Freitag, 26. Dezember 2014

Rebecca James - Die Wahrheit über Alice


Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Rebecca James

Titel: Die Wahrheit über Alice

OT: Beautiful Malice, 2010

Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3-499-25507-6

Deutsche Erstausgabe Februar 2012

Seiten: 320

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Ähnliche Titel: Dich schlafen sehen, Denn du gehörst mir


Wieder einmal handelt es sich hier um ein Buch, welches man seines Äusseren wegen, nicht anfassen würde. Eine Arbeitskollegin hat es mir in die Hand gedrückt, mit den fast schon hysterischen Worten, ich müsse es unbedingt lesen!!! Allerdings lag es dann an die 3 Monate ungelesen auf einem Stapel um dann in einem Zug durchgelesen zu werden!

Die Wahrheit über Alice ist ein raffinierter Thriller um die Abgründe der menschlichen Seele und um Grausamkeiten zu denen nur Freundinnen im Stande sind.
Es hat mich ein wenig an Amélie Nothomb's Böses Mädchen und Anne-Sophie Brasmes Dich schlafen sehen erinnert.
Alles Bücher, geschrieben von Frauen für Frauen, in denen es um dieses ganz besondere Mädchen geht. Das perfekte Mädchen, mit dem man unbedingt befreundet sein möchte. Sie ist hübsch, beliebt und darüber hinaus auch noch wahnsinnig nett - solange bis man schon so tief in ihrem psychisch kranken Morast eingesunken ist, dass es kein Entrinnen mehr gibt und man ihr hilflos ausgeliefert ist.

Genau so ist auch Alice. Alice ist hübsch. Alice ist beliebt. Alice ist wahnsinnig nett und erklärt die schüchterne Katie, die ein finsteres Geheimnis um den Tod ihrer Schwester verbirgt, kurzerhand zu ihrer neuen besten Freundin. Anfangs könnte Katie nicht glücklicher sein, bemerkt dann aber immer mehr, dass Alice eine Tyrannin ist. Sie schikaniert ihren Freund, den sie für den nächst besseren Jungen abschiebt, lästert über alles und jeden und torpediert Katie schliesslich mit dem Geheimnis, welches sie ihr in einer schwachen Stunde anvertraut hatte.
Obschon Katie sich abwenden will, wird sie Alice einfach nicht mehr los...

Das Buch spielt in drei verschiedenen Lebensphasen von Katie und beginnt in der Gegenwart, wo sie erzählt, dass sie nicht auf Alice' Beerdigung war. Wir erfahren häppchenweise etwas von dem Abend, an dem ihre jüngere Schwester ermordet wurde und auch über die Freundschaft zu Alice, welche dann in blanken Hass überschlägt.

Rebecca James versteht es, die Gefühle ihrer Figuren realitätsgetreu wiederzugeben. Wir fühlen mit Katie mit - und auch mit Alice (-_^), die eine wahre Psychopathin ist.
Auf den 320 kommen trotz der Gefühlsüberdosis keine Längen oder Momente des Gähnens auf.
Ein Roman, der ein wunderbares Bild auf die krankhaften und doch recht typischen Freundschaften unter Mädchen wirft...

Dienstag, 23. Dezember 2014

Kristina Ohlsson - Himmelschlüssel

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Kristina Ohlsson

Titel: Himmelschlüssel

OT: Paradisoffer

Verlag: Limes

ISBN: 978-3-8090-2639-6

Erschienen: 24. November 2014

Seiten: 480

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

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Es scheint eine Pechsträhne zu herrschen, habe ich hier schon wieder ein Buch dessen Klappentext eine spannungsgeladene Geschichte anpreist, welche sich dann aber als Schlafmittel zu erkennen gibt.

Meine Freude war riesig, als ich endlich mein Leseexemplar von Ohlsson's Himmelschlüssel in den Händen hielt. Eine voll besetzte Boeing 747 soll gesprengt werden! Für mich als Aircrash-Investigation-Freak scheint es der perfekte Thriller zu sein. Weit gefehlt...

Bereits nach wenigen Seiten erfährt man, dass die Boeing möglicherweise in den Händen moslemischer Attentäter ist. Die Geschichte von einem der Männer wird erzählt, wie er als Asyl beantragen musste, sich aber bald einem Kreis von Terroristen angeschlossen hatte... Wir fühlen uns an unzählige Dokumentationen über 9/11 erinnert. An Berichte, über die Lebensläufe jener Selbstmordattentäter, welche, am 11. Sepemtber 2001, 4 verschiedene Flugzeuge (alle vom Typ Boeing) bestiegen hatten, mit den Zielen auf die Twin Towers, das Pentagon und das Weisse Haus. Müssen wir das wirklich nochmals, 13 Jahre später, in einem Thriller lesen?
Ich habe genügend an sogenannter "Dschihad"-Lektüre, wenn ich eine Zeitung aufschlage oder durch Facebook scrolle.

Des Weiteren spielt sich die Geschichte zu lange in irgendwelchen Büros ab. Ich will in das verdammte Flugzeug! Wieso sonst lese ich wohl dieses Buch? Ich will lesen wie der Security Check passiert wird, wie das Boarding beginnt, wie die Sicherheitsgurte geschlossen werden und wie der Point of no return passiert wird. Ich will erleben wie der Jumbo abhebt. Nichts.
Für Flugzeug-(katastrophen)-Fanatiker, wie ich einer bin, empfiehlt sich Palahniuk's Flug 2039 doch eher (Rezension folgt).

Der Ausgang ist absehbar. Recht bald erkennt man, wer seine Finger im Spiel und das ganze eingefädelt hat, so ist der Schluss gar nicht überraschend. Genau das erwartet man.

Abschliessend ist zu sagen, dass, wenn man vom Fliegen nur gerade so viel versteht, dass man in der Lage ist seinen Sitzplatz anhand der Bordkarte auszumachen und eventuell noch weiss, dass die Tanks in den Tragflächen mit Kerosin gefüllt sind, aber nicht mehr, sollte man es eventuell unterlassen einen Thriller zu ausgerechnet diesem Thema hinzuschmieren.
Auch wenn Sara Lotz' Buch Die Drei richtig schlecht ist, hat sie immerhin gründlich über Flugzeugkatastrophen recherchiert gehabt, sodass immerhin dies stimmig war. 

Sonntag, 14. Dezember 2014

Richard Laymon - Der Wald

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Richard Laymon

Titel: Der Wald

OT: Dark Mountain, 1987

Verlag: Heyne Hardcore

ISBN: 978-3-453-43596-4

Deutsche Erstausgabe 2011

Seiten: 431

Einband: Taschenbuch

Genre: Horror

Ähnliche Titel: In den finsteren Wäldern


Ein jeder Fan von SURVIVAL HORROR verliebt sich in den Text, der auf dem Rücken dieses Buches haftet, wie Kaugummi an einer Schuhsohle.
Zwei Familien aus L.A. machen einen gemeinsamen Campingausflug durch die Wälder Kaliforniens, wo das Grauen seinen Lauf nimmt und sie von Voodoo-Zauber bis nach nachhause verfolgt werden...

Wie so oft beim Horror fängt auch diese Geschichte ganz harmlos und gleich mit zwei happy Families an. Man trifft sich, unterhält sich und fährt weiter bis zum Ziel. Vom Ranger lässt man sich die beste Route zeigen und schon werden die Rucksäcke aufgesetzt und es wird losmarschiert.
Bereits nach wenigen Seiten erfahren wir, dass eine verwilderte Frau mit ihrem Sohn in den Wäldern lebt - fernab der Zivilisation, was der Frau mehr zu schaffen macht, als ihrem geisteskranken Sohn...

Eines nachts am Lagerfeuer werden Schauergeschichten erzählt. In der Einen geht es bspw. um Camper, die in den Wäldern verschollen sind...

Die Gruppe stösst auf zwei Mädchen, welche alleine unterwegs sind und die eine verrückte alte Frau gesehen haben wollen.
In der darauffolgenden Nacht wird das Camp überfallen. Die "Verrückte" ist es jedoch nicht, es ist ihr Sohn.
Eine Leiche ist zu verzeichnen, die dann aber spurlos verschwindet. Dafür taucht die Verrückte, auf einem Fels sitzend, auf und belegt die Camper mit einem Fluch. Einem Voodoo-Zauber.
Völlig verängstigt beschliessen die Familien die Heimreise anzutreten. Doch der eine Junge ist vehement dagegen, da er einen Bericht über Voodoo im Fernseher gesehen hatte und meint verflucht worden zu sein.
Diese Befürchtung wird, zurück in L.A., zur Tatsache. So werden die einen von einem eigentlich toten Hund nahezu zerfetzt, etc. Es geschehen weitere seltsame und fürchterliche Ereignisse, bis die Familien nicht mehr anders können, und an die Voodoo-Geschichte glauben. Sie beschliessen den Kampf aufzunehmen und fahren für einen blutigen Showdown ein letztes Mal in die Wildnis.

431 Survival Horror? Nein. Hätte man das Buch auf 231 Seiten gekürzt hätte man es verschlungen. Leider dauert es nahezu 130 Seiten bis es endlich ein bisschen in die Gänge kommt. Wie auch Der Geist kommt Der Wald nicht recht voran. Laymon schweift in endloses Blabla seiner Figuren ab, was auf Dauer mühselig wird. Auch nach der Hälfte des Buches haben wir noch immer keine Toten - die aus den Schauergeschichten am Lagerfeuer ausgenommen. 

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Thomas Harris - Hannibal

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Thomas Harris

Titel: Hannibal, 1999

OT: Hannibal, 1999

Verlag: Hoffmann und Campe

Ausgabe 1999
ISBN: 978-3-455-02688-X

TB-Ausgabe im Heyne Verlag
ISBN: 978-3-453-43740-1

Deutsche Erstausgabe 1999

Seiten: 525

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

Ähnliche Titel: Das Schweigen der Lämmer


525 Seiten von denen nicht jeder Satz zwingend notwendig gewesen wäre, nicht jeder, aber dennoch die meisten. Heutzutage scheint es normal zu sein, dass ein Buch mehr als 300 Seiten haben muss, doch sind 150 Seiten davon meist reine Füller oder Fugen. Nicht bei Thomas Harris' Meisterwerk HANNIBAL.

Seit 1999 stand die gebundene Ausgabe ungelesen in meinem Regal. Am 25. November habe ich mit der Lektüre angefangen und sie innert kurzer Zeit beendet. Ich bin begeistert!

HANNIBAL ist nicht nur für Fans von Hannibal Lecter geeignet, ganz im Gegenteil. Harris hat das Buch mit zahlreichen gehaltvollen historischen Begebenheiten Italiens abgerundet. So erfährt man bspw. dass des Comendatore Pazzi's Vorfahre Francesco de Pazzi war, der wegen Verrats gehängt wurde. Wir erhalten Einblick in Dante Alighieri's Göttliche Komödie, von welcher Dr. Lecter rezitiert.
Für jeden, der einmal Gehirn kosten möchte, wird beschrieben, wie das frisch entnommene Stück Gehirn zubereitet werden muss, damit es nicht zerfliesst...

Anders als in der Verfilmung hat Mason Verger eine Schwester, Margot, die vor langer Zeit, als Dr. Hannibal Lecter noch als Psychiater tätig war, bei dem in Behandlung war. Margot kommt eine Schlüsselrolle zu Teil, welche das Buch noch spannender macht, als es ohnehin schon ist.
Mason wird nicht den Schweinen zum Frass vorgeworfen - allerdings stellt sich, angesichts jener Todesart, die Frage, ob die Schweine-Variante nicht humaner gewesen wäre...?

Beim Lesen des Schlusses, wurde mir klar, wieso Jodie Foster, im zweiten Teil nicht mehr mitspielen wolle - obschon das Ende des Filmes ganz anderer Art, als das des Buches ist.
Der romantisierte Schlussteil des Buches ist bei mir nicht gerade aus Begeisterung gestossen... Dennoch bekommt das Buch 5/5 Punkten. 

Walter Kirn - Blut will reden

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Walter Kirn

Titel: Blut will reden, 2014
Eine wahre Geschichte von Mord und Maskerade

OT: Blood will out, 2014

Verlag: C.H. Beck

ISBN: 978-3-406-66768-8

Deutsche Erstausgabe

Seiten: 282

Einband: Gebunden

Genre: biographischer Krimi



Walter Kirn beschreibt in diesem autobiographischen Roman den Krimi um den deutschen Hochstapler Christian Gerhartsreiter, der sich in den 70er und 80er Jahren als Hochstapler durch die USA mogelte. Unter Anderem hatte er sich als Clark Rockefeller ausgegeben und wurde schliesslich als Hauptverdächtiger in einem Mordfall vor Gericht gezerrt und verurteilt.

Das Buch beginnt mit Walter Kirn, der einen gelähmten Hund von Montana nach New York bringen soll. In New York angekommen trifft er erstmals auf den Abnehmer des Hundes und dies ist kein Geringerer als Clark Rockefeller. Für seine Mühe erhält er ganze 500 Dollar von dem vermeidlichen Rockefeller-Erben...
Dennoch entsteht zwischen Clark und Walter eine Freundschaft.

Wir erfahren etwas über die Zeitgeschichte, beschreibt Kirn Geschehnisse aus jenen Tagen. Wir erfahren auch, dass er mit den Kennedy's zu tun hatte und dass Margot Kidder (bekannt als Lois Lane aus Superman) eine recht verstörte Frau gewesen sein muss...
Kirn würzt diese eigentlich tragische Biographie mit der nötigen Prise Humor und Sarkasmus. 

Stephen King - Abgrund - Nightmares & Dreamscapes

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Abgrund

OT: Nightmares & Dreamscapes, 1993

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe von 1993
ISBN: 978-3-453-08888-7
(Vergriffen)

Deutsche Erstausgabe: 1995

Seiten: 446

Einband: Taschenbuch




10 Kurzgeschichten, 1 Essay und 1 Gedicht


Drei der 12 Geschichten wurden für die TV-Serie "Nightmares & Dreamscapes" verfilmt und leicht abgeändert. Aber dazu später...

Regenzeit 

Eine wahrhaft schaurig schöne Geschichte, die einem fast das Blut in den Adern gefrieren lässt. 
John und Elise Graham bemühen sich nach Willow, wo sie auf Henry Eden und Laura Stanton. Die beiden in Willow ansässigen Leutchen erzählen den Grahams vom Regen, der Willow alle 7 Jahre heimsucht. Krötenregen. 
Die Grahams schlagen die Warnungen in den Wind und tun die beiden als verrückt ab, so wundert es nicht, dass sie in der Nacht von dem Geräusch berstender Fensterscheiben aus dem Schlaf gerissen werden. Im Wohnzimmer befinden sich die ersten schleimigen krötenähnlichen Wesen, mit messerscharfen Zähnen, die sich auf alles stürzen, was lebendig ist - so auch auf John's Zehen... 

Diese finstere Geschichte, mit grauenhaftem Ende, erinnerte mich teils an die Werke Edgar Allan Poe's. 

4/5

Mein hübsches Pony

Weder Horror noch Thriller... Mein hübsches Pony handelt von einem Grossvater, der seinem Enkel von der Vergänglichkeit berichtet. Der Vergänglichkeit des Lebens und der Zeit. 
Eindrücke und Gerüche aus Kindertagen werden eingefangen und so erinnert sich der Leser schmerzlich an die eigenen Kindertage zurück. An den besten Sommer. An den Geruch der Blumen, des Sees... 

Hier beweist Stephen King (mal wieder), dass man ihn nicht "nur" auf Horror "reduzieren" kann. Ein wahres Meisterwerk, welches zum Nachdenken anregt und den Leser fast zur Kleenex-Box greifen lässt. 

5/5

Entschuldigung, richtig verbunden

Ist ein Drehbuch, welches von Steven Spielberg für Amazing Stories abgelehnt worden ist. Er wollte Geschichten, die etwas optimistischer waren. Richard Rubinstein, der damals Friedhof der Kuscheltiere erfolgreich verfilmt hat, kaufte die Geschichte und ging zwei Wochen später in Produktion. 
Katie erhält einen Anruf von einer verzweifelt wimmernden Frauenstimme. In der Annahme, es handle sich um ihre Schwester, fährt sie mit ihrem Mann Bill zum Haus der Schwester, um vor Ort festzustellen, dass mit dieser alles in Ordnung ist. Katie ist vollkommen verwirrt, da sie der Überzeugung ist, der Anruf kam von jemandem aus ihrer Familie, war ihr die Stimme doch zu vertraut... 
5 Jahre später erfährt Katie, woher jener beklemmende Anruf kam, und was es mit dem Tod ihres Mannes auf sich hat... 

Obschon ich Drehbuchlesen als mühselig empfinde: 4/5

Die Zehn-Uhr-Leute

Aliens oder auch Fledermausmenschen sind unter uns. Während dem Lesen fühlt man sich an Reptiloiden erinnert, befinden sich jene Gestalten doch nur in Machtpositionen. 
Eine kleine Gruppe von Menschen, Raucher, sind in der Lage, hinter die Fassade jener Aliens zu sehen. Sie mobilisieren sich und wollen gegen den Feind in den Kampf ziehen. 
So wird Pearson zu einer Versammlung eingeladen, deren Verlauf recht absehbar ist. Der Schluss überzeugt auch nicht recht. Na ja. 

2/5

Crouch End

wurde für Nightmares & Dreamscapes verfilmt und ein wenig verändert. Während Lonnie und Doris Freeman in der Verfilmung ein junges kinderloses Ehepaar sind, haben sie in der Buchversion keine Kinder. 
Ein Taxi nach Crouch End zu bekommen, erweist sich als kein leichtes Unterfangen, lehnen die meisten Taxifahrer eine Fahrt an diesen hübschen Ort ab. Schliesslich findet sich einer, der die beiden nach Crouch End fährt. 
Die Gegend wirkt zunehmend bedrohlicher und heruntergekommen. Doris bemerkt bei einem Zeitungsstand ein schwarzes Brett mit der Aufschrift "60 Vermisste bei Underground-Horror", welches sie völlig aus der Bahn wirft. Vermisste. 
In Crouch End angekommen, verabschiedet sich der Taxifahrer. Lonnie hat die Adresse seines Bekannten, den es zu besuchen galt, verloren und telefoniert mit ihm. 
Die seltsamen Vorkommnisse nehmen ihren Lauf. So treffen sie auf zwei Kinder, der Junge hat anstelle einer Hand eine Klaue. Doris sieht eine Katze, deren eine Gesichtshälfte abgefressen ist. Erst sieht sie die Katze in einem verlassenen Restaurant, dann in einem verlassenen Shop. Überhaupt scheint die ganze Gegend verlassen und bedrohlich.
Schliesslich verschwindet Lonnie und auch Doris droht das selbe Schicksal... 

Eine Hommage an H. P. Lovecraft, passieren sie doch Schilder mit der Aufschrift "CTHULHU KRYON", "YOGSOGGOTH", "NRTESN NYARLAHOTEP". 
Der Schlusssatz ist schlichtweg genial und veranlasst den Leser dazu, den nächsten Urlaub nach Crouch End zu verlegen ^_^  

4/5

Das fünfte Viertel 

In der Verfilmung für Nightmares & Dreamscapes hat Jerry Tarkanian (Jeremy Sisto) eine Frau und einen Sohn, wieso auch immer...
Sein Kumpel wurde ermordet und er macht sich als Rächer auf, die anderen Stücke der Schatzkarte zu bekommen. Den einen Ganoven zu überwältigen ist ein Kinderspiel, allerdings verhält es sich nicht mit allen so. Spätestens als er in dieser Hütte im Wald ist, stösst er an seine Grenzen... 

Eine durchaus spannende Geschichte durchzogen von sarkastischen Sprüchen Jerry's, mit einem leider absolut grottenschlechten Schluss.

4/5

Das Haus in der Maple Street

Ein Haus, in dessen Wänden plötzlich eine metallene Masse wuchert und wuchert. Ein prügelnder jähzorniger Stiefvater, eine misshandelte Mutter und vier Kinder, die dem Gewächs auf den Grund gehen, einen Timer finden und langsam hinter das Geheimnis der Wucherung blicken und eine Möglichkeit sehen, den unliebsamen Stiefvater loszuwerden. 

Eine langatmige pseudo Sci-Fi-Erzählung... 

1/5

Der Fall des Doktors

Eine recht untypische King-Erzählung. Es handelt sich um einen Fall für Sherlock Holmes, von welchem ich erst gar nicht angetan war. Jedoch hat King eine durchaus spannende und intelligente Geschichte verfasst. Spätestens bei dem Geräusch der leeren Droschke, die über den Pflasterstein donnert, fühlt man sich ins damalige England versetzt... 

4/5

Umneys letzter Fall

In Nightmares & Dreamscapes wird Detective Umney von einem brillianten William H. Macy verkörpert. Umney ist Privatdetektiv und führt ein geregeltes Leben. Eines Tages verändert sich alles. Der blinde Zeitungsjunge erzählt, dass seine Mutter Geld gewonnen hat, dass sie wegziehen werden und dass er sein Augenlicht mittels Operation wohl wieder erlangen könne. Im Bürogebäude wird renoviert und der Liftboy geht in Rente. Umney kann mit Veränderung so gar nicht umgehen und so wird es noch viel schlimmer, als ein Mann, der sein Ebenbild ist, in seinem Büro auftaucht und Umney offenbart, dass er Schriftsteller sei und Umney lediglich eine Figur, die er erfunden hat... 

Umney's letzter Fall ist sowohl als Verfilmung, wie auch als Buch ein Muss. Ein gefühlvolles Drama über einen Mann, der sich mit Veränderung schwer tut und der plötzlich hilflos dabei zusehen muss, wie sein bisher geordnetes Leben aus den Fugen gerät. 

In der Verfilmung ist die Frau des Schriftsteller noch am Leben, nicht so im Buch. Nachdem dem Tod des Sohnes hat sie sich das Leben genommen... 

4/5

Kopf runter

Wer sich für Baseball interessiert, dürfte seine Freude an diesem Essay haben. Ich freue mich immer, wenn ich etwas persönlich von King zu lesen bekomme, hier muss ich allerdings sagen, dass dieses Essay in Flaschen abgefüllt ein prima Schlafmittel ergibt... 
Es ist ein langes Blabla über ein Baseball-Spiel seines Sohnes... 

1/5

August in Brooklyn

Ein Gedicht über zwei Seiten... na ja 

1/5

Der Bettler und der Diamant

Eine Fantasy-Erzählung über Gott, der dem Erzengel Uriel eine Lektion in Sachen Dankbarkeit erteilt. 

4/5


Sebastian Fitzek - Passagier 23

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Sebastian Fitzek

Titel: Passagier 23

OT: -

Verlag: Droemer Knaur

ISBN: 978-3-426-19919-0

Erschienen: 30. Oktober 2014

Seiten: 432

Einband: Gebunden

Genre: Thriller

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Jemand sagte mal "Fitzek ist mir zu deutsch." Als ich versuchte den Augensammler zu lesen, wurde mir langsam aber sicher klar, was damit gemeint war. Ich legte das Buch weg.
Als ich von Fitzek's neuem Buch hörte, dessen Inhalt sich auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher abspielen soll, dachte ich mir, ich gebe "Deutschland's grösstem Thriller-Autoren" nochmals eine Chance.

In Stephen King's Atlantis (Rezension folgt) sagt Ted Brautigan, man solle einem Buch bzw. dem Autoren zwei Stunden seiner Zeit widmen. Vermag es nicht zu fesseln, soll man sich einem anderen zuwenden um nicht noch mehr Zeit zu verschwenden.
Fitzek bekam eine Stunde meines kostbaren Lebens geschenkt. Eine Stunde, in der ich auf den ersten 31 Seiten bereits mit 9 Personen Bekanntschaft schliessen durfte. Daher kann ich bereits nach so wenig Seiten der Lektüre jenen Kritikern beipflichten, welche "zu viele Nebenfiguren" schreien.
Des Weiteren habe ich allein bis zur Seite 37 (und darüber hinaus) zahlreiche Sätze gelesen, die mir von Stephen King nur zu bekannt erschienen. Darf man hier von einem Edelfälscher sprechen? Es ist ja bekannt, dass Fitzek ein Fan Stephen King's ist, da verwundert es nicht, dass er beim König des Horrors abkupfert - das mach ich ja auch, im normalen Leben -_^

Es dauert seine Zeit bis man dann endlich das Kreuzfahrtschiff betreten kann, auf welchem es von mit Klischees bis zum bersten gefüllten Personen nur so wimmelt. Ein Krimi/Thriller-Fan, der nichts für E-Reader übrig hat und über 4 Seiten über gelesene Bücher nachdenkt (vielleicht auch noch mehr, den Rest des Buches habe ich ja nicht gelesen).

Sebastian Fitzek zeichnet sich weder durch eine besondere Sprache (diejenige, die er verwendet ist geradezu schauderhaft), noch durch gezielte Recherchen oder eine klare Linie aus. Er schweift immer wieder ab, kommt dann wieder zum Kernthema zurück einfach um dann erneut abzuschweifen.
Die Atmosphäre auf dem Schiff gleicht mehr derer eines Geisterschiffes, ist von den hunderten von Passagieren nichts zu lesen.
Offenbar hat er wohl in der ersten Auflage gar die Nachnamen seiner Figuren vertauscht, was dann aber gleich korrigiert wurde. Da merkt man doch, wie sehr Fitzek seinen Figuren Leben einhaucht. Ich hatte einmal einen Chef, der sich nicht die Mühe machte, die Namen seiner Angestellten/Sklaven/Untergebenen zu merken... Dies nur so nebenbei bemerkt.

Fazit: Fitzek's Passagier 23 sollte mit dem Fahrenheit-451-Preis ausgezeichnet werden.

Den einen Stern gibt es für die Idee, welche, aus der Feder eines Könners, einen Page Turner hervorgebracht hätte... schade

Samstag, 29. November 2014

Tana French - Geheimer Ort

Meine Wertung:
★☆☆☆☆ 1/5

Autor: Tana French

Titel: Geheimer Ort

OT: The secret place

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3-651-00051-3

November 2014

Seiten: 704

Einband: Klappenbroschur

Genre: Krimi

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Zahlreiche Kundinnen fragten ganz aufgeregt nach dem Erscheinungstermin des neuen Tana French. Nach dem Lesen eines Interviews, in dem die Autorin klarstellte, dass Zeit vergänglich und daher wertvoll ist (wir erinnern uns an Stephen King's Kurzgeschichte Mein hübsches Pony in Abgrund enthalten), und darüber hinaus meinte, sie wolle jenes kostbare Gut ihrer Leser nicht verschwenden (...) stecke alle Kraft in ihre Werke..., wollte ich ein Buch von ihr lesen, weil mir das Interview noch sympathisch war. So griff ich nach dem Leseexemplar von "Geheimer Ort".

Wieso dieses Buch teilweise im Thriller-Genre seinen Platz gefunden hat, ist mir schleierhaft. Vom Prolog ist mir das Karussell geblieben und sonst nichts. Weil nichts passiert ist. Wirklich nichts. Nach weiteren 50 ermüdenden Seiten, erfahren wir von einer Schülerin, deren BH nur so mit Klischees ausgestopft ist, dass sie den Täter kennt.
Wir erfahren von einem Schwarzen Brett, auf welchem Geheimnisse etc. ausgetauscht werden und welches auch der Ort war, an dem der Täter ein Post-it hinterlassen hat.
Nach dem Überspringen eines ganzes Bundes an Seiten, sitzt dieselbe Schülerin entweder immer noch oder schon wieder auf dem Polizeirevier und spricht mit dem gleichen Polizisten über das gleiche Post-it. Nach dem Auslassen weiterer Seiten befinden wir uns dann tatsächlich in der Schule, wo nichts passiert, ausser dass einige Räumlichkeiten untersucht werden.
Schliesslich klappte ich das Buch zu.

Unsere Zeit auf Erden ist begrenzt. Das Bisschen, das mir noch bleibt, möchte ich nicht mit der Lektüre von in Buchform verkauften Schlafmitteln verschwenden.
Daher landete Tana French wieder im Leseex-Regal. Soll sich jemand anderes damit abmühen...

Den einen Stern gibt es, weil der Klappentext nach einem spannenden Buch schreit. Hätte sich ein anderer Autor diesem Thema angenommen, wäre sicherlich etwas Spannendes dabei herausgekommen. Schade.

Mittwoch, 19. November 2014

S.J. Watson - Ich darf nicht schlafen

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: S.J. Watson

Titel: Ich darf nicht schlafen, 2014

OT: Before I go to sleep, 2011

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3-596-19887-0

Deutsche Erstausgabe

Seiten: 399

Einband: TB

Genre: Thriller

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Ein derart fesselnder Prolog, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann!
Christine wacht in einem fremden Zimmer, neben einem fremden Mann auf, geht verwirrt ins Badezimmer und erschrickt, als sie ihr Spiegelbild sieht. Sie ist nicht mehr die junge 20-jährige sondern eine Frau über 40. Da entdeckt sie die Fotos, auf welchen sie  mit dem Mann, der noch im Bett liegt zu sehen ist. Ein Post-it gibt die Antwort: "Ben, Dein Mann"

Ben erklärt ihr, dass sie an Amnesie leidet und dass sie ihre Erinnerungen verliert, sobald sie schlafen geht...

Im nächsten Kapitel haben wir Christine's Tagebuch, welches zu schreiben sie vor zwei Wochen begonnen hatte. Täglich ereilt sie einen Anruf ihres Psychiaters, der sie daran erinnert, ihr Tagebuch zu lesen. Auf der ersten Seite steht in ihrer eigenen Handschrift zu lesen: "VERTRAUE BEN NICHT!"
Christine kann sich das nicht erklären, erscheint Ben doch so fürsorglich...

Durch die tägliche Lektüre ihres Tagebuchs beschleicht Christine ein böser Verdacht... Hin und hergerissen zwischen vermeintlichen Wahnvorstellungen, Angst und der Realität erkennt sie bald nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann und wer ein böses Spiel mit ihr spielt...
Schliesslich hat sie herausgefunden, dass sowohl Ben, als auch ihr Psychiater sie belogen haben...

Ein durch und durch packender Thriller, den man einfach nicht mehr weglegen kann. Kurz vor Ende des Buches ist ein Satz zu lesen, der einem buchstäblich das Blut in den Adern gefrieren lässt und das obschon mit so einem Ende zu rechnen war.

S.J. Watson hat einen intelligenten Thriller aus der Sicht einer Amnesie-Patientin verfasst. Mühselig ist nur, dass alles ständig wiederholt wird, da Christine ihr Tagebuch täglich neuentdeckt, ist auch der wissende Leser gezwungen, Dinge immer und immer wieder lesen zu müssen...

Before I go to sleep läuft momentan in unseren Kinos. Ich bin gespannt! 

Nicci French - Blauer Montag

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Nicci French

Titel: Blauer Montag

OT: Blue Monday, 2011

Verlag: btb

ISBN: 978-3-442-74585-2

Taschenbuchausgabe Juni 2013

Seiten: 442

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

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Der Prolog ist einzigartig! Aus der Sicht der kleinen Rosie erzählt das Autoren-Ehepaar, Nicci Gerrard und Sean French, von dem Tag, als sie ihre kleine Schwester Joanna verloren hat. Rosie ist auf dem Weg zum Süssigkeitenladen, genervt, weil ihre kleine Schwester so weit hinter ihr ist und permanent nach ihr ruft, sie solle warten. Rosie geht schon mal in den Laden. Joanna wird ja bestimmt gleich kommen. Weit gefehlt. Joanna ist und bleibt verschwunden.
Es ist eine Meisterleistung wie das Ehepaar die Gefühle und Eindrücke eines kleinen Mädchens zu beschreiben im Stande sind. Man fühlt sich zurück versetzt in die eigene Kindheit und findet Parallelen...

So stark der Einstieg ist, so schwächer ist der Schluss und ebenso der Mittelteil... Wir haben Psychologin Frieda, die auf einen potentiellen Entführer trifft, einen vermeintlich Irren Nachbarn in der Praxis hat und (wie so oft) mit privaten Problemen zu kämpfen hat.

Jahre nachdem Verschwinden der kleinen Joanna wird ein rothaariger Junge vermisst. Zufälligerweise passt er auf die Beschreibung des Wunschkindes von Friedas Patienten. Ist er der Entführer? Hat er etwas mit dem Verschwinden von Joanna zu tun? Gibt es überhaupt Parallelen zu den beiden Fällen?
Frieda handelt nach bestem Wissen und Gewissen, da die Zeit drängt...

Ein netter Thriller, der sich im Mittelteil in der Mittelmässigkeit und gähnendem Nichts verliert. Die Auflösung über den Entführer und die Schicksale der entführten Kinder war für mich vorhersehbar und keineswegs überraschend...
Hinzu kommt, dass auch dieses Buch, wie viele andere, über rund 200 Seiten "Füllmaterial" verfügt, was das Lesen zu einer mühseligen Angelegenheit macht. Es wurde unnötig in die Länge gezogen - teilweise der Fortsetzungen wegen... 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Michael Robotham - Sag, es tut dir leid

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Michael Robotham

Titel: Sag, es tut Dir leid, 2013

OT: Say You're Sorry, 2012

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-31316-7

Deutsche Erstausgabe 2013

Seiten: 475

Einband: Klappenbroschur

Genre: Psychothriller

Ähnliche Titel: McFadyen - Der Menschenmacher


Drei Teenager, Emily, die unscheinbare Piper und die frühreife Tash, planen von zuhause auszureissen und haben auch bereits einen Plan, den sie noch in der gleichen Nacht in die Tat umsetzen wollen. Emily kneift. Piper und Tash werden während ihrer "Flucht" von zuhause von einem Wahnsinnigen entführt, anfänglich in einen recht netten Estrich gesperrt, wo sie Fernsehen dürfen und verwöhnt werden, dann aber wachen sie eines Tages in einem dunklen Keller auf, wo der Albtraum der Mädchen und die sadistische Ader des Entführers zu spriessen beginnen...
Nachdem Tash brutal zugerichtet worden ist, beschliesst sie zu fliehen, was ihr gelingt, bis sie schliesslich in einem zugefrorenen See einbricht und schliesslich als Wasserleiche wieder auftaucht. Derzeit wartet Tash sehnsüchtig auf die ausbleibende Hilfe...

Was mit den Mädchen passiert, erfahren wir anhand von Tash's Tagebucheintragungen, die, zumindest für den Leser, Licht ins Dunkel der polizeilichen Ermittlungen bringen.
Natürlich wird erst ein Geisteskranker der Tat verdächtigt, schliesslich wird Jagd auf gelistete Pädophile gemacht, doch der wahre Täter ist ganz wo anders zu finden...

Tash und Piper, die unter dem Namen "Bingham Girls" durch die Presse geistern, werden erst als Musterschülerinnen und Engel in den Himmel gelobt, bis sie schliesslich durch den Schmutz gezogen werden und sich irgendwann kaum mehr jemand wirklich für das Verschwinden der Mädchen interessiert. Erst als Tash's Leiche drei Jahre später in dem See gefunden wird, wird der Fall neu aufgerollt und Psychologe Joe O'Loughlin soll helfen, den Täter zu finden.

Michael Robotham zeichnet sich durch absolute Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aus! Zynismus und Sarkasmus heitern die düstere Geschichte genau an den richtigen Stellen auf. Seine Metaphern sind, wie jene von Stephen King, einfach köstlich und so lässt sich ein Lachen teilweise nicht verkneifen.
Dieses Buch hat alles, was ein Psychothriller haben muss! 

Freitag, 17. Oktober 2014

Rachel Klein - The moth diaries - Die Sehnsucht der Falter

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Rachel Klein

Titel: The Moth Diaries - Die Sehnsucht der Falter

OT: The Moth Diaries, 2002

Verlag: Fischer Verlag

ISBN: 978-3-8414-2139-5

Deutsche Erstausgabe: 2002

Seiten: 312

Einband: Klappenbroschur

Genre: Drama, Fantasy



Rebecca geht aufs Internat und schreibt jeden Abend in ihr Tagebuch - zumindest versucht sie, täglich Eintragungen vorzunehmen. Ihr Vater, ein minderbekannter Dichter, ist vor Kurzem gestorben und so kommt es ihrer Mutter ganz recht, dass Rebecca's Ferien vorbei sind.
Rebecca teilt sich das gemeinsame Badezimmer mit ihrer besten Freundin Lucy. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, bis es eines Abends an die Tür klopft und die Schulleiterin Rebecca darum bittet, der neuen Schülerin, Ernessa Block, die das Gelände zu zeigen.
Ernessa und Lucy freunden sich miteinander an und verbringen fast ihre ganze Freizeit zusammen, was Rebecca erst weh tut, dann aber bald wütend macht.

Die Schülerinnen des Internats merken bald, dass mit Ernessa etwas nicht stimmt, sieht man sie doch niemals etwas essen. Sie trinkt einen Kräutertee. Erst wird über Magersucht gemunkelt, doch als sich eine Schülerin aus dem Fenster stürzt, merken sie, dass Ernessa ein Geheimnis hütet.
In einer Nacht erwacht Rebecca und sieht wie Ernessa auf der Dachrinne einen Spaziergang um das Schulgebäude macht. Als sie sich an Ernessa's Zimmerfenster schleicht, sieht es leer und verlassen aus. Seit Jahren verlassen. Dicke Staubschichten und zahlreiche Motten sind zu sehen...

Als Lucy erkrankt, kommt Rebecca langsam hinter Ernessa's Geheimnis. Ein Geheimnis, mit dem sie im Leben nie gerechnet hätte...

The Moth Diaries wurde mit einer brillanten Liliy Cole in der Rolle der Ernessa verfilmt.

The Moth Diaries ist eine schaurig schöne Geschichte, die einem das Leben und die Wirren des Internatlebens näher bringt. Eine Geschichte um Freundschaft und Verrat.

Eines von Rebecca's Schulfächern ist Englische Literaturgeschichte, in der sie folgende Werke lesen, von denen ich die meisten gelesen und für gut befunden habe:
- Sheridan Le Fanu - Carmilla   5/5
- Ramon del Valle-Inclàn - Meine Schwester Antonia
- Marthur Machen - Der grosse Gott Pan
- E. K. Chambers - Der König in Gelb
- Jeremias Gotthelf - Die schwarze Spinne   4/5
- Annette von Droste-Hülshoff - Die Judenbuche   4/5
- A. Blackwood - Der Mann, den die Bäume liebten   4/5
- Saki - Sredni Vashtar   3/5
- Nathaniel Hawthorne - Rappaccinis Tochter

Montag, 13. Oktober 2014

Stephen King - Zwischen Nacht und Dunkel

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Zwischen Nacht und Dunkel

OT: Full Dark, no Stars, 2010

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26699-5

Deutsche Erstausgabe: 2010

Seiten: 527

Einband: Gebunden

Genre: Thriller, Drama, Fantasy

4 Kurzgeschichten zum Thema RACHE


Aus aktuellem Anlass kommt hier meine Meinung zu diesem Kurzgeschichten-Band vom Grossmeister des Horror. Seit letzter Woche kann man die Verfilmung von Eine gute Ehe (A good marriage) nun endlich schauen.
Leider ist der Film (wie so oft - gerade bei King) nicht so gut, wie die Vorlage, aber dennoch sehenswert. ->> Es gibt da weitaus schlechtere King-Verfilmungen... Wir erinnern uns bspw. an "TRUCKS", womit ich wohl die schlechteste aller King-Verfilmungen genannt habe... 


1922

11. April 1930, Hotel Magnolia, Omaha, Nebraska. Wilfred Leland James schreibt in einem Brief sein Geständnis über den Mord an seiner Frau, Christina Winter James im Jahre 1922. Da er seinen Sohn über zwei Monate hinweg quasi einer Gehirnwäsche unterzogen hatte, half der damals 14-jährige Junge seinem Vater bei der Tat. 
Grund für den Mord waren 40 Hektar gutes Land in Hemingford Home (erinnern wir uns da nicht an The Stand?), dass seine Frau geerbt hatte, aber nicht behalten wollte, da sie sich mit dem Leben als Farmersfrau nie arrangieren konnte. Wilfred versuchte alles, um an das Land zu kommen, welches er gerne seiner eigenen Farm zugeschlagen hätte. Seine Frau jedoch blieb hart. Die Ehe kriselte zunehmend, bis Wilfred der Gedanke kam, er könnte ja seine Frau ermorden und so die 40 Hektar erben...
King gewährt dem Leser Einblick in die Gedanken Wilfred's, die erst harmloser Natur sind, dann aber in puren Wahnsinn umschlagen. Wahnsinn aus Gier.
Dann erfahren wir noch das tragische Schicksal der Kuh Elpis... v_v

1922 ist sowohl spannend als auch eindrücklich! 5/5


Big Driver

Tess, eine Altfrauen-Krimi-Schriftstellerin, wird als Ersatz zu einer Lesung eingeladen, weil eine bessere Autorin abgesagt hatte. Obschon sie gar keine Lust darauf hat, geht sie hin. Die nette Dame vor Ort erzählt ihr von einer Abkürzung, die sie für den Heimweg nehmen kann, was Tess auch tut. Sie kann ja nicht ahnen, dass Nägel und Bretter auf der Strasse liegen, die einen der Reifen ihres Autos platzen lassen. Auch ahnt sie nichts von Big Driver, dem Hünen, der anhält und ihr seine Hilfe anbietet. Big Driver's Hilfe besteht darin, Tess halb bewusstlos zu schlagen, sie zu vergewaltigen und schliesslich ihren tot geglaubten Körper in einem Wellblechrohr zu entsorgen. 
Tess kommt zu sich, im Wasser liegend und in Gesellschaft weiblicher Leichen...
Tess kann entkommen. Irgendwann schlagen Demut, Verfolgungswahn und Angst in Hass um und sie beschliesst, Rache zu nehmen. Blutrache. 

Big Driver ist perfekt durchdacht. Wie die einzelnen Figuren miteinander verstrickt und/oder verwandt sind ist ein Geniestreich! Dem Magazin Inside View aus Nightflier wird auch noch kurz Beachtung geschenkt ^_^ 5/5


Faire Verlängerung

In Faire Verlängerung erfahren wir die Geschichte von Streeter, der von Krebs zerfressen bereits dem Tode geweiht ist. Eines Tages trifft er auf der Harris Avenue Extension auf den Stand von George Elvid. Der mit folgendem Spruch wirbt: Faire Verlängerung - fairer Preis
Streeter kommt mit George ins Gespräch, tut diesen aber erst als Spinner ab. Da er, angesichts seiner Krankheit, aber nichts zu verlieren hat, beschliesst er auf den merkwürdigen Handel einzugehen. 
Der Handel sieht vor, dass Streeter's eigenes Unglück jemand anderem widerfährt. "Sie müssen jemand anderen ins Unglück stürzen, damit das Unglück von Ihnen genommen werden kann."
"Vermutlich hasse ich Tom Goodhugh." Tom ist eigentlich Streeter's bester Freund. Allerdings hat dieser alles erreicht und führt das perfekte Leben, welches eigentlich Streeter hätte vergönnt sein sollen. Getrieben von Unglück, Trübsal und Neid entscheidet sich Streeter schliesslich dafür, Tom ins Unglück zu stürzen... Wer hätte denn auch mit dem drohenden Unheil und den Folgen rechnen können?

Eine Geschichte um Missgunst und um die Kehrseite der Medaille. Einzigartig! 5/5


Eine gute Ehe

Filmposter zu Eine gute Ehe
Bob und Darcellen "Darcy" Anderson führen die perfekte Ehe. Sie leben in einer heilen Welt ihr perfektes Leben und glauben, dass es immer so sein würde...
In einer regnerischen Nacht, als Bob auf Geschäftsreise ist, geht Darcy in die Garage, um neue Batterien für die Fernbedienung zu holen. Diese kleine, alltägliche Begebenheit wirft sie schliesslich tief in einen Abgrund, aus dem sie nicht mehr herauskommen soll... Zufällig findet sie Hinweise darauf, dass ihr Mann, der perfekte Bob Anderson, liebender Ehemann und Vater, der Serienkiller Beadie sein muss.
Als der erste Schock überwunden ist, widmet Darcy sich dem Internet und googelt die Beadie-Morde. Schlagartig wird ihr bewusst, dass ihr Ehemann zwei Gesichter hat und es keine andere Möglichkeit gibt, ihr Mann, Bob Anderson, ist der Serienkiller BEADIE.
"Seine Geistesgestörtheit glich einem unterirdischen See, über dem eine Felsschicht und eine Humusdecke lagen, auf der Blumen wuchsen."
Als Bob nach hause kommt, weiss er Bescheid, denn er prüft jeden Tag den Verlauf auf Darcy's Computer. Er stellt sie zur Rede. Ausflüchte bringen nichts. Er weiss, dass sie es weiss...
Aber Bob und Darcy wären ja nicht das perfekte Paar, wenn sie sich durch eine so nichtige Sache, wie ein paar Morden, aus dem Konzept bringen liessen - und so beginnt das Katz-und-Maus-Spiel bis schliesslich einer verliert und keiner gewinnt...

Wenn Gillian Flynn diese Geschichte gelesen hat, dann wissen wir, woher die Idee zu Gone Girl unter Anderem kam... Eine fabelhafte Erzählung um die Kraft der Liebe und die Macht der Rache. 5/5



Mittwoch, 8. Oktober 2014

James Carol - Broken Dolls


Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Carol, James

Titel: Broken Dolls, 2014

OT: Broken Dolls, 2014

Verlag: dtv

ISBN: 978-3-423-21550-3

Deutsche Erstausgabe 11/14

Erscheint im November 2014

Seiten: 381

Einband: Kartoniert

Genre: Thriller

Ähnliche Titel: Das Schweigen der Lämmer


Profiler Jefferson Winter sieht sich mit einem grausamen Täter konfrontiert, der seine Opfer einer Lobotomie unterzieht und sie so aus dem Leben stösst... Vier Frauen sind dem Täter schon in die Hände gefallen und nun ist eine fünfte Frau verschwunden...

James Carol erschafft mit der Figur Jefferson Winter, einen hochintelligenten, eigenwilligen und recht zynischen Profiler, welcher der Sohn eines Serienkillers und somit von seinen ganz eigenen Dämonen verfolgt ist.
Auch die weiteren Figuren, teilweise zwar klischeehaft, sind genial und geradezu passend!
Über zwei Seiten hinweg wird beschrieben, wie eine Lobotomie durchzuführen ist und welche Utensilien dazu von Nöten sind.
Die Spannung wird durch das gesamte Buch aufrecht erhalten. Rachel Morris verabredet sich ganz klischeegetreu mit einem Typen, den sie im Internet - schlimmer noch in einem Chatroom - kennengelernt hat und findet sich dann in einem kargen Raum vor, in welchem sie fortan Folter und Qualen ausgesetzt ist. Rachel's Vater, Donald Cole, ein Paradebeispiel für das Klischee vom Tellerwäscher, der zum Millionär wird, setzt Alles daran, seine Tochter lebendig zurückzubekommen und kommt den beiden Ermittlern erstmal in die Quere...
Teilweise fühlt man sich an Das Schweigen der Lämmer und Psycho erinnert, aber in positivem Sinne.

Broken Dolls ist mein Thriller-Favorit im Herbst 2014!

Auszug aus Kapitel 17
"Bei der Lobotomie werden Verbindungen des präfrontalen Cortex zum restlichen Gehirn durchtrennt. Dieser Teil des Gehirns hat mit unserer Persönlichkeit und dem Treffen von Entscheidungen zu tun. Unter anderem ermöglicht er uns, zwischen widersprüchlichen Gedanken zu unterscheiden (...). Durch eine Lobotomie zerstören Sie im Grunde die Persönlichkeit eines Menschen. Sie nehmen ihm seine Seele (...).
Dann haben Sie es mit einer transorbitalen Lobotomie zu tun, besser bekannt als Eispickellobotomie. Dieses Verfahren wurde Mitte der vierziger Jahre von Walter Freeman mit Hilfe eines Eispickels und einer Grapefruit entwickelt, daher der Name. Dabei wird das obere Augenlid angehoben und ein dünnes chirurgisches Instrument namens Orbitoklast bis zur Augenhöhle eingeführt. Mit einem kleinen Hammer wird das Instrument anschliessend durch den dünnen Knochen der Augenhöhle und in das Gehirn getrieben und dort in verschiedenen Tiefen hin und her bewegt. Dadurch wird Gehirngewebe zerstört. Anschliessend wir der Orbitoklast in die andere Augenhöhle eingeführt und die Prozedur wiederholt."

Montag, 6. Oktober 2014

Stewart O'Nan - Das Glück der anderen

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: O'Nan, Stewart

Titel: Das Glück der anderen

OT: A prayer for the dying, 1999

Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3-499-23430-9

Deutsche Erstausgabe 2001

Seiten: 220

Einband: Taschenbuch

Genre: Drama

Ähnliche Titel:


Stewart O'Nan... ein Name, der Vielen seit Langem geläufig ist. So auch mir. Allerdings hatte ich noch nie das Bedürfnis verspürt, etwas von ihm lesen zu wollen.
Das Schicksal wollte es so, dass ich eine Doku über STEPHEN KING schaute, in der auch Stewart O'Nan, da langjährig Freund King's, interviewt worden ist. O'Nan kam so sympathisch daher, dass ich fand, von diesem Mann muss ich etwas lesen.
Bei uns in der Bestsellerwand standen Die Chance und Emily allein. Da mich an Die Chance einzig die Niagarafälle interessierten und mich bei Emily allein bereits die ersten paar Sätze abschreckten, griff ich zu einem älteren Titel, dessen Thematik wie für mich geschaffen schien: Der Ausbruch eines Seuche in einer amerikanischen Kleinstadt.
Das perfekte Buch also, zur derzeit wütenden EBOLA-Epedemie, nicht?

Geschrieben ist es recht eigenwillig. Der Leser fühlt sich in Sheriff Jacob Hansen hineinversetzt, da es bis zur letzten Seite immer heisst "Du machst... Dir gefällt..."
Wie jede Geschichte um Seuchen, beginnt auch diese recht idyllisch. Es wird ein Leichnam entdeckt. Der Sheriff bringt diesen zum Doktor und schon steht fest, dass es sich um eine Seuche handeln muss. Jacob's Frau möchte mit ihm und der gemeinsamen Tochter in die Stadt fliehen. Jacob verneint, da er als Sheriff, Pastor und Leichenbestatter fungiert und seine Pflichten stets erfüllt hat. Seine Frau bleibt bei ihm. Schliesslich erkrankt die Tochter...

Die Zahl der Toten wächst dramatisch, was zu einer Massenhysterie führt. Der Mensch ist nicht mehr in der Lage klar zu denken und gibt sich blind für alles um ihn herum seinem Selbsterhaltungstrieb hin.
Wir erinnern uns an Stephen King's The Stand - Das letzte Gefecht, wo ein infizierter Wissenschaftler, samt infizierter Familie flieht und das Virus so durch ein paar Staaten der USA schleppt...

Jacob muss sich schliesslich zwischen seinem Glück und dem Wohl der Gemeinschaft entscheiden, was einem so pflichtbewussten Menschen nicht gerade leicht fällt...

Stewart O'Nan hat keinen aussergewöhnlichen Roman geschaffen. Er ist auch nicht "Absolut unvergesslich", wie er von der Zeitschrift Brigitte gelobt wurde (gut, in wie weit eine solche Zeitschrift als Raster des guten Geschmacks dienen soll, sei dahin gestellt). Das Glück der anderen ist ein Roman unter vielen. Möglicherweise liegt es an der eigenwilligen Erzählform, dass ich mit den Figuren einfach nicht warm geworden bin.
Die Verzweiflung der Dorfbewohner hätte auch etwas markanter beschrieben werden können. Dennoch hält man ein sehr interessantes Buch in den Händen, welches wohl das beste unter O'Nan's Büchern ist.
Wer einen O'Nan lesen möchte, sollte damit anfangen oder mit Engel im Schnee. Aber man verpasst nichts, wenn man es nicht liest.

Die 3 Sterne gibt es für die eigenwillige Erzählweise, für das aufkommende Elend in einer Zeit, in der man noch mit Pferd und Wagen unterwegs war.

Sonntag, 21. September 2014

Keigo Higashino - Verdächtige Geliebte

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Keigo Higashino

Titel: Verdächtige Geliebte

OT: 贈議者Xの献身 (YogishaXnokenshin), 2005

Verlag: Piper

ISBN: 978-3-492-30355-2

Deutsche Erstausgabe: 2012

Seiten: 319

Einband: Taschenbuch

Genre: Krimi, Drama

Dazu passt: Higashino - Heilige Mörderin, Böse Absichten


Als ein Mensch, der keine Krimis liest, ja diese immerzu als "langweilig" abtat, scheint es einer Grosstat gleich, einen Krimi von Anfang bis Schluss durchgelesen zu haben.
Im Fall von Keigo Higashino's Verdächtige Geliebte fiel mir das allerdings nicht schwer:

Yasuko, die mit ihrer Tochter getrennt von ihrem Ex-Mann lebt, bekommt von diesem einen letzten Besuch abgestattet, den er nicht überleben wird. Kaum hat sie ihren Ex-Mann stranguliert, klingelt es an der Haustür. Ihr Nachbar, der Mathematiker Ishigami, steht vor der Tür und fragt, ob alles in Ordnung sei. Kaum ist er wieder in seine Wohnung zurückgekehrt, klingelt bei Yasuko das Telefon. Ishigami bietet ihr seine Hilfe an, um sich dem, in ihrer Wohnung befindlichen, Leichnam zu entledigen.
Ishigami kreiert das perfekte Alibi, welches die ermittelnden Polizisten stetig auf Holzwege und zahlreiche Rätsel führt. Ishigami's Plan wäre perfekt, gäbe es da nicht den Physiker, und ehemaligen Kommilitonen, Yukawa, der seinem Freund bei der Polizei schon in zahlreichen Fällen mit gutem Rat zur Seite stand und es auch bei diesem Fall wieder tun wird...

Dieser Krimi ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite spannend! Man fiebert mit Ishigami und Yasuko mit und fragt sich stetig, wie Ishigami das perfekte Alibi kreieren konnte.
Des Rätsel's Lösung erfahren wir kurz vor Schluss des Buches von Yukawa.
Higashino versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Sprachlich japanisch, eine Geschichte, die genial durchdacht ist und lebendige Figuren, deren Geschichte einem nicht mehr loslässt.

Der Krimi bietet ein derart überraschendes Ende, dass er allein dafür fünf Sterne verdient hat!

Einer meiner Arbeitskollegen hat bei einer Rezension einmal gesagt, "Ich empfehle dieses Buch jemandem wie mir...". Diesem Zitat bediene ich mich nun, indem ich sage: Ich empfehle dieses Buch, jemandem wie mir, der eigentlich keine Krimis liest. ^_^



Montag, 15. September 2014

Kati Hiekkapelto - Kolibri


Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Hiekkapelto, Kati

Titel: Kolibri, 2014

OT: Kolibri, 2013

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-26936-1

Deutsche Erstausgabe 09/14

Seiten: 461

Einband: Klappenbroschur

Genre: Thriller

Ähnliche Titel:


Anna beginnt ihren neuen Job als Polizistin und bekommt natürlich den recht patriotischen Esko als Partner zugeteilt. Anna, die in Ungarn geboren und als Kind nach Finnland gekommen war, ist Esko aufgrund ihrer Nationalität ein Dorn im Auge und hat nebst dem komplizierten Fall auch noch mit seinen rassistischen Äusserungen zu kämpfen.
Derweil werden Jogger mittels Schrotflinte im Mantel der Nacht von einem Irrsinnigen mittels Schrotflinte niedergestreckt...

Kati Hiekkapelto's Erstling ist, durch die Ermittlerin mit Migrationshintergrund, sehr zeitgemäss. In einigen Kapiteln wird Bezug zu Anna's Vergangenheit und dem beschwerlichen Leben als Migrantin in Finnland genommen, was meiner Meinung nach sehr interessant, aber nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Die Spannung flacht gegen Mitte des Buches etwas ab, fängt sich aber wieder.
Fazit: Ein gelungener Thriller aus Finnland, den ich gerne weiterempfehlen werde.

Freitag, 12. September 2014

An den Herrn CAPUS

Auslöser für diesen Eintrag ist der nachfolgende Post auf Facebook vom Autoren Alex Der Rächer Capus:


Sehr geehrter Herr Capus

Sie wohnen also seit bald 50 Jahren in dieser Buchhandlung in Olten. Erstens würde mich interessieren, ob Sie für dieses interessante Domizil Miete entrichten müssen? Denn ich spiele seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, in eine Buchhandlung zu ziehen und hätte gerne eine Auskunft über Mietpreise und Auflagen. (Bitte nehmen Sie doch diesbezüglich Kontakt mit mir auf - via Facebook, da Sie damit ja bestens vertraut sind. Vielen Dank)
Wie haben Sie den Umbau der Buchhandlung erlebt? Waren die Bauarbeiten nicht störend? 

Als Sie also Ihr bestelltes Buch abholen wollten, und die AUSZUBILDENDE Sie nach Ihrem Namen gefragt hat, galt da nicht Ihr erster Gedanke der "versteckten Kamera"? 
Sie haben dann realisiert, dass es diese Kamera nicht gibt. Haben Sie da nicht Alles nochmals revue passieren lassen, auf der verzweifelten Suche nach der Titelmelodie von TWILIGHT ZONE und der Ansage Rod Sterlings? Schliesslich müssen Sie sich gedacht haben, dass Sie sich nun in einer schlechten Episode eben dieser Fernsehserie befinden können, denn sonst erkennt man Sie ja auch immer und überall, ähnlich wie Obama, Bush, Schwarzenegger, Clinton, Homer Simpson... 

Lieber Herr Capus, als ich Ihren Post, den Sie unmittelbar nach der Tatzeit via Facebook verbreitet haben, gelesen habe, dachte ich erst an Carl Weathers in der Rolle des Apollo Creed im ersten Rocky Film, den Sie bestimmt auch schon einmal gesehen haben. Nach dem Apollo gegen Rocky verloren hat, erhält er eine Art Fanpost, in der da steht: "Sie sind eine Flasche! Hängen Sie sich auf!"
Nun, wer mich kennt, weiss, dass ich zu solchen Gedanken gar nicht in der Lage bin. Haben Sie ein Schwein! ^_^
Bei mir werden Sie, neben den von Ihnen geschriebenen Büchern, eine Reclam-Ausgabe von Bradbury's FAHRENHEIT 451 vorfinden. Hat nicht erst kürzlich Jemand, Ihre Bücher verbrannt, weil Sie wieder Ihren geistigen Dünnschiss, in Ihrer Kolumne, aus den fauligen Gedärmen pressen mussten?

So überlegte ich mir, wie verbittert ein Mensch doch sein muss, um eine Auszubildende auf Facebook so blosszustellen. Jedenfalls sind Sie jetzt (wieder) in aller Munde. Freuen Sie sich darüber. 

Als ich Ihr Facebook-Profil besucht habe, waren unter Ihrem Post über Ihre Lernfelder bereits 335 Kommentare. Bei manchen musste ich mich fragen, ob Ihr Schliessmuskel noch nicht zerrissen ist, da einige Menschen da rein kriechen wollten - oder gar gekrochen sind. 
Der N.U. vertritt eine nette Meinung. "Bei der Buchhändlerin ist es etwas, das zu Beruf gehört!", schreit er. Während meiner Ausbildung gehörte es noch nicht dazu, Fotos von irgendwelchen Cervelat-Promis und deren Namen einzustudieren. Es wäre auch ein bisschen schwierig, angesichts der enormen Zahl all derer, die sich heutzutage "Autor" schimpfen. Nicht? 
So auch Ihr Kollege Lappert. Sollte der sich mal zu uns trauen, werde ich Ihn ganz bewusst nach dem Namen fragen und ihn diesen eventuell sogar buchstabieren lassen. Bei Ihnen käme mir wohl gar über die Lippen, dass Sie sich doch bitte an eine VERKÄUFERIN wenden mögen, da unsere Berufsbezeichnung nunmal BUCHHÄNDLER ist. Finden Sie sich damit ab. 

Man hat Ihnen doch bereits vorgeschlagen, nach Frankreich abzuhauen, wenn es Ihnen hier nicht passt. Zumindest wurde mir das von Lesern Ihrer Kolumne berichtet. 
Wenn Sie so weiter machen, dürfen Sie sich bestimmt bald ins Exil dorthin verfügen. 

Die Erwähnung von Amazon war allerdings ein Geniestreich! Das muss man Ihnen lassen! Sie wissen genau wann und wo der Dolch anzusetzen ist. I'm impressed! 
Die Auszubildende ist sicher froh darüber, wenn Sie künftig Amazon aufsuchen werden bzw. würden. Finden Sie nicht auch, dass Sie morgen in den Laden gehen und sich bei dem Mädchen entschuldigen sollten? 











Dienstag, 9. September 2014

Stephen King - Joyland

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Joyland

OT: Joyland, 2013

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26872-2

Deutsche Erstausgabe: 2013

Seiten: 351

Einband: Gebunden

Genre: Lebensereignis, Drama

Ähnliche Titel: REVIVAL


Joyland stand seit Erscheinungsdatum eingeschweisst und unbeachtet im Regal. Bis heute.
Es wurden zahlreiche negative Kritiken geäussert, ja teilweise erinnert es geradezu an eine Hexenjagd... Mir stellt sich die Frage nach dem Grund...

Meiner Meinung nach, hat jeder, der den Titel als schlecht bewertet hat, einfach nichts verstanden. Punkt.

Stephen King hat einen wunderbaren Roman verfasst, bei dem man aufgrund von Devin's Sprüchen und dem Wesen der Schausteller viel zu lachen hat. Wir haben am Rande einen Krimi laufen, der aufgelöst wird und sehen uns mit zahlreichen Schicksalen konfrontiert und sehen dem Park beim altern zu...
Auf Seite 349 zeigt sich uns die verzerrte Fratze des Schicksals. Der Wandel der Zeit. Worüber ich lange nachdenken musste.
Nach der letzten Seite habe ich das Buch zugeklappt, doch etwas blieb. Der bittere Nachgeschmack von Wahrheit und Realität. JOYland hat mich in einer depressiven Stimmung zurückgelassen...
(Der Titel ist absichtlich so gewählt, da bei King ja nichts ein gutes Ende nimmt...)

Der mittlerweile 63-jährige Devin erzählt uns von einem Jahr aus seinem Leben, auch bekannt als sein bester Sommer. Damals war er Student und wollte für drei Monate auf dem Rummel arbeiten, um ein bisschen Geld zu verdienen. Schliesslich wird er recht übel von seiner Freundin verlassen, die der Leser nicht wirklich mögen kann, und beschliesst nach einer Festanstellung zu fragen, die er auch bekommt.
Er erfährt, dass in der Geisterbahn der Geist einer ermordeten Frau spuken soll, der die Kehle durchgeschnitten und deren Mörder nie gefasst wurde.
Devin und seine Freunde stellen Nachforschungen an und entdecken Sachen, welche der Polizei nicht aufgefallen waren... damals.
Eines Tages trifft er am Strand auf den kleinen Mike, der im Rollstuhl sitzt und dessen Mutter Annie, die Devin erst nicht leiden kann. Aber wie das oft so ist, entwickelt sich zwischen den Beiden eine Liebesgeschichte...
Wir erfahren von Annie's Vergangenheit und der verstummten Beziehung zu ihrem Vater. Wir haben Einblick ins Schausteller-Gewerbe und treffen sogar auf Reverend Caine aus Poltergeist, den King als Besitzer des Joyland vorstellt. Na ja, zumindest hat mich dessen Beschreibung and Caine erinnert -_^

Der Showdown findet während eines wütenden Hurricanes auf dem Gelände des Joyland statt. Die Stimmung ist atemberaubend und so temporeich, wie die tobenden Windböen!

Stephen King - Creepshow Comic

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Zeichner: Berni Wrightson

Titel: Creepshow

OT: Creepshow, 1982

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-404-71202-1

Deutsche Erstausgabe: 1989

Einband: Comic - Kartoniert

Genre: Horror





Obschon ich zu der Gattung Mensch gehöre, die kein Interesse an Comics hat und noch nie gehabt hat, gehört eine Erstauflage von Stephen King's Creepshow einfach in die Sammlung.

Nach jahrelanger und fast schon zermürbender Suche, habe ich diese Ausgabe gefunden, bestellt und heute erhalten - und bereits gelesen.
Es handelt sich um die deutsche Erstausgabe von 1989, welche aussieht, als wäre sie erst gedruckt worden. Einzig die Preise in Schilling und DM lassen ihr Alter erahnen. -_^

Die Zeichnungen stammen von Berni Wrightson, dessen Name mir überhaupt nichts sagt. Jedenfalls hat er ganze Arbeit geleistet. Der Comic basiert auf der Verfilmung von George A. Romero, weshalb man sich gleich wie im Film fühlt.
Wie so Manches vom König des Horror, lädt auch dieser Comic zum Schmunzeln ein.

Um ehrlich zu sein, man kann auch überleben, ohne ein solches Exemplar sein Eigen zu nennen, aber wenn man schon von einer vollständigen King-Sammlung (streng limitierte Sonderausgaben etc ausgenommen) gehört dieses Schmuckstück einfach dazu.
Ein weiterer Gegenstand, der sein Dasein nun im Regal fristen, Staub ansetzen und mich höchstwahrscheinlich überleben wird... Ganz schön tragisch, nicht?

Sonntag, 7. September 2014

Stephen King - Mr. Mercedes

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Mr. Mercedes

OT: Mr. Mercedes, 2014

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 978-3-453-26941-5

Deutsche Erstausgabe: 2014

Seiten: 591

Einband: Gebunden

Genre: Krimi

Fortsetzung: Finderlohn



Wer glaubt, mit Mr. Mercedes einen Horrortitel in den Händen zu halten, irrt sich. Ich schliesse mich der Meinung Vieler an, und sage, dass das Cover schlecht gewählt ist, lässt es doch Horror vermuten. Bei Mr. Mercedes handelt es sich um einen gut durchdachten Krimi, der teilweise so sarkastisch, bitterböse und herrlich dumm ist, dass einem die Tränen in die Augen steigen und man laut lachen muss.
Wir konnten bspw. unseren Wortschatz erweitern, in dem wir gelernt haben, dass ein Sitzkissen auch ARSCHPARKPLATZ heissen kann -_^

Zum Buch
Wir befinden uns in einer Schlange aus Arbeitslosen, und stehen beim Jobcenter an, um eventuell einen neuen Job - wenn auch nur als Hilfsarbeiter - zu bekommen. Unter uns befindet sich eine Frau mit Baby, die in wenigen Minuten samt Kind sterben wird - überfahren von Brady, der mit dem geklauten Mercedes ein Massaker anrichtet und 8 Menschen ins Jenseits befördert. Wo so manch anderer Autor (Jack Ketchum ausgenommen) diesen kleinen und sabbernden Menschen verschont hätte, lässt King das Baby überfahren. ^_^

Bill Hodges - Detective i.R. erhält einen Brief vom sogenannten Mercedes Killer, in dem er quasi dazu provoziert wird, sich von seinem tristen dasein zu lösen. Hodges hat sich Übergewicht angefressen - oder "angebaut" wie es ihm Buch ausgedrückt wird und verbringt seinen Alltag essend und schlafend vor der Glotze - was ja in Ordnung wäre, wenn man ihn als Schlachtvieh halten würde...
Mit der Hilfe vom Nachbarsjungen Jerome macht er sich auf die Suche nach der wahren Identität des Mercedes Killers. Während der Leser von Anfang an weiss, dass es sich um den netten Eismann handelt, tappt Hodges eine lange, lange, sehr lange Zeit im Dunkeln.

King gewährt uns Einblick ins Brady's Psychose, welche, ähnlich wie bei Annie Wilkes in "Sie", immer tiefer in den Abgrund rutscht und lässt uns an seinen Tagträumen und Fantasien teilhaben.
Dass Brady nicht alle Tasse im Schrank hat, ja dessen Schrank völlig ausgeräumt und bereits zu Staub zerfallen ist, zeigt sich bspw. darin, dass er sich übers ganz Buch hindurch immer mal wieder über Jeromes Familie aufregt. Es handelt sich um Afroamerikaner, die allesamt "weisse" Namen haben - "bis auf den Hund, der hat einen Niggernamen: Odell". Brady ist fassungslos darüber und steigert sich völlig hinein, nahezu jedes Mal, wenn er Jerome oder dessen Schwester oder den Hund sieht.

Obschon ich persönlich keine Krimis mag, habe ich dieses Buch in einem Tag verschlungen! Es lag wohl an King's unverkennbaren Stil, an seinen lebendigen Charakteren, mit denen man gleich zu Beginn mitfiebert und sich in sie hineinversetzen kann und nicht zu letzt an der dazugehörigen Prise Sarkasmus.

Lesen die Layouter, die fürs Buchcover verantwortlich sind, die Bücher eigentlich? Wissen sie um deren Inhalt Bescheid? Ich glaube kaum. Denn anders lässt sich die Verfehlung beim Cover nicht erklären. Als handelte es sich um eine seichte Horrorlektüre...

DER KÖNIG DES HORRORS = STEPHEN KING

Gestern, genauso wie heute, genauso wie morgen...

Dies möchte ich an dieser Stelle erwähnt haben, da ich vermehrt zu hören/lesen bekomme, King hätte ausgedient. So las ich bspw. heute Vormittag auf Facebook (welcher Dämon der Hölle hat dich nur in seinem Zorn erschaffen...), dass Jemand die Unverfrorenheit besessen hatte, folgendes zu schreiben: "Stephen King ist längst nicht mehr der König des Horror - da gibt es Bessere."
Dann musste ich mir gestern anhören, dass King-Fans ihn nicht mehr lesen, weil er nicht mehr gut ist.  Und das kam von Jemandem, der in all den Tagen, die sein mit Fleisch überzogenes Gerippe auf Erden wandelt, noch nie ein Buch vom König gelesen hat. Banausen.
Da tat sich doch der finstere Himmel auf, als ein Mensch (mit beachtlich grosser Ahnung von Literatur), von dem ich es nie gedacht hätte, Lichtstrahlen ins Dunkel schickte, in dem sie meinte, King könne eben schon gut schreiben.
Stephen King war es, der das Zeitalter des Horrorgenre eingeläutet hat. Natürlich gab es vor seiner Zeit bereits Schriftsteller, die sich diesem Bereich widmeten - an der Stelle machen wir eine kurze Pause um dem verehrten H.P. Lovecraft zu huldigen -, doch vermochten diese nicht zu tun, was King geschafft hat... Wer gerne mehr über den König des Horror erfahren möchte, solle sich doch bitte dessen Websites oder Biografien widmen.
Abschliessend sei erwähnt, dass ihm der Titel KING OF HORROR niemals aberkannt werden kann - selbst dann nicht, wenn er sich entscheiden sollte, Romane à la Rosamunde Pilcher zu schreiben, denn was er geschaffen hat, bleibt bestehen. Punkt.




Stephen King - Sprengstoff

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Titel: Sprengstoff

OT: Roadwork, 1981

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe von 1987
ISBN: 978-3-453-02375-8
neue Ausgabe
ISBN: 978-3-453-43690-9

Deutsche Erstausgabe: 1987

Seiten: 343

Einband: Kartoniert

Genre: Krimi



Irgendwie bin ich mit diesem Buch einfach nicht warm geworden. Die Figuren liessen mich kalt und die Story erschien mir teilweise recht schleierhaft.

Die zwei Sterne gibt es für die wunderbaren Aufeinandertreffen zwischen Bart Dawes und Magliore. Ebenso für die Geschichte, die Magliore Dawes erzählt, über einen braven Hund, der den ganzen Sommer in der Sonne steht, irgendwann nicht mehr wedelt, dann die Augen verdreht, bis er eines Tages zu knurren beginnt und wenige Tage später ein Kind anfällt. Wunderbar herrlich in alter King-Manier geschrieben ^_^

Barton Dawes arbeitet als Geschäftsführer in der BLUE RIBBON Wäscherei, welche wir aus THE MANGLER kennen und so habe ich mich darüber gefreut, ein altbekanntes "Gesicht" wieder zu sehen.
Dawes verfällt mehr und mehr dem Wahnsinn und wird von Albträumen heimgesucht - nach der Hundegeschichte, träumt er des öfteren von diesem Hund...
Er kündigt seinen Job, da die Wäscherei seiner Meinung nach ohnehin keine Zukunft mehr hat, aufgrund des Baus einer Autobahn abgerissen werden soll - sowie sein Haus, welches dem Bau der Autobahn ebenfalls im Wege steht.
Dawes kündigt also seinen Job, nachdem tragischen Unfalltod eines langjährigen Mitarbeiters, der auf den Namen Johnny Walker hört *hust*. Wieso er genau zu dem Zeitpunkt kündigt versteht er selber nicht so ganz.
Jedenfalls hat er sich bereits Waffen besorgt und rechnet fest damit, dass Magliore ihm den nötigen SPRENGSTOFF besorgen wird, den er braucht um die Autobahn in die Luft zu jagen...

Das Buch hat mich vor Jahren schon nicht gepackt gehabt und heute, rund 12 Jahre später, ist es nicht anders. Immerhin habe ich es heute fertig gelesen -_^

Freitag, 5. September 2014

Stephen King - Menschenjagd

Meine Wertung:
★★★★★ 5/5

Autor: Stephen King (als Richard Bachman)

Titel: Menschenjagd

OT: Running Man, 1982

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe 1986
ISBN: 978-3-453-02291-1
aktuelle Ausgabe
ISBN: 978-3-453-43580-3

Deutsche Erstausgabe: 1986

Seiten: 253

Einband: Kartoniert

Genre: Sci-Fi



Ähnliche Titel: Soylent Green, 1984


Die Regeln sind einfach: Der Spieler erhält vor Beginn des Spiels Geld und einen 12-stündigen Vorsprung. Schliesslich wird er von Kameras verfolgt und von einer Truppe bereitwilliger Jäger gejagt und bestenfalls getötet.

Bestimmt hat jeder Mensch meiner Generation die Verfilmung, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, schon einmal gesehen. Wer dazu noch das Buch gelesen hat, wird sich, wie ich, fragen, wie man von diesem Buch auf eben diesen Film kommen konnte. Die Gemeinsamkeiten sind, wie so oft, rar. Die Hauptfigur trägt den Namen Ben Richards, die Sendung heisst Running Man resp. Menschenjagd und der TV-Gott heisst Killian.

Mir gefällt der Film trotzdem nach wie vor. Nostalgie und Charme der 80er Jahre, mit einem witzigen Arnold Schwarzenegger. -_^

Das Buch ist, wie so viele Sci-Fi-Bücher, ein Blick in eine mögliche Zukunft. Das Jahr 2025. Die Weltwirtschaft ist zusammengebrochen. Nahrung ist Mangelware. Wir sehen uns an Soylent Green erinnert. Die einstige Demokratie existiert nicht mehr.
Der Besitz eines Free-Vee-Fernsehers ist Gesetzt, ähnlich wie damals jeder Haushalt Mein Kampf als Standardwerk im Bücherregal stehen haben musste. 24h lang wird Reality TV gezeigt, diverse Shows, in denen Menschen sich für Geld foltern lassen.
Ben Richards, im Buch ein Familienvater, der Geld benötigt, um Medizin für sein krankes Kind kaufen zu können, lebt in den Slums von Co-Op-City. Die Luftverpestung ist so stark, wie noch nie. Die häufigste Todesursache ist "Asthma" bzw. Lungenkrebs.
Das Fernsehen soll die Bürger vom Nachdenken abhalten. Während sich die Reichen Nasenluftfilter leisten können, sterben in den Slums sogar Babies and Lungenkrebs.

Ben Richards bewirbt sich beim Sender und wird prompt für die beliebteste und grösste Sendung ausgewählt: Menschenjagd.ng. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Jagd auf ihn eröffnet. Für jeden Tag, den er durchhält, bekommt seine Frau einen Geldbetrag ausbezahlt, für jeden Polizisten, Jäger etc, den er umbringt, erhält sie ebenfalls Geld.

Die im Film genannten Jäger, Dynamo, Sub-Zero, Buzz-Saw existieren im Buch nicht. Auch der recht amüsante Captain Freedom ist nicht vorhanden. Jäger sind gewöhnliche Menschen, die Geld für Hinweise über Richards Aufenthaltsort erhalten. Für seinen Tod gibt es ebenfalls Geld.

Die Figur Ben Richards ist an Sarkasmus nicht zu überbieten. Was habe ich über dessen total bescheuerte Sprüche lachen müssen.

Die 253 Seiten sind durchweg spannend und der Schluss ist eine Meisterleistung!

King hat den Roman innerhalb von 72 Stunden geschrieben, wofür er die 5/5 Punkten redlich verdient hat.
Inspiriert wurde er möglicherweise von Sheckleys Kurzgeschichte "The prize of Peril", welche als "Das Millionenspiel" verfilmt wurde. Bei uns wurde der Film vom WDR ausgestrahlt. Der Sender erhielt daraufhin Anfragen von Zuschauern, die sich als Jäger und sowohl auch als Gejagte bewerben wollten, da sie die Sendung für real hielten. Erinnert uns das nicht ein klein wenig, an das Hörspiel von Orson Wells? -_^

King selbst, findet die Verfilmung "ganz nett", aber "sein Film" ist es nicht.
Dies könnte daran liegen, dass einmal mehr ein liebender Familienvater, zu einem gefühlskalten Schlächter gemacht wurde - wie etwa in Kubrick's Shining.

Montag, 1. September 2014

Thomas Montasser - Ein ganz besonderes Jahr

Meine Wertung:
★★★★☆ 4/5

Autor: Montasser, Thomas

Titel: Ein ganz besonderes Jahr

OT: -

Verlag: Thiele

ISBN: 978-3-85179-305-5

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 188

Einband: Gebunden

Genre: Buchhändlerroman

Ähnliche Titel: -


Ein kleines unscheinbares Buch mit einem grässlichen Cover, das so gar nicht zum Inhalt passt, und so einmal mehr die Frage nach den Gedanken der Damen und Herren Umgschlagsgestaltung aufkommt... Da noch immer zu viele Menschen zu grossen Wert auf das Buchcover legen, wird dieser kleine Goldschatz ignoriert...

Valerie, die eigentlich grosse Karrierepläne hat, übernimmt den kleinen Buchladen ihrer Tante, die spurlos verschwunden ist, war es doch deren Wunsch, dass Valerie sich um alles kümmern möge. Dies tut sie erst etwas missmutig, bis sie schliesslich ihre Liebe zur Literatur wieder entdeckt.
Es werden Klassiker und auch weniger bekannte Bücher erwähnt. Man erfährt die Geschichte eines Gastarbeiters aus Persien, die uns an die Schönheit seiner Heimat erinnert.
Die Parallelen zu "Email für Dich" lassen sich nicht vermeiden, aber das hat durchaus nichts Negatives an sich. Man sieht Valerie als Meg Ryan vor sich in der kleinen Buchhandlung stehen...
Der Schluss ist nicht absehbar und überrascht den Leser durchaus.

Thomas Montasser überzeugt uns nicht nur mit seiner durchdachten Geschichte, sondern auch mit seiner wunderbaren sprachlichen Vielfalt.

Im Epilog spricht er kurz das Schicksal der kleinen Buchhandlungen an...

Diese 188 Seiten sind perfekt für einen Sonntagnachmittag. Die Geschichte, die Stimmung, die Sprache sind gehen Hand in Hand. Obschon es sich um einen "Buchhändlerroman" handelt, ist er durchaus auch für Nicht-Buchhändler unbedingt lesenswert.

Sonntag, 31. August 2014

Alfred Bodenheimer - Kains Opfer

Meine Wertung:
★★★☆☆ 3/5

Autor: Bodenheimer, Alfred

Titel: Kains Opfer

OT: -

Verlag: Nagel & Kimche

ISBN: 978-3-312-00628-1

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 220

Einband: Gebunden

Genre: Krimi, CH-Krimi

Ähnliche Titel:


Ja... Ein Schweizer Krimi, spielend im Zürcher Judenviertel. In die Ermittlung verwickelt wird Rabbi Klein, da er der Polizei E-Mails und weitere Schriftstücke des Opfers aus dem Hebräischen übersetzen muss.
Dass Bodenheimer Professor für Jüdische Literatur ist und damals Talmud-Studien in Israel und den USA betrieb, ist ganz klar herauszulesen.
Ähnlich wie Linda Castillo etwa die Amish beschreibt, gewährt Bodenheimer Einblick in die jüdische Kultur.
Er verzichtet jedoch auf den Beschrieb Zürichs. Ein paar wenige Male wird kurz etwas beschrieben und das wars. Als Rabbiner Klein nach Israel reist, um Recherchen über den Mord anzustellen, wartet man ebenfalls vergebens auf einen Beschrieb über Israel. Schade.

Die Geschichte gestaltet sich spannend und kommt mit einer unvorhersehbaren Auflösung des Mordes daher.

Alles in Allem ein netter Zeitvertreib, den man aber nicht unbedingt gelesen haben muss. 

Richard Laymon - Der Geist

Meine Wertung:
★★☆☆☆ 2/5

Autor: Laymon, Richard

Titel: Der Geist

OT: Darkness, tell us, 1991

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-67649-7

Deutsche Erstausgabe 08/14

Seiten: 496

Einband: Kartoniert

Genre: Horror, Thriller, Psycho

"Wenn man mit einem Ouija-Brett rumspielt, wird immer jemand verletzt."


Möglicherweise liegt es daran, dass NACHT dermassen genial ist, dass die anderen Bücher daneben verblassen, möglicherweise ja, möglicherweise nein.

Zwei Tage bevor DER GEIST bei uns in der Buchhandlung lag, schaute ich den Film Witchboard aus 1986 und dachte, was für ein grossartiger Zufall, dass ich nun ein Buch zu diesem Thema von Laymon hier liegen habe. Tja, Vorfreude ist die schönste Freude, nicht? In diesem Fall ja.

Ein paar Teens versammeln sich, stossen zufällig auf ein altes Witchboard und probieren es, aller Warnung zum Trotz, aus. Sie nehmen Kontakt zum Geist BUTLER auf, der ihnen Reichtum verspricht, welchen sie in Form eines Schatzes in der Wildnis finden würden.
Die Teens machen sich auf in die Wildnis und den damit verbundenen survial Horror. Das versprochene Grauen zeigt sich erstmals in Gestalt eines kupferglänzenden Bodybuilders mit Machete...

Trotz der grossartigen Kulisse, will die Story nicht richtig in die Gänge kommen. Man kämpft sich durch die Seiten und wartet, meist vergebens, auf die Spannung, welche erst im letzten Drittel des Buches ein paar Mal aufkommt.
Laymon verwendet zu viele Dialoge, was auf Dauer recht nervig wird, da sich um belangloses Teenie-Geschwafel handelt.
Hätte er die Geschichte um ca. 200 Seiten gekürzt, wäre meine Wertung wohl besser ausgefallen. Handelte es sich um ein Buch eines anderen Autoren, hätte ich nicht so viel Zeit damit verschwendet, alle 496 Seiten zu lesen, ich hätte es bereits nach den ersten 80 weggelegt. Aber da ich weiss, wozu Laymon fähig ist, hoffte ich stetig darauf, dass noch etwas passieren wird. Leider wollte mich auch der Showdown nicht so recht packen.

Die zwei Sterne gab es für die spannenden Passagen und die Auflösung um den Geist Butler, mit der man nie gerechnet hätte.