730-8

Deutsche Erstausgabe 08014

Seiten: 318

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller, Humor

Ähnliche Titel: -


"Niemand kennt seinen Namen. Niemand wird sich an ihn erinnern. Er ist Praktikant - und der perfekte Killer."

Ein wahrhaft amüsanter Thriller auf den Spätsommer 2014!
Eine Firma, deren Angestellte allesamt unter 30 Jahre alt sind, da ein älterer Praktikant zu auffällig sein könnte, einfach aufgrund des Alters...
Die jungen, zu Auftragskillern ausgebildeten Praktikanten, erhalten einen Leitfaden, nachdem sie sich zu richten haben. Sie absolvieren in der Firma ihres Opfers ein Praktikum, um den Ort und die Person ausspionieren zu können, beenden ihr Praktikum, bringen nebenbei Jemanden um und verschwinden wieder...

Die Idee ist genial! Die Story ist unterhaltend und lädt zum schmunzeln und gar zum lachen ein - und doch lässt auch die Ernsthaftigkeit nicht zu wünschen übrig.
318 geladen mit Spannung, Zynismus und Ironie! 

Francesc Miralles | Alex Rovira - Der Sternenfänger

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Miralles, Francesc | Rovira, Alex

Titel: Der Sternenfänger, 2013

OT: Un corazón lleno de estrellas, 2010

Verlag: List by Ullstein

ISBN HC: 978-3-471-35088-1
ISBN TB: 978-3-548-61215-7

Deutsche Erstausgabe 2013

Seiten: 110

Gebunden

Genre: Roman, Drama, Philo


Michel und Eri sind unzertrennlich, doch eines Morgens wacht Eri nicht mehr auf. Sie liegt im Koma. Die Ärzte und Schwestern, und überhaupt jedermann, hat die Hoffnung auf eine Heilung aufgegeben. Alle ausser Michel. Dieser trifft auf die obdachlose Herminia, welche ihn auf eine Reise schickt, den Geheimnissen der Liebe auf den Grund zu gehen, da nur dies seine Freundin Eri retten kann.
Michel trifft auf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von jedem erfährt er etwas Neues über die Liebe und schneidet unbemerkt aus jedem's Kleidung einen Stern aus, da er diese an Herminia geben soll, damit sie daraus ein Herz nähen kann, welches er mit der Erkenntnis der Liebe an Eri überreichen soll.

Eine einfühlsame kleine Erzählung über die Geheimnisse der Liebe, deren Unterschiede und vielleicht ein kleiner Hinweis auf den Sinn des Lebens.
Sprachlich und inhaltlich wunderschön. 

Dienstag, 19. August 2014

Rowan Coleman - Einfach unvergesslich

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Coleman, Rowan

Titel: Einfach unvergesslich, 2014

OT: The memory book, 2014

Verlag: Piper

ISBN: 978-3-492-06001-1

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 409

Einband: Klappenbroschur

Genre: Drama, Familiengeschichte, Krankheit

Ähnliche Titel: Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr



Oft wird dieses Buch mit Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes verglichen. Es wird auch gerne direkt daneben präsentiert und in Gesprächen über Moyes erwähnt... Nach Beendigung dieses Buches leuchtet mir nun ein, wieso:

Die Marienkäfer sind überall ^_^
Die Geschichte ist sehr ergreifend. Eine recht junge Frau, Ehefrau, Mutter, erhält die Diagnose Alzheimer. Bereits in den ersten paar Seiten beschreibt sie ihr Haus, welches sie erkennen kann, da die Vorhänge rot sind. Eine Seite weiter ist sie sich der Farbe bereits nicht mehr sicher, aber sie sind bestimmt orange. Kurz darauf war irgendwas mit den Vorhängen... nur was?
Man legt das Buch kurz weg und sinnt über das Leben nach. Was wäre wenn?

Besonders gefallen hat mir die Stelle,  in der eine Ehefrau und Mutter gelassen und mit aller Ruhe auf die Botschaft reagiert, dass ihr Ehemann eine Tochter mit einer anderen Frau zusammen hat. Diese delikate Situation wurde wirklich aussergewöhnlich gut geschildert.

Es ist aus Sicht der verschiedenen Hauptpersonen geschrieben, was dem Titel eine tragisch-komische Note verleiht. Allerdings zieht es sich unnötig in die Länge. Auch hier wären weniger Seiten ratsam gewesen.
Ähnlich wie bei Moyes kommt auch Einfach unvergesslich teilweise recht oberflächlich daher. Sprachlich ist es auch eher flach... teilweise sogar haarsträubend. Ich erinnere mich an folgenden Satz: "Völlig unnötiger crazy shit!" Entweder liegt es an der Übersetzung oder die Autorin war wirklich der Meinung, ihre Figur dadurch ausdrucksstärker zu machen... oder was auch immer sie damit beabsichtigt hatte... Meiner Meinung nach, sagt sie mit diesem Satz alles über einen derartigen Missbrauch der Sprache aus... 

Freitag, 15. August 2014

Jack Ketchum - Beuterausch

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Ketchum, Jack

Titel: Beuterausch, 2012

OT: The Woman, 2011

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-67615-2

Deutsche Erstausgabe 01/12

Seiten: 286

Einband: Kartoniert

Genre: Horror

Ähnliche Titel: Beutezeit, Beutegier



Wer behauptet, Fortsetzungen wären in jedem Fall minderwertig, der hat Beuterausch nicht gelesen! Mit dem dritten und (vorerst?) letzten Teil seiner Kannibalen-Saga gelang Ketchum eine starke Fortsetzung! Meiner Meinung nach ist Beuterausch der beste, spannendste, brutalste, kritischste und zugleich ironischste Teil. BRAVO!

Ein gesellschaftskritisches Buch über die finsteren Abgründe der Psyche des "zivilisierten" Mannes, in dem folgender Spruch eine ganz neue Bedeutung erhält: In jedem Menschen steckt ein wildes Tier....

Cleek erspäht die Frau eines Tages in den Wäldern. Er muss sie fangen. Er muss es einfach. Er ist geradezu besessen von dem Gedanken, dieses Wesen "zu besitzen".
Die Frau findet sich in Ketten gelegt in Cleeks Keller vor, wo sie misshandelt, missbraucht und gedemütigt wird. Sie ist die Frau. Sie kennt keinen Schmerz. Sie ist stark. Sie wird überleben. Und sollte sie sterben, dann wird sie dies voller Stolz. Sie wird keine Schwäche zeigen...

Cleeks unterjochte Ehefrau, wird ihm dabei helfen, die Frau zu "domestizieren". Der pervers-sadistische Sohn ebenfalls. Einzig Tochter Peggy macht Cleek Schwierigkeiten in seinem Unternehmen, empfindet sie tatsächlich Mitgefühl für diese "Kreatur"...

Da es sich um einen typischen Ketchum handelt, kommt es wie es kommen muss:
Ist das vermeintliche Böse erst entfesselt, nehmen Rache und Blutbäder ihren Lauf...

The Woman wurde 2011 verfilmt ist fast so gut wie das Buch! Ausnahmsweise handelt sich hier um eine gelungene Verfilmung.
The Woman wird, zur grossen Freude, auch hier von Pollyanna McIntosh verkörpert. Neben ihr ist eine geniale Angela Bettis als Cleeks Ehefrau zu sehen.

Sonntag, 10. August 2014

Jack Ketchum's - Beutegier

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Ketchum, Jack

Titel: Beutegier, 2009

OT: Offspring, 1989

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-67562-9

Deutsche Erstausgabe 06/09

Seiten: 286

Einband: Kartoniert

Genre: Horror

Ähnliche Titel: Beutezeit, Beuterausch


10 Jahre nach Erscheinen von Beutezeit erschien die Fortsetzung. Blutig, sadistisch, fies und - wie bei Ketchum üblich - sehr detailreich - zumindest was die gewalttätigen Stellen des Buches betrifft.

Die Kannibalen sind zurück. Älteste hat eine neue Familie "gegründet", mit der sie jagt auf eine Bilderbuch-Familie macht. Den Anfang macht eine tote Babysitterin, eine betrunkene Mutter, die abgeschlachtet wird und deren ersticktes Baby in einer Mülltüte - welches nicht hätte sterben sollen, zumindest nicht auf diese Weise -_^
Es muss ein neues Baby gefunden werden. Ziel ist Claire's Baby Melissa. Diese halten sich vorübergehend bei Claire's Freunden David und Amy und deren Sohn Luke auf - auf der Flucht vor Ex-Mann Steven. Über Steven erfahren wir, während der Fahrt zum Haus von David und Amy, während der er eine Anhalterin mitnimmt, dass er eine recht finstere Seite besitzt. Aus diesem Kapitel lernen wir, nie bei Fremden mitzufahren...

Ketchum verlegt den Schauplatz des Grauens vom Haus von David und Amy, in die Wälder und in die Höhle - den Wohnort der Familie von Älteste, wo es schliesslich zum Showdown kommt. Auch hier nahm sich Ketchum die Zeit, das Agieren der Kannibalen detailliert und in aller Pracht zu beschreiben.
Mir persönlich hat die Figur Steven sehr gefallen. Ein aussergewöhnliches Arschloch, dass sogar Frau und Kind opfern würde, um die eigene Haut zu retten.

Offspring / Beutegier wurde bereits 2009 verfilmt - leider mit teilweise recht schlechten Akteuren. Älteste aka The Woman wird, zur grossen Freude, auch hier von Pollyanna McIntosh verkörpert. ^_^